Der Apotheken „Anti-Knigge“

(Rerun vom 20. Juni 2011) – Nur weil es immer noch so viele Leute gibt, die sich in der Apotheke richtig zu benehmen wissen :-)

  1. Wenn Du 10 Minuten bevor die Apotheke aufmacht ankommst, ist es absolut ok, vor der geschlossenen Glastüre zu stehen und die Mitarbeiter anzustarren. Vergiss nicht mit den Füssen zu scharren, laut zu seufzen und alle paar Sekunden auf die Uhr zu schauen, bis sie die Türe aufmachen. Falls eine der Mitarbeiterinnen Dir ein Zeichen gibt, dass sie sie bemerkt hat und dass sie in ein paar Minuten aufmachen, roll mit den Augen und schau genervt.
  2. Wenn es Dein erstes Mal in dieser Apotheke ist: mach Dir keine Sorgen, weil du die Krankenkassenkarte nicht mitgenommen hast. Sag ihnen einfach es sei die Groupe Mutuel und sie werden auf magische Art und Weise zu der notwendigen Information über die Versicherungsdeckung kommen.
    Frag sie genau aus, was die Versicherung an den Medikamenten, die über die Zusatzversicherung gehen zahlt. Glaub ihnen nicht, wenn sie sagen, dass sie das nicht könnten.

  3. Wenn Du eine Krankenkasse hast, die keinen Vertrag mit den Apotheken hat und Du deshalb selbst zahlen musst, oder etwas auf dem Rezept ist, dass die Versicherung nicht zahlt, so ist das die Schuld der Apotheke. Dann musst Du für Dich einstehen, laut werden und eine Szene machen. Die Mitarbeiterin der Apotheke wird Dir vermutlich sagen, dass nicht sie bestimmen, was übernommen wird. Alles Lügen. Und Deine Krankenkassenprämie ist natürlich so hoch, weil die Apotheke die Leute abzockt.

  4. Du kannst von der Apotheke erwarten, dass sie immer alle die Medikamente, die der Arzt für dich aufgeschrieben hat an Lager haben, selbst die seltenen und obskuren. Darum sollte es auch überhaupt kein Problem sein kurzfristig zu kommen, weil Deine Tabletten ausgegangen sind – auch nicht für die wirklich lebenswichtigen Sachen. Und wenn Du auf dem Weg zum Flughafen für die Ferienreise bist – genau dann ist der richtige Moment rasch für das Malariamittel in der Apotheke vorbeizuschauen.
    Wenn sie Dir dann sagen, dass sie keine (mehr) an Lager haben und dass sie es erst morgen wieder bekommen – erinnere Dich: es ist absolut ihr Fehler. Dann darfst Du schreien und sie beleidigen. Sie haben kein Recht von Dir zu erwarten vorauszuplanen. Verlang ein Wiedergutmachungsgeschenk für all die Probleme, die sie Dir verursacht haben.

  5. Es ist auch überhaupt nicht Dein Job zu wissen, welche Medikamente Du nimmst, wofür sie sind und wann sie ausgehen. Wenn Du ein Dauerrezept hast, geh‘ einfach in die Apotheke und verlange, dass sie Dir alles abgeben, was „nach ist“. Und falls sie fragen welche Du brauchst, sag Du weißt es nicht, weil das ja nicht in Deine Verantwortung fällt.

  6. Die Aufgabe der Apotheke ist, Dir zu dienen. Du bist die wichtigste Person in ihrem Leben, denn Du zahlst ja auch ihren Lohn. Darum musst Du dir auch keine Gedanken machen um 5 Minuten vor Ladenschluss mit 7 Rezepten zu kommen. Und falls sie fragen, ob es ok ist, es auf morgen bereit zu machen, verlange, dass sie es gleich jetzt ausführen – auch wenn Du nicht zwingend alles heute noch bräuchtest. Falls die Angestellten dabei die Miene verziehen, dass sie jetzt 20 Minuten über Ladenschlusszeit noch arbeiten müssen, versichere sie, dass Du Dich über ihre miese Arbeits-Einstellung beim Inhaber der Apotheke beklagen wirst.

