Auch Apotheken haben Notdienst

Gut, *der* Krug ist dieses Jahr an uns vorbeigegangen, aber … einige von uns sind auch diese Festtage da draussen und arbeiten. Genau wie Josephine und der kinderdoc – ich denk‘ an Euch, Leute!

In 2008, the following message was left on my office voicemail around 8:30 p.m. Christmas Eve:
„Hello, I’m calling from Local Pharmacy about a refill for Dr. Grumpy. It’s on patient Amy Loid, for her medication. The idiots at her nursing home didn’t realize she was all out until 5 minutes ago, and then were stupid enough to think they could just waltz down here and get more. But no, there were no refills.

„So if someone could please call me to refill this, this bunch of bozos at the care home want it tonight. And I’ll be here, tonight, on Christmas Eve, at Local Pharmacy, all damn night. So you can reach me whenever you call. My name is Joy. Thank you.“
Übernommen von „Doctor Grumpy in the House
Übersetzung:
2008 wurde auf dem Anrufbeantworter von Dr. Grumpys Büro abends um 8:30 Uhr an Weihnachten diese Nachricht hinterlassen:
„Hallo, ich rufe von der lokalen Apotheke an wegen einer Wiederholung eines Medikamentes ausgestellt von Dr. Grumpy. Es ist für die Patientin Amy Loid. Die Idioten in ihrem Pflegeheim haben bis vor 5 Minuten nicht bemerkt, dass sie keine Medikamente mehr hat und waren doof genug zu denken, sie könnten einfach hier rein marschieren um neue zu bekommen. Aber nein, sie hat kein Rezept mehr dafür.
Also, wenn mich bitte irgendjemand hier anrufen würde, damit ich das abgeben kann, dieser Haufen Deppen vom Pflegeheim wollen es noch heute Nacht. Und ich bin hier heute Nacht, am Weihnachtsabend, in der lokalen Apotheke, die ganze verdammte Nacht lang. Also können sie mich erreichen, wann immer sie anrufen. Mein Name ist Joy. Danke.“

 

Ärzte umgehen Selbstdispensationsverbot

Im Aargau ist die Selbstdispensation verboten. Ärzte dürfen nur in Notfällen rezeptpflichtige Medikamente abgeben und nur in bestimmten Fällen eine Privatapotheke führen. Aber bis anhin wurde diese Regelung umgangen, indem von den Ärzten ausgestellte Rezepte direkt an die Versand-Apotheke Zur Rose geschickt wurden, die die verordneten Medikamente dann an die Patienten gesendet hat.

Die Apotheke Zur Rose in Steckborn ist grundsätzlich eine normale öffentliche Apotheke (mit Versandhandelsbewilligung). Besonders ist aber, dass sie sich überwiegend im Besitz von Ärzten befindet. Rund achtzig Prozent der Aktionäre der Apotheke sind Ärzte. Zudem vertritt sie als standeseigene Apotheke die Interessen der Ärzteschaft.

Die via Aktien an der Apotheke beteiligten Ärzte haben ein wirtschaftliches Interesse an einem guten Betriebsergebnis der Apotheke. Die Apotheke Zur Rose AG entschädigt zudem Ärzte, die ihr Rezepte zustellen, finanziell. Es ist also davon auszugehen, dass den Ärzten finanzielle Vorteile erwachsen, wenn sie Rezepte an die Zur Rose AG übermitteln anstatt an eine andere Apotheke.

Der Regierungsrat hat deshalb beschlossen dass sich Ärzte ohne Selbstdispensationsbewilligung, die Aktionäre der Zur Rose AG sind, nicht an deren Direktversand beteiligen dürfen. Die Ärzte dürfen sich nur an diesem Versandhandel beteiligen, «wenn ihnen daraus kein wirtschaftlicher Nutzen entsteht». (Quelle)

Denn in dem Fall gilt: Je mehr verschrieben wird, desto mehr verdienen die Arzte. Das schafft absurde Anreize und nützt der Gesundheit wenig.

Schön, dass das manche Politiker auch erkannt haben – leider scheint das noch nicht überallhin durchgedrungen zu sein. Im Gegenteil. In Zürich fiel das Selbstdispensationsverbot letztes Jahr und ist seit Anfang Jahr Realität. Im Kanton Schaffhausen ist es diesen Herbst gefallen :-(, Im Aargau gibt es nächstes Jahr zwei Initiativen (eine der Ärzte für die Selbstdispensation und eine der Apotheken dagegen: siehe Miteinander statt gegeneinander) und auch in Basel sind die Ärzte dabei sich für die Selbstdispensation zu organisieren.

