Frage des Tages (4)

„Warum schäumt es, wenn ich einen Schnitt mit Wasserstoffperoxid desinfiziere?“

3 % Wasserstoffperoxid gibt es auch in der Apotheke zu kaufen – man benützt es traditionell zum desinfizieren von Wunden. Das, obwohl es inzwischen effizienteres gibt. Wie auch immer, es ist nicht schlecht um Wunden auszuspülen und das schäumen sieht cool aus.

Aber warum schäumt es überhaupt? Das liegt daran, dass Blut und Zellen das Enzym Katalase enthalten. Ein Schnitt oder eine Schürfung enthält beides: Blut und kaputte Zellen und darum auch viel Katalase.
Kommt das Enzym in Kontakt mit Wasserstoffperoxid (Hydrogenii peroxidum), wird das Wasserstoffperoxid (H2O2) zu Wasser (H2O) und Sauerstoff (O2) gespalten.

Für Chemie-Fans: 2 H2O2 –> 2 H2O + O2

Die Katalase ist dabei enorm effizient – bis zu 200’000 Reaktionen pro Sekunde. Die Bläschen die man sieht, sind also reine Sauerstoffblasen, die gebildet werden.
Wenn man es auf unverletzte Haut schüttet, passiert nichts. Bei Raumtemperatur ist Wasserstoffperoxid einigermassen stabil (es baut sich mit der Zeit schon ab, aber nie so schnell).

Wie schnell die Reaktion geht, sieht man an diesem Versuch, den man auch „Draculas Eisbecher“ nennt:

Heute braucht man das Wasserstoffperoxid wirklich fast nicht mehr zum spülen oder desinfizieren. Es gibt bessere Desinfektionsmittel (Jod-Povidon, wie in Betadine oder Chlorhexidin wie im Merfen / Bepanthen plus) und das Peroxid steht im Verdacht, die Wundheilung zu verzögern. Trotzdem gibt es ein paar Traditionalisten, die unbedingt „das“ haben müssen – genauso, wie es solche gibt, die vom Merfen die Tinktur haben müssen – einfach, weil der Alkohol brennt, da „merkt man, dass es wirkt“.

Trillionär … für ein paar Sekunden

Eine Einhundert Trillionen Dollar-Note (in Zahlen eine 1 mit 14 Nullen dahinter) – soviel Geld hatten wir in den Ferien letzten Herbst bei unserem Kurzbesuch bei den Viktoriafällen einen Moment lang in der Hand.

Leider handelt es sich dabei um Zimbabwische Dollar – und das Geld ist das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt ist, nachdem es eine Wahnsinns-Rezession (sorry: Inflation) in dem Land hat . Wen es interessiert, der findet hier Info.

Im September als wir dort waren, war es sogar nicht einmal mehr als Zahlungsmittel im eigenen Land zugelassen – nur noch Devisen, also ausländische Währung. Der Taxifahrer hat versucht uns die Note zu verkaufen – damals haben wir darauf verzichtet, weil wir keine Ahnung hatten, was das wert ist … inzwischen würde ich sie nehmen: zum einkleben ins Album.

Kommentare

Wir haben bei uns in der Apotheke im Computersystem an den verschiedensten Orten die Möglichkeit Kommentare einzufügen:

Bei den Produkten / Medikamenten spezielle Warnhinweise, oder dass es Broschüren gibt, oder wie man sie am besten bestellt.

Bei den Patientendossiers hat es mehrere Varianten wo wir verschiedenes festhalten können:
Bei den Rezepten unter den Medikamenten, wenn wir intervenieren mussten: beim Arzt nachfragen wegen der Dosierung oder unleserlicher Rezepte, wenn wir die Packungsgrösse anpassen, Wechselwirkungen mit dem Kunden diskutiert haben, oder auch, wenn wir Hauslieferungen gemacht haben.
Beim Kunden selbst können wir in einem Fenster Fragen zu Allergien und anderen Medikamenten die er nimmt festhalten, oder ob sie Schwanger ist etc.
Und dann gibt es noch den „freien Kommentar“, der erscheint, wenn man den Kunden aufruft.

Da kommt so diverses rein.
Z.B. wenn jemand das Rezept für den gemachten Vorbezug nie gebracht hat,  Oder Generika absolut abgeneigt ist, Oder Warnungen, dass man ein Auge auf den Medikamentenverbrauch eines bestimmten Medis hat (meist Schlaf- und Beruhigungsmittel) Oder überhaupt die gesperrten Personen – wir bekommen vom Gesundheitsamt regelmässig eine Liste mit Personen, die bestimmte Medikamente (wieder die Schlaf- und Beruhigungsmittel) nicht, respektive nur noch in festgelegten Apotheken beziehen dürfen und in den anderen gesperrt sind.

