Möglichkeiten zum Medikamenten-Management

Es ist doch so: man nimmt Medikamente nicht zum Spass, sondern aus Gründen. Die können sein Stoffwechselstörungen, Beschwerdenlinderung, Prophylaxe von ernsten Gesundheitsproblemen … Trotzdem haben viele Leute Mühe die Medikamente richtig (und vor allem meist regelmässig) zu nehmen. Die meisten, die schon mal regelmässig Medikamente nehmen mussten, kennen das Problem. Es verschärft sich, wenn man von etwas keinen unmittelbaren Effekt „sieht“ – zum Beispiel, weil es prophylaktisch genommen werden muss. Auf der anderen Seite gibt es Medikamente, deren (sofort-)Effekt so angenehm ist, dass sie dann zu häufig genommen werden – man spricht von „Missbrauch“, aber eigentlich ist es auch eine nicht korrekte Einnahme.

Was gibt es für Hilfsmittel, damit man die Medikamente korrekt einnimmt?

Zur richtigen (und regelmässigen) Einnahme von Medikamenten gibt es HIlfsmittel. Ich stelle sie hier vor anhand einer speziell nicht-*adhärenten Patientin. (*Fachwort für wie gut man sich an die Anweisungen des medizinischen Personals hält).

Ich präsentiere Frau Maier-Moser (MM). Mitte 70, körperlich noch gut zuweg, wir haben sie von einer anderen Apotheke übernommen, da sie in unser Quartier gezogen ist. An Medikamenten hat sie eigentlich nur ein Mittel gegen Schilddrüsenunterfunktion in ziemlich hoher Dosierung, gelegentlich Schmerzmittel wegen Rückenschmerzen und „ihre Seresta“.

Von den Benzodiazepinen (dem Beruhigungsmittel Seresta) ist sie abhängig. Seit langem und etwas mehr als nur „low dose“ abhängig. Das ist die erste Baustelle. Sie hat ein Dauerrezept vom Arzt, der es versäumt hat aufzuschreiben, wie viele sie davon maximal nehmen darf pro Tag. „Bei Bedarf“ ist keine gute Angabe hier – für uns nicht und die Patienten nicht – die neigen oft dazu irgendwann die Dosis zu steigern. Die häufige Abgabe fällt in der Apotheke bald auf und man holt beim Arzt die richtige Dosierung ein.

Das einfachste: Die Dosierungsetikette (gehört auf jedes Medikament)

Erster Schritt für eine bessere Compliance / richtige Medikamenteneinnahme: Die Dosierungsetikette. Auf die Dosierungsetikette kommt also die maximale Tagesdosis drauf. In dem Fall: „Maximal 3 Tabletten täglich einnehmen„.

Kontrollierte Abgabe – erst mal einfach: Packungsweise

Frau Maier-Moser (MM) ignoriert das und nimmt sie weiterhin wie …M&Ms. Nach regelmässigen Diskussionen deswegen mit ihr und in Absprache mit dem Arzt beschränken wir deshalb die Abgabe auf 1 Packung zu 50 Stück alle 2 Wochen. (Wer rechnen kann, merkt: das sind immer noch „etwas“ mehr als die 3 pro Tag).

Jetzt fangen die Ausreden an, weshalb Frau MM die Packung früher braucht. Von verloren, irgendwo liegengelassen, in die Toilette gefallen, gestohlen … alles drin. Das betrifft praktisch ausschliesslich die Seresta, das Schilddrüsenmedikament oder die Schemrzmittel verschwinden nie. Was aber auffällt ist, dass es mit ihrem Gedächtnis zeitgleich abwärts zu gehen scheint. Ein Teil der „verschwundenen“ Tabletten lässt sich vielleicht auch dadurch erklären: sie weiss nicht mehr, ob (und wieviel) sie jetzt schon genommen hat. Benzodiazepine selber sind ausserdem nicht gut fürs Gedächtnis.

Fraktionierte Abgabe – Wochendosis abgepackt / Tagesdosis abgepackt

Weil das zunehmend schlimmer wird, führen wir (immer noch nur für die Seresta) eine fraktionierte Abgabe ein: Frau MM bekommt jetzt also die Seresta als Wochendosis abgepackt. 3×7 = 21 Tabletten in einem Minigrip.

Das geht so eine Weile mal besser, mal schlechter. Wegen ihrer Gedächtnisprobleme und Rückenschmerzen bekommt sie Unterstützung durch die Haushilfe – die kommen ihre Medikamente holen und helfen im Haushalt / einkaufen. Dazwischen haben wir jedoch immer wieder Anrufe von ihr wegen „fehlenden“ Tabletten. Mit „immer wieder“ meine ich: manchmal mehrmals täglich. Gelegentlich tauchen die wieder auf, aber immer wieder die Entscheidung: sollen / können wir mehr geben? Nach mehreren so belastenden Wochen entscheiden wir (zusammen mit dem Arzt, den sie auch mehrmals angerufen hat) dass wir die Seresta in Minigripp für 1 Woche nach Tagen abpacken. Also pro Tag und mit Datum angeschrieben: Tagesdosis für Montag, den X.XX.22 3 Tabletten Seresta 15mg„. Und keine Ausnahmen mehr. Die Haushilfe soll ihr ausserdem bei der richtigen Einnahme helfen.

