Gibt’s nicht? Gibt’s doch!

Noch ein Gastbeitrag heute, diesmal von dergrünepunkt:

bei mir in der Apotheke gibt es nach 20 Uhr einen Wachdienst, damit der Apotheker nicht ganz alleine da steht. Dieser nimmt auch Anrufe entgegen, wenn man im Kundengespräch ist und lässt sich dann die Nummer für einen Rückruf geben. Manchmal schreibt er sogar auf, worum es geht…
Als ich gestern einen solchen Zettel mit Nummer und „Thema“ bekommen habe, glaubte ich erst an einen Scherz. So etwas gibt’s gar nicht im echten Leben, sondern wird „nur so“ erzählt, weil es lustig ist.

Ich rief also zurück und hatte eine Frau am Telefon, die nicht ihren besten Tag hatte und ihre Vaginaltabletten (Fluomicin, Wirkstoff Dequaliniumchlorid) geschluckt hat. Ob das denn schlimm wäre?
Gott sei Dank war ich durch den Zettel vorgewarnt …

Gibt’s nicht gibt’s Nicht! …

Klassische falsche Anwendung. … Wenn ich so etwas erzähle, glauben es manche nicht. Danke für den optischen „Beweis“ :-)

Wie reagiere ich darauf? “ …. „

Es ist Abend und ich bediene eine Kundin, während meine Kollegin von der Drogerie sich der anderen Kundin annimmt. Letzere ist eine wirklich liebe Stammkundin, die aus religiösen Gründen ein Kopftuch trägt. Ansonsten würde man nicht merken, dass sie Muslimin ist – sie ist normal angezogen und redet auch perfekt Schweizerdeutsch, was kein Wunder ist, ist sie doch hier geboren.

Als sie geht, sagt meine Kundin zu mir: „Dass diese dreckigen Ausländer sich auch noch vermummen müssen. Unmöglich, finden sie nicht?“

Laaaanges Schweigen folgt, während ich nach einer geeigneten Antwort suche. Das lange Schweigen war das einzige, mit dem ich reagieren konnte.

Ich hasse es, wenn das passiert. Es ist nicht, dass ich die Bemerkung des Kunden ok fände, oder dass es wert wäre das zu ignorieren.

Es ist nur, dass mein erster Gedanke „Äh, hat sie das wirklich gesagt??“ nicht hilft.

Mein zweiter und dritter Gedanke: „Denk’ an etwas zum sagen. Du musst unbedingt jetzt etwas sagen!“ – helfen auch nicht.

Der vierte Gedanke: „Willst du dich wirklich persönlich darauf einlassen – etwa sie darauf hinweisen, dass es auch bei den Katholike früher üblich und für die Kirche sogar vorgeschrieben war, sich den Kopf zu bedecken“ – ist nicht gerade professionell und kommt auch nicht durch. Die einzige Reaktion war also missbilligendes Schweigen.

Leider nicht die professionelle Verdammung von derartiger Engstirnigkeit auf die ich gehofft habe.

Seufz.

Ich werde darüber nachdenken müssen, was ich sage, falls das wieder vorkommt.

Schwangerschafts-Schwindel?

Eine jüngere Frau fragt mich in der Apotheke „Haben Sie mir ein Mittel gegen Übelkeit?“

Pharmama: „Für was brauchen Sie es: Reisekrankheit?, Schwangerschaft?…“

Frau: „Fast. Ich mache Kopfstand um die Chancen zu erhöhen, schwanger zu werden und dabei wird mir immer schwindelig …“

:-)

Die Nase läuft

Mann in der Apotheke:

„Nein, ich will nicht etwas gegen Allergien, ich habe eine Erkältung! Was haben Sie für tränende und beissende Augen und eine laufende Nase und häufiges Niesen bei Erkältung?“

Bei uns blüht der Mohn in den Feldern im Moment so schön … bei Euch auch?

Leicht beunruhigt …

„Das ist eine Tablette, die Sie einmal täglich nehmen müssen und Sie haben 90 davon letzten Monat bekommen. Was genau MEINEN Sie damit, Sie wissen nicht, was mit ihnen passsiert ist?“

(Verloren? Zuviel genommen? Verschenkt?)