Überraschungskinder

Gestern haben wir bei einer Diskussion im Geschäft festgestellt, dass einige von uns Überraschungskinder sind.

Wir haben da:
„gewollt, aber nicht geplant“ – Ein Pillenunfall.
„geplant und 7 Jahre später gekommen“ das bin ich … meinen Eltern wurde gesagt, dass sie keine Kinder bekommen könnten. Jetzt haben sie 2.
„sollte eigentlich ein Junge sein“ – bei der Ultraschall Untersuchung wurde den Eltern mitgeteilt, dass es ein Junge wird. die Überraschung bei der Geburt: es ist ein Mädchen!

Da sieht man, dass es auch mit der heutigen Wissenschaft immer noch Überraschungen geben kann.
Ist das nicht schön?

Und wie sieht es bei Euch aus?

Vollgesch….

Kundin, ziemlich „geladen“- wirft mir eine Packung Feuchttücher auf den Tisch: „Gibt es die nicht in grösser?“
Ich schaue auf die Packung: „Sie meinen mehr?, nein, das ist die grosse Grösse.“
Kundin: „Nein, nicht mehr, grössere – da steht auch nicht auf der Packung wie gross sie sind?“
Pharmama: „Sie meinen wie 10 auf 10 cm oder so?“
Kundin: „Ja, genau, wieso steht das nicht drauf? Wie soll ich da wissen, welche ich nehmen muss?“
Pharmama: „Für was brauchen sie sie denn?“
Kundin: „Ich arbeite in einem Kinderhort. Können sie sich vorstellen wie toll das ist, wenn eine ganze Gruppe 2-3-jähriger Durchfall hat? Mit diesen Winz-tüchern hat man da gleich mal alles an den Händen! Ich brauche grössere!“
….
Ok, ich verstehe das Problem – mir reicht das, wenn Junior mal Durchfall hat, ja das ist eklig, aber ich habe wirklich noch keine Grössenangaben auf den Feuchttüchern gesehen – und erfahrungsgemäss haben die alle etwa die gleiche Grösse.

Pharmama: „Wie wäre es denn mit Einmal-Waschtüchern? Die müssten sie halt selbst feucht machen, aber die sind grösser und man kann sie auch entsorgen nachher?“

Absoluter Notfall

Es ist abends, 6 Uhr 45, kurz vor Ladenschluss.
Telefon.
Eine Frau – im Hintergrund andauerndes Kindergebrüll.
Ich höre zu, was sie zu klagen hat. Im folgenden meine Seite des Gespräches:

„Ja, das ist schon tragisch, was ihnen als alleinerziehende Mutter da so spät abends passiert ist – dass der Sohn den Flaschentrinkaufsatz kaputtgebissen hat und sie jetzt keinen mehr haben. Aber: Nein, ich kann jetzt niemanden vorbeischicken einen bringen.“

„Warum? – es ist kurz vor Ladenschluss, wir sind nur noch zu zweit, und sie haben gesagt, sie wohnen wo? 3, 4 Quartiere weiter. Ah, ja.“

„Da gibt es aber auch Apotheken und Drogerien und andere Geschäfte, oder?“

„Nein, sorry. Auch wenn ihr Kind jetzt schon im Pyjama ist und sie nicht aus dem Haus können und keinen haben, den sie schicken könnten. Das muss jetzt leider warten bis morgen.“

„Was? Verdursten? Nein – das glaube ich eher nicht. Haben sie es schon mit einer Tasse versucht?“

„Doch, ich bin auch selbst Mutter und ich verstehe, dass das unangenehm ist. Daran lässt sich im Moment aber nichts ändern. Tut mir leid.
Gute Nacht!“

Sollte ich jetzt ein schlechtes Gewissen haben?

Vivotif Kapseln: Pufferlösung für Kinder

Es wird Sommer – das ist auch Reisezeit und dafür braucht es für manche Länder etwas Vorbereitung. Impfungen zum Beispiel.

Auf Rezept des Kinderarztes:

Vivotif Kaps
+ Puffer

Puffer? Ja. Das Problem: die Vivotif Kapseln enthalten einen Lebendimpfstoff gegen Typhus (Lebendkeime von Salmonella enterica serovar Typhi des abgeschwächten Stammes Ty21a.)
Die Kapseln sind magensaftresistent, damit die Keime unbeschadet durch den Magen kommen – viele Bakterien sind säureempfindlich. Wenn man sie öffnet, ist der Schutz aber weg.
Nun haben kleine Kinder oft Probleme damit Kapseln zu schlucken. Und die Sachets von Vivotif gibt es nicht mehr.

Also was tun? Man öffnet die Kapseln und suspendiert den Inhalt zum trinken in einer Pufferlösung, in der Hoffnung, dass sie so die Magenpassage überstehen.

Laut dem Infovac-Bulletin Nr.9/ 2002 dürfen Kinder ab 2 Jahren Vivotif® erhalten, sofern der Inhalt der Kapseln in einer gepufferten Lösung verabreicht wird.

Herstellung der Pufferlösung:
2,65 g Natriumbicarbonat,
1,65 g Ascorbinsäure
0,2 g Lactose
Diese Pulvermischung wird in 100 ml Leitungswasser aufgelöst, bevor der Inhalt einer Kapsel zugefügt wird.

Achtung: Man muss für jede Behandlung 3 solcher Puffer-mischungen herstellen, es sind ja auch 3 Kapseln, die an den Tagen 1, 3 und 5 nüchtern (das heisst 1 Stunde vor dem Essen) eingenommen werden müssen.

Die Kapseln sind aber recht klein – und mit dem richtigen Anreiz, z.B. einem Schluck vom Lieblingsgetränk – eigentlich gut schluckbar. Mein Junior musste in Afrika 2 Wochen lang täglich eine Malariatablette einnehmen, das ging mit einem Schluck „ausnahmsweise“-Cola sehr gut. Und er war dort auch erst knapp  3 Jahre alt. Es ist also oft auch so möglich.

Die falsche Anwendung (13)

Aus Amerika:

Mann am Telefon: „Ich brauche eine Empfehlung, was ich tun soll. Meine 10 jährige Tochter hat Läuse.“
Apothekerin: „Und was haben sie schon probiert?“
Mann: „Loxazol, aber jetzt hat sie die ganze Flasche gehabt und hat immer noch Läuse.“
Apothekerin: „Wie ‚gehabt‘?“
Mann: „Ja, sie hat die ganze Flasche getrunken, aber die Läuse sind immer noch da.“
Apothekerin: „Loxazol ist ein Shampoo, nicht zum einnehmen! Sie rufen besser gleich das Tox Zentrum an. Die Nummer ist … „

… Offensichtlich kann weder er noch die 10 jährige Tochter lesen ….

Noch mehr Beispiele für falsche Anwendungen.

Lassen sie mich das wiederholen (7)

Sie wollen also Fenistil Tropfen für ihr knapp halbjähriges Kind, aber nicht, weil es eine Allergie hat und auch nicht, weil es Juckreiz hat wegen Windpocken, sondern weil sie gehört haben, dass es als Nebenwirkung müde macht und sie ‚auch etwas Ruhe brauchen können’ und sie wollen auch vorher nicht einfachere Sachen wie Orangenblütentee ausprobieren, weil sie jetzt gleich etwas wollen das ‚wirkt’ ….

Okeee ….

(Und was machen sie in ein paar Monaten, wenn es aktiver wird? Bekommt es dann Benzodiazepine?)

mehr aus dieser Reihe