Es klappt witerhin nur so mässig. Nach weiteren Wochen mit Anrufen wegen verschwunder, verlorener, geklauter Tagespackungen oder einzelner Tabletten müssen wir auf die tägliche, kontrollierte Abgabe gehen. Das Medikament muss nun täglich in der Apotheke bezogen werden. Das Problem hier: Sie kann / will (wegen Rückenschmerzen und anderem) nicht täglich das Medikament holen kommen und wir haben auch wirklich nicht die Kapazität das täglich vorbeizubringen (und in den Briefkasten legen provoziert nur mehr „Tabletten verschwunden“-Anrufe). Die Haushilfe kommt ebenfalls nicht häufig genug dafür. Nach ein paar Wochen gehen wir deshalb auf wöchentliche Abgabe von Tagesdosen zurück.

Wochendosier-systeme – für mehrere Medikamente

Damit funktioniert es einigermassen, wahrscheinlich, weil sie froh ist, nicht mehr täglich vorbeikommen zu müssen – bis wir Rückmeldung von der Spitex bekommen, dass das mit der regelmässigen Einnahme auch bei ihren anderen Medikamenten nicht funktioniert. Deshalb sollen wir nun Alle Medikamente in ein Wochendosett rüsten und das regelmässig abgeben.

Wir besorgen einen aktuellen Medikamentenplan. Wir holen die noch vorhanden Medikamente von Frau MM (damit sie es nicht doppelt nimmt). Wir rüsten die Medikamente in das Wochendosett. Wir erklären es Frau MM bei der Abgabe. Prinzipiell ist es einfach: Man nimmt an dem Tag zu der Tageszeit (Morgen, Mittag, Abend, Nacht) die Tabletten, die in dem entsprechenden Fach sind. Bei ihr noch extra angeschrieben, dass „nüchtern“ zu nehmen morgens: Mindestens 30 Minuten vor dem Essen.

Montag, Dienstag, Mittwoch … Donnerstag morgen erhalten wir ein Telefon von Frau MM. Sie hat sich gestern abend sehr unwohl gefühlt und die Sanität gerufen. Im Spital haben sie festgestellt, dass ihre Schilddrüsenhormone viel zu hoch sind (!). Das scheint jetzt überraschend – immerhin hat sie Medikamente gegen Schilddrüsenunterfunktion. In ziemlich hoher Dosierung ausserdem. Was ist passiert? Meine Vermutung: sie hat schon eine lange Zeit die Medikamente nicht richtig genommen. Der Arzt hat die Dosis erhöht, weil der Hormonspiegel trotz angeblich richtig genommener Medikamente zu tief war. Und nun mit dem Dosett … hat Frau MM die Medikamente vielleicht erstmals korrekt eingenommen … und das war halt zu viel. Man merke sich: nicht genommene Medikamente wirken auch nicht.

Wir bekommen vom darüber informierten Hausarzt eine Dosisanpassung für die Schilddrüsenmedikamente – Frau MM muss nur noch alle 2 Tage das Medikament in einer niedrigen Dosierung einnehmen – und in ein paar Wochen zur Kontrolle. Man erklärt es ihr und gibt das umgerüstete Dosett ab.

Das ist noch nicht das Ende … Frau MMs Gedächtnisprobleme werden schlimmer und wir bekommen wieder täglich Anrufe von ihr, weil sie Tabletten im Dosett umrüstet. Sie nimmt welche an einem Tag raus, gibt sie am anderen rein … und reklamiert dann bei uns, weil sie an einem Tag nicht genug / zu viel Tabletten hat.

Man könnte jetzt die Medikamente verblistern – damit verhindert man das verschieben und herummanipulieren. Theoretisch zumindest. Bei Frau MM ist es so, dass sie es trotzdem tut und sich ausserdem noch über die Handhabung der Blister reklamiert, da sie ihr nicht einfach genug zu öffnen sind – und sie die Tabletten manchmal anders nehmen will (ihre Seresta hauptsächlich). Also zurück zum Dosett.

Was, wenn alle ambulanten Möglichkeiten ausgeschöpft sind?

Die Haushilfe (die jetzt öfters kommt) soll jetzt nach Vorgabe des Arztes das Dosett wegschliessen und ihr nur noch die Tagesdosen herausgeben. Das will sie partout nicht. Ich kann das verstehen, das ist ein Stück Selbständigkeit, die sie hier verliert. Aber was sind die Alternativen?

Es ist eine Tragödie und keine Lösung in Sicht. Nächster Stopp Pflegeheim?

Von Problemlösungen und Dienstleistungen – oder dem Mangel an denselben

Teil meiner Jobbeschreibung (als Apothekerin) sollte sein „Problemlöserin“. Speziell für medikamentöse Probleme, natürlich, aber ausser der Beratung und Lösungsfindung fallen darunter die Entscheidung ob etwas rezeptpflichtiges gebraucht wird (und ob ich das abgeben kann und unter welchen Bedingungen), Beschaffungsprobleme, Ersatzmöglichkeiten. Und daneben habe ich täglich mit Personalproblemen, Hard- und Softwareproblemen und einigem mehr anderem zu tun.

