So ein billiger Mist!

Der Mann kommt in die Apotheke und knallt vor der Pharmaassistentin ein Blutdruckgerät auf die Theke.

Mann: „Mein Blutdruckmessgerät ist kaputt. Das passiert JEDES Jahr und dann muss ich wieder einen neuen kaufen. So ein billiger Mist! Dabei habe ich das letzte hier gekauft!“

Die Pharmaassistentin bleibt ruhig, nimmt das Gerät aus der Hülle und stellt es an. Einen Moment lang geht die Anzeige, dann stellt es sich ab. Lange genug aber, um etwas zu erkennnen …

Pharmaassistentin: „Sie wissen, dass diese Dinger Batterien haben, die man regelmässig wechseln soll?“

…

Ein Batteriewechsel später und das Teil läuft wieder tadellos.

Vitamin Fe

Kundin in der Apotheke.

„Frage: Ich muss Eisentabletten nehmen. Wie ist das? Ist das dasselbe, wie Vitamin E?“

…

Nein, das E steht nicht für Eisen. Fe wie Ferrum wäre Eisen und das ist auch kein Vitamin sondern fällt unter Mineralstoffe.

Cash gegen Karte?

Kunde am Montag in der Apotheke: „Ich habe am Samstag dieses Rezept eingelöst, aber ich hatte meine Versicherungskarte nicht dabei. Also bringe ich sie jetzt, damit ich mein Geld retour bekomme.“

Ich lese die Karte ein – er ist nur Grundversichert. Das Medikament, das er bezogen hat, ist aber eines, das nur von der Zusatzversicherung bezahlt wird.

Pharmama: „Haben Sie vielleicht woanders eine Zusatzversicherung?“

Kunde: „Nein.“

Pharmama: „Dann kann ich Ihnen das nicht über die Krankenkasse abrechnen. Sie sind nur Grund-versichert. Das Medikament wird nur von der Zusatzversicherung übernommen.“

Kunde: „Aber man hat mir gesagt, wenn ich meine Krankenkassenkarte bringe, bekomme ich mein Geld zurück!“

Pharmama: „Wenn das Medikament gedeckt ist, ja – sonst eben –nein.“

Mann: „Aber ich will mein Geld zurück!“

…

und nochmals … und nochmals. Warum verstehen manche Leute nur das, was sie verstehen wollen?

Nehmen und gut?

Frau kommt in die Apotheke und will etwas gegen das Fieber bei ihrem Kind: „Aber nicht Dafalgan, das hat nicht geholfen.“

Ich empfehle demnach Algifor Sirup und sie sagt: „Das habe ich auch schon probiert. Das wirkt … aber nur für 6 Stunden.“

Echt?

Ich bin mir nicht ganz sicher, was sie erwartet. Dass einmal nehmen reicht? Wenn das ursprüngliche Problem noch da ist – zum Beispiel die Infektion, dann kommt auch das Fieber wieder, sobald die Wirkung des Mittels nachlässt. Das ist bei allen so.

Will-kommen

Komm in unsere freundliche Apotheke, nachdem Du jahrelang bei der Konkurrez gewesen bist, die Dich letzthin verärgert haben und beginne Dein Kundendasein bei uns, indem Du dem Personal „Deiner“ neuen Apotheke genau erklärst, was Du von ihnen verlangst:

– dass sie alle Deine Medikamente an Lager nehmen (inklusive den teuren, selten gebrauchten Betäubungsmitteln),

– dass wenn etwas neu ist und nicht da, es innert 12 Stunden gebracht werden muss,

– dass Du jeweils einen Ausdruck der Medikamente möchtest, die abgegeben wurden – nicht, dass wir mehr abrechnen, als wir geleistet haben.

Bring uns nur ein Blatt mit einer Liste Deiner Medikamente – ohne Stärkeangabe oder Dosierung und beschimpfe die Pharmaassistentin, wenn sie nachfragt – in welcher Apotheke das Rezept ist, respektive welcher Arzt es ausgestellt hat.

Bringe die alte Krankenkassenkarte, wo die Nummer gewechselt hat und erkläre, es sei unsere Aufgabe, Deiner Krankenkasse anzurufen und der richtigen Nummer und Deckung nachzurennen, schliesslich profitieren wir ja davon und nicht Du.

Benimm Dich, als ob Dir die Apotheke gehört und Du allein den Lohn der Angestellten bezahlst . Und dann beklage Dich noch bei der Apothekerin über das ungebührliche Verhalten der Pharmaassistentin.

Das ist genau das Verhalten, das man braucht, damit man bekommt was man will.

– ich glaube die andere Apotheke hat absichtlich irgendeinen „Fehler“ gemacht, damit er endlich wechselt.

Zwischen allen Stühlen

Im Moment haben wir einen eher problematischen Fall – eine nicht versicherte Person. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit in der Schweiz–ist doch zumindest die Grundversicherung obligatorisch und gesetzlich vorgeschrieben, dass jeder eine haben muss.

Der Mann hatte auch eine letztes Jahr. Dann hat er festgestellt, dass er Prämien sparen kann, wenn er sich bei einer anderen Kasse versichern lässt und hat sich bei der neuen Kasse angemeldet und bei der alten Kasse gekündet.

So weit so gut – das machen jedes Jahr viele ohne Probleme. Es ist auch nicht so, als ob in der Grundversicherung die Kasse jemanden ablehnen kann, die müssen einen nehmen.

Dementsprechend hat er von der neuen Kasse schon die neue Krankenkassenkarte zugeschickt bekommen. Aber die geht nicht – ich kann die Deckung nicht abrufen, als er bei uns in der Apotheke steht und seine Dauermedikamente beziehen will. Ein Telefon an die Krankenkasse macht das Ganze noch ominöser. Der Mann sei nicht bei ihnen versichert.

Pharmama (verwirrt): „Aber ich habe die neue Krankenkassenkarte in der Hand – die Nummer ist …. „

Kassenangestellte: „Tut mir leid, er ist nicht bei uns versichert. Fragen sie doch bei der alten Krankenkasse nach.“

Was sich –einige Telefone später herauskristallisiert ist, ist, dass da etwas sehr schief gelaufen ist. Das Problem: der Mann hat offenbar bei der alten Kasse einen Teil seiner Prämien nicht rechtzeitig bezahlt. Man darf aber die Kasse nicht wechseln, bis eventuelle Schulden abbezahlt sind. Das hat man damals so bestimmt, damit die alte Kasse nicht auf unbezahlten Prämien von Springern sitzen bleibt.Offenbar hat die alte Kasse der neuen Kasse das so mitgeteilt – worauf die Anmeldung bei der neuen Kasse storniert wurde.

Dann traf die Zahlung bei der alten Kasse ein, die darauf auch die Kündigung annahm. Und volia: der Mann hat weder eine neue noch eine alte Versicherung.