Was bedeutet das für die Patienten? Manche mögen denken, wie praktisch es ist, ein Medikament grad vom Arzt mitzubekommen. Aber es gibt auch noch andere Seiten daran. Hier ein Bericht der Apotheke Schaffhauserplatz in Zürich, die seit diesem Jahr mit dem zu kämpfen hat:

Viele apothekentreue Kunden sind glücklich, wenn ihr behandelnder Arzt keine Medikamente verkauft. So kommen sie nicht zwischen die Fronten, und sie haben das gute Gefühl, dass ihr Arzt ihnen nur das verschreibt, was sie wirklich benötigen. Von unseren Kunden, deren Arzte Selbstdispensation betreiben, vernehmen wir eindeutig öfter Unsicherheit und Missmut als Zufriedenheit. Durch verschiedene Kunden und Spitexorganisationen haben wir neuerdings Kenntnis von niedergelassenen Medizinern, die das Ausstellen eines Rezeptes verweigern. Ein solches Verhalten missachtet jegliches Patientenrecht. Deshalb: Ärzte sollen ihr Einkommen durch Taxpunkte generieren; und ein besseres Einkommen soll durch eine Erhöhung des Taxpunktwertes erstritten werden.

Das kann ich so nur unterstreichen. Abgesehen davon, dass die SD die Apotheken und Ärzte auf einmal zu Konkurrenten macht, statt zu Partnern im Gesundheitswesen, fühlen sich die Patienten auf einmal zwischen den Fronten. Man hört davon, dass den Patienten auch ein schlechtes Gewissen gemacht wird, wenn sie lieber ein Rezept ausgestellt haben wollen – und auch das mit dem Verweigern ist nichts neues. Wer mehr über die Folgen der Selbstdispensation lesen möchte kann das hier.

Besser wäre es doch, die Ärzte so zu entgelten, dass sie nicht das Gefühl haben müssen, ihr Einkommen durch den Medikamentenverkauf aufbessern zu müssen !

Gemeinschaftspraxen

Ich zum Patienten beim eingeben des Rezeptes:

Entschuldigen Sie, könnten Sie mir sagen welcher dieser Ärzte (zeige auf die Liste oben auf Rezeptkopf) das Rezept ausgestellt hat?“

Die Unterschrift ist nicht entzifferbar – und ich brauche das für unsere Unterlagen und zum abrechnen.

Patient: „Ich hab sie alle gesehen.“

Ummm – echt? Alle vier? Ist das Service oder was?

 

Telefon Etikette

Warum beantwortet jemand das Praxistelefon wenn man anruft mit „Hallo?“

Pharmama (leicht verwirrt): „Ist das Dr. Habichgesucht?“

Person am Telefon: „Wer?“

Pharmama (jetzt mehr irritiert): „Dr. Habichgesucht?“

Dr. Habichgesucht: „Ah – ja. Was brauchen sie?“

Grrr.

Okay, es war etwas ausserhalb der üblichen Öffnungszeit. Wenn man viertel ab 5 Uhr als das bezeichnen kann. Ich find’s trotzdem unmöglich.

 

Zuviel Arbeit abgenommen?

Das Gespräch musste ich letztens mit einer unserer Stammkundinnen führen. Die war von uns sehr enttäuscht.

„Okay, dann haben wir also ein Rezept für ein Medikament, das Sie bei uns bezogen haben vom *falschen* Arzt verlangt und Sie sind jetzt sauer, weil wir wissen *müssten*, dass Sie seit ein paar Monaten nicht mehr zu dem Arzt gehen. Weil das „wieder einer ist, der mich schwer enttäuscht hat“ – einer mehr in einer ganzen Reihe möchte ich noch anfügen.

Aber … denken Sie mal, das wäre nicht passiert, wenn Sie selber dafür sorgen würden, dass die Rezepte für Ihre vor-bezogenen Medikamente zu uns kommen. Wir haben das Rezept für das Medikament von dem Arzt besorgt, der das letzte Mal für dieses Medikamente ein Rezept ausgestellt hat. Da ist es nur logisch, dass wir das wieder von ihm verlangen.

Und Nein, die Rechnung, die sie vom Arzt für das Ausstellen der Rezepte bekommen haben, übernehmen wir nicht.

Auch wenn es nicht der Arzt ist, den sie wollten, eine Rechnung in gleicher Höhe hätte es sowieso gegeben. Die rechnen alle nach dem gleichen System ab.

Manchmal denke ich, wir machen einfach zu viel für manche Leute. :-(

In Deutschland gibt es das Konzept vom Vorbezug so nicht – das bringt dann andere Probleme, aber das sicher nicht.