Gratuliere! Es ist ein Kind.

In der Apotheke steht eine junge Familie mit Migrationshintergrund und mit 2 Mädchen, das eine davon erst wenige Monate alt.

Vater: „Hätten sie mir nicht eine Tablette, damit meine Frau das nächste Mal einen Jungen bekommt?“

Nein. Das gibt es nicht.

Aber ich habe das schon ein paar Mal gesehen, wenn auch seltener in den letzten Jahren. In manchen Kulturen gelten Jungen halt immer noch mehr … und wenn es keinen gibt, wird so lange weitergemacht, bis. Auch wenn es dann 5, 6, 7 Kinder sind …

Auf der anderen Seite scheint es inzwischen bei uns eher umgekehrt zu sein. Da sind Mädchen beliebter, vielleicht weil angenommen wird, dass sie „einfacher“ seien. Die Sache mit der Erbfolge oder dem Namen erhalten ist heute nicht mehr so wichtig.

Das, was der Arzt aufgeschrieben hat!

Ich finde es gut, wenn die Ärzte Generika aufschreiben.

Nicht so gut finde ich manchmal die Wahl des Generikums, das sie aufgeschrieben haben. Ich weiss nicht, ob das von ihrem Computerprogramm vorgeschlagen wird (die meisten, die das machen, haben auch Computergeschriebene Rezepte), aber … manchmal frage ich mich: nach was für Kriterien ist das?

Häufig ist es eines der oder das günstigste.

Für mich ist das ja nicht das einzige Kriterium. Wenn ich es nicht da habe (was bei denen dann häufiger vorkommt), versuche ich dem Patienten eines derjenigen, das ich da habe schmackhaft zu machen.

Wenn das nicht klappt (manche Patienten bestehen auf „dem, was der Arzt aufgeschrieben hat“), dann bestelle ich das halt.

Oder … versuche, es zu bestellen.

Denn in der letzten Zeit kommt es häufiger vor, dass genau die Generika dann nicht lieferbar sind, oder gar frisch ausser Handel, also gar nicht mehr erhältlich. Offenbar ist da einiges im Umbruch.

Gut nur, kann ich das selbst ersetzen durch solche, die es noch gibt.

Nur … gibt das dann halt noch mehr Diskussionen.

Apotheken in aller Welt, 215: Prag, Tschechien

Danke vielmals an Daniela für diese:

hier mal wieder ein paar Apotheken-Fotos, diesmal aus der „Goldenen Stadt“ Prag.
Die 1. Apotheke befindet sich in der Nähe der Heinrich-Kirche und gleichnamiger Straße (Jindřišská), deswegen heißt auch die Apotheke so.

 Hab mal ein Präparat im Schaufenster fotografiert, darauf steht (frei nach Google-Übersetzung): „GERIAVITWeichkapseln, gegen Müdigkeit, steigert die körperliche und geistige Funktion und Vitalität, ausgewogene Kombination, Ginseng-Extrakt und andere Wirkstoffe“…

 Die 2. Apotheke liegt in der Panská, an einem Seiteneingang (vermutlich) zum Shopping-Center Černá Růže („Schwarze Rose“), ich habe -wie zu erkennen ist- die Innenansicht nur durch die Scheibe fotografiert.
 
Bei der 3. (befindet sich am Karlsplatz) ist wohl vor allem das Gebäude sehenswert, man beachte die 3 Büsten oben links, die äußeren beiden schauen die mittlere an.
Die Letzte ist kaum als Apotheke zu erkennen, tatsächlich gehört die Apotheke zur Poliklinik und das Haus heißt „Fausthaus“ („Faustův dům“), weil es die Sage gibt, Doktor Faust habe hier seine Seele dem Teufel verschrieben und sei durch die Labordecke in die Hölle entführt worden.

Partnerbehandlung!

Auf dem Rezept für die mittel-alte Frau: Flagyl Tabletten, ein Antibiotikum, in einer Dosierung, die man üblicherweise für Trichomonasis braucht, die durch Geschlechtsverkehr übertragen wird. Dazu passend auch unter der Dosierung der Vermerk:

„und Partnerbehandlung!“

Also bereite ich der Frau die doppelte Menge des Medikamentes vor und – nachdem ich ihr die Anwendung erklärt habe- sage ich ihr: „Und die anderen Packungen sind zum Behandeln des Partners, der das gleiche machen muss.“

Frau: „Aber … ich habe gar keinen Partner.“

Pharmama: „Äh, …?“ Was bitte soll ich dazu jetzt sagen?

Frau: „Warum schreibt der Arzt das denn auf??“

(Das würde ich auch gerne wissen)

Pharmama: „Normalerweise, damit man sich nicht wieder ansteckt, aber …kein Problem, dann nehme ich die beiden Packungen hier einfach wieder zurück.“

Ummm … peinlich.

Dringender Rückruf – bitte rasch weiterleiten!

Gerade eben reingekommen: Ein Rückruf für Nitrolingual Kapseln.

Inhalt: Nitroglycerin (Fachname: Glyceroltrinitrat).

Aufgrund eines Produktionsfehlers kann bei einzelnen Chargen der Wirkstoff in destabilisierter Form vorhanden sein, wodurch die Kapseln bei der geringsten Erschütterung explodieren können (Nitroglycerin ist in reiner Form sehr explosionsgefährdet).  Mehr Info zu Nitroglycerin.

Bitte sofort heute noch an alle Nitroglycerin-Benutzer, die ihr kennt weiterleiten!!

Originalmeldung:

Präparat: Nitrolingual Kapseln
Zulassungsnummer: 142012
Wirkstoff: Glyceroltrinitrat
Rückzug der Chargen:  94080A, 02118B, 11146B, 14184A

Die Firma Boskamp hat in Absprache mit Swissmedic einen dringenden Rückruf verschiedener Chargen von Nitrolingual® Kapseln, Zulassungsnummer 142012, bis auf Stufe Verwender angeordnet.

Diese Entscheidung basiert auf den Ergebnissen laufender Stabilitätsuntersuchungen, und Rückmeldungen von Patienten, wonach der Wirkstoff Glyceroltrinitrat in seiner instabilen Form als reines Nitroglycerin vorliegen kann. (Wahrscheinlich aufgrund eines zu raschen Abbaus des Stabilisators). Das Problem ist auf eine definierte Gruppe von Chargen beschränkt und wurde inzwischen behoben.

Der Rückruf erfolgte mittels Firmenschreiben an die mit dem Präparat belieferten Kunden. Sowie via Internet, da eine möglichst rasche Reaktion notwendig ist um Folgeschäden zu vermeiden.