Nicht nur in Amerika …

Am Samstag hatte eine Frau in der Apotheke, die ihr Somnium wollte (ein starkes Schlafmittel). Der Computer sagt, sie hat erst vor 5 Tagen eine 50er Packung bekommen.

Darauf hingewiesen meint sie: „Die Packung ist mir ins Lavabo gefallen. Die Tabletten sind nassgeworden, ich habe sie weggeworfen.“

Jetzt sollte ich darauf hinweisen, dass diese Tabletten verblistert sind. Denen passiert nichts, auch wenn sie voll ins Wasser fallen. Also sage ich ihr das.

Kundin: „Aber ich habe sie weggeworfen.“

Hmmmpf. Aber: Jeder hat das Recht auf eine zweite Chance, im Zweifel für den Angeklagten und so, plus: sie hat ein Dauerrezept.

„Also. Sie bekommen noch eine Packung aber wenn derartiges nochmals passiert, dann hört der Arzt davon, ok?“

Wow- und ich dachte das „passiert“ nur in Amerika.

Was will der Kunde?

Von der Leserin Christine:

Heute kam ein junger Mann in die Apotheke und wollte ein „Anti-Mykolytikum“, nur was ist das?

Übersetzt bedeutet das was er gesagt hat ein „Anti-pilz-lösendes Mittel“

… er meinte aber ein Mucolytikum (ein schleimlösendes Mittel, meist gegen Husten)

… wobei ich wegen dem „Anti“ aber dachte, er will vielleicht ein Antitussivum (also ein husten-dämpfendes Mittel)

Sehr verwirrend ;)

durch viel Nachfragen, sind wir dann gemeinsam drauf gekommen, was er braucht:

doch nur ein schleimlösendes Mittel.

Noch ein typischer Fall von: Fachwörter sind besser zu vermeiden. Vor allem, wenn man nicht wirklich sicher ist.

Im Kreis herum

Bei der Dossiereröffnung:

Pharmama: „Haben sie chronische Krankheiten wie zum Beispiel hohen Blutdruck?“

Kundin: „Nein.“

Pharmama: „Nehmen sie irgendwelche Medikamente regelmässig ein?“

Kundin: „Ja, Beloc Zok.“

Pharmama: „Und wegen was nehmen sie das Beloc Zok?“

Kundin: „Gegen meinen hohen Blutdruck.“


Pharmama: „Ich dachte sie haben gesagt, sie haben keinen hohen Blutdruck?“

Kundin: „Habe ich auch nicht, wenn ich das Beloc Zok nehme.“

Nicht verhandelbar

Eine Frau kommt wieder in die Apotheke mit den 2 Medikamenten, die der Arzt gegen ihren zu hohen Blutdruck aufgeschrieben hat: Diovan und Amlodipin.

Frau: „Warum sehen diese unterschiedlich aus?“

Pharmama: „Das sind 2 verschiedene Tabletten, der Arzt hat ihnen 2 aufgeschrieben, weil eine allein nicht genügend nützt.“

Frau: „Die hier (zeigt das Amlodipin) gefällt mir nicht. Geben sie mir stattdessen noch eine Packung Diovan, dann nehme ich sie.“

Umm, ich bin eigentlich nicht hier um irgendwelche „Deals“ zu machen – aber wenn sie mit dem Medikament ein Problem haben, könnte ich das vielleicht ihrem Arzt mitteilen, und dann suchen wir einen Ersatz.

Rein hypothetisch …

Kunde: „Hallo, ich habe da eine Frage… „

Apothekerin: „Ja?“

Kunde: „Also, hypothetisch … wenn ich jemanden für eine wirklich lange Zeit schlafen lassen will, was sollte ich da benutzen?“

Apothekerin: „Äh, von wie lange reden wir hier?“

Kunde: „Nun, ich dachte eigentlich an … für immer.“

Apothekerin: … (sprachlos)

(und bevor jemand fragt: Nein, das war nicht bei uns).

Einen habe ich noch …

(kurz bevor ich in die Ferien abdüse)

Ein Mann kommt in die Apotheke mit einer Packung Aspirin Cardio:

„Hätten Sie mir noch eine Packungsbeilage? Mein Hund hat sie gefressen.“

… und ich dachte das passiert nur mit Hausaufgaben

Falls das Dir mal passiert: Packungsbeilagen / Beipackzettel / Publikumsinformation – oder wie immer man das nennen will – für schweizer Medikamente finden sich hier: www.kompendium.ch