Alles okay – was mich aktuell allerdings immer mehr nervt: die Leute scheinen nicht zu verstehen, dass ich grundsätzlich helfen *will* – es liegt meist auch in meinem Interesse eine Lösung zu finden, etwas (auf Rezept) abzugeben oder zu verkaufen. Aber es gibt Grenzen, innert deren ich meine Arbeit mache. Gesetzliche und wirtschaftliche. Eine Apotheke ist auch Detailhändler – in einem sehr spezialisierten und stark geregeltem Sektor. Und wenn ich „Nein“ sage – dann ist das so. Akzeptiert meine Lösungsvorschläge oder geht. Aber bitte diskutiert nicht. Ich hab keine Zeit dafür. Und langsam auch keine Nerven mehr.

Situation Freitag abend, kurz vor 7 Uhr. Wir sind noch zu zweit in der Apotheke – aktuell ich und die Apothekerassistentin im Praktikumsjahr. Ein Pärchen kommt rein, sie mit dick geschwollener Backe. Etwas mühsam erklärt sie mir nuschelnd, was sie will: etwas mit Arnika sei ihr empfohlen worden. Zur besseren Heilung. Gut – wenn sie das denn will: ich zeige ihr die Arnika-Globuli. Ich bin zwar nicht begeistert, aber … des Menschen Wille ist sein Himmelreich und so. 

Als ich sie frage, für was sie das braucht, zeigt sie auf ihre Backe. Das sei von heute, ihr Weisheitszahn musste herausgenommen werden, es schmerze zwar noch nicht, aber wenn …. 

Ich empfehle ihr statt dessen ein richtiges Schmerz- und Entzündungshemmendes Mittel. Sagt sie: „Ja, mein Arzt hat mir auch etwas verschrieben, das und ein Mittel zum gurgeln. Ich habe das Rezept aber zu Hause vergessen und keine Lust, es zu holen.“

Ok, blöd, aber muss ja nicht sein: ich kann ihr beides auch ohne Rezept verkaufen. Plus: hierzulande zahlt die Krankenkasse ja keine Zahnarztrezepte, also hätte sie sowieso zahlen müssen.

Will sie nicht, weil: „Es soll aber genau das sein, was auf dem Rezept steht.“ 

Gut, dann brauche ich das Rezept hier. Sie soll es holen. 

Das will sie nicht. *Ich* soll doch jetzt beim Arzt anrufen und das Rezept verlangen / nachfragen, was er verschrieben hat.

Nein. Das will / kann ich dafür jetzt nicht. Es ist nach 5 Uhr an einem Freitag abend. Mir fehlt die Zeit dafür. Der Arzt ist wahrscheinlich schon im Feierabend. Wenn sie meine Ersatzvorschläge nicht akzeptieren will, nur „genau das verschriebene“ will und nicht weiss, was es ist … dann kann sie das selber versuchen herauszufinden. Ich drücke ihr unsere Visitenkarte in die Hand, wo (falls sie jemanden erreicht) das Rezept oder die Info hin soll und wünsche ihr viel Glück.

Es … stösst etwas auf Unverständnis, dass ich das nicht mache.

Ich weise sie noch einmal auf die Zeit hin, die Tatsache, dass ich das Personal dafür jetzt nicht habe und die Schlange aus 5 Personen, die sich in der Zwischenzeit hinter ihr gebildet hat. Sie will diskutieren. Schliesslich wende ich mich dem nächsten Kunden zu um weiterzumachen.

Als ich nach weiteren 2 Kunden wieder schaue, was sie machen, sind sie nicht mehr in der Apotheke. Ich höre (nicht unerwartet) auch nichts mehr von ihnen.

Ich habe schon Ärzten angerufen wegen Rezepten – das bedingt aber eine gewisse Wichtigkeit und macht hier aus den verschiedenen (erwähnten) Gründen keinen Sinn.  Ausserdem: so Dienstleistungen brauchen Zeit. Und Personal. Da es momentan an beidem mangelt, kann ich das nicht bieten.

Aber die Patienten und Kunden sehen das nicht. Bis so etwas merkbar wird für die Kunden, dauert es lange – denn wir kompensieren so gut wir können. Wir machen, was möglich ist, priorisieren (hauptsächlich auf die anwesende Kundschaft) derweil im Hintergrund sich viel Arbeit ansammelt zu der man kaum mehr kommt. 

Ich wünschte, die Leute hätten etwas mehr Verständnis auch für unsere Situation.

 DIE APOTHEKE  – ein Gedicht

     Ein traditionsreiches Gewerbe
  pflegt sein jahrhundertealtes Erbe;
 von ersten Vorläufern im alten Rom
 und Paracelsus zum Pharmadiplom.

