Sag’s mir!

Ich liebe Rückmeldungen, speziell natürlich jene, die gut sind, aber auch sonst. Ich bin neugierig – und wenn ich etwas empfehle, wüsste ich gerne, ob es auch wirklich so gewirkt hat, wie es soll.

Heute lag auf meinem Schreibtisch ein Zettel mit der Nachricht:

Frau Ambach* bedankt sich. Sie sagt, es sei schwarzer Eiter drin gewesen und sie knapp an einer Blutvergiftung vorbeigekommen.

Ah ja. Sie war gestern morgen hier mit einem Problem. An ihrem Oberarm hatte sie eine Stelle  im Muskel, unter der Haut, die ihr wehtat. Sie wollte mich fragen, ob sie da weiter Zugsalbe draufmachen soll. Ich habe mir den Arm angeschaut – von aussen war kaum etwas zu sehen, eine leichte Rötung, wo die Zugsalbe bisher drauf war. Ich habe versucht etwas zu ertatsten, dabei gemerkt, dass die Stelle einiges wärmer war als die Umgebung (Entzündung?) und tief innen eine Verhärtung, aber verschiebbar. Schmerzen hatte die Frau keine auch nicht beim abtasten, aber sie meinte da sei etwas drin – es spanne.

Ich habe ihr dann geraten da nicht selbst weiter zu basteln, sondern gleich zum Arzt zu gehen, da ich denke, dass sie da eine Entzündung hat, ziemlich tief unter der Haut und vielleicht Eiter. Und der geht nicht alleine weg.

Und Zugsalbe … ist okay für Eitriges direkt unter der Hautoberfläche, aber bei tieferen Sachen kommt das nicht hin … und sie ist auch kein Magnet für Holz, Glas oder anderes.

Frau Ambach ging dann anscheinend gleich – und es war eine Eitertasche. Ein Abszess, den sie ihr im Spital geöffnet haben und sie dann mit einem Rezept für Antibiotika und Schmerzmittel wieder heimgeschickt.

Ich finde das spannend.

(wie üblich: alle Namen geändert)

Am Telefon

Die sehr beschäftigt wirkende jüngere Frau in der Apotheke reicht mir einen Zettel. Naja – zumindest sieht sie beschäftigt aus. Sie ist am Handy.

Ich schaue den Zettel an.

Pharmama: „Das ist ein Arztzeugnis für die Schule.“

Sie hört mich nicht – wie auch? Sie ist am Telefon. Ich warte einen Moment, bis sie merkt, dass ich etwas von ihr brauche und mich anschaut.

Pharmama: „Das ist kein Rezept. Das ist ein Arztzeugnis für die Schule“

Frau: „Oohhh…“

Sie hat dann das richtige Rezept noch gefunden, so dass ich meine Arbeit noch machen konnte. Dauerte halt etwas länger – aber das macht ja nichts, wenn man nebenbei beschäftigt ist … oder?

Ich bin Kunde – geben sie es mir gratis!

Mann kommt in die Apotheke mit einem Blister Tabletten, mit dem er kurz unter meiner Nase fuchtelt.

„Ich bin Kunde bei ihnen … Meine Frau hat die hier bekommen und soll sie halbieren. Haben Sie ein Messer oder etwas, zum Tabletten teilen? Meine Frau hat empfindliche Fingernägel.“

Pharmama: „Nun wir haben Tablettenteiler, aber …" (weiter komme ich nicht)

Mann: „Könnte ich die Teiler mal sehen? Ich bin übrigens Kunde hier … bekomme ich ihn dann gratis?“

Ugh –

Ich zeige ihm den Teiler.

Und auch, dass der etwa 10 Franken kostet.

Pharmama: „Nein, der kostet etwas …

Aber zeigen Sie mir mal die Tabletten.“

Nur mit Mühe lässt er sie mich sehen, aber es reicht, dass ich sehe, dass es MetoZerok sind … und die sind tatsächlich ziemlich gut teilbar, wie ich beim Dosette-richten schon bemerkt habe. Auch ohne Teilgerät. Sie sind länglich, gut greifbar … und brechen schön.

Pharmama: „Diese Tabletten sind auch gut ohne Teiler zu brechen, hat Sie es denn schon versucht?“

Mann: „Nein.“

Pharmama: „Dann würde ich vorschlagen, das erst mal auszuprobieren, es sollte gut gehen. Und wenn nicht, können sie immer noch den Teiler kaufen kommen.“

Die Apotheke. Guter Rat ist immer noch gratis. Aber für lau Sachen herausgeben – kann ich nicht mehr.

Und … ich will es ja nicht verschreien, aber … ich glaube die Tabletten hatte die Frau auch nicht von uns. Er hat ja auch nicht gesagt, dass seine Frau hier Kundin ist … nur er.

Bitte separat verpacken

Der Mann schimpft mit meiner Pharmaassistentin, weil sie die Medikamente für ihn und für seine Frau in die gleiche Tasche gepackt hat:

„Das könnte zu Medikationsfehlern führen!“

(Ui, lieben wir nicht alle Fachwörter?)

Anzumerken vielleicht noch: Er hat ihr die Rezepte für beide gegeben. Ich stehe noch daneben – ich habe die Rezepte ja gerade kontrolliert.

Pharmama: „Auf den Medikamenten sind die Dosierungsetiketten mit den Namen drauf. Ich bin sicher, Sie können sie so auseinanderhalten. Aber wenn Sie wollen, geben wir sie ihnen gerne in 2 Taschen mit?“

Mann: "Nein, schon gut. Das geht so."