„Sie haben da etwas“

Gestern Mittag kam ein Kunde in die Apotheke, dem dieser riesige Böög* aus der Nase hing. Während er redete (und atmete), windete es den Böög in und aus der Nase. Es war, als ob man einem Fähnchen zuschauen würde an einem windigen Tag.

Es war ziemlich schwierig ihn zu beraten – ich konnte kaum Augenkontakt halten.

Das ist ein bisschen so, wie wenn man versucht nicht hinzusehen, wenn man an einem Autounfall vorbeifährt.

Warum bringen sie einem im Studium nicht bei, wie man damit umgeht?

Am Schluss habe ich ihm ein Kleenex gereicht und ihm gesagt: „Sie … haben da etwas“ – *deut*

… erst nachher ist mir aufgefallen, dass ich dieselbe Worte gebraucht habe wie in dem Sketch von Loriot:

(leider mit portugiesischen Untertiteln – ohne habe ich das nicht gefunden)

dasselbe haben wir zu Hause auch immer am Tisch gesagt, wenn jemand etwas im Gesicht hatte :-)

 

* für meine deutschen Leser: das ist ein Popel

Nein, das reicht NICHT!

Moderne Technik in allen Ehren, aber:

Ein Foto vom Arzt-Rezept auf einem Smartphone …

Nein, das reicht NICHT!

Ich brauche das Original hier – im Zweifel geht auch ein Fax direkt vom Arzt.

… Und: Nein, ich glaube auch nicht, dass das die „neue“ Methode des Arztes ist.

Nicht verboten …

„Warum darf ich nicht mit meinem Kind ins Spital?“

Das sagte letztens eine Mutter mit krankem Kind in der Apotheke zu mir – praktisch als Begrüssung.

Ich machte erst mal ein sehr fragendes Gesicht: „Wer sagt denn, dass sie das nicht dürfen?“

Frau: „Ich habe mit dem Spital telefoniert, wissen sie mein Kind hat 39 Grad Fieber und ich brauche etwas dagegen, aber die Ärztin hat gesagt ich soll nicht kommen, ich soll mit ihm in die Apotheke.“
….

Ah.

Verboten ist der Spitalbesuch natürlich nicht, aber die sind dort nicht allzu erfreut, wenn man mit Bagatellerkrankungen zu ihnen kommt. Der Hausarzt (oder Kinderarzt) wäre eine andere erste Anlaufstelle, aber das hat die Frau offenbar nicht. Und dann gibt es natürlich noch uns, die Apotheke.

In dem Fall finde ich noch nett, dass das Spital sie in die Apotheke schickt – da kann ich abklären, ob es wirklich nur eine Bagatelle ist, oder etwas, das zum Arzt gehört. Ausserdem habe ich hier ganz viele Sachen, um Fieber zu behandeln. Wir haben auch für den Jungen etwas gefunden – und so wie’s nach ansehen und befragen aussieht war es eine einfache Erkältung ohne Komplikationen.

Nein, dafür muss sie nicht ins Spital in den Notfall. – mal abgesehen davon, dass es sich um wirklich nichts Schlimmes handelte – das wäre auch für sie einiges stressiger geworden: Die haben nämlich manchmal recht lange Wartezeiten, die mit wegen Fieber quengeligem Kind nicht angenehmer werden. Und dann hätte sie anschliessend ja trotzdem noch bei uns vorbeischauen müssen.

Also: zuerst in die Apotheke!