Die Steigerung von Hotel Mama – Lieferservice Mama

Es ist Morgen.

Lehrling der Drogerie zu mir: „Darf ich rasch nach Hause anrufen? Es ist dringend.“

Pharmama: „Natürlich, aber … was ist denn das Problem?“

Lehrling: „Ich habe heute morgen mein Handy zuhause liegengelassen. Meine Mutter soll es mir bringen.“

Pharmama: (leicht baff)… „Also, wenn das wirklich so wichtig ist für dich … mach das.“

 

Mama macht’s? Der Lehrling wohnt nicht gerade in der nächsten Strasse, das ist ein Weg von mindestens 20 Minuten in eine Richtung.
Gut, zu meiner Zeit gab es noch keine Handy – aber ich weiss was meine Mutter gesagt hätte, wenn ich mit so einem Anliegen gekommen wäre. Etwas in der Art:

„Kein Problem, das Telefon läuft nicht weg, das ist noch da, wenn du heute abend kommst.“

No way, dass sie mir das gebracht hätte. Und das finde ich auch ok.

Ich hatte ja lange Zeit kein Handy – hauptsächlich weil ich der Meinung bin, man muss nicht immer sofort erreichbar sein. Aufgrund meiner Arbeit sieht das heute etwas anders aus, aber … wenn ich zum Beispiel Ferien habe, bin ich auch nicht sofort erreichbar – und bisher hat das immer auch ohne das funktioniert.

Ein Tag ohne Handy – ginge das für Euch? Oder würdet ihr Euch „ohne“ nackt fühlen?

Nicht irritieren lassen …

Ich versuche mich an einem neuen Hintergrund.

Ganz off topic: Weiss hier irgendwer, ob man, wenn man jemanden angezeigt hat (und eine Aussage machen musste) irgendwann Bescheid bekommt, was jetzt beschlossen wurde?

Ich kann noch nicht mehr sagen, aber ich frage mich, ob ich nach mehr als einem halben Jahr mal nachfragen soll – oder es einfach vergessen.

Pillenschnitzereien

Pillen (Tabletten) gibt es ja schon in den unterschiedlichsten — zum Teil auch kreativen Formen: ausser rund, oval, oblong haben wir eckige, herzfömige und mehr.

Aber, wenn man will, kann man noch kreativer werden. Hier hat jemand aus Tabletten Formen geschnitzt: Organe und Körperteile:Mehr Bilder hier.

Un-/angenehme Nebenwirkungen: the good, the bad, the ugly

Medikamente haben nicht nur die erwünschten Wirkungen, sondern auch ein paar unerwünschte . Da gibt es schon viel seltsames da draussen – hier ein paar Beispiele: (und immer im Hinterkopf behalten, dass nicht jeder, der das nimmt, das dann auch hat):

Ropirinol (Requip). Das wird eingesetzt gegen das restless leg Syndrom – wenn man Nachts nict schlafen kann, weil die Beine praktisch ein „Eigenleben“ führen.
Nebenwirkung: Spielsucht, Sexsucht

Meldungen über Störungen der Impulskontrolle (Unfähigkeit, Impulsen zu widerstehen) liegen für Patienten vor, die mit dopaminergen Wirkstoffen, einschliesslich Ropinirol, behandelt wurden. Gemeldet wurden z.B. pathologische Spielsucht, gesteigerte Libido einschliesslich Hypersexualität und Essstörungen.

– na ja, wenigstens ist das reversibel. In Frankreich hat jedoch ein Mann die Pharmafirma verklagt, nachdem er wegen seiner Spielsucht Haus und  Job verloren hat. Und er behauptet, das Mittel habe bei ihm Homosexualität ausgelöst … letzteres halte ich dann für eher unwahrscheinlich, eher war das eine Verstärkung von etwas schon vorhandenem.

Bimatoprostum (Lumigan)  Augentropfen gegen Glaukom (zu hoher Augeninnendruck)
Nebenwirkung: Wimpernwachstum

Unter Behandlung … wurde eine dunkle Verfärbung der Haut des Augenlids und ein zunehmendes Wimpernwachstum (längere, dunk_lere und dickere Wimpern) ohne damit zusammenhängende unerwünschte Effekte am Auge beobachtet. Berichtet wurde auch über eine verstärkte Irispigmentierung.

