Monsterpackungen

Eine Entwicklung, die ich jetzt schon eine Zeitlang mitverfolge ist dass es bei den Medikamenten immer grössere Packungen gibt. Und ich meine hier nicht die Anzahl der Tabletten, sondern die Verpackung derselben. Die wird grösser und grösser.

Früher haben die Pharmafirmen bei der Entwicklung noch daran gedacht, dass ihre Medikamente ja in der Apotheke in die Schublade kommen – und dementsprechend eine gewisse Grösse nicht überschreiten sollten: Ihr wisst schon: Mindestens die Höhe der Schublade und Breite der Schublade sollten die Packungsgrösse limitieren. Dem ist jetzt wohl nicht mehr so.

Ein paar Beispiele: Während ich die alte Calcimagon D3 wunderbar in der Schublade versorgen kann, liegt die neue Calcimagon D3 forte Packung, weil sie 1 – 2 mm zu hoch ist schräg drin und riskiert bei jedem Öffnen aufgerissen zu werden.
Die neue Desomedine Augentropfen in Einzeldosen dasselbe. Ich weiss, dass Einzeldosen etwas voluminöser sind, aber das (siehe Bild) ist lächerlich. Das sind nur 10 Plastikfläschchen zu 0.6 ml!


Oder die Competact Tabletten zur Behandlung von Diabetes. Hier die Packung neben den Diamicron. In der Diamicron – die genau die Länge der Schubladenbreite hat – sind übrigens mehr Tabletten drin….


Die Liste ginge weiter.
Bitte liebe Pharmaindustrie: bei der Entwicklung der Packungen solltet ihr berücksichtigen, dass sie sowohl in der Apotheke als auch beim Patienten zuhause gelagert werden – in der Apotheke haben wir die Schubladen, die da die Grösse limitieren sollten und auch der Patient hat wohl nicht wirklich Freude an so Monsterpackungen  – die sehen auch wirklich gfürchig aus!

Gääääähnn!

So wirklich hat die Wissenschaft trotz aller Theorien noch nicht herausgefunden, warum Gähnen so ansteckend ist. Wahrscheinlich war das früher, als wir noch in grösseren Gruppen gelebt und geschlafen haben für alle das Zeichen, dass es jetzt Zeit ist schlafen zu gehen. So was wie ein koordiniertes Müdigkeitssignal. Es ist schon nervig, wenn man jemanden hat, der dann *nicht* ruhig ist.

Auf der Seite findet man massenweise herzige Bilder von gähnenden Tieren.

Und: schaffst Du sie anzusehen ohne zu … gäääääähhhn … ?

Ich glaube, ich mache jetzt auch Mittagspause. Junior schläft schon, der ist nach dem Zoobesuch heute morgen müde.

Frage des Tages (3)

„Darf ich meinen Ventolin Aerosol – Spray ins Flugzeug mitnehmen?“

Was spricht dagegen?
Aerosol Sprays und Gasflaschen (auch so kleine) haben sie eventuell nicht so gerne im Flugzeug.

Was spricht dafür?
Weniger als 100ml Inhalt
Lebensnotwendiges Medikament
Kein Verbotener Inhaltsstoff

Das sagen die Vorschriften: Gefährliche Gegenstände im Passagiergepäck

Nicht-radioaktive medizinische oder kosmetische Artikel (einschliesslich Aerosole) wie Haarsprays, Parfüms, Kölnischwasser und alkoholhaltige Medikamente. Die Nettogesamtmenge aller oben erwähnten Artikel darf 2 kg oder 2 Liter und die Nettomenge jedes einzelnen Artikels 0.5 kg oder 0.5 Liter nicht überschreiten. Die Ventile von Aerosolen müssen durch Schutzkappen oder andere geeignete Mittel geschützt sein, um eine unbeabsichtigte Freisetzung des Inhalts zu verhindern (als aufgegebenes Gepäck und im Handgepäck möglich).

Demnach geht das also. Ich persönlich würde ja einen ziemlichen Aufstand machen, wenn man versuchen würde das Medikament, ohne das ich im Notfall ersticken könnte wegzunehmen.

Was ich aber schon gehört habe ist, dass in Aerosol-Dosen – mit Treibmittel, wie z.B. Haarspray durch den Druckunterschied im Laderaum des Flugzeugs – also im Gepäck- dann am Ende weniger „Gas“ in der Dose ist. Also würde ich den Ventolin DA (und die Reserve) besser im Handgepäck transportieren.

„Was ist das eigentlich?“

… ist im Moment die von Junior meist gestellte Frage.

Man hat als Nicht-Eltern keine Ahnung in was für Erklärungsnöte so eine einfache Frage einen stürzen kann. Da fängt man an über Sachen nachzudenken, worüber man sich vorher keine Gedanken gemacht hat – weil man es einfach als selbstverständlich angeschaut hat.

Manchmal kommt man auch zu erstaunlichen Ergebnissen. Letztens wollte Junior wissen, was ich da gerade zum Essen mache.

Pharmama: „Das ist ein Poulet.“

„Was ist das eigentlich?“

„Ein Poulet, das ist ein Huhn, Du weisst schon, dieser Vogel der macht „Putt putt putt“ „ (Wir haben ein paar in der Gegend)

„Aber das is Fleisch!“ (Ja, so sieht ein ungebratenes Hühnchen auch aus).

