Medikamentennamen sind schwierig (2)

Nach meinem ersten Blogpost über die freiverkäuflichen Medikamente und wie sie von Kunden „falsch“ benamst werden, kommen jetzt auch die rezeptpflichtigen dran:

Das ist so oft unfreiwillig komisch.  Hier eine kleine Auswahl:

Norvasack – Norvasc

Frolsäure – Folsäure

Kanister – Canesten

Elektroxin – Eltroxin

Perrier – Pariet

Ex-alatan – Xalatan

Diamicron Mister – Diamicron MR

Citropam – Citalopram

Niffydipin – Nifedipin

Fuckidin – Fucidin

Omega Pretzel – Omeprazol

Omniprazol – Omeprazol

Metmorphin – Metformin

Clarins – Claritine

Adalat Extra Large – Adalat XL (das XL bedeutet Extended release)

Aqua Check – Accu Check

Liprosil – Lisinopril

Und wer wissen will, wie erfinderisch Kunden sein können, wenn sie den Namen gar nicht wissen, lese den Blogpost hier.

Ein Notfall

Es läutet nach Ladenschluss an der Notdiensttüre. Wir zwei die Abenddienst hatten sind noch da, gerade fertig mit Laden sicher machen und uns umziehen.

Ich öffne das Fenster der Türe.

Junger Mann: „Das ist ein Notfall! Ich brauche unbedingt (jetzt kommts) ein Glas Rüeblibrei!“ (Karottenbrei für meine deutschen Leser).

Ich schaue ihn an: Will der mich veräppeln? Was für ein Notfall ist das denn?

„Entschuldigen sie, aber wir haben schon geschlossen. Die Computer sind runtergefahren, die Kassen versorgt.“

Mann: „Aber das ist wichtig! Mein Meersäuli hat Durchfall und der Tierarzt hat gesagt, ich soll es mit Rüebibrei probieren. Das haben sie doch?“

Ja, haben wir – als Baby Gemüsebrei. Meine weiche Seite bekommt überhand und ich hole es: „In Ordnung. Er kostet 2 Franken 50. Aber wenn sie es nicht korrekt haben: ich kann ihnen nicht herausgeben, die Kassen sind weggeräumt.“

Er drückt mir 3 Franken in die Hand, die ich zusammen mit einem Zettel zur Erklärung für die Mitarbeiter morgen auf die Theke lege.

Eigentlich hat er Glück gehabt, nicht nur dass wir noch im Laden waren und das hatten, was er wollte … wenn er seinen Brei im Apotheken-Notfalldienst geholt hätte wäre es einiges teurer geworden.


Missverständnis (5)

Kunde: „Ich hätte gerne Pfefferminztee.“

Drogistin: „Offen oder als Beutel?“

Kunde: „Offen, bitte.“

Die Drogistin bringt den Pfefferminztee in den abgefüllten Teesäckchen zu 50g und 100g.

Sagt der Kunde: „Nein, keinen Beutel bitte, offen“

Drogistin „… Aber … wie wollen sie sie dann mitnehmen?“

Kunde (nachdenklich): „Ah, ja.“

Manchmal denkt man nicht daran, dass das was für uns klar ist, für andere auch etwas anderes bedeuten kann.

„Offen“ bedeutet, man bekommt den Tee lose in einem Säckchen, Teebeutel sind die kleinen Fertigprodukte rechts.

Ich versteh’s nicht.

Erklär mir das mal jemand.

Situation: Ich bekomme am Morgen vom Arzt ein Rezept gefaxt und lege den Hustensirup für das Kind parat. Um Viertel nach 6 Uhr abends kommt die Mutter mit Kind im Schlepptau (es läuft in etwa 20 m Abstand hinter ihr) in die Apotheke und fragt nach dem Rezept.

Ich gebe es fertig ein und mache sie darauf aufmerksam, dass der Sirup von der Grundversicherung nicht übernommen wird und das Kind laut Krankenkassenabfrage keine Zusatzversicherung hat. Dementsprechend muss sie es selbst zahlen.

Die Mutter wird stinksauer, sagt: „Für sowas habe ich jetzt keine Zeit, ich muss zu meinen Kindern!“ grummelt noch was von: „In der letzten Apotheke musste ich nie was zahlen!“ und stürmt wieder aus der Apotheke. (Das Kind läuft hinterher).

Ohne Hustensirup.
Der etwa 9 Franken gekostet hätte.

Dafür hatte sie im Plastiksack eine neue Stange Zigaretten.

Ich meine: Und das Kind mit dem Husten? War es jetzt doch nicht so dringend?

Dauerhafte Haarentfernung

Fremdsprachige Kundin vor dem Veet Ständer: Das zum enthaaren?“

Drogistin: „Ja“

Die Drogistin erklärt Ihr die verschiedenen Produkte: Heiss-Wachs, Kaltwachs, Enthaarungscremen, …

Dann fragt die Kundin: „Haare kommen nicht wieder?“

Drogistin: „Doch, die wachsen ja wieder“

Kundin (leicht entrüstet): „Aber da steht drauf Haarentfernung !“

Und in dem Zusammenhang:


Schwangerschaftstests

Schwangerschaftstests heute: einfach, schnell, sicher – dubelisicher?

Nichts ist dubelisicher! Das beweisen auch folgende Fragen:

Kundin: „Kann ich diesen Schwangerschaftstest wieder verwenden?“ – Nein!

andere Kundin: „Funktioniert der Schwangerschaftstest auch, wenn ich die Periode habe?“ -schon, aber meistens braucht man ihn dann nicht, oder?

Aus Amerika: über 80 Jährige schwerhörige Frau legt einen Schwangerschaftstest auf die Theke und fragt: „Ist das ein guter Thermometer?“

– und jetzt versuche so diskret wie möglich zu sein …

Dabei sind wir heute so weit gekommen mit den Schwangerschaftstests! Einfach das Stäbchen ein paar Sekunden in den Urin halten, 1 Minute warten – und schon haben wir Klarheit.

Dagegen musste meine Mama noch mühsam und sehr vorsichtig Urin mit einer anderen Flüssigkeit in ein Röhrchen geben und 1 Stunde warten, bis sich zwischen den Flüssigkeiten eventuell eine feine dunkle Grenze gebildet hat. Wehe, wenn das Röhrchen in der Zeit erschüttert wurde, dann stimmte das Resultat sicher nicht mehr.

Und wenn Grossmama einen Test hätte machen wollen, hätte sie auf den Froschtest zurückgreifen müssen. Dabei wurde dem Frosch etwas Urin der Frau gespritzt und nach nach etwa 3 -6 Stunden ein Resultat, nämlich wenn der Frosch laichte, war die Frau schwanger. Noch früher benutzte man Mäuse, wo nach 14 Tagen per Obduktion (also aufschneiden) geschaut wurde, ob ein Eisprung stattgefunden hat. Sehr genau, aber nicht sehr tierfreundlich …

Übrigens: In der Apotheke kann man immer noch den Schwangerschaftstest für sich machen lassen. Dazu bringt man einfach etwas frischen Urin mit. Wir machen ihn allerdings auch (nur) mit den normalen Teststäbchen.