 Es wird dekantiert, filtriert und titriert,
   man mixt hochwirksame Tinkturen.
   Puder und Salben werden offeriert,
    auch Hilfsmittel für diverse Kuren.

            Gegen Viren und Bazillen;
      Erkältung, Husten, Heiserkeit 
       helfen uns Dragees und Pillen,
       machen die Atemwege weit.

     Ob es im Magen zieht und sticht,
         es in der Speiseröhre brennt,
   die Galle streikt, uns quält die Gicht;
       die Pharmazie ein Mittel kennt.

          Die Säurehemmer florieren,
          Dauerbrenner ist Aspirin.
     Es gibt was für Blase und Nieren,
        für jedes Leid eine Medizin.

       Wenn uns eine Krankheit plagt,
           ist die Apotheke der Ort
        Es ist Fachkompetenz gefragt,
      wir vertrau’n Apotheker’s Wort.

Rainer Kirmse , Altenburg

Ganz herzlichen Dank für dieses tolle Gedicht! Ein echter Lichtblick.

Auf diese Liste will keiner (2)

2 Monate vergehen. Wir erinnern uns: Frau Bündchen mit Dauerrezept für Tramadol-retard Tabletten bei uns (und vielleicht noch wo anders?) und Frau Bündchen Senior, deren Dauerrezept für Tramadol-Tropfen (die die Tochter immer für sie bezogen hat) das storniert wurde.

Wir erhalten ein neues Dauer-Rezept für Frau Bündchen über Tramadol Tropfen mit einem Abbau-Schema als Dosierung.

Ja, jetzt bin ich verwirrt. Für die Tropfen hatten wir bisher nur für ihre Mutter Rezepte. Und das Abbau-Schema … das ist schon möglich, nur … ist das demnach anstatt der Retard-Tabletten (wäre logisch, aber nirgends erwähnt) oder hat der Arzt das mitbekommen, dass sie nebenher die Tropfen der Mutter genommen hat und das ist statt denen?

Vielleicht konstruiere ich da nur ein Problem, aber ich nehme das dennoch zum Anlass der Praxis anzurufen und diesmal will ich den Arzt direkt sprechen.

Nun – das war das spannendste und mehr als aufschlussreiche Telefon-Gespräch, das ich seit langem hatte. Ich versuche etwas zusammenzufassen, da der Arzt und ich Anfangsschwierigkeiten hatten zu verstehen, von was wir beide jetzt reden.

Pharmama: „Guten Morgen! Ich rufe an wegen dem neuen Dauerrezept für Tramadol-Tropfen für Frau Bündchen, das sie uns gefaxt haben. Ich habe gesehen, das ist ein Abbauschema … heisst das, dass das anstatt den Tramadol retard Tabletten ist?“

Arzt: „Nein, die nimmt sie ja schon eine Zeitlang nicht mehr. Das ist der Ersatz für das letzte Tramadol-Tropfen Rezept vom (1 Monat her).“

Pharmama: „Oh. Ich habe aber für Frau Bündchen bisher kein Rezept für Tramadol Tropfen erhalten. Das ist das erste Rezept für Tropfen für sie, das ich hier sehe.“ (meine Betonung auf FÜR SIE), das von der Mutter darf ich ja nicht erwähnen.

Arzt: „Wir haben ihr ein Tramadol Dauerrezept für Tropfen mit der Dosierung (…) am (1 Monat her) ausgestellt. Das Rezept hier ersetzt dieses Rezept.“

Pharmama: „Das ist interessant. Weil … dieses Rezept für Tropfen ist nie bei uns angekommen. Sie hat aber ein laufendes Dauerrezept für Tramadol Tabletten, das sie in der Zwischenzeit, also sei (1 Monat her) 2x bei uns weiter bezogen hat.“

Arzt: „…“

Pharmama: „Ausserdem … da war vor ein paar Monaten doch noch ein Zwischenfall bei ihr, wo sie das neue Dauerrezept für Tramadol Tabletten direkt der Patientin gemailt haben. Damit könnte sie theoretisch jetzt ausser bei uns auch noch in anderen Apotheken das beziehen. Wir haben keine Möglichkeit das Nachzuprüfen.“

Arzt: „Also sie bezieht immer noch die Tabletten bei ihnen? Das letzte Dauerrezept für die Tropfen ist nicht zu ihnen gekommen, das bezieht sie wahrscheinlich andereswo … und es existieren eventuell noch weitere laufende Dauerrezepte für das Tramadol in anderen Apotheken?“

Pharmama: „…“ (das muss man mal sacken lassen.) „Ja.“

Der Arzt überlegt etwas, dann bestimmt: „Bitte stornieren sie das Dauerrezept für die Tabletten und auch das für die Tropfen jetzt. Ich werde mit der Patientin Kontakt aufnehmen und schauen, wie das weiter geht. Falls sie vorher zu ihnen kommt, sagen sie ihr, sie muss mit mir Kontakt aufnehmen. Ich werde versuchen herauszufinden, wo die anderen Rezepte sind und von jetzt an nur noch einzelne Rezepte für sie ausstellen, keine Dauerrezepte mehr. Vielleicht setze ich sie auf die Sperrliste, wenn sie mir nicht angibt, wo sie noch bezieht.“

3 Tage später meldet sich Frau Bündchen selber bei uns, um superfreundlich zu fragen, ob sie die Tramadol Tabletten ausnahmsweise 2 Tage früher holen kann, da sie wieder über Wochenende weg ist.