„Ja, das ist Fleisch.“

„Dann isch das ein Fleischvogel!„

… darauf kann ich nun wirklich nichts mehr sagen, weil ich erst mal lachen muss.

Was war noch die Frage?

Telefon

Kundin: „Sind sie die Apothekerin?“
Pharmama: „Ja.“
Kundin: „Ja, ich habe da eine Frage. Das ist nämlich so. Vor 2 Wochen, da war ich beim Arzt, der mir aus dem Knie – das war ja schon lange nicht gut – mit einer Spritze 7 ml Wasser gezogen hat…“
Pharmama: „Ja?“
Kundin: „Und dann hat er mir eine Spritze ins gleiche Knie gemacht, gegen die Entzündung.“
Pharmama: „Ja.“
Kundin: „Jedenfalls hätte ich am Dienstag einen Termin gehabt zum das nochmal anschauen …“
Pharmama: „…“ (man merkt schon, ich muss nicht viel sagen)
Kundin: „Aber da habe ich mich nicht wohl gefühlt und bin darum nicht gegangen.“
Pharmama: „…“
Kundin: „Jetzt haben sie mir angerufen wegen einem neuen Termin, den haben sie mir für Donnerstag gegeben…“
Pharmama: „Ok?“
Kundin: „Ja, aber Donnerstag soll es schneien!“
Pharmama: „Ja … und?“
Kundin: „Und ich bin doch mit Krücken unterwegs, da geht das auch nicht!“
Pharmama: „Hmmm.“
Kundin: „Jetzt habe ich angerufen wegen einem neuen Termin …“
Pharmama: „…“
Kundin: „Und sie haben gesagt, ich kann am Montag vorbeikommen.“
Pharmama: „Ok.“
Kundin: „War das ok so?“
Pharmama: „Was?“ (ich denke: Was genau will sie jetzt von mir?)
Kundin: „Dass ich den Termin verschoben habe?“
Pharmama: „Aha. Ja … wie fühlt sich ihr Knie denn an?“
Kundin: „Es schmerzt noch.“
Pharmama: „Ist es besser geworden oder schlimmer?“
Kundin: „Besser, glaube ich.“
Pharmama: „Dann denke ich schon, dass es ok war, den Termin zu verschieben.“
Kundin: „Oh, Danke vielmals!“

Hängt auf.

Ungewöhnliche Inhaltsstoffe in Kosmetika

Capsaicin
Ja, derselbe Inhaltsstoff, der in Pfeffersprays zur Selbstverteidigung und manchen wärmenden Rheumasalben und Schmerz-Pflastern zu finden ist. Ein Extrakt der Chili das hautreizend wirkt … und in Lippenstiften oder Lipgloss zu finden ist. Der Effekt ist oft ein Kribbelndes Gefühl … und eine gewisse aufplusterung.

Hühnerknochenmark
Eines von vielen tierischen Produkten, das in Kosmetika zu finden ist. Das Knochenmark enthält Glucosamin, das gut ist für die Haut und Zellwachstum. Findet sich in Feuchtigkeitscremen.

Fischschuppen
Schon mal ein Kosmetikum benutzt mit Schimmereffekt? Eventuell eine Lotion, Nagellack oder Lippenstift? Der liebliche Schimmer den Du da getragen hast kam höchstwahrscheinlich von Fischschuppen. Pearlescence oder Perlenessenz wie es genannt wird, ist die silbern schimmernde Substanz, die hauptsächlich aus Hering gewonnen wird. Es gibt noch eine zweite Substanz, die für Glimmereffekt verantwortlich ist: Mica. Das ist ein Mineral, der deutsche Name ist wirklich Glimmer. Man kennt es als die glänzenden Teilchen in Granit.

Cochinea
Manchmal auch Carmin, Cochenille oder Carminsäure genannt. Gibt diesen wunderbar roten Farbton, der sich in Lippenstift oder Nagellack findet. Gewonnen wird der blutrote Farbstoff aus Cochinea Käfern, eigentlich Schildläusen, die auf Kaktussen leben. Die Käfer werden in heissem Wasser ertränkt getrocknet und zerstossen. Daraus gewinnt man den Farbstoff. Ausser in Kosmetika findet sich der Farbstoff auch in Lebensmitteln wie Wurst, Säften und Süssigkeiten, seine E-Nummer ist E120.

Urea
Einer meiner Professoren hat das mal als „nicht so sexy Inhaltsstoff“ bezeichnet. Dabei ist es weit verbreitet in Körperlotionen und Cremen sowie Shampoos und Deos weil es die Aufnahme von Wasser in die Haut unterstützt. Es handelt sich dabei um Harnstoff, ein Abfallprodukt auch unseres eigenen Körpers. Dankbarerweise verwenden die meisten Firmen künstlich hergestelltes und nicht welches, das sie aus Urin gewonnen haben…

Ich hoffe, ihr findet die Info auch interessant und nicht zu sehr abschreckend. Immerhin sind das alles natürliche Inhaltsstoffe … und es ist immer gut zu wissen, was man sich da auf die Haut schmiert.