Apotheken in aller Welt, 138: Färöer Inseln

Leser Bert hat mir da wirklich eine Fleissarbeit geschickt, aber: lest selbst!

Du hast sicher bald eine schöne Sammlung an Apotheken-Bildern, aber diesmal will ich ein Fleiss-Bienchen: Im Anhang findest Du alle Apotheken meines Urlaubslandes Føroyar (Färöer). Na gut, alle aktiven Apotheken, es gibt angeblich noch in einem Heimatmuseum eine Ausstellung von Teilen einer alten Apotheke, da war ich aber nicht drin.

Folgende Apotheken habe ich also aufgenommen (von Norden nach Süden, praktischerweise gleichzeitig alphabetisch):

  • In Klaksvík die Norðoya Apotek (Die nördlichste der Apotheken)
  • In Runavík die Eysturoyar Apotek (Die Insel heisst Eysturoy)
  • In Tórshavn die Tjaldurs Apotek (Tjaldur ist der Nationalvogel der Färöer, wir kennen ihn als Austernfischer)
  • In Tvøroyri die Suðuroyar Apotek (Die Insel heisst Suðuroy)

Insgesamt versorgen die rund 50’000 Menschen: Das scheint mir im Verhältnis eine geringe Anzahl an Apotheken zu sein, zumindest hier in Deutschland haben wir gefühlt deutlich mehr. Allerdings gibt es wohl auch noch „Outlets“, wo Medikamente hin bestellt werden können, damit nicht jeder Bewohner der abgelegeneren Orte so eine weite Fahrt hat oder extra auf eine andere Insel reisen muss. Ich weiss aber nicht, ob das eine weitere Funktion der Tankstellen ist, die ohnehin schon Sprit für Auto und Fahrer, Dorftratsch, Hot Dogs und Alltagsbedarf vertreiben, oder ob das die Arztpraxen übernehmen.

Nur eine der vier Apotheken habe ich zu Öffnungszeiten gesehen – dann auch gleich dort etwas erworben, man konnte mir auf Englisch hervorragend helfen. Alle vier liegen verkehrsgünstig. Auf den typischen Wegen eines Touristen kommt man fast sicher vorbei, nur könnte man sie leicht übersehen, wenn man nach grünen Kreuzen, leuchtenden A Buchstaben oder ähnlichem sucht.

In Klaksvík die Norðoya Apotek:

In Runavík die Eysturoyar Apotek (Die Insel heisst Eysturoy):

In Tórshavn die Tjaldurs Apotek:

In Tvøroyri die Suðuroyar Apotek (Die Insel heisst Suðuroy):


Karte von Openstreetmaps.org

Also, liebe Leser: Wenn ihr einmal auf die Färöer Inseln kommt: Jetzt wisst ihr schon, wie die Apotheken dort aussehen und wo ihr sie findet :-)

Schadenersatz-Forderungen an Apotheker

In der Apotheke Adhoc steht ein interessanter Artikel zu Klagen gegen Apotheker in England – offenbar schwappt die aus Amerika bekannte „Schadenersatz-Kultur“ jetzt über den grossen Ozean:

In Großbritannien sehen sich Apotheker immer öfter mit Schadenersatzforderungen von Patienten konfrontiert. Grobe Vernachlässigung der Sorgfaltspflicht, falsche pharmazeutische Beratung und Abgabefehler sind die häufigsten Vorwürfe. Angeheizt wird die Prozessfreudigkeit der Patienten weniger durch tatsächliche Mängel bei der Versorgung, sondern vielmehr durch Anwälte, die in Klagen gegen Heilberufler ein Geschäft entdeckt haben.

Der geforderte Schadenersatz ist im Vergleich zu den Kosten der Anwälte oft gering. Dass sich die Patienten trotzdem auf den Streit mit ihrem Apotheker einlassen, liegt schlichtweg am Angebot: Mehrere Kanzleien werben mit unter dem Motto „No win no fee“ mit der Zusicherung, dass im Falle einer Niederlage keinerlei Kosten fällig werden.

