Können wir hier helfen?

Zwei Primarschülerinnen kommen in die Apotheke und fragen mich: „Können wir hier helfen?“

Ich (total überrascht: die sind nicht älter als 10, Maximum): „Wie helfen?“

„Na, wenn neue Sachen kommen, ins Regal stellen, versorgen und so.“

Ah. Taschengeld aufbessern?

„Ihr meint, ihr wollt hier arbeiten?“

„Ja.“

„Oh, sehr nett von Euch, aber das geht nicht: erstens seid ihr zu jung und dann ist die Drogerie kein geeigneter Ort für Schulkinder: zu viele giftige Sachen und so.“

Aber als sie weg sind, musste ich das nochmals nachschauen. Wie war das noch? Info über Jugendarbeit findet sich hier.

Demnach sind Gefährliche Arbeiten für Jugendliche grundsätzlich verboten.

Und was gilt als gefährlich? Zum Beispiel das Arbeiten mit gesundheitsgefährdenden Chemikalien;

Das ist vielleicht noch diskutabel – immerhin sind unsere Chemikalien doch meist ziemlich gut verpackt … ausser man muss sie abfüllen gehen. Aber dann steht da noch:
Vor dem 15. Geburtstag ist eine Beschäftigung Jugendlicher grundsätzlich verboten.

Hmm … ich dachte aber, ich habe schon vorher … Ah, da steht auch:

Ab 13 Jahren sind leichte Arbeiten erlaubt. Damit sind z.B. kleine Erledigungen, Ferienjobs und Schnupperlehren gemeint. Die leichten Arbeiten dürfen keinen negativen Einfluss auf die Gesundheit, die Sicherheit und die Entwicklung der Jugendlichen haben
und weder den Schulbesuch noch die Schulleistung beeinträchtigen.

Tja, Pech für die engagierten Schüler – aber Schule geht vor. Und sie sind auch wirklich noch etwas sehr jung gewesen.

Preisdiskussionen (mal wieder)

Der erste Kunde kauft ein Schmerzmittel.

 

Pharmama: „Die sind 5 Franken 90.“

Kunde: „5 Franken 90?!? Das letzte Mal war das noch 5.70! Ich schwöre, alle Preise steigen hier. Ständig!“

Ja, das war mal 5.70 – vor etwa 3 Jahren. Schön, dass sie das nicht so häufig brauchen. Und: es gäbe noch Generika (will er nicht).

 

Der nächste Kunde kauft 2 Produkte. Schmerzmittel und Nasenspray, beides Generika.

Pharmama: „Das macht 12 Franken 30.“

Kunde 2: „Oh, so günstig? Erstaunlich!“

Zumindest das Preisempfinden kann sehr relativ sein …

Notfall-bemusterung?

Es ist Abend und bald Feierabend. Die letzte halbe Stunde sind wir nur noch zu zweit, eine in der Drogerie (heute die Pharmaassistentin Donna) und eine Apothekerin (ich) in der Apotheke.

Nach einem heftigen, aber zum Glück rechtzeitig endendem Ansturm von Kunden kommen wir dazu die Apotheke zu schliessen.

Fragt meine Kollegin Donna:  „Hast Du das mit meinem Kunden vorher mitbekommen?“.

Pharmama: „Nein – ich war zu beschäftigt mit meinen.“

Donna: „Ich war grad an einer Kundin, da kommt der Mann zu uns und redet drein: „Ich habe einen Notfall und brauche ganz dringend jetzt grad ...“

Donna: „Ich habe ihn dann unterbrochen und da es sich dringend anhörte meine Kundin gefragt, ob ich ihn rasch vorziehen darf. Ich durfte.

Der Kunde fragte dann nach Wundsalbe …“

Ich verdrehe en bisschen die Augen: ein Wahnsinns-Notfall, das. Hmm, aber: okay.

Donna: „Ich habe es ihm verkauft, Pflaster wollte er keine.  Und DANN fragt er: „Hätten Sie mir noch ein paar Parfümmuster?“

Mir bleibt ein bisschen der Mund offenstehen. Der Magen!

Donna: „Du weißt, die Kundin, die er praktisch weggedrängt hat, stand auch noch in der Nähe und noch mindestens eine andere Person, die wartete … und da bin ich einfach durchgefallen und mein Mund hat gesagt, bevor mein Hirn ihn bremsen konnte: „Ich dachte Sie hätten einen Notfall? Der will sicher nicht warten, bis ich Ihnen das herausgesucht habe?“

Ah. Typisch Donna. :-)

Donna: „Worauf er etwas von „Oh ja, richtig“ gemurmelt hat und verschwand.“

… ich musste lachen

Donna: „Ja, Du lachst jetzt, aber falls da eine Reklamation kommt …“

Pharmama: „Kein Problem.“

Die „falsche“ Frage …

„Können Sie herausfinden, wieviel Prozentig die Salpetersäure noch ist?“

Die Frau um die 50 stellt mir eine Flasche Acidum nitricum 65% auf den Tisch und fährt gleich weiter:

„Ich benutze die zur Schmuck-herstellung und in der letzten Zeit ist sie nicht mehr gleich … wirksam wie auch schon.“

Pharmama: „Ja. – Wieviel wollen Sie denn dafür zahlen?“

Frau: „Wie meinen Sie?“

Pharmama: „Ich kann es herausfinden. Dazu müsste ich wohl eine Säuretitration machen. Das braucht diverses an Material und viel von meiner Zeit, ist aber theoretisch möglich. … Günstiger wäre es allerdings wohl, einfach eine neue Flasche zu kaufen und uns diese hier entsorgen zu lassen.“

Frau: „Wieviel kostet 1 Liter?“

Pharmama: „Etwa 22 Franken.*“

Frau: „Ui. Und was verlangen Sie für die Analyse?“

Pharmama: „Hmmm … angesichts der Tatsache, dass ich da ein paar Stunden beschäftigt bin – mindestens 40 Franken. Dazu kommen aber noch die Analyse-Chemikalien … “

Frau: „Ich nehme eine neue Flasche!“

Gute Entscheidung.

(*hängt mich nicht an den Preisen auf – das sind hier Schätzwerte)

Frag‘ nicht.

Kundin zur etwas molligeren Kollegin: „Kann ich Sie was fragen?“

Drogistin: „Sicher.“

Kundin: „Sind sie schwanger?“

Drogistin: „Nein.“

Kundin: „Oh, keine Sorge, Fräulein. Mein Bauch sieht manchmal auch so aus.“

(Und es wäre gut gewesen, wenn sie damit gestoppt hätte, aber – nein.)

Kundin: „Ich werde dafür beten, dass sie Schwanger werden.“

Drogistin: „Oh, Nein. Bitte nicht.“

verschrumpeltes Etwas

Beim abstauben fällt meiner Drogistin diese Deo-Packung auf. Irgendwie findet sie sie zu leicht, also öffnet sie sie. Und findet das hier:deodry

Was ist da passiert?

Ausgetrocknet, würde ich sagen. Allerdings nicht von der langen Lagerung bei uns: der Stift wurde erst einen knappen Monat vorher das letzte Mal bestellt beim Grossisten. Blöd, dass das beim Wareneingang nicht aufgefallen ist. Den neuen werden wir auf jeden Fall genau anschauen. :-(