In Amerika werden nun Augentropfen mit genau dem Wirkstoff nur für das Wimpernwachstum vermarktet (Latisse) – ein Life-style Medikament mehr.

Enalapril (und andere) – ein Blutdruckmittel
Nebenwirkung: kann zu Verlust des Geruchssinns führen.

Häufig: Kopfschmerzen, Depression, Synkope, Geschmacksbeeinträchtigung.

Aber auch andere Medikamente können das verursachen.  Geruchs- und Geschmacksstörungen sind sehr unangenehme Nebenwirkungen von Arzneimitteln, die sich manchmal zögerlich zurückbilden, manchmal aber auch Monate oder Jahre bestehen bleiben. Besonders kommen sie vor nach D-Penicillamin, Griseofulvin, Metronidazol, Biguaniden, ACE-Hemmer, Levodopa, Doxycyclin. Eine medikamentöse Therapie ist nicht bekannt

Capecitabinum (Xeloda) – ein Krebsmedikament. Die sind nie lustig.
Nebenwirkung:  häufig Schwellung von Händen und Füssen … und die Fingerabdrücke können während der Behandlung verloren gehen.

Sehr häufig: Hand-Fuss-Syndrom oder palmoplantare Erythrodysästhesie, Dermatitis, Nagelveränderungen , z.B. Nagelverfärbung, Onycholyse, Alopezie

das hört sich ja noch halb lustig an: Keine Fingerabdrücke mehr …– ideal für Kriminelle… nicht so ideal, wenn man auf Amerika einreisen möchte und sie die Fingerabdrücke am Zoll nicht testen können … in dem Fall unbedingt den Arztbescheid mitnehmen, sonst könnte es sein, dass sie einem die Einreise verweigern.

Finasteride (Propecia)– Mittel gegen Haarausfall bei Männern
Nebenwirkung: Männern können Brüste wachsen

Selten: Hodenschmerzen, Vergrösserung der Brust, Schmerzen in den Brustdrüsen.

Umm ja. Da möchte man möglichst jung und männlich aussehen, darum nimmt man das Mittel und dann … das?

Zolpidem (Stilnox) –ein starkes Schlafmittel.
Nebenwirkung: rückwirkender Gedächtnisverlust (retrograde Amnesia), oft kombiniert mit sehr seltsamem Verhaltem: nächtlichem kochen und essen?

Somnambulismus und damit verbundene Verhaltensweisen: Schlafwandeln und damit assoziierte Verhaltensweisen wurden von Patienten berichtet, die Zolpidem (Stilnox) oder mit diesem Präparat verwandte Schlafmittel eingenommen hatten und nicht vollständig wach waren. Dazu zählten unter anderem Auto fahren im Schlaf, Zubereiten und Verzehren von Mahlzeiten, Telefonieren, Geschlechtsverkehr, ohne dass sich die Betroffenen später daran erinnern konnten (Amnesie).

Darum unbeliebt ist das Mittel bei Flugbegleitern – wer hat schon gerne mit einem zu tun, der im Flugzeug den Gang auf und abwandert und sich sehr seltsam verhält?

Mefloquin (Lariam) – ein Mittel gegen Malaria.
Nebenwirkung: Halluzinationen, seltsame Träume

Sehr häufig: Schlafstörungen (Insomnie, abnorme Träume).
Häufig: Agitiertheit, Unruhe, Angstgefühl, Depression, Aggression, Stimmungsschwankungen, Panikattacken, Halluzinationen, psychotische paranoide Reaktionen, Verwirrtheit

Darum ist das Mittel bei psychischen Vorproblemen kontrainduziert.
Was die Halluzinationen angeht, kann ich nichts sagen, aber die seltsamen Träume – die kann ich voll bestätigen, die hatten sowohl mein Kuschelbär als auch ich. Seither nehme ich lieber das Malarone wenn möglich – obwohl das teurer ist.

einige Antidepressiva (Clomipramine macht das, aber neue Berichte sagen das auch von Fluoxetin, Citalopram, Risperidon
etc.)
Nebenwirkung: Orgasmus beim gähnen.

