Unleserlich – eine Lösung

Ein Patient hat vom Arzt ein besonders unleserliches Rezept bekommen. Er
geht damit zum Apotheker, stark zweifelnd, ob der damit etwas anfangen
kann.
Doch der wirft nur einen kurzen Blick darauf, greift ins oberste Regal,
holt eine geheimnisvolle, große Flasche herunter und füllt dem Patient
davon was in ein Fläschchen.

Mißtrauisch nimmt der es mit nach Haus; das Zeug ist dunkelbraun und riecht
widerlich. Zuerst nippt er nur ein bißchen daran. Aber am nächsten Tag
geht’s ihm schon besser. Nach einer Woche ist er völlig gesund.

Neugierig geht er zum Apotheker und fragt: „Wie heisst denn diese Tinktur,
die sie mir da letzte Woche gegeben haben?“- „Was….Ach so, sie meinen das aus der großen Flasche ganz oben?“ Der Patient nickte.
Der Apotheker zuckt mit den Schultern: „Das geben wir immer, wenn wir ein
Rezept überhaupt nicht lesen können!“

– sowas bräuchte ich bei uns in der Apotheke auch :-)

Wirkung verschlafen

Pharmaassistentin: „Da ist ein Kunde, der jeden Morgen ein Fluctine nimmt und das macht ihn müde.“

Apothekerin: „Sag ihm, er soll das Medikament in dem Fall am Abend versuchen zu nehmen.“

Pharmaassistentin: „Oh, nein, dann würde er ja schlafen, wenn das Medikament wirkt“

…  Offenbar hat da jemand nicht aufgepasst, als das Prinzip vom steady state erklärt wurde.

Kleine Erklärung für den medizinischen Laien: Steady state nennt man in Medizin und Pharmazie das Erreichen eines konstanten Plasmaspiegels eines Wirkstoffs nach mehreren Gaben.  Dabei ist die Elimination des Wirkstoffes aus dem Körper etwa gleich wie das, was man neu zuführt. Das Medikament wirkt dementsprechend idealerweise auch durchgehend. Weil es aber trotzdem kleine Konzentrationsspitzen gibt, hilft es eventuell das Mittel statt am Morgen immer am Abend einzunehmen (oder umgekehrt).

Ohne chemische Stoffe …

Das ist eine etwas ältere Begebenheit.

Die Situation: ich, frisch vom Studium, endlich Apothekerin, einer meiner ersten Tage in der Apotheke. Da steht eine Kundin am Regal mit den Vitaminen. Ich gehe hin und frage: Kann ich ihnen helfen?“

Kundin: „Ich bin nicht sicher. Ich hätte gerne Vitamin C … aber ich möchte eines ohne dieses „Ascorbinsäure-Zeug“ drin.“

Au weh.

Ascorbinsäure ist einfach nur die chemische Bezeichnung von Vitamin C.

Das wurde schwierig. Das glaubte sie dann erst der älteren Pharmaassistentin.

Frage des Tages

Auch ich lerne nie aus und manchmal muss ich Kundenfragen erst nachgehen, bevor ich sie mit Sicherheit beantworten kann. Ich werde in Zukunft ein paar von diesen bringen.

hier ist die von heute:

Wenn man die Pille danach (mehrmals) nimmt – hat das dann einen Einfluss später auf die Wahrscheinlichkeit, dass man schwanger wird?“

V.a. ob es dann länger dauert oder weniger Wahrscheinlich ist.

Antwort: Nein. Die Pille danach hat nur gerade für das Mal wo sie genommen wird einen Einfluss – sie beinflusst nicht einmal den laufenden Zyklus, d.h. wenn man sie wegen ungeschütztem Geschlechtsverkehr einmal nimmt und dann in den folgenden Tagen wieder Sex hat, schützt sie schon nicht mehr. Auch mehrmals genommen hat sie keinen Einfluss auf die spätere Fruchtbarkeit – das haben die üblichen Pillen übrigens auch nicht. Man wird also nicht weniger schnell schwanger als wenn man sie nie genommen hat.

Trotzdem sollte der Einsatz auf den Notfall beschränkt bleiben, weil es hormonell eine rechte Belastung für den Körper bedeutet.

Übrigens: Was sie offenbar erhöht ist das Risiko einer Eileiterschwangerschaft falls man nach Einnahme von Norlevo doch schwanger wird – sie ist ja kein 100% Schutz.

Nutzniesser

Der Kunde kommt mit einem Rezept für eine kleine Packung Cialis in die Apotheke.

Ich sage ihm wieviel es kostet (es wird ja nicht von der Krankenkasse übernommen) und er meint: „Grrmmmpf. Dann überlege ich mir halt was anderes!“

In dem Moment kommt seine Frau zur Kasse und fragt was los ist. Er erklärt es ihr und sie sagt laut: „Ok, dann zahle ICH halt!“

… und dann fragt sie noch, ob eine Möglichkeit bestände mehr zu bekommen auf das Rezept.

:-)

Hauslieferungs – Horror

Hauslieferungen, die wir übrigens gratis und wann immer möglich machen -sind manchmal für die Lehrlinge, die bei uns die Auslieferungen machen gar nicht lustig.

Zum Beispiel wenn die ältere und ziemlich übergewichtige Empfängerin die Tür öffnet und kein BH anhat sondern nur ein winziges Oberteil und Unterhosen. Das ist kein Spass für unsere weiblichen Lehrlinge und kann für die männlichen schon fast traumatisch sein. Wir versichern uns dann, das es nur Frauen sind, die die Auslieferung machen – oder telefonieren vorher, dass die Kundin sich bitte etwas anzieht ….

Das Bild diene nur als „optische Hilfe“ – man muss sich das Ganze noch ohne Sweater und ohne Rock vorstellen …

Quelle: People of Walmart

Andererseits hatten wir auch schon die Situation, wo der weibliche Lehrling sich bedroht fühlte, weil bei der Auslieferung der Freund der Patientin die Wohnungstüre hinter ihr abschloss, als sie hereinkam um die Anwendung der Medikamente und das Verbandmaterial bei der Abgabe zu demonstrieren. Der Mann war unheimlich und einschüchternd und das mit Grund. Als Drogensüchtig bekannt, ungepflegt und aggressiv – und eigentlich durchaus in der Lage die Medikamente für die Freundin abzuholen.

Das nächste Mal habe ich mit der Kundin verabredet, dass der Freund die Produkte holen kann, der ist nämlich gut zu Fuss – Falls doch einmal jemand gehen musste, verbot ich ihr in die Wohnung hineinzugehen und wenn möglich schickte ich da einen männlichen Lehrling.

Gottseidank kommen so Sachen nicht allzu häufig vor.