Wo das Alien ist, dürfte auch der Predator nicht weit sein. Allerdings kann ich nicht viel erkennen, solange er im Tarnmodus bleibt …
Was sucht das Alien in der Apotheke? (1)
Frohe Ostern
Augen-Aua
Ein junger Teenager (so um die 12) kommt in die Apotheke, gefolgt von seiner beunruhigten Mutter. Er hält sein eines Auge zu.
Mutter: „Sag was Du hast!“
„Mein Auge macht weh“ – sagt der Junge.
Pharmama: „Seit wann denn? Ist etwas damit passiert?“
Junge: „Ich … (zögert) … habe etwas ins Auge bekommen.“
Pharmama „Ah ja?“
Mutter: „Ja, er hat mit seinen Freunden draussen gespielt.“
Mehr muss ich hier nicht mal wissen. Wahrscheinlich hat er seine Hornhaut verletzt. Ich schicke ihn direkt ins Augenspital.
Später am Tag kommen sie mit einem Rezept für Augentropfen zurück, da erfahre ich dann auch noch den Rest der Geschichte.
Die Mutter ist am kochen. Warum?
Das erzählt sie mir:
Im Spital hat der Arzt das Auge untersucht und ihn dann gefragt, wie das passiert ist.
Junge (murmelt) „… Habe einen Ast ins Auge bekommen beim Spielen.“
Der Arzt: „Das kann es nicht gewesen sein, da war mehr Kraft dabei. Mich anzulügen ist gar keine gute Idee – Sagst Du mir jetzt was wirklich passiert ist?“
Junge: „Mein Freund hat die Luftdruckpistole von meinem Vater aus der Schublade genommen … und versehentlich abgedrückt. Ich habe es direkt ins Auge bekommen.“
Mutter: „Waaaas? Du weißt ganz genau, dass du die nicht nehmen darfst!“
Arzt: „Es ist gut, dass Du mir das gesagt hast. So bekommst Du die richtige Behandlung.“
Er hatte übrigens Glück, das Auge war wohl sehr gequetscht und er hatte einen Riss in der Hornhaut, aber es wird wohl keine Folgeschäden haben.
Mutter in der Apotheke zu mir: „Wir müssen es dem Vater ja nicht unbedingt sagen ….“
Der Junge nickt daneben eifrig.
Mutter zum Jungen: „Aber das hat noch ein Nachspiel, glaub mir das!“
Gedämpft verlassen beide die Apotheke.
Basteln mit Junior: Glycerinseife giessen
Einfaches kleines Projekt mit Junior vor Ostern: Gylcerinseife giessen.
Dazu braucht es:
- Glycerinseife (im Block, gibt es in der Apotheke und Drogerie zu bestellen)
- Lebensmittelfarbe
- optional: ätherische Öle damit sie riecht
- Form zum giessen, zum Beispiel Gratinform
- Förmchen zum Ausstechen: Guetzliausstecher
- Frischhaltefolie
1. Gratinform mit Frischhaltefolie auslegen
2. In Topf die Glycerinseife bei mittlerer Temperatur schmelzen, bis sie vollständig flüssig ist.
Ev. ätherische Öle untermischen, wenn man will, dass sie duftet
3. Glycerinseife in Gratinform giessen und erstarren lassen (dauert ca. 20-30 Minuten)
4. Mit Guetzliausstechern Löcherformen ausstechen.
5. Die herausgenommenen Seifenstücke schmilzt man wieder ein – eventuell in 2 Töpfen, wenn man 2 Farben möchte: Lebensmittelfarbe tropfenweise zugeben, bis gewünschte Farbintensität erreicht ist.
6. Die farbige geschmolzene Glycerinseife vorsichtig in die ausgestochenen Löcher füllen.
7. Alles erkalten und erstarren lassen
8. aus dem Block mit einem scharfen Messer kleinere Seifen schneiden. Alternativ könnte es auch sehr schön aussehen, wenn man grössere Formenausstecher hätte. Seifenreste kann man wieder einschmelzen und in Formen füllen.
9. Schön einpacken (mit Frischhaltefolie), Bändchen drum.
10. fertig zum verschenken!
