Preisdiskussionen – oder: ist meine Arbeit gar nichts wert?

Ich mag Diskussionen nach der Abgabe von Medikamenten auf Rezept über die Preise der Medikamente und die LOA gar nicht. Ich mache die Preise nicht, das sind hauptsächlich die Hersteller und bei den Sachen, die von der Grundversicherung übernommen werden – da hat der Gesetzgeber seine Hand drin, was die Preise angeht.

Für unsere Arbeit haben wir die Pauschalen, die zwischen den Krankenkassen und den Apotheken aushandelt wurden: den Vertrag nennt man von der LOA – Leistungs-Orientierten-Abgabe. Diese Pauschalen sind nicht wirklich hoch. Beide Pauschalen zusammen etwa CHF 7.30. Tatsächlich sind sie niedrig genug, dass etwa jede 4. Apotheke in der Schweiz sehr zu kämpfen hat. Dazu kommt noch, dass sie Nur für rezeptpflichtige Medikamente gelten, die von der Grundversicherung übernommen werden. Mehr über sparen an der Apotheke hier.

Trotzdem hatte ich wieder einen Kunden, der fand, er brauche für seine Medikamente keine „Beratungstaxe“ zu zahlen –schliesslich schaut der Arzt ja welche Medikamente er bekommt und erklärt ihm das. Also will er, dass wir ihm gar keine „Taxen“ verrechnen, ansonsten gehe er halt seine Medikamente via Internet besorgen.

Au ja. Das sind keine „Taxen“, das hat nichts mit Steuern zu tun. Das ist auch bei weitem nicht nur für eine „Beratung“. Das ist für unsere Ganze Arbeit, angefangen vom Medikament bestellen, an Lager halten, Patienten- Dossier führen, Interaktionen abklären, Nachfragen beim Arzt, Nebenwirkungen festhalten, mit Generika austauschen, Dosierungen kontrollieren, Medikamente und Anwendung erklären, Hauslieferungen, mit der Krankenkasse abrechnen und so weiter und so fort.

„Aber“ (sage ich ihm nach der Erklärung) „… ich könnte ihnen anbieten, auf eine der beiden Pauschalen (die für 3 Franken) zu verzichten, wenn Sie bereit sind, dafür die Medikamente gleich zu bezahlen und die Rezepte selbst der Krankenkasse zum Zahlen einzuschicken. Dann habe ich auch weniger Arbeit damit. Auf die ganzen Pauschalen kann ich nicht verzichten, denn DAS IST MEIN LOHN! Die Abgeltung für meine Arbeit! Arbeiten Sie etwa gratis??“

Ach, Sie sind pensioniert.

Ja, es tut mir leid, wenn Sie das nicht verstehen können.

In dem Fall gehen Sie von jetzt an ihre Medikamente im Internet bestellen. Das ist sicher auch viel weniger Arbeit für sie.

Danke dass Sie hier waren.

(Sehe ich den wieder?)

Alles Tropfen, oder was? Rerun

Original vom 28.5.2009

Pharmama: „Grüetzi, kann ich ihnen helfen?“

Kundin: „Ich brauche Augentropfen.“

Pharmama: „Ok, und was für Beschwerden haben sie?“

Kudin: „Ich brauche Tropfen … für meine Augen.

Pharmama: „Ja, das habe ich verstanden, aber es gibt eine Menge unterschiedliche Augentropfen. Haben Sie eine Allergie? Oder eine Infektion?“

Kundin nimmt die Brille ab und blinzelt übertrieben: „Sehen Sie?“

Pharmama: „Eigentlich sehe ich da gar nichts. Was haben sie denn?“

Kundin: „Ich gehe die Augen nächste Woche beim Arzt ausspülen.“

Pharmama: „Die Augen? Beim Arzt?“

Kundin: „Ja, ich habe eine Menge Wachs.“

Pharmama (mir dämmert etwas): „Meinen Sie nicht die Ohren?“

Kundin – Pause und Stirnrunzeln : „…. habe ich gesagt Augen? Ich meine natürlich Ohren. Ich brauche Ohrentropfen gegen zuviel Ohrenschmalz.“

Aha.

Apotheken aus aller Welt, 287: Bamberg, Deutschland

Das nächste ist die Hofapotheke in Bamberg, gleich unter dem Dom. Ich komme oft – leider meist in der Dunkelheit – daran vorbei und finde sie immer wunderschön. Interessant ist auch das alte Ordinationsbuch, das im Fenster ausgestellt ist. Jetzt kam ich doch einmal tagsüber vorbei, so dass ich zusätzlich den sehr netten Apotheker bitten konnte, die tolle Apotheke auch innen fotographieren zu dürfen.

  

Das ist toll, die Apotheke auch von innen zu sehen. Wenn der Vorhang hinten zu wäre … ich würde mich ernsthaft fragen, wo denn der Rest der Medikamente ist :-) Toll! Danke simop.

Die ganze Nacht lang

Ein Nicht-nativ-Deutsch sprechender männlicher Kunde fragt nach : „Kondome?“.

Ich zeige ihm, wo wir sie haben.

Er: „Welche gut?“

Ich zeige ihm die ganz normalen (Latex, mit Reservoir und Gleitmittel) und frage ihn: „Welche Grösse?“

– gemeint habe ich natürlich die 3er oder die 6er Packung.

Er: „16 oder 17 Zentimeter“

Pharmama: „Oh, nein, ich meinte, wie viele“

Er (mit einem Lächeln): „Die ganze Nacht lang!

Also … bekommt er von mir die Grosse Packung.

mehr über Kondome auf meinem Blog findest Du … hier.

Apotheken aus aller Welt, 285: Memmelsdorf, Deutschland

Nachdem ich in der letzten Zeit die Apothekenbilder-serie aus Zeitgründen etwas vernachlässigt habe, will ich jetzt wieder richtig damit starten.

Besten Dank an simop für die Bilder!

Das erste ist die Apotheke hier in meinem Wohnort Memmelsdorf. Das Haus, in dem sie  sich befindet, ist vom Baustil her typisch für die Region – Häuser mit diesen soliden Kantsteinen besitzen hier viele steinerne Dorfhäuser. Die Apotheke selbst ist sehr modern, aber gut in das alte Gebäude integriert.

 

Sonnig!