Neue Versicherungskarten

Es ist ein neues Jahr und viele Leute haben eine neue Versicherung – mit entsprechend neuer Karte. Diejenigen, die die selbe Versicherung haben, haben nur zum Teil neue Karten bekommen, wenn etwas geändert hat.

Was ich mit Sicherheit aber sagen kann ist, dass wenn jemand mit einer Karte in die Apotheke kommt, die noch keinen Chip hat – er sicher in der Zwischenzeit eine neue Karte bekommen hat. Der Chip ist jetzt vorgeschrieben – auch wenn ich ihn immer noch nicht lesen kann: ich brauche den Magnetstreifen.

Kunde kommt mit Karte ohne Chip. Ich versuche es trotzdem die Deckung abzurufen, mit dem erwarteten Resultat.

Pharmama: „Entschuldigung, aber ich habe gerade versucht, ihre Versicherung zu validieren und die Karte von der ABC Krankenkasse ist gesperrt. Haben sie vielleicht eine neue Versicherungskarte?“

Patient: „Ja.“ *schaut mich an*

…. ok. das sollte keine rhetorische Frage sein, sondern eine Aufforderung. Also nochmal.

Pharmama: „Kann ich sie haben?“

Patient: „Ah, ja.“ *gibt mir die neue Karte*

Apropos ohne Chip.

Da kam letzthin einer mit einer neuen Versicherungskarte, wo er den Chip fein säuberlich herausgeschnitten hat. „Aus Gründen meiner Privatsphäre“  meinte er.

 

Apotheken in aller Welt: Irland

Von Rosmarie – für einmal das Innenleben einer Apotheke aus Irland. Von wo genau weiss ich leider nicht.

Hier schicke ich dir das „Innenleben“ einer Apotheke in Irland. Da kennen sie wahrscheinlich keine Schubladen!!… :)

So zum anschauen würde ich sagen, das sind alles die nicht rezeptpflichtigen Sachen. Vielleicht haben sie ja doch irgendwo Schubladen. Jedenfalls: als Warenpräsentation ist das ein ziemliches Negativbeispiel. Brrrr.

Dosiert

Dann haben wir da noch …

Die Kundin, die die Fluoxetin Kapseln öffnet und nur soviel nimmt, wie sie denkt, dass sie an dem Tag braucht ….

Fluoxetin wird zur Behandlung von Depressionen, Zwangsstörungen und Bulimie eingesetzt. Es ist etwas was regelmässig genommen wird – es ist langwirksam, nicht schnell-wirksam und darum für ihre Art der Dosierung absolut ungeeignet.

Aber man versuche ihr das einmal beizubringen…

Hands only CPR

CPR (Herz-Lungen-Wiederbelebung) war … nicht ganz einfach. 25 mal (ok 30x) pressen im richtigen Rhythmus, 2 Atemstösse, wieder pressen, wieder beatmen … usw. bis die Sanität oder der Arzt kommt. Speziell unangenehm: das beatmen. Das macht man noch bei einem Freund oder Verwandten einfach so, aber wenn da irgendwer auf der Strasse liegt … ehrlich, da hätte auch ich Probleme. Was man sich da alles auflesen kann …

Heute ist es so einfach:

Und das ist alles was man machen muss:

Notfall anrufen: 112 international (oder in der Schweiz auch noch direkt 144) und fest und hart pressen.

Zu „Staying Alive“ oder auch „Another one bites the dust“ und man hat das richtige Tempo. Beatmen braucht man nicht mehr.

Das kann jeder, oder?

Wann war dein letzter CPR-Kurs?

Merke …

Wenn Sie die Pharmaassistentin etwas fragen und Sie bekommen eine Antwort, die Ihnen nicht passt – seien Sie nicht allzu erstaunt, wenn Sie dieselbe Antwort von der Apothekerin bekommen, wenn Sie die dasselbe fragen.

Von Spinat und Rüebli – und von unbeabsichtigter und absichtlicher Misinformation

Im Spinat ist gar nicht so viel Eisen drin, wie früher angenommen wurde – das ist inzwischen bekannt. Aber wie kam man eigentlich darauf?