Ich musste das verneinen und habe sie wie besprochen an den Arzt verwiesen.

Seitdem ist Funkstille, weder von ihr noch vom Arzt haben wir etwas gehört. Ich bin noch nicht sicher, dass sie auf der neusten Sperrliste ist, aber grundsätzlich: das ist eine der Möglichkeiten, da drauf zu landen.

Mehr vom Patientengeheimnis in dem Sampler hier. https://pharmama.ch/2016/06/07/vom-geheimnis-des-patienten-sampler/

Auf diese Liste will keiner (1)

Vor ein paar Jahren habe ich hier gelernt, dass auch die Krankenkassen so etwas wie Sperrlisten führen. Das heisst, sie kontrollieren die Medikamente darauf, ob die Dosierungsintervalle plausibel sind – und wenn jemand exzessiv darüber geht (vor allem bei Medikamenten mit Limitatio wie Bezodiazepinen) dann bekommt der Patient erst mal einen Brief mit einer Warnung … bevor ihm die Medikamente dann irgendwann nicht mehr bezahlt werden. Da die meist sowieso nicht so teuer sind, führt das wahrscheinlich meistens einfach dazu, dass die Patienten das dann in der Apotheke halt selber zahlen. Problem gelöst – für die Kasse zumindest.

Eine Sperrliste (Namen sicher unterschiedlich) existiert intrakantonell und wird von den Gesundheitsdiensten geführt. Da landen die Personen drauf, die mehrfach Rezepte ge- oder verfälscht haben, Ärzte- und Apothekenhopping betrieben haben und (trotzdem) so aufgefallen sind, dass versucht wird, ihrem Missbrauch entgegenzutreten. Die werden dann „gesperrt“ für bestimmte Medikamente, die sie dann nur noch von einem bestimmten Arzt und einer bestimmten Apotheke beziehen dürfen. Es ist nicht ganz einfach auf der Liste zu landen. Es ist fast schwerer, da wieder runter zu kommen, obwohl ich im letzten Jahr das tatsächlich mehrmal gesehen habe. Auffallend, dass beim letzten Update grad 3 gestrichen wurden, die gestorben sind.

Wie man auf der Liste landet, dazu habe ich ein Beispiel aus unserer Apotheke (Info verändert, wie immer):

Auftritt Frau Bündchen. Frau Bündchen ist mittleren Alters (um die 45), hat keine Familie, kümmert sich aber um die Mutter, die ebenfalls in der Nähe wohnt. Sie selber ist soweit gesund, bis auf ein Schmerzproblem, für das sie vom Arzt Tramadol retard verschrieben bekommen hat, als Dauermedikation. Die Mutter ist (für ihr Alter nicht ungewöhnlich) polymorbid und bekommt eine Vielzahl Medikamente. Sie hat ausserdem die Hauspflege, die hauptsächlich für sie sorgt und die auch Medikamente von uns bezieht. Sowohl Frau Bündchen als auch ihre Mutter sind also bei uns Patienten – auch wenn ich die Mutter nie gesehen habe. Die Rezepte und Bestellungen der Medikamente sprechen für sich.

Frau Bündchen ist immer sehr nett, wenn sie in der Apotheke ist – sie redet sehr viel, macht Smalltalk, wenn sie ihr Medikament abholt, oder etwas für die Mutter … und erklärt auch sehr viel, warum sie (diesmal) wieder zu früh dran ist mit dem Tramadol-Tabletten-Bezug.
Das häuft sich. Ferien? Wochenendausflug? Spitalaufenthalt der Mutter? – Wir machen, was wir immer machen in so Fällen: Wir machen deutlich auf die verschriebene Dosierung aufmerksam (die hier sehr am oberen Ende des Möglichen liegt). Beim nächsten Mal machen wir darauf aufmerksam, dass es danach zu früh ist und dass das nicht sein sollte bei dem Medikament und der Dosierung. Und vom nächsten Mal an schreiben wir auf die Dosierungsetikette drauf, wie lange die Packung halten muss / ab wann der nächste Bezug möglich ist.
Frau Bündchen durchgeht die Stufen recht schnell und zeigt sich auch sehr verständlich (wenn auch gerne diskutierend und auf Ausnahmen bedacht).