Entstehung und Niedergang eines „Wundermittels“
Die rosa Salbe. Regividerm. Erinnert sich jemand an den Boom? Den Fast-Skandal? Die Aufregung und das Aufheben, das um diese Salbe gemacht wurde? Das ist noch gar nicht so lange her.
Für diejenigen, an denen das Ganze vorbeigegangen ist, hier eine kurze Zusammenfassung.
Im Oktober 2009 brachte die ARD eine Fernsehdokumentation mit dem Namen „Heilung unerwünscht – Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern“. Darin wurde von einer Salbe berichtet, die wahre Wunder bei Neurodermitis bewirken sollte. Eine Salbe mit einer recht einfachen Zusammensetzung, nämlich Vitamin B12 und Avocadoöl, dazu Wasser, Emulgator und Konservierungsmittel. Die Grundaussage war: Diese toll wirkende Salbe, die auch schon mit guten Ergebnissen getestet wurde, wurde von dem einfachen Erfinder schon mehrmals versucht als Patent an Pharmafirmen zu verkaufen. Die haben aber allesamt abgelehnt, weil das Mittel „zu einfach“ wäre und zu günstig und weil die Pharmafirmen lieber ihre eigenen, teuren Produkte verkaufen würden. Ohne Unterstützung (und Geld) von den grossen Firmen käme also das so tolle Mittel nie an die bedürftige Öffentlichkeit, die geplagten Neurodermitiker, denn er habe kein Geld für grosse Studien sowie Vermarktung.
Auch gezeigt im Film wurde das Buch „Heilung unerwünscht“ – und dass im Buch, sowie auf seiner Website die Formel für die Wundersalbe steht, man könne sie einfach in der Apotheke anrühren lassen.
Daraufhin geschah einiges. Einerseits stürmten einige Leute mit dem Rezept für die Salbe in die Apotheke, um sich das anrühren zu lassen – was sich als gar nicht so einfach herausstellte. So ich weiss, war die Salbe nach angegebener Formulierung nicht sehr stabil.
Aber das war dann auch egal, denn im November 2009 kam die Salbe in den Handel! Unter dem Namen Regividerm von Mavena. Mit einer Zulassung als Medizinprodukt.
Das ist aus verschiedenen Gründen bemerkenswert.
- Es hat sich doch noch eine Firma gefunden unter den „bösen“ Pharmafirmen, die das Patent übernahm und die Salbe vermarktet.
- Die Salbe kommt 1 Monat nach dem Film auf den Markt, in dem behauptet wird, es sei niemand zu finden, der das herstellen will. Wenn man weiss, wie lange so eine Markteinführung braucht, ist das schon ein Wunder. Andererseits … ist es das wahrscheinlich nicht. Es lässt den Film einfach als unglaublich präzise Marketingstrategie erscheinen.
- Die Zulassung ist nicht als „Arzneimittel“ – was es eigentlich bei der Indikation Neurodermitis und Schuppenflechte fast sein müsste, das deutet auf nicht unbedingt bewiesene Wirksamkeit. Einsicht in die Studienlage zeigt auch, dass die Heilversprechen nicht gerade auf festen Beinen steht … nicht gerade überragende Ergebnisse und viel zu wenig Leute. Aber … man könnte diese Markteinführung jetzt auch als Feldversuch anschauen …
Dadurch, dass es nicht eine Zulassung als Arzneimitel hat, wird sie auch nicht von der Krankenkasse übernommen.
Viele Leute liessen sich dadurch natürlich nicht abhalten und kamen die Salbe in die Apotheke holen um sie ausprobieren.
Inzwischen hat sich der Anfangs-boom aber mehr als gelegt. Seit 2010 heisst die Salbe auch nicht mehr Regividerm, sondern Mavena B12 Salbe – ich glaube das war wegen einem Namenskonflikt.
Jedenfalls inzwischen ist die Salbe schon fast wieder vom Radar der Öffentlichkeit verschwunden …. von den Leuten, die das ausprobieren gekommen sind, sind auch kaum welche wieder gekommen das zu kaufen.
Und jetzt hätte ich eine Kundin, die sich dafür interessiert (ursprünglich kam sie mit dem aus dem Buch kopierten Rezept) und …. ich kann sie nicht mal mehr bestellen.
Nicht-Lieferbar bis auf weiteres.
Soviel zur Wundercreme. Wäre auch zu schön gewesen.