Und um was für Anklagen geht es da? Hier zwei Beispiele:

Der Fall einer 20-jährigen Kundin, die aus der Apotheke regelmäßig Kontrazeptiva bezog und trotzdem schwanger wurde. Der Apotheker hätte sie auf das Restrisiko hinweisen müssen, begründete die junge Frau ihre Forderung.

Oder eine Patientin, der zu Hause eine Dose mit Antidepressiva auf den Küchenboden gefallen war: Weil die Packung kaputt gegangen war, hatte ein dreijähriges Kind zwei Tabletten geschluckt und im nahe gelegenen Krankenhaus intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Für die Mutter Grund genug, gegen die Apothekerin Schadenersatzansprüche geltend zu machen.

Ehrlich? Ehrlich??

Na toll. Weitere  Förderung der „alle anderen ausser ich selbst sind schuld“-Kultur. Eigenverantwortung? Fehlanzeige.

Anderen zu Leid leben – Fortsetzung

Und das ist mir passiert – Tatsächlich sogar mit dem Blog hier.

Relativ am Anfang habe ich ein Bild gepostet, das zeigt, wie mein Sofa aus der alten Wohnung kam – nämlich mit der Drehleiter der Feuerwehr. Sowohl mein Mann als auch ich sind zu dem Zeitpunkt bei der Feuerwehr gewesen und das war nach einer Fahrübung eine Sache von 10 Minuten. Ansonsten hätte ich nur für das Sofa – das nie mehr zur Tür rausgekommen wäre – einen Lift mieten müssen.

Item. 4 Jahre später: ich poste das Bild, nachdem ich alle rückverfolgbaren Merkmale entfernt habe. Aber …. wer uns kennt, erkennt auch den Transporter.

Und als mein Mann noch mal 2 Jahre später mit jemandem aneckt schickt sie (ja, ich weiss, wer das war) das Bild und Link anonym per mail an das Feuerwehrkommando.

Na danke vielmals.

Der Kommandant der Feuerwehr war sichtlich nicht erfreut – was er meinen Mann auch eine Zeitlang deutlich merken liess, interessanterweise aber ohne ihm zu sagen, was denn genau das Problem ist. Das haben wir dann von jemand anderem erfahren.

Folgen hatte es für uns keine.

Was die Person angeht, die das gemacht hat: die ist wieder sowas von superfreundlich … aber bei uns untendurch.

Eine Zeitlang habe ich mir überlegt, ob ich es ihr mit gleicher Münze zurückzahlen soll: sie hat die Angewohnheit den Computer im Magazin für ihre Privatsachen zu nutzen, während Übungen auf Facebook zu surfen und zu posten – und derartiges mehr.

Aber irgendwie … so bin ich nicht. So Sachen fallen sowieso immer auf einen zurück. Ich brauche nur zu warten und zuzusehen.

Und das machen unsere Nachbarn im Moment auch.

Anderen zu Leid leben

Unsere Nachbarn haben im Moment ein Problem. Sie haben da nämlich jemanden, der sie belästigt.

Nicht im Sinn von dass er wirklich vor der Türe steht aber …

Ich erzähle das am besten von Anfang an. Vor ein paar Monaten bekamen sie den ersten Brief.

Adressiert an „Blödfrau“ plus Name der Nachbarin. Im Brief ein (ausgedrucktes) Spammail – ja, so eines wie man sie gelegentlich bekommt: afrikanischer Prinz sucht Möglichkeit sein Geld ausser Land zu bringen und ob man ihm da helfen kann. Der Kopf des mails war mit einer Schere abgeschnitten. Ebenfalls im Brief eine leere Verpackung einer Tafel Schokolade. Der Brief war nicht frankiert.

Mysteriös.

Weil der Brief nicht frankiert war –und keinen Absender enthält, hat die Post eine Mahnung draufgeklebt, dass man die 85 Rappen selbst zu bezahlen habe.

Ärgerlich.

Und es ging weiter.

Im Abstand von 2- 3 Wochen folgten weitere, ähnliche Briefe. Die Briefköpfe Beleidigungen, die Briefe nicht frankiert – zusätzlich war noch etwas drin, was wertlos war, die Briefe aber schwerer (und damit teurer) machte.

Unsere Nachbarn wollen das begreiflicherweise nicht zahlen und haben darum bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt eingereicht.