Wer nimmt die Tropfen?
Dennoch fällt das auf. Was auch auffällt: ich habe ja geschrieben, dass sowohl die Hauspflege als auch sie Medikamente für ihre Mutter bei uns beziehen. Die Hauspflege bezieht alles mögliche: Blutdruckmittel, Diuretika, Cholesterinmittel, Inkontinenzprodukte etc. Frau Bündchen holt dafür praktisch ausschliesslich das Schmerzmittel: Tramadol-Tropfen. Zwischendurch auch mal ’ne Packung Tena, aber sonst: immer Tramadol-Tropfen. Und auch hier: in Mengen, dass wir auch bei denen bald anfangen müssen die Abgabeintervalle auf die Dosierungsetikette zu schreiben. Dazu brauchte ich hier die Dosierung, die ich auf Nachfrage auch beim Arzt bekomme. Auch da eher obere Grenze der Empfehlungen. Und auch hier: das wird ausgeschöpft: Frau Bündchen steht immer rechtzeitig zum „Termin“ zum Abholen in der Apotheke.

Die misstrauischeren unter meinen Lesern denken jetzt vielleicht dasselbe wie wir nach einer Weile: ist es wirklich die Mutter, die die Tropfen nimmt? Tramadol ist ein Opioides Schmerzmittel für mittelstarke bis starke Schmerzen. Sie können Abhängig machen. Die retard Tabletten haben eine langsame Aufnahme und längere Wirkung im Körper. Die Tropfen werden schnell aufgenommen und wirken schneller und können ein „High“ machen, was bei den retardierten Tabletten schwierig/er ist. Unser Verdacht ist, dass die Tochter das Medikament für sich nimmt, aber aus Gründen des Patientenschutzes ist das Nachfragen dazu etwas „delikat“. Die Haushilfe wurde beim Bezug der anderen Medikamente einmal gefragt, ob sie auch das Tramadol mitnehmen will? Das hat die Frau von der Haushilfe mehr als verwirrt: laut ihr hat Frau Bündchen senior nämlich gar keine Schmerzmittel. Jedenfalls habe sie nichts auf der Liste der Sachen, die sie ihr geben. Etwas später kommt Frau Bündchen selber in die Apotheke: „Die Haushilfe weiss nichts von dem, weil sie (die Tochter) für die Gabe der Tropfen der Mutter verantwortlich zeichne und das mache. Da ist alles okay.“ Offenbar hat die Haushilfe da nachgefragt …

Neue Rezepte benötigt
Zeit vergeht, ohne dass sich gross etwas ändert. Ein neues Rezept vom Arzt wird nötig für Frau Bündchen. Der Arzt schickt uns eines – per Fax, aber es ist kein Dauerrezept.
Wir machen sie bei der nächsten Abgabe darauf aufmerksam und sie verspricht dafür zu sorgen, dass ein Dauerrezept ausgestellt wird. Sie will nicht, dass wir den Arzt dafür kontaktieren.
20 Tage gehen um, kein neues Rezept erscheint, aber Frau Bündchen steht wieder hier für die nächste Packung: „Oh, ich war sicher, er hat es inzwischen geschickt. Ich frage noch einmal nach.“ Noch am selben Nachmittag steht sie mit vor ein paar Tagen neu ausgestelltem Dauerrezept wieder da.
Aber: das Rezept ist ein (Farb-)Ausdruck. Die Unterschrift nicht Original. Kein Stempel. Auf Nachfrage erklärt sie, dass der Arzt ihr das Rezept per Email zugesendet habe. Damit habe ich ein Problem – siehe auch hier: ist das elektronische Rezept gültig?
Ich will sie jetzt nicht da drauf ansetzen das zu missbrauchen, also sage ich bei ihr nicht viel weiter, aber ich kontaktiere danach doch den Arzt, respektive die Praxis – ich muss mich ja versichern, dass das ein richtiges Rezept ist … und ausserdem möchte ich ihn darauf aufmerksam machen, dass er weiss, wie regelmässig sie das bezieht, respektive wie häufig.

Das Telefonat war aufschlussreich auf verschiedenen Ebenen. Zuerst einmal, dass die Praxis darin kein Problem sieht, Rezepte per email an die Patienten zu schicken. Das machen sie offenbar häufiger. (Sie sind nicht die einzigen, ich glaube auch, die meisten Apotheken haben es aufgegeben da zu informieren und geben die Medikamente einfach trotzdem ab, ausser vielleicht, es handelt sich um etwas das missbraucht werden kann. Dazu gehört auch Tramadol). Ich erkläre also mein Problem damit und bekomme die Antwort, die mich tatsächlich laut lachen lässt am Telefon: „aber Tramadol wird doch nicht missbraucht.“ Hahahah…doch. Frau Bündchen, zum Beispiel ist klar davon abhängig und holt das regelmässig in der nach der Dosierung maximal erhältlichen Menge – also alle 20 Tage. Bei uns. Auf das Dauerrezept. Mit dem von ihnen per email erhaltenen Rezept kann sie es mehrmals ausdrucken und in mehrere Apotheken das beziehen gehen. Vor allem auch, wenn die nicht so gut drauf schauen, ob das jetzt nicht etwa ein Farbausdruck ist und kein Original. Ich empfehle dringend (und allgemein) deshalb Rezepte nur direkt an die Apotheken zu faxen oder emailen. Sie versprach mir, zumindest einen Kommentar bei der Patientin zu machen, aber das Rezept sei gültig.