  7. Falls Du nach Ladenschluss kommst und Du noch eine Angestellte herauskommen siehst, während sie die Jacke anzieht, halte sie an und verlange, dass sie zurückgeht und deine Rezepte ausführt. Akzeptiere keine Ausreden wie „die Computer sind heruntergefahren“ und „die Kassen sind alle abgeschlossen“, „die Apothekerin ist nicht mehr da“ oder „ich muss nach Hause, Kindern und Mann zu Essen machen“. Das sind keine validen Entschuldigungen, Dich bis morgen warten zu lassen. Sag ihnen, dass Du in Zukunft Dein Geld in einer anderen Apotheke ausgeben wirst, da es sie ja offenbar nicht interessiert, dass Du ihren Lohn zahlst.

Habe ich noch etwas vergessen?

Kleines Medikamentensterben

In der Post heute (ok, Freitag letzte Woche)

Lieferstopp KCl Retard Grosspackung

Novartis ist der Ansicht, dass die aktuelle Verpackungsform (Dose) den eigenen, hoch gesetzten Qualitätsstandards nicht mehr entspricht und hat somit beschlossen, das Produkt dauerhaft vom Markt zu nehmen. Die Kleinpackung bleibt.

Rechne: 40 Stck CHF 9.60, die 200 Stck waren CHF 40.25.- der Patient zahlt demnach 8 Franken mehr für die gleiche Menge. Hmmm.

Rückzug Nizoral Tabletten (Jansen-Cilag)-

Die Zulassung vielfältiger neuer und auch preisgünstiger therapeutischer Alternativen in den letzten Jahren hat die Verwendung von Nizoral Tabletten stetig zurückgehen lassen, heute werden Nizoral Tabletten nur mehr in geringem Mass verordnet. Im Zuge eines von den Behörden vorgeschriebenen Renewal-Verfahrens, haben wir uns nun dazu entschlossen, Nizoral Tabletten nicht weiter in der Schweiz zu vermarkten.

Es war also zu teuer, die Studien für die weiter Zulassung zu bringen.  Es gibt keine Generika mit gleichem Wirkstoff. Nizoral war 30 Stck CHF 111.-. Alternativen: z.B. Fluconazol 30 Stck ca. CHF 90.-, Terbinafin 28 Stck ca. CHF 75.-   Stimmt also. Dafür gibt es einen Wirkstoff weniger.

Primperan (Metoclopramid) Rückzug der speziell für die Pädiatrie entwickelten galenischen Formen (Zäpfchen Kinder und Tropfen) wegen bekanntem Risiko für extrapyramidale Nebenwirkungen.

Vor dem Hintergrund der geltenden europäischen Regulierungs-bestimmungen für die Pädiatrie wurden die pharmakokinetischen Daten und das Sicherheitsprofil bei Neugeborenen (weniger als 1 Monat alt) und Kindern unter 1 Jahr analysiert.  Das Risiko von (für dieses Molekül bereits bekannten) extrapyramidalen Störungen bei Kindern unter 1 Jahr vergleichsweise höher war als bei Kindern zwischen 1 und 8 Jahren. Aufgrund dieser Ereignisse hat Sanofi zusammen mit Swissmedic beschlossen, Metoclopramid bei Kindern unter 1 Jahr zu kontraindizieren. Gleichzeitig veranlassen uns die Schlussfolgerungen aus dem EU Prozess zur  Prüfung pädiatrischer Daten dazu, die Anwendung von Metoclopramid künftig auch bei Kindern und Jugendlichen zwischen 1 und 18 Jahren nicht mehr zu empfehlen.

Ah … come again? Die bekannten Nebenwirkungen kombiniert mit einer Neuüberprüfung des Wirkstoffes bei der Anwendung bei Kinder führen zu einem Komplett-Rückzug der Formen für Kinder. Ok. Aber … Paspertin Tropfen gibt es noch. Auch für Kinder.

