Nervige Vertreter – zum dritten.

Ich nehme an, dass auch der Druck auf die Vertreter von oben wächst, aber manches Verhalten finde ich unmöglich.

Es reicht zum Beispiel, mich darauf aufmerksam zu machen, dass sie gemerkt haben, dass wir diesen Artikel von ihnen nicht in der Sichtwahl haben.
Ja, das ist Absicht.

Danach noch etwa 10 x zu kommen mit: „es würde aber besser verkauft werden, wenn er im Sichtregal steht“, „in Apotheke XY verkaufen sie, weil man ihn sieht, viel mehr davon“ … und „das ist wirklich schade, dass er nicht draussen ist“ … nervt.

Nachdem man ihnen aber gesagt hat, dass man das jetzt gehört hat mit der Platzierung und dass das jetzt genug ist, dann einfach im gleichen Stil weiterzumachen, das ärgert.

Und ganz toll kommen so Argumente an, wie „Ihr Vorgänger hat immer …“

Ja. Wie sie vielleicht bemerkt haben ist der jetzt seit 6 Jahren nicht mehr hier.

Danke, auf wiedersehen !

mehr nervige Vertreter – und der zweite Teil

Unsicherheiten

Kundin: „Lösen sich die Adalat CR Tabletten eigentlich nicht auf? Ich finde die Dinger immer in meinem Stuhl wieder!“
Pharmama: „Nein, das sind spezielle Tabletten wo der Wirkstoff langsam durch die Hülle freigegeben wird, aber die Hülle löst sich nicht.“
Kundin: „Aber wirkt das dann trotzdem?“
Pharmama: „Ja. Ganz sicher.“
Kundin: „Na, wenn sie das sagen, ok.“

Naja, wenigstens hat sie mir nicht eine als Anschauungsmaterial mitgebracht.

Gedankennotiz für’s nächste Mal: unbedingt bei der Erstabgabe Kunde darauf hinweisen.

Vorbildliche Mutter – nicht.

Das war letztens ein ziemliches Spektakel, das uns eine Mutter da bot, die mit ihrem etwa 4 Jahre altem Sohn in die Apotheke kam. Sie zetterte eigentlich schon vom Eingang her auf dem Weg zu uns hinten auf ihn ein. Der Grund wurde rasch klar, ihr Junge hat im Kaufhaus wieder etwas eingesteckt.

„Das macht er öfter!“ schimpfte sie. „Ich kann ihn keinen Moment aus den Augen lassen, schon hat er wieder etwas eingesteckt.“

Blick zu ihm. „Halt mal, hast Du da schon wieder etwas in der Tasche?“
Grinsend zieht der Junge rasch die Hand aus der Vordertasche der Hosen und zeigt sie ihr: leer. Sie aber sagt: „Los, zieh’ es raus! Sofort!“

Und tatsächlich, aus der Tasche kommt eines der Sonnencrememuster aus der Ausstellung zum Vorschein.
„Leg das sofort wieder hin! Wie oft habe ich dir gesagt, du sollst nicht einfach Zeug einstecken? Huh? Wenn Du älter bist, dann nennt man das klauen! Und dann kommst Du dafür ins Gefängnis. So wie ich! Ich habe dir schon hundertmal gesagt …“ usw.

Moment mal … das habe ich jetzt schon richtig mitbekommen. ‚Wie ich?!?‘
Na super Vorbild.
Die Mutter löst ihr Rezept ein, in den paar Minuten, die wir brauchen ihr das Medikament zu erklären hat ihr Junge … schon wieder etwas eingesteckt. OK, es ist auch wieder nur Dekomaterial, aber …
Pharmama: „Entschuldige, das lässt Du aber hier, ja?“
… es folgt die nächste Schimpftirade der Mutter, die der Junge halb grinsend halb schuldbewusst dreinschauend über sich ergehen lässt.
Hmpf.

Noch schöner ist, wenn einem die Mutter dann erzählt, dass sie schwanger ist, alle ihr sagen, dass sie das Kind doch abtreiben soll, weil sie angeblich nicht auf ihre Kinder achten kann … ein erstes lebt nicht mehr bei ihr und ihrem Mann, das zweite ist oben erwähnter Junge, der von Amts wegen ins Tagi gehen muss (gibt’s das?) und jetzt ist sie wieder schwanger.

Ich höre mir das alles an und versuche möglichst sparsam dreinzuschauen. Meine Meinung dazu brauche ich ihr nicht zu sagen und Erziehungstipps … ihr Junge ist älter als meiner.

Aber ich hoffe doch, dass ich es besser mache.