Alt und neu: Makatussin

Links alt, rechts neu.
Makatussin, das ist noch so ein Medikament, wo ausser dem Namen nichts mehr gleich ist.
Früher Makapharm, heut Gebro Pharma
Zusammensetzung
früher: 1ml (ca. 30 Tropfen) Fluidextrakt von Drosera 39mg, Liquiritia 146.3mg, Pimpinella 58.5mg, Senega 58.5mg, Thymi 175.5mg, Acidum benzoicum 4.9mg, Camphor 7.8mg, Ephedrin HCl 6.8mg, Menthol 14.6mg, Anisöl 8.8 mg, Eucalyptusöl 5.9mg

heute: pro 1g (ca. 20 Tropfen) Codein phosphas hemihydricus 13.6mg

 

Alt und neu: Weleda Hustenelixier

Die Person mit den Similasan Hustentropfen hatte wohl ziemlich Husten und darum auch diese hier in der Hausapotheke:

links die neue, rechts die alte Packung – der sieht man den anthropospohischen Gedanken doch noch richtig an! Pflanzlich, mineralisch und tierisch – alles drin. Dazu dieses 70er Jahr Orange …

Alt und Neu: Similasan

Endlich einmal wieder ein Fundstück aus der Retouren-Kiste!

Das ist jetzt so ein Fall, wo ich anfange, mich echt alt zu fühlen … diese Packung links kannte ich noch gut. Mir kommt es nicht lange vor, aber inzwischen haben sie sicher schon 2x das Packungsdesign gewechselt. Hmmm, ich sehe gerade, ich habe die Globuli erwischt, nicht die Tropfen – gibt es die Tropfen denn noch? Muss ich nachsehen.

Historische Gefässe

Ein paar Bilder historischer Standgefässe von Leser und Apotheker Murgs:

Zunächst eines meiner Größten (ca.75cm) – früher gab es halt keinen Großhandel der binnen Stunden lieferte:
Folia Menthae piperitae tot. – Pfefferminzblätter (ganz)

und dann ganz klein (gerade 6,36 cm): Sol. Argent. nitric. –Silbernitratlösung

„Höllenstein“ tönt doch wirklich viel interessanter. Wenn das Fläschchen noch voll wäre, wäre es noch mehr wert – Silbernitrat ist ziemlich teuer. Es wird eingesetzt in der Analytik (Bestimmung von Inhaltstoffen), früher (und wieder mehr) als Augentropfen bei Neugeborenen für die Prophylaxe von Gonorrhoe-bedingten Augenentzündungen, konzentriert früher zum wegätzen von Hautgeschwüren wie Warzen (daher auch der Name) – und wir verkaufen es heute noch gelegentlich an Banken, die damit ihre Geldscheine präparieren. Jeder, der diese dann anfasst, hat nachher noch laaange schwarze Finger.

Und das Zückerchen:

Ein Stift als Größenvergleich.
Diamorphin, 1896 unter dem Handelsnamen „Heroin“ eingeführt, wurde in Deutschland wohl erst 1971 verboten.
Herba Cannabis indica (falsche Schreibweise auf dem Gefäß!): Indisches Hanfkraut also Marihuana, „Gras“.

Solche netten Sachen waren Arzneimittel und keine verbotenen Substanzen. Aber vielleicht ändert sich das leider wieder. In Hamburg wurde allerdings gerade ein Drogenbefürworter bei einem Unfall getötet – durch einen zugehaschten Autofahrer.