Bei den meisten Menschen setzen Antidepressiva aber das sexuelle Empfinden und die Lust darauf eher nach unten, deshalb ist es eine sehr ungewöhnliche Nebenwirkung, die so direkt nicht mal im Kompendium (dem Schweizer Arzneimittelbuch) erwähnt wird. Quelle: snopes

Die Texte in den Feldern sind den Fachinformationen im  schweizerischen Arzneimittelkompendium entnommen.

Apotheken in aller Welt, 136: Königsfeld, Deutschland

Mona schickt uns dies:

Bei einem Besuch bei Verwandtschaft im kleinen Kurort Königsfeld im Schwarzwald, PLZ 78126, kam ich an der dortigen Schwarzwald-Apotheke vorbei. Laut Verwandtschaft war das auch „schon immer“ eine Apotheke, also mindestens seit der Kindheit meines Begleiters in den 70ern, vermutlich auch schon in den 1960ern.
Es war Pfingstmontag, daher konnte ich nur durch die Fenster linsen. Innen ist außer den üblichen Apothekenräumen auch noch ein Reformhaus untergebracht.
Sympathisch fand ich die Sitzbank samt Tisch vor der Tür, geschützt unter dem Vordach – und natürlich die Sonnenuhr an der Fassade.

Königsfeld ist heilklimatischer Kurort und Kneippkurort und noch dazu mit interessanter Entstehungsgeschichte – ursprünglich eine protestantische Enklave (der Brüdergemeine Herrnhut) mitten im Schwarzwald, wo im Gegensatz zur „dialektlastigen“ Umgebung hochdeutsch gesprochen wird.

Die ist aber auch süss!

Woher kommen unsere Medikamente? Am Beispiel: Insulin

Insulin ist das Hormon in unserem Körper, das für die Regulation des Zuckergehaltes des Blutes (und demnach der Gewebe) verantwortlich ist. Es macht das zusammen mit dem Hormon Glucagon, wobei das Glucagon für den Anstieg des Blutzuckers verantwortlich ist und das Insulin für dessen Senkung.

Wir brauchen Zucker als Antriebsstoff für unsere Zellen. Wie überall gilt aber auch hier: Zuviel ist schlecht. Speziell schlecht ist es, wenn der Zucker im Blut (unserem Transportsystem) zu hoch ist. Das schadet dann den Gefässen und gibt die ganzen Folgeerscheinungen, die man bei unbehandeltem Diabetes sehen kann: Blindheit, wenn die Gefässe im Auge betroffen sind, Amputationen, weil die Gefässe der Extremitäten zugehen, Nierenschäden und so weiter.

Wie aber hat man das Hormon – und damit eine Behandlung für Diabetes eigentlich gefunden?

Durch ein paar Fliegen.

House Fly on Wall
Image via Wikipedia

Das kam so: 1889 hat man Hunden wegen einem Experiment den Pankreas (die Bauchspeicheldrüse) entfernt. Im Lauf des Experimentes fand man, dass Fliegen vom Urin der Hunde, denen nun die Bauchspeicheldrüse fehlte mehr angezogen wurden.Wieso? Durch das Experiment hat man bei den Hunden – noch ohne es zu wissen – künstlich Diabetes verursacht. Der Zucker wurde via Nieren im Urin ausgeschieden – und Fliegen mögen Süsses, also …

Jetzt wusste man also, dass irgendetwas im Pankreas den Blutzucker niedrig hält.

Seit der Entdeckung versuchten viele Wissenschaftler die Sekrete des Pankreas zu extrahieren und als Mittel gegen Diabetes zu verwenden.

Der Name Insulin kommt übrigens von den Langerhanschen Inseln im Pankreas – dem Ort, wo das Insulin produziert wird.