Out of Stock Fucithalmic Monodosen (LEO Pharma)

Wir bedauern sie darüber informieren zu müssen, dass die Fucithalmic Monodosen aufgrund eines Brandes in unserer Produktionsanlage voraussichtlich erst auf Anfang 2012 wieder lieferbar sind. Die Tuben mit Konservierungsmittel stehen unverändert zur Verfügung.

Oha. Na wenigstens kommen sie wieder.

4 Medikamente. An einem Tag. Wechsel gibt es ja ständig, aber das fand ich irgendwie … hoppla.

Nachtrag 2012: Vom KCl haben sie inzwischen wieder eine Grosspackung auf den Markt gebracht. Viel Lärm um nichts? Entweder hatten sie sowieso vor das auf Blister zu wechseln – aber dann hätten sie das als Packungsänderung ankünden können … oder sie hatten zu viele Reklamationen, weil es die grosse nicht mehr gab. Wie auch immer: die 200er Packung ist wieder da.

Wehrt Euch!

Ich bin schon länger der Meinung, dass den Krankenkassen in Deutschland ein bisschen viel Einfluss auf das Gesundheitswesen zugestanden wird, ohne dass das von aussen kontrolliert wird. Es geht ja nicht nur um Geld – es geht im Endeffekt um die Gesundheit der Leute.

Zum Beispiel die Rabattverträge – da wird nicht gross gefragt, was für Generika Sinn machen und dass es schlecht ist wenn die Dauermedikamente der Leute ständig Aussehen und Namen wechseln. Die Krankenkasse machen andauernd neue Verträge mit Herstellern und die Apotheken müssen dem folgen. Und dass die Kassen ihre Rabattverträge nicht offenlegen müssen …. finde ich bedenklich. Wer weiss, nach was für Kriterien da ausgesucht wird und niemand weiss, wieviel da effektiv gespart wird.

Oder dass die Kassen bei Kleinigkeiten wie Formfehlern den Apotheken ihr Geld für ihre Leistung nicht auszahlen – respektive sogar noch im Nachhinein zurückfordern. Und zwar dann nicht nur für etwaige Preisdifferenzen, sondern da wird gelegentlich grad der Gesamtpreis nicht vergütet.

Retaxieren nennt sich die Praxis – und anscheinend regt sich jetzt Widerstand. Die Apothekerkammer Nordrhein wehrt sich gegen solche Null-retaxierungen, die Betäubungsmittelrezepte betreffen.

Betäubungsmittelrezepte sind an sich schon komplizierter – das ist bei uns in der Schweiz auch so. Auf speziellen Formularen, mit 2 fach Durchschlägen, sehr beschränkte Dauer etc.

In letzter Zeit wurden solche Rezepte von der Kasse nicht anerkannt (und retaxiert) weil der verordnende Arzt bei der Anwendung statt „alle 3 Tage“ geschrieben hat „alle 72 Stunden“ … was ja eigentlich genauer formuliert ist … und dasselbe heisst. In einem anderen Fall wurde die Formulierung „laut“ ärztlicher Information moniert – es müsse heissen „gemäss“ ärztlicher Information.

Und wegen sowas bekommt die das Rezept ausführende Apotheke das Geld für das Medikament nicht erstattet??? Ist das denn rechtlich?

Wenn mir das ein paar Mal passieren würde, würde ich bei solchen Rezepten (und solchen Krankenkassen) wahrscheinlich anfangen vom Patient zu verlangen, dass er das Medikament selber zahlt und einschickt – ich weiss, das ist nicht gerade nett gegenüber dem Patienten, aber ich glaube heute hat wirklich keiner mehr Geld zu verschenken. Die Apotheken am allerwenigsten.

Quelle: Pharmazeutische Zeitung online, 16.11.2011 – Danke an Oettifant für den Hinweis.