Alt und neu (?): Vindex

Von Leserin und Kommentatorin Nicoretta:

Vindex-Kompressen von Flawa. Die Beschreibung auf der Hinterseite erklärt das Produkt so: „VINDEX desinfiziert, verhütet Entzündungen und Eiterung, lindert Schmerzen, fördert die Überhäutung und klebt nie auf der Wunde. Brand-, Schnitt-, Schürf- und Quetschwunden: VINDEX-Kompresse mit Gazebinde oder Pflaster festmachen. 1-2mal täglich erneuern. Sonnenbrand, Gfrörni: VINDEX-Salbe in Tuben.“ (Das Wort Gfrörni ist so härzig…)
Laut flawa.ch wurde VINDEX 1919 entwickelt; die Dose muss also aus den frühen 50er-Jahren sein… („…seit 30 Jahren bewährte Marke VINDEX…“) Besonders interessant finde ich den „pfeilartigen“ Streifen zwischen rot und schwarz: es ist eine Goldfarbe, die sich fast wie Sandpapier anfühlt… Meine Mutter kann sich noch an die Dose errinnern; ihre Lehre machte sie in den späten 50ern…

Ah, an Vindex erinnere ich mich, die gab es noch im hellblauen Metalldöschen, als ich angefangen habe zu arbeiten – und selbst heute fragen noch gelegentlich ältere Personen danach.

Überraschung: Vindex gibt es anscheinend noch, ist allerdings nur über das Internet zu erhalten. (Update 2014: nicht mal das mehr)

Es wurde ursprünglich aus dem Handel gezogen, weil die Salbegetränkten Gazeplätzchen in der Metalldose einfach zwischen Pergamentpapier aufbewahrt wurden – was nicht den heutigen Hygienevorschriften entspricht. Heute sind sie einzelverpackt und im Karton. Was es allerdings bringt ein Produkt, das vor allem von älteren Personen verlangt wird nur noch über’s Internet zu vertreiben (und nicht einmal mehr im Galdat Stamm zu haben, den die Apotheken und Drogerien konsultieren) sei mal dahingestellt. (und wir sehen’s jetzt 2014:  bringt gar nichts).

Zur Beachtung: Nicoretta hat mir auch ein neueres Bild von Irgapyrin geschickt – das es in veränderter Zusammensetzung auch noch länger gab. Siehe Post hier.

Historische Chemikalien Gefässe

Fingerhut schickt uns Bilder von seiner Sammlung:

ich liebe alte und historische Flaschen aus Apotheken, wie man sie hier und da nochmal sieht, und habe eine kleine Sammlung daheim. Vielleicht sind die Fotos ja was für deinen Blog!

Liq. Kal. Arsen.“ heißt auch Fowlersche Lösung und besteht aus einer Lösung von Kaliumarsenit mit Lavendelwasser. Es wurde meines Wissens nach bis in die 60er Jahre hinein als Fiebersenker oder Aphrodisiakum verwendet.

Acid. Sulfur. Pur.“ steht für Schwefelsäure.

Hexamethylentetramin“ auch Urotropin gennant. Ich habe keine Ahnung wofür man das in einer Apotheke braucht / gebraucht hat. Der Inhalt sind noch original, weiße und leicht fischig riechende Kristalle.

Zur Konservierung vielleicht? In der Analytik? Oder auch als Antiperspirans? (Offensichtlich ist das in Antihydral enthalten)

Aluminium chloratum depurat. cryst.“ Diese Flasche ist etwas ganz besonders und wird so wohl nicht so häufig zu finden sein. Es handelt sich um ein Chemikaliengebinde der Firma Merck. welches – anhand dem Wachssiegel erkennbar – noch nie geöffnet wurde.
Darin befindet sich der Stoff Aluminiumchlorid Hexahydrat. Ich kann leider nichts zum Alter sagen, tippe jedoch auf 1920-1950. Den Stoff könnte man sicher auch heute noch für die Apotheke verwenden.

Ja das Aluminiumchlorid – findet sich in praktisch jedem Deo.

 

 

 

 

 

Glycerin. Borat.“ steht wohl für eine Lösung von Borax (Natriumtetraborat) in Glycerin. Auch hier kann ich leider nicht sagen wofür man das verwendet hat.

das Glycerinborat kennen wir heute auch noch – da gibt es ein paar alte Ärzte, die sind einfach nicht davon abzubringen das aufzuschreiben (obwohl die Borsäure heute als Desinfektionsmittel als obsolet gilt)- in Mundwasser zum Beispiel, oder in Vaginaltabletten (brrr)