Apotheken in aller Welt, 101: Heilbad Heiligenstadt, Deutschland

jene schickt uns ein paar Apotheken aus der Umgebung: Zuerst einmal …

Die „Schwanen-Apotheke“ in Heilbad Heiligenstadt (Thüringen). Nett bei der Schwanen-Apotheke finde ich die Aufschrift am Fenster „im Dienste der Gesundheit“.

Die Schrift auf dem Schaufenster und dem Strassenschild ist wie in den alten Karl May Büchern meiner Mutter … ausser das „s“, das sah eher wie ein „f“ aus. .. wie heisst die Schrift noch? gotisch?

Ich muss nicht alles wissen, oder?

Beim Thema Abführmittel ist mir der wieder eingefallen:
Manche Leute sind schon sehr obsessiv, wenn es um ihren Stuhlgang geht.

Telefon.

Die Pharmaassistentin geht ran, hört einen Moment zu, dann sagt sie (wobei sie mir eine Grimasse schneidet): „Moment, ich hole die Apothekerin.“

Also gehe ich ran:

Was die Frau am Telefon mir erzählt (lang und breit): Sie hat also 2 Schachteln Pralinen gegessen – und jetzt musste sie auf die Toilette und ihr … Stuhlgang war 15 cm lang! (Ja, sie hat ihn offenbar sogar gemessen) Was sie machen soll?

Ausser ihrem Stuhlgang hat sie keine medizinischen Probleme, also rate ich ihr einfach genug zu trinken und abzuwarten.

Sie ruft später noch 2x an … das erste Mal um zu sagen, der Stuhlgang sei eher 17 cm als 15… und das zweite Mal, dass er noch einen 8 cm Nachfolger hatte …

Ehrlich. Muss ich das wissen?

Und für’s nächste Mal: vielleicht nicht soooviel Schokolade aufs Mal futtern?

kreative Apothekenwerbung aus Düsseldorf

gefunden von MonsterBiene

Deine Bilderserie „Apotheken aus aller Welt“ schaue ich mir immer wieder gerne an. Nun habe ich auch etwas für Dich – was aber nicht ganz in diese Kategorie passt. Eher auffallende Apotheken-Werbung aus ….Düsseldorf.
Die Litfasssäule steht in Düsseldorf an der StraBa-Haltestelle Stockhumer Kirchstraße und weist in Richtung einer Apotheke.

was steht denn da oben auf der Litfasssäule?

Hoppla! :-)

Elektronische Zigaretten

Wer in einer Apotheke arbeitet, hat sie wahrscheinlich schon vom Vertreter vorgestellt bekommen: die „elektrische Zigarette“.

Das Ding sieht aus wie eine normale Zigarette, nur ist der weisse vordere Teil ein aufladbarer Akku und der „Filter“ enthält eine austauschbare Patrone mit Propylenglykol, Wasser und ev. Aromastoffen. Wenn man an der e-Zigarette zieht wird die Mischung im Filter erhitzt und verdampft, wobei Rauchähnlicher (aber geruchloser) Wasserdampf entsteht. Gleichzeitig leuchtet vorne – wo die Glut wäre eine Leuchtdiode. Es sieht wirklich aus wie wenn man eine normale Zigarette raucht … und es soll sich auch so anfühlen. Sozusagen als Ersatzhandlung.

Eine Frage an die Raucher unter meinen Lesern: würdet ihr das Teil kaufen? Und: warum ja oder warum nicht? Der Preis liegt zwischen 100-120 Franken für das Starter-Set mit 10 „Filtern“ und 2 Verdampfern.

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass das Teil in der Schweiz nicht mit Nikotin geladen werden kann – das heisst, können schon, aber man bekommt hier im Handel keine Filter mit Nikotin – höchstens via Internet. Der Grund dafür ist, dass es dann ein „Heilmittel“ wäre und dafür müsste Studien zur Sicherheit gemacht werden. Die existieren aber nicht und die Nikotingeladenen Patronen werden als Sicherheitsrisiko angesehen – speziell bei unsachgemässem Gebrauch, oder wenn Kinder da ran kommen. Reines Nikotin ist auch ziemlich giftig …

Ausserdem verbietet das BAG die Anpreisung der e-Zigarette als Mittel zur Raucherentwöhnung – eben weil sie in der Schweiz nicht mit Nikotin verkauft werden dürfen – selbst nicht in der Apotheke, wo es sie jetzt gibt.

Lustig: die beworbene e-Zigarette heisst e-free … und das deckt sich zeitlich mit der aktuellen „Smoke free“ Kampagne des Bundesamts für Gesundheit: „Die einzige Zigarette die nicht schadet“

– was sie eigentlich meinen ist: keine Zigarette … Nicht die elektronische ….

Und bitte: ich will hier jetzt keine Grundsatzdiskussion über das Rauchen anwerfen – inzwischen dürfte das bei allen angekommen sein, dass das gesundheitsschädlich ist und jeder besser dran wäre ohne Zigarettensucht. Und mit dem aufhören ist das so eine Sache. Wie hat Marc Twain einmal gesagt?

„Mit dem Rauchen aufhören ist ganz einfach … ich habe es schon hunderte Male gemacht …“

 

Abführmittel-Abhängigkeit

Liebe Bisacodyl-abhängige Kundin,

ich weiss, es bringt nicht viel, wenn ich jedes Mal, wenn ich eine Packung Dulcolax, Prontolax, Softalax (oder verwandte) verkaufe sage: „Die sind nur für den kurzfristigen Gebrauch gedacht, 1 bis maximal 2 Tabletten abends.“

– so wie sie aussehen vermute ich, dass Sie wahrscheinlich von Apotheke zu Apotheke gehen und Packungen sammeln, weil sie davon abhängig sind.

Aber vielleicht, vielleicht, bringt das doch die eine oder andere dazu über den Konsum nachzudenken und zumindest nicht zu steigern, oder sogar abzubauen.

Ich würde gerne manchmal noch mehr sagen, aber das kann ich oft nicht. Hier dagegen schon:

Leute, überlegt euch das gut mir dem Dulcolax, Prontolax, Softalax und ähnlichen! Das sind keine Mittel um das Gewicht zu halten! Es soll wirklich nicht ständig genommen werden – und ganz sicher soll man davon absehen, ständig die Dosis zu steigern.

In einer Weiterbildung letzthin habe ich von einer gehört, die 90 Tabletten täglich davon nahm. Sie landete dann in einer Klinik, weil sie nicht selbst davon loskam – und: der Entzug von dem schmerzt! Das gibt fast nicht stoppbare Krämpfe und Bauchschmerzen. Don’t do it! Baut ab, langsam aber sicher. Nehmt stattdessen Transipeg hochdosiert, bis ihr runterkommt. Nehmt das nicht ständig! Wir helfen auch gerne, wenn sie das abbauen möchten mit Ersatz und Rat.

Ich bin ja froh, dass es wenigstens die 200er Packungen nicht mehr freiverkäuflich gibt, nur noch die 30er.

Und ja: wenn sie in der Apotheke schon fragen, ob das Prontolax immer noch nicht lieferbar ist … dann weiss ich, dass sie auch zu den Laxantien-Abhängigen gehören :-(