Waren Sie schon einmal hier?

Wenn wir Medikamente auf Rezept abgeben, halten wir die Informationen im Computer in einem sogenannten Patienten-dossier fest. Idealerweise nicht in 3 verschiedenen, sondern in dem, das wir für den Patient schon einmal angelegt haben – wenn er bereits etwas bei uns geholt hat.

Wenn man Sie also fragt, ob Sie schon einmal mit einem Rezept hier gewesen sind, bitte antworten Sie nicht so:

  • „Natürlich war ich schon einmal hier. Haben Sie meine Info verloren?“
  • „Mein Mann/Frau/Kind/Haustier/entfernte Verwandte hat hier schon mal ein Rezept eingelöst. Sie sollten mich im Computer haben!“
  • „Ich war schon einmal in einer anderen Apotheke – sind die Computer nicht verlinkt?“ (Nö!)
  • „Ja. Ich glaube schon, das war vor etwa …. 12 Jahren …?“ (Solange gibt es uns noch gar nicht)
  • „Was soll das bedeuten; Sie haben Mühe damit mich zu finden? Ich denke, wir waren schon einmal hier! … Wie? Nein, nicht mit einem Rezept.“ (Na, dann habe ich sie auch nicht drin, wir fichieren nicht jeden Kunden)

Oder wenn es nicht für Sie selbst ist:

  • „Es könnte sein, dass sie meine Frau schon drin haben, vielleicht unter ihrem ledigen Namen … manchmal benutzt sie auch ihren Mittleren Namen als Vorname … natürlich könnte es auch der Name von ihrem letzten Mann sein – und manchmal benutzt sie auch den Doppelnamen seit wir geheiratet haben.“
Meine Lieblingsantwort. Nicht.

Wünsche an Industrie und Registrierung – von einer einfachen Apothekerin

Obwohl ich mit der Arbeit in der Apotheke grundsätzlich zufrieden bin (v.a., wenn wir den finanziellen Aspekt hier mal raus lassen), gibt es doch ein paar Dinge, die ich mir dafür wünschen würde, Sachen, die ich vermisse / gut brauchen könnte. Die mir die Arbeit doch auch gelegentlich erleichtern würden. Das sind sie:

1. Eine Identa – ich hätte gerne alle Tabletten, Kapseln, Brausetabletten, Dragees und was es noch so gibt, an einem zugänglichen Ort gesammelt in einer Form, dass ich sie suchen und zeigen kann. So wie in der Identa der deutschen gelben Liste. Es kommt nämlich noch gelegentlich vor, dass jemand mit etwas kommt, von dem er nicht mehr weiss, für was es ist. Im Moment habe ich zwar von verschiedenen Firmen (Mepha, Spirig) eine Qualitätsdokumentation, ein festes Buch, wo neben der Medikamentenbeschrieb auch ein Bild drin ist – das ist aber weder übersichtlich noch komplett und es lässt sich auch nicht „umgekehrt suchen“, also von Tablettenform auf den Medikamentennamen schliessen. Die Identa, die es mal gab – von 2002 ist komplett überholt – da sind noch nicht mal Generika drin. Bitte liebe Industrie und Swissmedic – das kann doch nicht so schwer sein. Deutschland schafft das, Amerika schafft das (mitsamt den vielen Importen und Generika: z.B. auf epocrates) und wir in der Schweiz bekommen das nicht fertig?

UPDATE: inzwischen hat auch die Schweiz das hinbekommen – die meisten festen Formen finden sich jetzt in der identa online auf compendium.ch

  1. Die Hilfsstoffe bei der Zusammensetzung der Medikamente angegeben. Speziell Sachen wie Laktose und Gluten. Das ist in der Schweiz nämlich immer noch nicht Pflichtangabe – und es findet sich auch nirgendwo beim Medikament. Wenn es nicht Platz hat im Beipackzettel – zumindest ins Kompendium oder in elektronischer Form gesammelt gehört das irgendwo festgehalten. In anderen Ländern (EU) geht das schliesslich auch! Wir haben nur eine Liste im Internet, die auch noch unvollständig ist, wo ich das mühsam nachschauen kann – so im Sinn, wenn es da drauf steht, ist es Laktosefrei. Wenn nicht, heisst das aber trotzdem nicht, dass Laktose drin sein muss. Und vom Gluten will ich gar nicht anfangen. Da bleibt uns ausser einem direkten Telefon an den Hersteller gar nichts.