Kleiner Einschnitt: Es IST ein Problem. Es gibt keine zentrale Datenbank auf die Apotheken oder Ärzte Zugriff haben, wer für was wo ein Rezept hat. Ich kann nicht bei einer anderen Apotheke Einblick halten, ob dort schon etwas bezogen wurde. Wenn das über die Krankenkasse verrechnet wird, fällt das eventuell (!) auf – aber nicht unbedingt bei etwas, das keine hinterlegte Limitation hat, wie beim Tramadol. Wenn die Person bei verschiedenen Ärzten das Rezept holt und das in verschiedenen Apotheken einlöst kann das sehr lange dauern, bis so was überhaupt auffällt. Und wenn es auffällt …. dann liegt es am Engagement der Apotheke, ob und wie schnell da etwas gemacht wird. Denn auch wenn da im Gesetz steht „Missbrauch ist entgegenzutreten“ – an nicht abgegebenen Medikamenten verdienen wir auch nichts.

Mehr Ungereimtheiten
In der Zwischenzeit wird auch für die Mutter, Frau Bündchen Senior ein neues Tramadol-Tropfen-Rezept nötig, für die restliche Dauermedikation haben wir eines bekommen. Auch hier will Frau Bündchen nicht, dass wir den Arzt (einen anderen) kontaktieren: sie mache das. Zur Sicherheit mache ich sie darauf aufmerksam, dass das Rezept bitte direkt zu uns gesendet wird. Tatsächlich kommt es kurz darauf zu uns – per Email. Ein Dauerrezept.
Aber: keine Dosierung angegeben. Und die brauche ich – wie gesagt, das wird genauso regelmässig in der Maximaldosierung bezogen, wie die Tabletten. Grund bei der Praxis nachzufragen!

Auch dieses Telefonat war interessant. Die medizinische Praxisassistentin meinte erst nur, „nach Bedarf“, erst als ich ihr mein Problem damit erklärte und die bisher verschriebene hohe Dosierung, die regelmässig in der Maximaldosierung bezogen wird (von wem darf ich nicht sagen, oder?) und dass die Haushilfe, die sie sonst betreut auch nicht weiss, wie viel sie nimmt, da das die Tochter unter sich hätte. Sie verspricht mir das mit dem Arzt anzuschauen und sich wieder zu melden.
Die Rückmeldung ein paar Tage später bringt mir die Antwort: in der gleichen Dosierung wie bisher, sie wollen das aber mit der Patientin selber noch anschauen.

Es vergehen 2 Monate, bis sie das offenbar wirklich tun – wir erhalten nur die Meldung, dass das Dauerrezept gestoppt sei. Frau Bündchen Senior benötige keine so starken Schmerzmittel (mehr).
Die Tochter wirkt einigermassen überrascht von dem, insistiert jedoch nicht auf einer weiteren Abgabe, nachdem sie informiert wurde. Das ist einerseits erfreulich (vielleicht haben wir uns ja getäuscht), andererseits frage ich mich, ob sie da nicht noch andere Bezugsquellen hat. Seit dem „Dauerrezept-mail an Patient“-Vorfall scheint sie selber nicht mehr ganz so zeitig in der Apotheke zu stehen, die Tabletten abzuholen…

Wird fortgesetzt ….

Serviceblogpost für Schweizer Ärzte

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Serviceblogpost für Schweizer Ärzte. Es folgen ein paar Informationen, die das Ausführen von Rezepten in der Apotheke immens vereinfachen können – und die Ärzte einfach wissen sollten. Klar, ich versuche, die Ärzte zu informieren aus der Apotheke, aber dazu fehlt mir aktuell häufiger die Zeit, also … informiert euch hier:

Collunosol Halsspray gibt es nicht mehr. Bitte schreiben sie grad ein Ersatzpräparat auf, das erspart mir Erklärungen beim Patienten und ihnen eventuelle Rückfragen. Stattdessen aufschreiben: NeoAngin Halsspray mit Lidocain. Oder Sangerol. Beides SL, ersteres sehr ähnlich in der Zusammensetzung.

Colchicin Tabletten: Da gibt es jetzt endlich ein Präparat für die Schweiz. Nennt sich Colctab, enthält 0.5mg Colchicin und wird (seit ganz neu) auch von der Grundversicherung übernommen. Dafür darf ich deshalb jetzt das ausländische Präparat nicht mehr abgeben.

Flector Pflaster: die sind nicht SL! Trotzdem wird das häufig bei Patienten verschrieben, die keine Zusatzversicherung haben. Stattdessen aufschreiben: Flectorparin Pflaster. Die sind SL, enthalten ausser Diclofenac noch Heparin – und müssen nur 1x täglich aufgetragen werden, nicht 2x.

Sinupret Dragees. Aufgeschrieben in der Dosierung 3 x 1 pro Tag. Die Dosierung ist zu niedrig, respektive entspricht der für die Sinupret FORTE. Bitte die aufschreiben oder die Dosierung anpassen oder ein sic! dahinter, falls ich das wirklich unterdosiert abgeben soll.