1906 führte der deutsche Internist Professor Georg Ludwig Zuelzer  erstmals eine Injektion mit einem von ihm isolierten und von der Firma Schering hergestelltem Kälberpankreasextrakt namens Acomatol am Menschen durch. Der Extrakt war wohl wirksam, wegen der starken Nebenwirkungen konnte das Präparat nicht weiter verwendet werden.

1916 gelang es Nicolae Paulescu dann erstmals, Insulin aus Pankreasgewebe zu gewinnen.

1921 gelang auch Frederick Grant Banting und Charles Best die Extraktion von Insulin, sie nannten es „isletin“ – dafür bekamen sie 1923 den Nobelpreis

Damit ist die Geschichte aber noch nicht am Ende.

Die ersten Insulinpräparate wurden aus den Bauchspeicheldrüsen von Tieren hergestellt. Für mehrere Jahrzehnte war das auch die einzige Quelle für die Insulinproduktion. Die Tiere waren Schweine und Rinder. Deren Insulin unterscheidet sich zwar, wie man heute weiss an einigen Stellen vom menschlichen Insulin (im Fall vom Schwein ist der Unterschied eine einzige Aminosäure), war aber brauchbar.

Humaninsulin kam als nächstes – der Name ist aber irreführend, weil es sich nicht um Insulin aus menschlichen Bauchspeicheldrüsen handelt, sondern um ein Molekül, das chemisch identisch mit dem des Menschen ist. Gewonnen wurde es aus Schweineinsulin, indem man mit biochemischen Methoden die eine „falsche“ Aminosäure austauscht. 1983 wird dieses halbsynthetische Humaninsulin erstmals von der Firma Hoechst auf den Markt gebracht.

1979 gelang es Frankfurter Wissenschaftlern, das Gen für die Herstellung von Insulin aus menschlichen Zellen zu isolieren, und mittels Gentransfer in Mikroorganismen wie Bakterien (Escherichia coli) oder Hefen (Saccharomyces cerevisiae) zu bringen, so dass ab 1982 die Möglichkeit bestand, mittels dieser gentechnisch veränderten Organismen Humaninsulin in großen Mengen ohne den Einsatz tierischen Ausgangsmaterials von Schwein oder Rind zu produzieren.

Aufgrund der Diskussion über Chancen und Risiken von Gentechnik kam erst 1999 durch die aus der Firma Hoechst hervorgegangene Firma Aventis dieses neue Humaninsulin in den USA an den Markt.

Heute geht man noch weiter, indem man mit Insulinanaloga Abwandlungen hat, die eine kürzere oder längere Wirkdauer haben. So kann man ein bisschen mit der Anwendung des Insulins spielen – aber darüber wissen die betroffenen Diabetiker fast mehr als ich :-/

Es gibt unterschiedliche Formen von Diabetes. Wenn die Bauchspeicheldrüse noch einigermassen funktioniert, wird versucht mit Tabletten die Insulinausschüttung anzuregen und die Empfindlichkeit der Gewebe auf das noch vorhandene Insulin zu verbessern. Wenn aber (fast) kein Insulin (mehr) vorhanden ist, dann muss man es halt ersetzen.

Two types of modern, pre-filled insulin syringes.
Image via Wikipedia

Insulin ist ein Proteinhormon und geht leider relativ leicht kaputt – weshalb es gekühlt gelagert werden muss – und zur Anwendung injiziert – also gespritzt. Wenn man es schluckt, zerstört die Magenenzyme die Struktur und macht es unwirksam. Es gibt Bemühungen nach einfacheren Anwendungsarten zu suchen, zum Beispiel zur Inhalation – es ist aber nichts auf dem Markt im Moment.Dennoch ist es ein ziemlich erstaunliches Medikament, v.a. wenn man bedenkt, dass noch vor nicht allzu langer Zeit Menschen mit Diabetes eine ziemlich schlechte Lebenserwartung hatten – kompliziert noch durch die auftretenden Beschwerden. Heute muss man kaum noch Amputieren wegen Diabetes-Folgen … vorausgesetzt die Leute halten sich an die Therapien …

Quellen: Wikipedia, Internet, Uniunterlagen …