Ferienmedikation

Kunde (auf englisch): „Ich bin nur in den Ferien in der Schweiz, jetzt gehen meine Medikamente aus. Könnte ich ein paar von ihnen bekommen? Es sind die kleinen runden weissen.“

und das ist alles, was er wusste.

Keine Chance für die Apothekerin.

Also: wenn man in die Ferien geht, sollte man genügend von seiner Dauermedikation mitnehmen und eine Liste mit den Medikamentennamen oder noch besser den Inhaltsstoffen und Dosierungen entweder mitnehmen oder so hinterlegen, dass man drankommt. Sei das bei einem Bekannten oder -die modernere Variante – als mail auf seiner mailbox.

Denn dann kann ich zumindest nachschauen was es vergleichbares bei uns gibt.

Eine Dummheit gemacht

Telefon, eine beunruhigt tönende Frau: Sind sie die Apothekerin? Ich  habe da eine wichtige Frage.“

Pharmama: „Ja, um was geht es denn?“

Frau: „Also mein Sohn, er ist 19 Jahre alt, hat letzthin bei seiner Freundin übernachtet …“

Pharmama: „Jaaa?“

Frau: „Und da hat er eine Dummheit gemacht.“

Pharmama: „Jaa?“ (denkt sich: uh, oh.)

Frau: „Er hat sich nämlich erkältet: Schnupfen, etwas Fieber …“

Pharmama: …??…

Frau: „Und da hat seine Freundin ihm am Morgen einfach eine Antibiotikum Tablette gegeben, die sie noch daheim hatte.“

Pharmama: „Ah.“

Frau, aufgebracht: „Ja, und das ist doch ganz schlecht! Ich meine, wie kann sie nur?“

Pharmama: „Ist er denn allergisch dagegen?“

Frau: „Nein, aber man soll doch nicht einfach Antibiotika nehmen … und wenn er jetzt aufhört, ich habe gehört das ist auch nicht gut, wenn man zu früh aufhört das zu nehmen!“

Pharmama: „Nun, man sollte Antibiotika möglichst geziehlt nehmen und eine einfache Erkältung ist nicht die richtige Anwendung. Aber er hat nur eine Tablette genommen?“

Frau: „Ja.“

Pharmama: „Nun, dann sagen wir in dem Fall, einmal ist keinmal. Er soll einfach keine mehr nehmen und seine Erkältung mit normalen Mitteln behandeln. Dafalgan gegen das Fieber falls nötig und Schnupfenspray vielleicht. … und sagen sie der Freundin vielleicht, dass sie nicht einfach übriggebliebene Medikamente anderen verabreichen soll …“

Frau, bestimmt: „Oh ja, das werde ich ganz sicher!“

Habe ich oder habe ich nicht?

Telefon in der Apotheke.

Eine ältere Frau: „Ich habe hier meine neuen Tabletten, die ich täglich nehmen muss … jetzt weiss ich nicht mehr, ob ich die heutige Tablette schon genommen habe oder nicht. Was soll ich tun?

Apothekerin: „Sie haben die Packung neu, nicht?“

Frau: „Ja.“

Apothekerin: „Moment, bitte.“

Geht ins Dossier der Frau, sieht, wann die Packung bezogen wurde und rechnet nach.

Apothekerin: „Also, wenn sie an dem Tag begonnen haben, an denen sie die Packung bezogen haben, dann müssten es noch 18 Tabletten darin sein. Wenn sie 19 haben, haben sie sie heute vergessen.“

Kundin: „Oh, danke.“

Bitte sehr!

Worst Case Szenario

Oh ja, er hat mir leid getan, aber ich kann wirklich nichts dafür….

Also. Es kommt am Morgen ein Mann in die Apotheke mit einem Rezept. Kurzer Blick darauf und ich weiss, dass ich 2 der Medikamente bestellen muss … es handelt sich um ziemlich teure Mittel gegen Hepatitis C.

Pharmama: „Ich muss 2 der Mittel bestellen, aber sie sind heute mittag nach 4 Uhr hier.“

Kunde: „Oh gut, ich muss nämlich morgen mit der Therapie anfangen.“

Pharmama (am Computer und alles am eingeben, sieht, dass er noch nie bei uns war): „Haben Sie mir noch ihre Krankenkassenkarte?“

Kunde: „Ja, klar.“

Sagt’s und zückt eine Karte der Assura. Au weia. Über das Problem habe ich schon geschrieben.

Pharmama: „Au weh. Die Assura hat keinen Vertrag mit den Apotheken, da müssen sie in der Apotheke selber zahlen.“

Kunde: „Oh, ok.“ (Offensichtlich hat er keine Ahnung).

Pharmama: „Das sind aber ziemlich teure Medikamente. Haben sie eine Idee wieviel das kostet?“

Kunde: „Nein.“

Pharmama (immer noch eifrig am eingeben): „Also das macht … 2’395 Franken …“

Kunde: WIEVIEL???“

– Ja, eben.

Ich weiss genau wie er sich fühlte – etwa so, wie ich als der Zahnarzt mir erklärte, das das Implantat 3’500.- kostet …

Oh ja, das ist viel, Virenmedikamente sind teuer. Das ist wirklich das „Worst Case Szenario“ … superteure Medikamente die man sofort braucht und dann gleich noch bezahlen muss.

Die Assura zahlt die Medikamente dem Patienten schon zurück, aber sie zahlen nicht direkt an die Apotheke. Dafür empfehlen sie dem Kunden doch nach einer Rechnung zu fragen …. das ist gut und recht, aber wenn der Kunde dann nicht zahlt, kann die Apotheke dem Geld nachrennen …. und da habe ich gerade bei Assura Kunden schon schlechte Erfahrungen gemacht. Ich mache das vielleicht noch bei Stammkunden, aber nicht bei jemandem, der noch nicht hier war.

Das Beste war einmal als mein Vorgänger bei einem eine solche Rechnung gemacht hat. Er hat sie uns nicht bezahlt, sie aber der Krankenkasse eingeschickt … die sie ihm zurückerstattet hat (!) … und dann ist er nach Thailand ausgewandert …

Immer noch nass

Nachdem die Pharmaassistentin am Vortag eine geschlagene Dreiviertelstunde lang ein geeignetes Inkontinenzprodukt für die gebrechliche ältere Frau herausgesucht hat und ihr Muster von 2 Sorten mitgegeben hat, kommt diese wieder zurück und beklagt sich, dass sie immer noch nicht wirklich trockene Unterhosen hat.

Pharmaassistentin: „Welche haben sie den ausprobiert? Die Einlagen oder die Pants?“

Frau: „Beide.“

Pharmaassistentin:Und war eine vielleicht etwas besser?“

Frau: „Nein. Ich habe beide gleichzeitig an, bin aber immer noch nass.“

Pharmaassistentin: „Wie – Gleichzeitig??“

Die Frau erklärt, dass sie die Unterhose an hat und darüber die Pants mit der Einlage drin.

Sie will kaum glauben, dass man entweder die Einlage in die Unterhose macht oder die Pants (die Höschen) statt der Unterhose anzieht.

– Kein Wunder hat sie immer noch das Gefühl es sei nass.

Man hat es ihr übrigens nicht angesehen, dass sie all das (ziemlich dicke Einlage und gepolsterte Höschen) gleichzeitig anhatte. Ein Wunder dass sie noch normal laufen konnte.