Esotherisches in der Apotheke

Kundin1: „NEIN! Scannen sie das nicht!“ (sie hat gerade eine Flasche Mineralwasser aus der Reformabteilung an die Kasse gebracht)

„Das Laserlicht killt alle guten Schwingungen!“

  • Na gut, dann gebe ich es halt von Hand ein. Ob sie wohl auch noch eine lichtundurchlässige Verpackung möchte?

Kundin2: „Könnten Sie den Strichcode auf der Packung abnehmen oder durchstreichen? Der hat negative Auswirkungen auf die Haltbarkeit des Mittels. Wissen Sie, dieses „Draufgedruckte“ sind Informationen, die die Globulis beeinflussen.“

  • Ummm, ok. Können die denn lesen??

Kundin3: „Könnten Sie mir den Arm nach unten drücken, während ich das Produkt halte? Ich versuche herauszufinden welches dieser Putzmittel für mich am besten ist.“

  • Ok, das habe ich schon mal gehört. Es kommt aus der Kinesiologie und der Überzeugung, dass der Körper sozusagen instinktiv weiss, was gut für ihn ist und was nicht.

Kundin4:  „Entschuldigung. Ich bin auf der Suche nach dem richtigen Antidepressivum für mich. Ich weiss, der Arzt muss das verschreiben, aber ich hätte gerne ein paar getestet, ob sie gut für mich sind.“

Apothekerin: „Aber davon gibt es keine Muster in der Apotheke. Der Arzt hat Ihnen vielleicht ein paar Ärztemuster vom Vertreter zum ausprobieren“

Kundin: „Nein, nein. Ich will sie nur in die Hand nehmen und schauen, ob mein Körper sie gut findet“.

Apothekerin: „Ah, ok.“

  • Nochmal Kinesiologie?  Ich bin nicht ganz so überzeugt, ob das ‚mein Körper wird schon wissen, was gut für ihn ist’ wirklich stimmt, denn meiner verlangt öfters mal nach was Süssem (Schoggi) oder Salzigem (Wasabinüsschen) und beides halte ich nicht für sehr gesund.

Haarige Angelegenheit

Kunde ruft in die Drogerie an: „Kann man eigentlich ein Bad nehmen in Benzin?“

Drogistin: „Äh, wie kommen sie denn auf so etwas?“

Kunde: „Meine Kollegen an der Uni haben mir, als ich betrunken war und geschlafen habe Nagellack über mein Haar geleert. Und jetzt ist mein Haar und mein Oberkörper etwas …. krustig“

Drogistin (denkt: nette Kumpels): „Das mit dem Benzin ist keine so gute Idee. Auf der Haut löst sich das schon ab – besser mit Aceton als mit Benzin, aber eine grossflächige Anwendung ist nicht zu empfehlen. Und im Haar … wahrscheinlich wäre es das Beste es abzuschneiden. Kurze Haare und Glatze sind ja wieder im Kommen.“

Kunde:Aber es hat so lange gedauert, bis ich es auf meiner jetzigen Länge habe! Und ich habe es erst gerade gefärbt!“

Mal ganz abgesehen davon wie brandgefährlich das sein kann. Gerade habe ich noch gelesen, dass sie bei den neuen Läusemitteln warnen (die mit Silikonöl drin), dass man nicht raucht während man das einwirken lässt weil es sich sonst entflammen könnte … Wush! Läuse weg. (Haare allerdings auch…)

Ablaufdaten

Neulich in der Apotheke:

Kunde: „Sie haben mir ein abgelaufenes Medikament verkauft!“

Pharmama: „Oh. Das ist fast nicht möglich, wir kontrollieren die Ablaufdaten regelmässig.“

Kunde: „Und was ist das dann? Da steht drauf FEB 10! Und jetzt ist …“

Pharmama: „Ja, das bedeutet aber Februar 2010. Nicht der 10. Februar.“

Dasselbe Problem gibt es auch mit Leuten, die das Herstellungsdatum (MFD) für das Verfalldatum (EXP) halten. So wie hier.

