Die falsche Anwendung (5)

Thema heute: Zäpfchen (mal wieder)

selbst erlebte Geschichte von einem Professor im Studium:

Patientin: „Ich benutze diese Zäpfchen jetzt seit einer Woche und mein Hintern ist wirklich rot und offen.  Ich frage mich: ist das eine Nebenwirkung der Zäpfchen?“

Apotheker: „Kann ich mal sehen, was für welche sie haben?“

Patientin zeigt sie ihm

Apotheker: „Nein, dieses Medikament sollte den Enddarm nicht reizen oder Schmerzen verursachen.“

Der Apotheker erklärt der Patientin noch mal die korrekte Anwendung der Zäpfchen.

Patientin: „Oh. Man nimmt den silbernen Überzug ab?“

Apotheker: „Ja! Ja, das ist Alufolie!“

Patientin: „Das könnte der Grund sein, warum das schmerzt“

Eine Woche später kam die Patientin noch mal vorbei und informierte den Apotheker, dass sie die ganze Folie jetzt ausgeschieden hat …

heute Gratis

Ich weiss nicht, ob ihr das auch kennt, aber wenn es in der Apotheke / Drogerie mal Muster gibt und man sie auflegt … sind sie innert kürzester Zeit verschwunden.

Bei manchen Kunden habe ich wirklich das Gefühl, dass es ihnen egal ist, was es da eigentlich gibt … Hauptsache Gratis.

Hustenbonbons, Muskeleinreibmittel, Hautcrememuster … egal ob gegen Falten, für reife Haut oder für sehr trockene Haut. Ich habe unter 30 Jährige Mittel einpacken sehen, die eigentlich für Haut ab 50 gedacht ist. Egal, es ist Gratis!

Holzpflegemittel Mustertüchlein? Da reicht eines gerade Mal für eine Fläche von einem A4 Blatt … auch das geht weg.

Muster für Babybrei? Nehm’ ich – im Moment hab ich zwar keins, aber das kann ja noch werden.

Mal abgesehen, dass die Firmen, nicht mehr so grosszügig sind, was ihre Muster angeht, ist das noch ein Grund warum wir Muster praktisch nur noch gezielt abgeben.

Auch für das Kondom an der Pinnwand unten hat sich sicher ein Abnehmer gefunden …

… und danach kann man das Babybreimuster doch noch brauchen.

Freundschaftsdienst

Junger Mann kommt in die Apotheke: „Ich muss für meine Freundin die Pillen abholen, die sie bestellt hat.“

Pharmaassistentin: „Ok. Wie heisst sie?“

Junger Mann:  „Claudia.“

Pharmaassistentin: „Und der Nachname?“

Junger Mann: „Ich weiss nicht… “

Pharmaassistentin: „Vielleicht das Geburtsdatum?“

Junger Mann: „keine Ahnung.“

Pharmaassistentin: „Und die Adresse?“

Junger Mann: „Ah, weiss ich auch nicht, aber ihre Nummer ist in den Top 5 auf meinem Telefon. Schauen sie!“

Und das ist (unter anderem) der Grund, warum wir den Kunden Abholzettel mitgeben …

Peinliche Frage

Frau ruft an mit einer Frage an die Apothekerin.

Frau: „Ich habe eine Frage,  ….das ist wirklich peinlich.“

Apothekerin (professionell): „Kein Grund sich zu schämen, es gibt keine dummen Fragen.“

Frau: „Also … ich habe eine Pilzinfektion.“

Apothekerin:Das ist nichts ungewöhnliches, nichts was ihnen peinlich zu sein braucht.“

Frau: „Ich habe Gyno Canesten Creme – nützt das?“

Apothekerin: „Ja, damit können sie das behandeln.“

Frau: Äh, kann man das auch äusserlich anwenden?“

Apothekerin: „Sicher.“

Frau: „Äääähhh…. jetzt. Ich denke ich habe meinen Freund angesteckt, als wir Sex hatten, kann er die Creme auch für seinen Penis brauchen?“

Apothekerin: „Ja, es wird sowieso empfohlen, dass beide Partner zur gleichen Zeit behandelt werden, damit man sich nicht wieder gegenseitig ansteckt.“

Frau: …. (Schweigt)

Apothekerin: „Kann ich ihnen sonst noch helfen?“

Frau: „Äähemmm … kann ich die Creme auch um den Mund herum verwenden?“

….

(Ah, jetzt sind wir beim peinlichen Teil angelangt).

Medikamentennamen sind schwierig (2)

Nach meinem ersten Blogpost über die freiverkäuflichen Medikamente und wie sie von Kunden „falsch“ benamst werden, kommen jetzt auch die rezeptpflichtigen dran:

Das ist so oft unfreiwillig komisch.  Hier eine kleine Auswahl:

Norvasack – Norvasc

Frolsäure – Folsäure

Kanister – Canesten

Elektroxin – Eltroxin

Perrier – Pariet

Ex-alatan – Xalatan

Diamicron Mister – Diamicron MR

Citropam – Citalopram

Niffydipin – Nifedipin

Fuckidin – Fucidin

Omega Pretzel – Omeprazol

Omniprazol – Omeprazol

Metmorphin – Metformin

Clarins – Claritine

Adalat Extra Large – Adalat XL (das XL bedeutet Extended release)

Aqua Check – Accu Check

Liprosil – Lisinopril

Und wer wissen will, wie erfinderisch Kunden sein können, wenn sie den Namen gar nicht wissen, lese den Blogpost hier.

Ein Notfall

Es läutet nach Ladenschluss an der Notdiensttüre. Wir zwei die Abenddienst hatten sind noch da, gerade fertig mit Laden sicher machen und uns umziehen.

Ich öffne das Fenster der Türe.

Junger Mann: „Das ist ein Notfall! Ich brauche unbedingt (jetzt kommts) ein Glas Rüeblibrei!“ (Karottenbrei für meine deutschen Leser).

Ich schaue ihn an: Will der mich veräppeln? Was für ein Notfall ist das denn?

„Entschuldigen sie, aber wir haben schon geschlossen. Die Computer sind runtergefahren, die Kassen versorgt.“

Mann: „Aber das ist wichtig! Mein Meersäuli hat Durchfall und der Tierarzt hat gesagt, ich soll es mit Rüebibrei probieren. Das haben sie doch?“

Ja, haben wir – als Baby Gemüsebrei. Meine weiche Seite bekommt überhand und ich hole es: „In Ordnung. Er kostet 2 Franken 50. Aber wenn sie es nicht korrekt haben: ich kann ihnen nicht herausgeben, die Kassen sind weggeräumt.“

Er drückt mir 3 Franken in die Hand, die ich zusammen mit einem Zettel zur Erklärung für die Mitarbeiter morgen auf die Theke lege.

Eigentlich hat er Glück gehabt, nicht nur dass wir noch im Laden waren und das hatten, was er wollte … wenn er seinen Brei im Apotheken-Notfalldienst geholt hätte wäre es einiges teurer geworden.