Thermacare Pflaster: die selber-wärmenden Pflaster und Auflagen sind nicht mehr in der MiGeL, werden nicht mehr von der Grundversicherung übernommen, tatsächlich zahlt selbst die Zusatzversicherung nicht mehr unbedingt mehr etwas daran. Entweder nicht mehr aufschreiben, oder den Patienten informieren, damit er in der Apotheke nicht überrascht wird. Stattdessen aufschreiben: Pflaster mit Capsaicin, aber … dasselbe ist das nicht.

Motilium lingual sind NLP (nur über Zusatzversicherung), aber das Generikum Domperidon Mepha lingual ist SL und geht über die Grundversicherung.Dauerrezepte für Benzodiazepine und Z-Substanzen (Zolpidem …) für ein Jahr sind nicht erlaubt. Ich kürze die Dauer in der Apotheke selbständig auf die maximal erlaubten 6 Monate und informiere den Patienten. Da die meisten von denen schon abhängig sind von den Sachen, kann man sich vorstellen, wie gut das ankommt. Und BITTE schreibt bei den Sachen auf, wie der Patient das nehmen soll. „Bei Bedarf“ ohne Maximalangabe ist wie ein langsamer Unfall, dem man zuschauen kann. Die Patienten werden das steigern. Manche bis ins Unermessliche. Ich kann keine Kontrolle der Bezugsabstände machen, wenn ich keine (Maximal-)Dosierung weiss.

Zofran / Ondansetron: Das ist ein starkes Mittel gegen Übelkeit. Bitte verschreibt das nicht als Mittel gegen Reiseübelkeit! Abgesehen davon, dass es sacketeuer ist (ja, auch als Generikum) ist es dafür nicht zugelassen. Die Krankenkasse übernimmt das nur bei Übelkeit aufgrund von Chemotherapie. Die meisten (eigentlich alle) Rezepte, die ich aktuell dafür bekomme, sind nicht für diese Indikation. Ja, ich frage nach und das geht dann nicht an die Krankenkasse, das muss in der Apotheke bezahlt werden. Ich weiss, es gibt nicht wahnsinnig viele Alternativen gegen Übelkeit bei Kindern in der Schweiz, aber, was ist das Problem mit dem altbekannten Itinerol? Klar das gibt es nicht als Lutschtablette, aber als Zäpfchen.

Und was ist mit den Dosierungsangaben der Kinderarztpraxen für Ibuprofen-Sirupe (Algifor etc.)? Wieso wird da seit neustem nicht mehr die Dosierung die im Kompendium und in der Packungsbeilage steht angegeben, sondern die einiges höhere Dosierung der peddose-Seite? Habe ich da etwas verpasst? Das sind auch dort Maximaldosen. Wenn ich das so anschreibe, nimmt das Kind eine (vielleicht unnötig?) hohe Dosierung und ich habe verwirrte Eltern, weshalb das höher ist als was auf der Flasche selber steht. Man kann das sicher machen, aber nicht bei JEDEM Rezept dafür.

Neue Praxis? Bitte schaut, dass irgendwo auf dem Rezept oder dem Stempel die KSK Nummer steht (die Nummer des Arztes, die ich angeben muss zum Abrechnen mit der Krankenkasse). Die GLN Nummer dagegen brauche ich nicht.

Auf dem Rezept brauche ich auch nicht die Angabe der Krankenkasse oder gar der Versichertennummer. Vor allem nicht bei Handgeschriebenen. Konzentriert euch da lieber darauf leserlich zu schreiben. Die Krankenkasse / Versicherungsdeckung muss ich sowieso jeweils abklären.

Amiodaron: Wegen der extrem langen Halbwertszeit muss das Mittel mit Pausen genommen werden (und nicht täglich durchgehend). Bitte schreibt das auch so aufs Rezept: z.Bsp: 1 Tbl tgl, Sa und So Pause.

Clopin / Leponex: Sogar auf der Packung steht (auf einem Kleber): „Darf nur abgegeben werden auf Rezept mit Vermerkt BBK sic“. (BBK = Blutbildkontrolle. Nötig wegen der seltenen, aber gefährlichen Nebenwirkung einer Agranulozytose. Leider steht das auf so gut wie keinem einzigen Rezept, das ich heute bekomme noch drauf. Wisst ihr Ärzte nicht mehr, dass das nötig ist? Wird das nicht mehr aufgeschrieben, weil die Praxis das sowieso nicht mehr machen kann? Dann muss das organisiert werden (nicht durch die Apotheke!).

Isotretinoin: Bitte schreibt das nicht auf Wunsch auf, wenn ihr nicht ein Hautarzt seid. Und vor allem nicht als Dauerrezept bei jungen Frauen. Einfach nicht. (Mal die Fachinfo durchlesen!)

Es gäbe noch mehr. Aktuell besonders nervend sind die wieder vermehrt auftretenden Lieferschwierigkeiten. Nizoral Shampoo zum Beispiel, da ist NICHTS lieferbar – Original und alle Generika fehlen bis auf weiteres. Dafür habe ich auch keine Lösung … ausser der Patient will das mit dem niedriger dosierten und frei erhältlichen Terzolin versuchen. Solange es das noch gibt.