Alt und Neu: Dorithricin

Von shug (?):

Da ich gerne in deinem Blog lese und du ja öfters alte mit neuen Medikamenten vergleichst, musste ich vorhin an dich denken, als mir diese alte Packung (drei Bilder im Anhang) in die Hände gefallen ist. Dürfte irgendwann zwischen 1960 und 1980 in Deutschland hergestellt worden sein. Hat leider nur eine Chargennummer und selbst im Beipackzettel steht keinerlei Datum, aber der Fundort (alter Arzneischrank mit Hausapotheke) und das Zeug, das noch dabeilag (durch ausgelaufenes Jod und Wasserschaden leider fast unkenntlich) lassen eine ungefähre Datierung zu.

und neu:

 

Dorithricin gibt es in der Schweiz nicht. Thyroqualin dürfte aber denselben Wirkstoff drin haben.

An der Stelle sollte ich mich wieder einmal bei meinen Lesern für ihre Einsendungen bedanken – die ich wirklich sehr schätze! Und dann muss ich mich entschuldigen, wenn es wieder etwas länger dauert, bis eine Antwort kommt, oder bis ein Beitrag veröffentlicht wird. Ich bemühe mich aber, nichts untergehen zu lassen!

Unbelehrbar

Ein Mann kommt in die Apotheke und fragt nach etwas für sein schmerzendes rechtes Ohr. Er sagt es „fühle sich an, wie wenn Wasser drin wäre.“

Ich schaue mir das an. Sein Ohr ist entzündet, der Kanal praktisch vollkommen zugeschwollen und so wie es aussieht hat er Eiter drin.

Ich sage ihm, er soll dringend damit zum Arzt, ich kann ihm nichts geben.

1 Stunde geht vorbei, da kommt er wieder, in der Hand eine Flasche Ohrentropfen gegen Ohrenschmalz, gekauft in einer anderen Apotheke.

Er hält mir das Fläschchen hin und sagt: „Ich habe jetzt das hier benutzt und jetzt brennt es im Ohr!“

Apotheken in aller Welt, 166: München, Deutschland

Santanyi schickt uns dies: Danke!

In meiner näheren Umgebung gibt es leider keine interessanten Apotheken, daher habe ich mich sehr gefreut, im Münchner Stadtteil Solln (kurz vor dem Ortsschild Pullach) an der Wassermann-Apotheke vorbei zu kommen.

Hinein konnte ich leider nicht – sie war schon geschlossen – aber beim Blick durch die Schaufenster fand sich sowieso nur die übliche „Standard-Einrichtung“.

Die Apotheke hat ein paar nette Details, wie der Dreizack als Schildhalter und das Bullauge als Durchreiche (für den Notfalldienst).

Ich sollte auch in der Apotheke arbeiten …

Patientin, die bei der Assura versichert ist, leicht erbost über die Menge Geld, die sie für ihre Medikamente hinlegen muss: „Ich sollte auch einen Job in der Apotheke haben, dann bekäme ich das alles gratis.“

Die Frau musste ich enttäuschen. Ich bekomme als Angestellte in der Apotheke ein paar Prozente auf die Sachen, die ich selber kaufe. Was über die Krankenkasse läuft, dafür bezahle ich genau gleichviel wie sie. Vielleicht noch mit dem Unterschied, dass ich es meiner Kasse direkt abrechnen kann (was sich bei meiner Franchise aber nicht lohnt) – aber immerhin hat sie ja die Assura als Krankenkasse selbst ausgesucht.

 

Übrigens: da habe ich grad letzthin wieder gelesen, dass das Modell Tiers garant – also, dass man als Patient zuerst selbst bezahlen muss in der Apotheke oder beim Arzt eigentlich das übliche System wäre – also sozusagen der Normalzustand und dass das Modell Tiers payant, also dass der Leistungserbringer (Arzt, Apotheke) mit der Krankenkasse direkt abrechnet eigentlich als Ausnahme gedacht war.

Die Realität sieht heute in der Apotheke aber genau umgekehrt aus – die Patienten sind sich das auch so gewohnt, dass sie ausrufen, wenn es bei einer Kasse dann anders ist – und die Kassen, die das so verlangen werden wieder mehr. Der Trend geht (von den Kassen aus) eindeutig weiter in Richtung Tiers garant.  Ich bin gespannt auf nächstes Jahr.

Leute, schaut die Verträge gut an, die ihr unterzeichnet!

Mitgehört (6)

Kunde in der Apotheke:

„Allopathie – heisst das, dass ich die Medikamente per Telefon bestellen kann?“

:-)

Ich habe leider nicht mitbekommen, wie sie darauf gekommen sind, aber ich lasse mal Wikipedia den Begriff erklären:

Allopathie (von altgriechisch ἄλλος állos ‚anders beschaffen, verschieden‘ sowie πάθος páthos ‚Leiden‘), auch Allöopathie, war ursprünglich eine Bezeichnung Samuel Hahnemanns für bestimmte nicht-homöopathische Behandlungsmethoden. Später erweiterte Hahnemann den Begriff in die Richtung, in der er heute vor allem in alternativmedizinischen Kreisen benutzt wird: als Synonym für „Schulmedizin“.

Nein, mit „Hallo“ hat das nichts zu tun … aber theoretisch könnte man tatsächlich manches per Telefon bestellen.