UPDATE: das ist nicht besser geworden, eher schlimmer. Die Liste im Internet ist (anscheinend aus rechtlichen Gründen) vom Netz genommen worden. Und die Hersteller schreiben das zum grossen Teil immer noch nicht drauf. :-(

  1. Vernünftige Packungsgrössen! Leute, hört endlich auf solche riesigen Monsterpackungen zu produzieren – speziell für die rezeptpflichtigen Sachen, die in den Apothekerschubladen Platz haben müssen. Früher hat man da noch drauf geschaut beim Design der Packung, heute : Fehlanzeige. Das liegt nicht nur an der Grösse der Tabletten – letzhin hatte ich die Magnesium Complex in der Hand – gleiches drin und die neue Packung ist doppelt so gross wie die alte! Und wenn wir schon dabei sind: überall neu diese silbrigen Alu(?)Blisterpackungen, mit riesigen Kompartimenten (da, wo dann die Tabletten drin sind) – die Tablette sieht man gar nicht mehr (mit Lichtschutz könnte man das noch erklären, ist aber doof, wenn man eine Tablette zeigen will, die gesucht wird – siehe oben) und wenn man versucht sie herauszudrücken, darf man sie praktisch im Kompartiment suchen, weil die Tablette volumenmässig nur ein Fünftel (wenn überhaupt) des Blisterkompartiments ausmacht. Und wenn man Pech hat, verdrückt man sie dabei auch noch. Ja, ich weiss das, weil wir hier die Dosette noch von Hand richten. Grrrr. Das liegt sicher daran, dass es einfacher ist von der Herstellung – man nimmt dann einfach eine Grösse Blister für alle Grössen von Tabletten. Patientenfreundlich ist das aber nicht. Apothekenfreundlich auch nicht.
  2. Die Verfalldaten. Die sind wichtig – ich finde aber, es geht inzwischen bei manchen Dingen zu weit. Wieso ist es bei allen Produkten inzwischen so, dass das Verfalldatum nicht mehr weiter als 5 Jahre über das Herstellungsdatum liegen darf? Für manches macht das so gar keinen Sinn. Könnte man nicht zumindest für die problemlosen Sachen ein 2. Datum draufdrücken im Sinne von: ungeöffnet und bei guter Lagerung bis X.XX verwendbar? Oder dass man auf die problematischen Sachen z.B. ein ! dahinter druckt? Echt, ich sehe den Sinn nicht, warum Salz, Zucker oder homöopathische Sachen ein Verfallsdatum drauf brauchen. Und erst die meisten Chemikalien! Wenn das Zeug ständig „abläuft“ schaue ich natürlich, dass ich nicht mehr so viel an Lager habe – was dazu führt, dass immer weniger gebraucht wird … ein Teufelskreis. Früher hatten wir viel mehr hier für die Kunden oder Rezepturen, heute braucht eine Herstellung schon wegen dem länger.

Und dann noch ein paar Mittel:

5. Irgamid – das hätte ich gerne wieder zurück – oder etwas vergleichbares. Eine antibiotisch wirksame Augensalbe, die ich ohne Rezept beim Gerstenkorn (Hordeolum) abgeben kann. So Sachen sind häufig – aber mit den richtigen Mitteln gut behandel-bar und unproblematisch. Bitte!