Als nächstes kam frühmorgens ein Telefonanruf von einer Frau, die sich „für die inserierten Gratismöbel“ interessierte.
Unbekannt hat bei der lokalen Zeitung per Brief eine Annonce mit ihrer Telefonnummer aufgegeben – auf den Namen der Nachbarn, bezahlt mit mitgeschickten 10 Franken.

Unsere Nachbarin hat den Anrufbrantworter eingeschaltet, das Telefon auf stumm (der Mann arbeitet nachts und schlief darum) und ist arbeiten gegangen. Bei Rückkehr am Nachmittag hatte sie über 30 Anrufe auf dem Apparat.
Das gab noch eine Anzeige bei der Polizei: diesmal wegen Urkundenfälschung.

Und vorgestern der (momentane) Höhepunkt: es ruft eine Versandfirma an, wegen der von ihr bestellten Uhr: die sei im Moment nicht lieferbar. Unsere Nachbarin hat keine Uhr bestellt – das war (wieder dieselbe Handschrift) unser Unbekannter.

Die Nachbarn haben keine Ahnung wer das sein könnte und warum.

Viel machen kann man nicht mal – bis er/sie einen Fehler macht und sich verrät.

Aber es ist kein gutes Gefühl.

Ich finde es aber erstaunlich wie viel Energie Unbekannt aufwendet für so etwas. Und für was? Nur um jemanden etwas zu leid zu tun?

Hmpf.

Nicht, dass mir nicht auch schon ähnliches passiert wäre – aber davon später heute mehr.

Wo kommt das denn her?

Ich bekomme in der Apotheke das hier in die Hand gedrückt: (das war Ende letztes Jahr)

Ein Rezept für Milbenschutz-Bettbezüge … mal abgesehen, dass auf der „ärztlichen Bescheinigung“ der Name des Patienten fehlt, steht da zuunterst: (sorry die schlechte Qualität)

Informationen für die Apotheke und die Krankenkasse
Die Grundversicherung (KVG) übernimmt die Kosten für die Matratzenhülle gegen Milben bei nachgewiesener Milbenallergie mit Bronchialasthma. Positivion KVG MiGel No …. Einschränkung maximaler Betrag von Fr. 200.- für eine Matratzenhülle alle 5 Jahre.

Das ist toll, nur … das stimmt nicht mehr. Seit 2006  (bei Erhalt des Rezeptes waren es 4 Jahre) sind die Antimilben-Matratzenhüllen nicht mehr in der Mittel- und Gegenstände-Liste und werden entsprechend von der Krankenkasse auch nicht mehr übernommen.

Der Grund für die Streichung war übrigens, dass Studien mit Asthma-Allergikern gezeigt haben, dass mit den Schutzbezügen zwar die Menge Milben verringert wird … das aber keinen Einfluss hatte auf das Befinden der Patienten.

Eine klassische Streichung aus dem Grundkatalog, weil „die Hersteller keinen Nachweis der Wirksamkeit erbringen konnten.“

Aber wieso der Arzt noch diese Formulare verteilt … hat der das wirklich noch nicht mitbekommen als „Facharzt für Nasen- und Ohrenheilkunde“?

Nachfragen beim Patient ergibt dann das: der Arzt war eine Vertretung des normalen HNO Arztes – und aus Deutschland.

Ah ja, man kann nicht alles wissen. Trotzdem: Wie kommt der an die Formulare??

Jedenfalls war der Patient nicht sehr erfreut über meine Information und die Auskunft, dass er das wohl haben kann – aber selber bezahlen muss.

Apotheken in aller Welt, 137: Königslutter, Deutschland

Leser- und Bloggerin Frau Zimtapfel schickt uns dies:

Heute mal eine Apotheke von mir, und zwar aus Königslutter, einer Kleinstadt in Niedersachsen in der Nähe von Braunschweig, wo ich am Sonntag im strömenden Regen spazieren gegangen bin. Weil Sonntag war, nur von außen. ;-) Besonders ins Auge gesprungen ist mir das schöne Äskulap-Relief rechts und links der Eingangstür, dadurch bin ich überhaupt erst daran erinnert worden, die Bilder zu machen.

 

Danke vielmals! Die Schlange sieht ja echt … aktiv aus.