Wer die Wahl hat …

Kunde in der Apotheke: „Ich hätte gerne von diesen Streifen zum Blutzucker testen.“

Pharmama: „Was für welche?“

Kunde: (überrascht) „Ja, gibt es da verschiedene?“

Pharmama: „Jaaaa…..“

Kunde: „Nein, ich habe keine Ahnung, was für ein Gerät ich habe.“

… dann gehen Sie besser nachschauen.

Im Bild: alle in der Schweiz im Oktober erhältlichen Blutzucker-messgeräte. Quelle: Schweizerische Diabetes Gesellschaft

Leber Ade!

Also – ich finde es wunderbar, dass das Spital es offensichtlich geschafft hat, den Patienten von seinen MST, die er jahrelang genommen hat wegzubekommen (das sind starke Schmerzmittel auf Opioidbasis, die bei falschen Gebrauch gerne abhängig machen).

Nicht so doll finde ich aber, dass man ihm danach erst auf einem Rezept Zaldiar aufschreibt – mit der Maximaldosis: „Zu nehmen bei Bedarf, bis maximal 8 Tabletten pro Tag“ (was alleine ok ist) und dann auf dem nächsten Rezept zusätzlich Dafalgan 500 aufgeschrieben wird: „Zu nehmen bei Bedarf, bis maximal 6 pro Tag“. Die Dosierung wäre alleine auch ok, aber wenn man weiss, dass Zaldiar auch Paracetamol enthält (325mg pro Tablette) und im Dafalgan 500mg pro Tablette drin ist – dann kommt man, wenn man sie wirklich so nimmt auf 5,2 g Paracetamol pro Tag.

Die Empfehlungen liegen bei Maximal 4 g pro Tag – neueste Empfehlungen gehen sogar auf maximal 3 g pro Tag runter. 5.2 Gramm …das ist eher schlecht für die Leber – vor allem, wenn er es auch eine Zeitlang so nimmt.

Und der Patient nimmt das so – davon bin ich überzeugt. Er hat entweder starke Schmerzen (das MST hat er auch nicht zum Spass bekommen) und/ooder ein leichtes Suchtproblem. Inzwischen hat er schon wieder eine neue Packung Zaldiar geholt (nach 6 Tagen – in einer Packung sind 60 Stück drin).

Ich habe also den Patienten darauf hingewiesen (schriftlich zur Sicherheit) und den Arzt informiert.

Ich hoffe das reicht.

Nachtrag: Ja. Das Dafalgan wurde wieder gestrichen.

Im Moment ist man ja in Deutschland daran zu diskutieren, alles mit Paracetamol rezeptpflichtig zu machen – eben weil es, wenn man zuviel nimmt, die Leber kaputt macht. (Siehe auch mein Artikel über Paracetamol: Wundermittel oder Teufelszeug?)

Ein erster Schritt, die Menge Tabletten, die man ohne Rezept bekommt auf maximal 10 g pro Packung zu reduzieren hat wohl nicht den gewünschten Erfolg gebracht – diejenigen, die mehr nehmen wollen, holen sich ihre Packungen dann einfach in verschiedenen Apotheken.

Es ist schon ein Problem: da hat man ein Mittel, das in den Augen der Öffentlichkeit als „harmlos“ angesehen wird – ist es doch auch das einzige, was auch schwangere Frauen und Kinder nehmen können … und dann hat man auf der anderen Seite Vergiftungsfälle wegen Überdosierungen. Viele. In Deutschland waren es letztes Jahr 360 – das ist etwa 1 pro Tag und etwa 5% aller Fälle laut dem Giftnotruf. (Quelle)

Auf der anderen Seite: was sind die Alternativen? Noch mehr Arztbesuche wegen Bagatellerkrankungen? Andere Schmerzmittel (NSAR) – ok, aber die haben ihre eigenen Probleme: Magenblutungen und Nierenprobleme …

Was meint ihr? Paracetamol in die Rezeptpflicht?

Die erste Tankstelle der Welt

Die erste Tankstelle der Welt war … eine Apotheke!

Genauer gesagt, es war die Stadt-Apotheke in Wiesloch, Deutschland.

Als die ersten Verbrennungsmotoren konstruiert wurden, gab es Benzin und andere Treibstoffe, wie Petroleum, nur in Apotheken. Als erste „Tankstelle“ der Welt wird deshalb die Stadt-Apotheke in Wiesloch genannt, wo Bertha Benz bei ihrer Automobil-Überlandfahrt Anfang August 1888 von Mannheim nach Pforzheim … das Leichtbenzin Ligroin einkaufte. Ligroin diente damals in erster Linie der Reinigung von Kleidung (Waschbenzin)

English: Benz Patent-Motorwagen "Velo&quo...

1886 wurde das Automobil von Carl Benz erfunden. Anfang August 1888 bewies seine Ehefrau in Begleitung ihrer 15 und 13 Jahre alten Söhne Eugen und Richard durch eine heimliche Fahrt mit dem Benz Patent-Motorwagen Nummer 3 von Mannheim in ihre Geburtsstadt Pforzheim und zurück die Alltagstauglichkeit der pferdelosen Kutsche, was dem Automobil zum Durchbruch verhalf.

Etwa ab 1900 entstanden auch andere Verkaufsstellen für Treibstoffe. Das erste Tankstellenverzeichnis in Deutschland stammt aus dem Jahr 1909. Es handelt sich um eine Aufstellung von ca. 2500 Drogerien, Kolonialwarenhändlern, Fahrradhandlungen, Hotels und Gaststätten, die Benzin bereithielten.

Quelle: Wikipedia, Rudolf Stricker

Ah – das war eine Einnahmequelle, die sich die Apotheken durch die Lappen haben gehen lassen / von anderen haben abnehmen lassen. Nicht sehr vorausschauend. Naja, wir können uns wenigstens damit trösten, dass sich bei uns niemand über die ständig steigenden Benzinpreise beklagen kann :-) … und das „Drive through“  für die Apotheke wäre dann auch früher gekommen, brrr.

Apotheken in aller Welt, 198: Graskop, Südafrika

Zur Abwechslung (und weil mir ganz langsam wieder die Apotheken ausgehen … Leute, schickt mir Eure Fotos von Apotheken!) mal eine Apotheke von mir:

Fotografiert in den letzten Ferien. Leider habe ich in Südafrika keine wirklich bemerkenswerten Apotheken gesehen. Die meisten sind neueren Datums, von aussen sehr unbemerkenswert und unterscheiden sich bloss via Schilder. Kreuze habe ich dort kaum gesehen – und wenn, waren sie rot, wie hier. Die vergitterten Fenster dagegen sind eher üblich. Grosse Schaufenster haben sie auch nicht. Medikamente gibt es zum Teil auch in den grossen Supermärkten.

Graskop – der Ort, wo die Apotheke ist, liegt links neben dem Krüger in der Provinz Mpumalunga. Es ist ein kleinerer Ort inmitten von viel grün und schöner Landschaft auf der Panoramaroute.