Angeblich wurde bei der Analyse und der anschliessenden Berechnung des Eisengehalts um 1870 von Dr. E. Wolf ein Dezimalfehler gemacht (er setzte einen Punkt falsch) wodurch dem Spinat ein zehnmal höherer Eisengehalt als tatsächlich vorhanden zugeschrieben wurde. Eine zweite Version erzählt davon, dass getrockneter Spinat von einem Von Bunge auf den Eisengehalt untersucht wurde und der Fehler darauf beruht, dass er den Gehalt nicht auf das frische Gemüse zurückrechnete.

Um 1940 kam man dem Fehler in Deutschland auf die Spur, aber die Missinformation hält sich hartnäckig.

Aber Rüebli – Karotten sind gut für die Augen, oder? Auch das habe ich früher öfters gehört. „Iss deine Rübchen, dann siehst du besser und du brauchst keine Brille“. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das funktioniert nicht. Meine Mama hat, als sie mit mir schwanger war viel Karotten gegessen. Soviel, dass es Fotos von mir gibt gleich nach der Geburt, auf denen ich einen deutlichen Orangestich habe – der nicht ein Film-fehler ist. Rüebli waren auch für die Schweiz klassischerweise das erste Gemüse (in Breiform natürlich), das ich bekam. Trotzdem habe ich heute eine Brille.

Aber woher kommt diese Aussage eigentlich?

Im zweiten Weltkrieg wurde diese Aussage von Englands Luftabwehr bewusst in die Welt gesetzt um zu erklären, warum sie auf einmal einen derartigen Erfolg hatten Nachts Nazi Bomber schon von weitem anfliegen zu sehen.

Speziell ein Flight Lieutnant John Cunningham wurde dafür verantwortlich gemacht. Man nannte ihn „Cat Eyes“ aufgrund seiner ausserordentlichen Nachtsicht, die er auf seine Vorliebe für Karotten zurückführte. Man forderte andere Soldaten auf, möglichst viel von diesem Gemüse zu essen, um denselben Effekt  zu erreichen.

Die Fehlinformation war so erfolgreich, dass auch viele in der Bevölkerung anfingen Karotten zu essen – es konnte ja nur helfen, wenn mal wieder ein Stromausfall war oder die Lichter absichtlich nicht eingeschaltet werden durften wegen Angriffsgefahr.

Die Wahrheit hinter dem Erfolg der Luftabwehr waren aber nicht die durch Karotten verbesserte Nachtsicht der Soldaten sondern ganz profan der neu und im geheimen entwickelte Airborn Interception Radar. -Die Täuschung war erfolgreich – und die Nachwirkungen „spüren“ wir bis heute.

Lustigerweise ist aber zumindest ein Körnchen Wahrheit an der Geschichte mit den Karotten und den Augen:
Karotten sind eine gute Quelle von  Beta-Carotin, das ein Vorläufer von Vitamin A ist- einem Vitamin, das wichtig ist für ein gesundes Augenlicht, die Haut, Wachstum und Widerstandskraft gegen Infektionen. Trotzdem verbessert das Essen der Karotten das Sehen an sich nicht.

Wer an Nachtblindheit (nyctanopia) leidet, also wer schlecht sieht bei wenig Licht, dem kann zumindest ein bisschen geholfen werden, wenn er Karotten zu seinem Essen hinzufügt, denn er leidet wahrscheinlich an Vitamin A Mangel.

Das Beta Carotin kann auch helfen das Risiko von grauem Star und Makuladegeneration (Augenkrankheiten, die die Sicht behindern) einschränken. Allerdings sind Studien, die auf eine solche Verbindung deuten mit viel höheren Dosen gemacht worden, als man durch normales Karottenessen aufnehmen kann. Es ist aber auch keine gute Idee zuviel zu essen – grosse Dosen Vitamin A können giftig sein – wie alles, was man zuviel nimmt. Vitamin A als fettlösliches Vitamin sammelt sich im Körper an. Und zuviel Betacarotin gibt carotenemie – eben das von mir erfahrene gelb-orange werden der Haut. Das ist zumindest reversibel.

Im übrigen: Spinat enthält einiges mehr Betacarotin als Rüebli, wegen der grünen Farbe sieht man das Orange einfach nicht – und ist darum ein besserer Vitamin A Lieferant. Und das war auch der Grund, warum Popeye Spinat isst – nicht wegen dem Eisen – sondern wegen dem Vitamin A –Gehalt.

Quellen: http://www.snopes.com/food/ingredient/carrots.asp
Internetjournalofcrimonology (Das ist mal ein interessanter Artikel)