Feste Vorstellungen

Manchmal hat man einfach etwas im Kopf …

Kundin kommt in die Apotheke: „Ich möchte bitte wieder die Rheumasalbe, die ich das letzte mal hatte. Den Namen habe ich leider vergessen, aber die Packung war grün und der Name fing mit einem A an.“

Ah, normalerweise bin ich (wie die meisten, die schon länger in Apotheke oder Drogerie arbeiten) ziemlich gut darin das richtige Produkt zu finden anhand einer solchen Beschreibung. Aber diesmal? Grosses Fragezeichen.

Also zeige ich ihr mal alle Rheumasalben, die irgendwie grün sind – meist erinnern sich die Leute besser an das Aussehen als an den Namen: Schmids Sportsalbe, Mobilisin, Perskindol, Caprisana Salbe, Pernaton …

„Nein, nein …„

oder mit einem A anfangen: Assan, Dolo-Arthrosenex, Absorbine, Alpina Wallwurz.Gel, Antiphlogistin, A. Vogel Rheumasalbe ..

„Nein, nein …„

und dann den Rest: Demotherm, Dolo-Demotherm, Kytta, Midalgan,  DulX, Carmol…

ich bin also ziemlich am Schubladenziehen. Aber: nichts.

Dann sagt sie: „Es hatte Kamille drin“.

Sage ich (zweifelnd): „Euceta?“

Kundin: „Ja, genau!“.

Ist doch logisch, oder? eucetA!

Mal abgesehen davon, dass es nicht gegen Rheuma ist.

Aber zumindest ist die Packung zur Hälfte grün.

Aber ich bin Ärztin!

Alte Frau kommt in die Apotheke: „Ich hätte gern ein Seresta“.

Apothekerin: “Haben Sie ein Rezept?“

Kundin “Das brauche ich nicht, ich bin Ärztin“.

Apothekerin: “Dann hätte ich gerne den Ärzteausweis und einen weiteren Ausweis“.*

Kundin: „Die habe ich nicht hier“.

Apothekerin: „Dann habe ich auch kein Seresta für sie“ (Da könnte ja jeder kommen“ ).

P.S: Sie kam ½ Stunde später mit einem Uralt-Diplom (praktiziert ja auch schon lange nicht mehr), aber immerhin!

*Bei Schlafmitteln, Beruhigungsmitteln und anderen Medikamenten mit Abhängigkeitspotential verlange ich immer ausser dem Ärzteausweis noch eine normale Identitätskarte. Denn die Ärzteausweise haben kein Foto drauf. Wenn so einer mal abhanden kommt könnte ihn sonst jeder benutzen. Ganz Schlecht!

Und wenn wir grad beim Thema sind: Medizinstudenten sind keine Ärzte (ja, auch nicht, wenn ihr nur noch 1-2 Semester Ausbildung habt). Das heisst, ich bin nicht verpflichtet ihnen rezeptpflichtige Medikamente abzugeben. Ich tue es aber, wenn es mir vernünftig und nötig erscheint. Sonst nicht!

Die falsche Anwendung (5)

Thema heute: Zäpfchen (mal wieder)

selbst erlebte Geschichte von einem Professor im Studium:

Patientin: „Ich benutze diese Zäpfchen jetzt seit einer Woche und mein Hintern ist wirklich rot und offen.  Ich frage mich: ist das eine Nebenwirkung der Zäpfchen?“

Apotheker: „Kann ich mal sehen, was für welche sie haben?“

Patientin zeigt sie ihm

Apotheker: „Nein, dieses Medikament sollte den Enddarm nicht reizen oder Schmerzen verursachen.“

Der Apotheker erklärt der Patientin noch mal die korrekte Anwendung der Zäpfchen.

Patientin: „Oh. Man nimmt den silbernen Überzug ab?“

Apotheker: „Ja! Ja, das ist Alufolie!“

Patientin: „Das könnte der Grund sein, warum das schmerzt“

Eine Woche später kam die Patientin noch mal vorbei und informierte den Apotheker, dass sie die ganze Folie jetzt ausgeschieden hat …

heute Gratis

Ich weiss nicht, ob ihr das auch kennt, aber wenn es in der Apotheke / Drogerie mal Muster gibt und man sie auflegt … sind sie innert kürzester Zeit verschwunden.

Bei manchen Kunden habe ich wirklich das Gefühl, dass es ihnen egal ist, was es da eigentlich gibt … Hauptsache Gratis.

Hustenbonbons, Muskeleinreibmittel, Hautcrememuster … egal ob gegen Falten, für reife Haut oder für sehr trockene Haut. Ich habe unter 30 Jährige Mittel einpacken sehen, die eigentlich für Haut ab 50 gedacht ist. Egal, es ist Gratis!

Holzpflegemittel Mustertüchlein? Da reicht eines gerade Mal für eine Fläche von einem A4 Blatt … auch das geht weg.

Muster für Babybrei? Nehm’ ich – im Moment hab ich zwar keins, aber das kann ja noch werden.

Mal abgesehen, dass die Firmen, nicht mehr so grosszügig sind, was ihre Muster angeht, ist das noch ein Grund warum wir Muster praktisch nur noch gezielt abgeben.

Auch für das Kondom an der Pinnwand unten hat sich sicher ein Abnehmer gefunden …

… und danach kann man das Babybreimuster doch noch brauchen.

Freundschaftsdienst

Junger Mann kommt in die Apotheke: „Ich muss für meine Freundin die Pillen abholen, die sie bestellt hat.“

Pharmaassistentin: „Ok. Wie heisst sie?“

Junger Mann:  „Claudia.“

Pharmaassistentin: „Und der Nachname?“

Junger Mann: „Ich weiss nicht… “

Pharmaassistentin: „Vielleicht das Geburtsdatum?“

Junger Mann: „keine Ahnung.“

Pharmaassistentin: „Und die Adresse?“

Junger Mann: „Ah, weiss ich auch nicht, aber ihre Nummer ist in den Top 5 auf meinem Telefon. Schauen sie!“

Und das ist (unter anderem) der Grund, warum wir den Kunden Abholzettel mitgeben …

Peinliche Frage

Frau ruft an mit einer Frage an die Apothekerin.

Frau: „Ich habe eine Frage,  ….das ist wirklich peinlich.“

Apothekerin (professionell): „Kein Grund sich zu schämen, es gibt keine dummen Fragen.“

Frau: „Also … ich habe eine Pilzinfektion.“

Apothekerin:Das ist nichts ungewöhnliches, nichts was ihnen peinlich zu sein braucht.“

Frau: „Ich habe Gyno Canesten Creme – nützt das?“

Apothekerin: „Ja, damit können sie das behandeln.“

Frau: Äh, kann man das auch äusserlich anwenden?“

Apothekerin: „Sicher.“

Frau: „Äääähhh…. jetzt. Ich denke ich habe meinen Freund angesteckt, als wir Sex hatten, kann er die Creme auch für seinen Penis brauchen?“

Apothekerin: „Ja, es wird sowieso empfohlen, dass beide Partner zur gleichen Zeit behandelt werden, damit man sich nicht wieder gegenseitig ansteckt.“

Frau: …. (Schweigt)

Apothekerin: „Kann ich ihnen sonst noch helfen?“

Frau: „Äähemmm … kann ich die Creme auch um den Mund herum verwenden?“

….

(Ah, jetzt sind wir beim peinlichen Teil angelangt).