über Flora und Fauna

*Das* fand ich herzig:

Kundin: „Haben sie etwas um meine Darmfauna wieder aufzubauen?“

Ja, klar – nur sagt man heute Darmflora.
Aber eigentlich ist das überholt, denn die Flora betrifft im Normalfall das Pflanzenreich während die Fauna sich mit dem Tierreich beschäftigt. Aber wir haben ja keine Pflanzen im Darm und hoffentlich auch keine Tiere sondern Bakterien.

Probieren Sie’s doch woanders!

Dass jemand Probleme mit der eigenen Medikation hat und nicht genau weiss, was er/sie nimmt, kommt vor – auch wenn ich das irgendwo ziemlich verantwortungslos finde. Dass man nicht weiss, was der Lebens-Partner genau nimmt, kommt noch häufiger vor … aber, wenn der Partner krank ist und einen darum (öfter) mal in die Apotheke schickt, etwas holen, dann … sollte man sich da doch kundig machen, oder?

Jedenfalls haben wir so ein Päärchen – „Sie“ ist nicht mobil wegen einem offenen Bein, hat aber die Spitex (die Hauspflegehilfe), die ein paarmal die Woche vorbeikommt und hilft. Ausserdem hätte sie noch ihren Mann. Wenn, ja, wenn …

Jedenfalls müssen wir bei der Kundin mehrmals pro Woche vorbei, weil die Spitex Verbandmaterial und Medikamente bestellt und dabei gelegentlich neues ausprobiert und nachbestellt etc.
Alles das meist ohne Rezept, das bedeutet wir müssen vom Arzt jeweils selbst ein Rezept verlangen. Der ist auch so nett und stellt sie uns problemlos aus.

Soweit so gut – wenn die Spitex nicht auch Sachen aufschreiben würde, die die Grundversicherung nicht bezahlt … und da die Frau keine Zusatzversicherung hat, sie das dann selber zahlen müssen … und dann gibt es noch ein paar Sachen – vor allem Verbandsmaterial, wo die Krankenkasse nicht den ganzen Betrag übernimmt … was dann noch zusätzlich eine Rechnung gibt.

Für all das kann ich nicht viel, aber ich bekomme natürlich den Ärger des Mannes ab.

Den sehe ich zum Glück nur gelegentlich … schliesslich bringen die Lehrlinge ja immer alles vorbei. Aber wenn er kommt, dann meistens so:

„Ich brauche für meine Frau diese Binden (diese Tabletten, die Tropfen)

… Nein, ich weiss nicht genau welche, mein Name ist Hase und so. Sie hat mir nur gesagt ich soll sie bringen.“

Ja klar.

Und wenn ich dann mit Mühe aus ihren 15 plus Rezepten das herausgefunden habe, was es ist, manchmal auch nur aus der Historie, also was sie schon einmal gehabt hat und dann einen Vorbezug machen muss – oder ‚Oh Schreck? den Spezialverband auch noch bestellen und danach bringen muss – was sagt der Mann?

Mit vorwurfsvollem Ton: „Ich habe mit keiner anderen Apotheke soviel Mühe wie mit ihnen!“

Das sind dann so die Momente, wo ich gerne sagen würde:  „Na dann gehen sie doch in eine andere und versuchen, ob es dort besser ist!“

– Und es sind genau die Leute, die dann nach einer Pause von ein paar Wochen wieder zurückkommen. Es ist halt anderswo nicht anders.

Dass sie die auch nimmt ….

Frau mit Rezept vom Spital ausgestellt für ihre Mutter.

Frau: „Meine Mutter ist erst gestern aus dem Spital entlassen worden. Ich bringe ihr die Sachen und schaue, dass sie sie auch nimmt.“

Pharmaassistentin: „Das ist aber nett von ihnen!“

Die Pharmaassistentin richtet ihr die Medikamente vom Rezept und schreibt sie an, die Apothekerin kontrolliert sie …

Im Herausgehen meint die Frau noch: „Jetzt hat sie gestern und heute noch keine Medikamente gehabt – aber wenn ich nach Hause komme, bekommt sie gleich alle Tabletten aufs Mal von mir!“

…. man glaubt gar nicht, wie schnell die Apothekerin, die das mitbekommt ihr nach-rennen kann …

Überraphunk …

Älterer Kunde kommt sein bestelltes Medikament abholen – leider hat er den Abholzettel zuhause vergessen.

Ich frage ihn also nach seinem Namen um es herauszusuchen und … er kämpft wirklich mit den Worten, nein, den Lauten … ich schaue ihn an, dann realisiere ich, woran es liegt: sein Gebiss ist am rausfallen!

Schliesslich gibt er es auf, zieht die Zahnprotese aus dem Mund und sagt (jetzt verständlich) „Schneider Friedrich *… das Ding ist neu … und ich komme damit noch nicht so zurecht!“

:-) 

*wie immer sind alle Namen geändert. Ähnlichkeiten wären rein zufällig und weder beabsichtigt noch real.

Merke …

Merke: Wenn ein hypochondrisch veranlagter Patient morgens in die Apotheke telefoniert um eine harmlose Frage zu stellen, dann sei darauf vorbereitet, dass der Arzt dieses Patienten uns später 3 Rezepte zufaxt und der Patient beim Abholen ebendieser unglaubliche Fragen über seltene Nebenwirkungen stellt, die ihm garantiert passieren – da er ja eine so angeschlagene Konstitution hat.

Das alles passiert natürlich um die Mittagszeit, wo Hauptbetrieb ist und weniger Personal.

:-(

Wie angemerkt wurde, ist das eigentlich ein typischer Fall von Murphys law – das sollte ich in meine Sammlung Murphys Law in der Apotheke aufnehmen …

Wessen Fehler ist das?

Die Patientin steht in der Apotheke und reklamiert, weil wir ihre Augentropfen falsch abgegeben haben. Sie hat nächstens eine Operation am rechten Auge und muss sie jetzt verschieben, weil wir die Tropfen falsch angeschrieben hätten, nämlich mit „am linken Auge anwenden“ –

Ich hole das Rezept wieder aus dem System (das ist toll mit den eingescannten Originalen) und da steht tatsächlich drauf:

„3 x täglich 1 Tropfen in das linke Auge geben anzufangen 3 Tage vor der Operation“

– und genau so haben wir es auch aufgeschrieben.

Also erkläre (und zeige)  ich ihr, dass wir das aufgeschrieben haben, was der Arzt auf dem Rezept vermerkt hat – es war nicht unser Fehler.

Und ehrlich: weiss sie denn selbst nicht, an welchem Auge sie die Operation hat???

Jedenfalls geht sie jetzt mit der Rezeptkopie zum Arzt reklamieren. Der will ich heute auch nicht sein.