Kastanienbraun

Männlicher Kunde: „Entschuldigen sie bitte!“

Drogistin: „Kann ich ihnen helfen?“

Kunde: „Meine Frau hat mich hierher geschickt und gesagt, ich soll ihr ‚Kastanienbraun‘ mitbringen. Ich kann es nicht finden.“

Drogistin: „Ist das Haarfarbe oder Make-up, was sie will?“

Kunde: „Keine Ahnung. Sie hat nur gesagt Kastanienbraun.“

Drogistin: „Hat sie gesagt welche Marke?“

Kunde: „Nein, nur Kastanienbraun.“

Drogistin: „Ok, also für mich hört sich das nach Haarfarbe an. Schauen wir uns das mal an…“

Beide gehen zu den Haarfarben und die Drogistin fängt an jede Marke (und da gibt es einige) nach der Farbe Kastanienbraun zu durchsuchen. Der Mann steht währenddessen einfach daneben.

Nach etwa 10 Minuten:

Drogistin: „Da haben wir es. Garnier Haarfarbe, Kastanienbraun.“

Kunde: „Sind sie sicher, dass es das ist? Ich möchte nicht nach Hause gehen, feststellen dass es nicht das richtige ist und wieder zurückkommen müssen.“

Drogistin: „Sie könnten ja ihre Frau anrufen und fragen.“

Kunde: „Sie ist nicht Zuhause. Oh. Warten sie mal.“

Er zieht einen Zettel aus der Hosentasche und liest ihn.

Kunde: „Ja. Garnier, Kastanienbraun. Das ist es.“

Drogistin: „Äh, sie hätten uns eine Menge Zeit sparen können, wenn sie die Notiz vorher gelesen hätten.“

Kunde: (Ärgerlich) „Das ist das Problem hierzulande! Niemand will mehr arbeiten!“

Ja, klar.

Sie brauchen die für WAS?

Kunde kommt in die Drogerie: „Ich brauche eine Binde.“ (zum verbinden natürlich)

Drogistin:  „Wie breit muss sie sein?“

Kunde: „Ich bin mir nicht ganz sicher, ich brauche sie für meinen Wecker“

Drogistin: „Entschuldigung, für was???? (Gesicht ein grosses Fragezeichen)

Kunde: Wissen sie, der Wecker klingelt nämlich nicht, sondern vibriert und wenn ich ihn unter dem Kopfkissen habe, merke ich es nicht immer.“

Darum will er ihn jetzt zum schlafen ans Bein binden…

Nach einer Anpass-probe mit besagtem Wecker, kauft er sich eine Sportverband: elastisch, hautfarben, 6 cm breit.

Ersatzpräparat

Es ist Samstag Mittag – die meisten Apotheken in der Umgebung haben bereits zu. Ein Kunde (mittelalter Mann) drückt mir ein Rezept mit angeheftetem Kassabon in die Hand.

Auf dem Rezept sind 3 Medikamente. 2 davon wurden laut Kassabon in einer anderen Apotheke bezogen. Ich entziffere das dritte als Voltaren Migräne. Voltaren Migräne? Noch nie gehört.

Der Kunde: Haben Sie das? Jetzt bin ich schon in drei anderen Apotheken gewesen, die das nicht hatten.“

Ich sage: „Nein, das muss neu sein, das haben wir noch nicht hier.“

Ich sehe seinen enttäuschten Gesichtsausdruck.

Pharmama: „Aber ich kann mal nachschauen, was da drin ist und es eventuell ersetzen, wenn es dringend ist.“

Es ist. Er braucht das gegen seine Kopfschmerzen, die ihn jetzt schon ein paar Tage am Stück plagen.

Der Computer sagt mir, dass da Diclofenac-Na 50mg drin ist. Wenn ich nach Generika suche, gibt es mir Voltaren rapid an – sogar als die gleiche galenische Form. Auf Deutsch: auch bei Voltaren Migräne handelt es sich wieder nur um ein Co-Marketing Medikament.

Dafür machen sie sicher Werbung bei den Ärzten (denn es ist auch rezeptpflichtig). Statt 10 oder 20 Tabletten wie in  Voltaren rapid, gibt es dafür nur 6 oder 12 Tabletten – und sie sind NLP, werden also nur zum Teil von der Zusatzversicherung bezahlt – Im Gegensatz zum rapid, das von der Grundversicherung übernommen wird.

Da das für den Kunden, der bei der Assura versichert ist, egal ist (er zahlt sowieso erstmal selber und er braucht es jetzt), stimmt er zu, dass ich ihm statt dem Voltaren Migräne das identische Voltaren rapid 10 Stück gebe.

Ich gebe ihm noch ein paar Tips, was er sonst noch machen kann gegen seine Migräne und er geht zufrieden aus dem Geschäft.

Ich bin auch zufrieden: Da habe ich wirklich mal wieder das Gefühl etwas gut gemacht zu haben. Für so etwas arbeite ich!