Da kann aber auch einfacheres draufstehen wie: „Geht gerne in Kenia in die Ferien“ …. Und schon hat man ein Gesprächsthema
Oder auch: Sehr unzuverlässig. Keine Vorbezüge, kein Geld ausleihen oder auslegen, Bestelltes muss sofort bezahlt werden…
Oder: der Arzt will sie vor dem nächsten Bezug von … unbedingt sehen.

Und manchmal bringen mich die Kommentare auch zum lachen. Den hier z.B. über den ich beim Rezepte kontrollieren gestolpert bin:

Offensichtlich ein Hinweis wegen einer ungewöhnlichen Dosierung – aber nicht sehr hilfreich, da nicht dasteht, welches Medikament gemeint ist – was der 2. Kommentator humoristisch bemängelt :-)

… und die Kunden im Laden fragten sich da wahrscheinlich, warum ich so in mich hineinlache :-)

Plan B hat fehlgeschlagen …

Aus Amerika:
Im Dossier einer Kundin:

Monat 1 – Pille danach (Plan B genannt)
Monat 2 – Pille danach
Monat 3 – Pille danach
Monat 4 – Pille danach
Monat 5 – Pille danach
Monat 6 – Pille danach
Monat 7 – Itinerol und Elevit … (Mittel gegen Schwangerschaftsübelkeit und pränatale Vitamine)

Die Medikamentennamen habe ich angepasst – aber der Effekt bleibt der gleiche. … Die Pille danach ist halt wirklich nur als Notfallverhütung gedacht … unter anderem auch, weil die Wirksamkeit schlechter ist als die einer normalen Pille.
Bei der normalen Pille haben wir einen Pearl index von 0.2 bis 0.5, (der Pearl index gibt an, wieviel von 100 Frauen, die diese Verhütungsmethode ein Jahr lang verwenden schwanger werden) – eigentlich wäre er praktisch 0, aber Einnahmefehler und Wirkverlust bei Durchfall etc. erhöhen den Wert etwas.
Bei der Pille danach haben wir eine Wirksamkeit, die mit der Zeit, die zwischen ungeschütztem Geschlechtsverkehr und Einnahme vergeht, abnimmt: ca. 95% Wirksamkeit innerhalb von 24 Stunden, ca. 85% innerhalb von 24–48 Stunden, ca. 58% bei Anwendung innerhalb von 48 bis 72 Stunden – nach dieser Zeit wird die Anwendung nicht mehr empfohlen. Einen offiziellen Pearl index gibt es nicht – weil sie ja nicht regelmässig angewendet werden soll. Auf einer Seite habe ich ihn als zwischen 1-5 liegend angegeben gefunden – persönlich denke ich, er könnte höher liegen.

Da wundert es einen nicht, wenn halt bei solchen „Daueranwendern“ mal eine Schwangerschaft auftritt …

Hier kann man mehr Erfahrungen mit der Pille danach lesen

Der Effekt der WM auf die südafrikanischen Apotheken

Die Vuvuzela-Euphorie der Fußball-Fans beschert den Herstellern von Ohrstöpseln in Südafrika einen unerwarteten Boom: In den meisten Drogerien und Apotheken waren laut „Argus Weekend“ vom Samstag die „Vuvuzela-Stopper“ so gut wie ausverkauft.
„Wir hätten gestern 300 Paar Ohrstöpsel verkaufen können“, berichtete Anita Sarembock von einer der großen Apotheken in der berühmten Long Street in Kapstadt. Ihr Geschäft habe jetzt weitere 1000 Paar bestellt. Inzwischen gibt es die „Vuvuzela-Stopper“ aus Schaumstoff in den bunten Farben Südafrikas. Die Verpackung verspricht: „Hochwirksame Geräuschminderung“. Wäre auch nötig für die derzeit in Südafrika allgegenwärtigen Vuvuzelas.

Quelle: dpa

Ohrstöpsel … im Moment brauchen wir davon nicht gerade viel, aber wenn diese Vuvuzelas auch zu uns kommen, dann muss ich mein Lager aufstocken vor den Fussballspielen. Wer glaubt das kommt nicht, schaue sich das mal an.

In dem Sinn: Hopp Schwiiz !!

Voll zu.

Also, wenn sie stocksternhagelsturzvollgedröhnt mit …. irgendetwas zu mir in die Apotheke wanken, dann kann ich ihnen einfach nicht glauben, dass sie den Salmiakgeist nur „zum ablaugen“ wollen … da frage ich nicht einmal nach, dann gibt es einfach keins.
Nein.

Pharmama: „Habe ich keine mehr da, sorry.“