  1. Etwas gegen Husten für Kinder unter 2 Jahren – ohne dass zwingend der Kinderarzt bemüht werden muss. Ich verspreche auch, es entsprechend vorsichtig und nur mit Beratung abzugeben, aber …. Irgendwas. Nicht homöopathisches. Ja?
  • Etwas gegen Übelkeit bei Kleinkindern. Es ist ok, wenn das erst ab 1, maximal 2 Jahren ist, aber rezeptfrei. Kinder mit Kontakt zu anderen Kindern schnappen immer mal wieder einen Norovirus auf (bei meinem selbst schon 2x passiert) – und dann kotzt es 1 Tag lang alle Stunde …. Dann noch mit ihm zum Kinderarzt zu müssen ist … aaarrrgh. Zumindest etwas zum 1x geben, dass das soweit aufhört, dass man es wagen kann. Und üblicherweise ist das sowieso abends/nachts oder am Wochenende. Es gibt ja das Itinerol B6 – das sie vor Monaten aus unerfindlichen Gründen in die Rezeptpflicht aufgenommen haben. Es scheint allerdings, dass niemand weiss, warum. Es gab (so mir bekannt) keinerlei negativen Zwischenfälle – auch der Kinderarzt in der letzten Weiterbildung wusste nicht, warum das neu so ist (und fand es auch doof).

  • Ach, ja und wenn wir schon am träumen sind …

    1. Irgendwann würde ich in der Apotheke gerne Impfen dürfen …

    UPDATE: Dazu wurde schon ganz viel erreicht … und mehr ist hoffentlich am kommen. Mit der entsprechenden Ausbildung und den gegebenen Voraussetzungen dürfen Apotheker in der Schweiz gegen manches (z.Bsp die Grippe) impfen. Cool! siehe hier.

    Und ihr? Was hättet ihr denn gerne für Hilfe / Produkte, die ihr vermisst / Wünsche für die Arbeit?

    Erschwerte Angestelltensuche

    Es ist schwierig, einen geeignete Apotheker (oder Apothekerin) zu finden.

    Zumindest in der Schweiz ist es so, dass es fast zu wenig qualifizierte Offizin-Apotheker hat.
    Die Erfahrung musste ich auch schon machen. Ganz toll ist es, wenn man recht rasch jemanden braucht. 3 Monate hat man ja oft Vorlaufszeit, aber heute ist auch das recht knapp, v.a. wenn man nicht „irgendjemand“ nehmen will. Ich habe auch schon ein paar Wochen 150% gearbeitet, weil ein Kollege abrupt gegangen ist, bevor wieder eine andere Apothekerin gefunden wurde.

    Im Moment gehen allerdings zusätzlich noch Betrüger um:

    … dass sich dubiose Stellensuchende auf diversen Internetseiten als eidgenössisch diplomierte Apotheker ausgeben und sich für Ferien – und Notfallvertretungen bewerben. Offenbar versuchen diese Personen einen Lohnvorschuss zu erhalten. Sie besitzen aber kein entsprechendes Apothekerdiplom und treten die Stelle unter einem Vorwand nicht an.

    (Quelle: pharma30 vom September)

    Was ich auch schon gehört habe ist von einer (deutschen) Apothekerin, die nach Unterschrift auf Vertrag nach Erhalt des Arbeitsplanes – 2 Wochen vor Jobantritt anruft und dann gleich im ersten Monat 2 1/2 Wochen Ferien will. Das hat sie vorher nicht angekündet und als man ihr erklärt, wie die Situation ist und dass das da noch nicht möglich ist … sagt sie: „Dann trete ich die Stelle halt nicht an.“

    Und das geht! Denn schliesslich ist auch noch Probefrist und in der Zeit kann täglich gekündet werden. Dafür steht dann die Apotheke wieder am Anfang der Jobsuche.
    Viel Möglichkeiten hat man da nicht, ausser vielleicht noch die Kollegen zu warnen, damit das denen nicht auch passiert. Und ehrlich, die Frau würde ich auch nicht einstellen bei mir. Verantwortungslos und Unzuverlässig irgendwer?

    Unschön.