Danke an Barbara für diese Apotheke mit sehr schöner Keramik-Deko!
Hallo! für „Apotheken aus aller Welt“ habe ich hier eine sehr schöne aus Cadiz, Spanien… Leider nur von außen.




zu lesen einmal täglich
Danke an Barbara für diese Apotheke mit sehr schöner Keramik-Deko!
Hallo! für „Apotheken aus aller Welt“ habe ich hier eine sehr schöne aus Cadiz, Spanien… Leider nur von außen.




Ein Dauerrezept. Bronchipret 20 Stück, Sinupret 20 Stück, Calcimagon forte 30 Stück
Das Rezept das mir die Frau Mitte 50 (Frau MiF) hinhält kommt mir bekannt vor, aber erst wie ich die säuerliche Reaktion der Kundin sehe, als ich ihr sage, dass ich eine der gleich 3 Packungen- die sie vom Bronchipret, das momentan nur in der kleinen Packung lieferbar ist, will- bestellen muss, erinnere ich mich. Ja, das ist die Frau MiF, die letztes Jahr mitten in der stressigen Vorweihnachtszeit wegen demselben Medikament ausgerufen hat (es war in der Bestellung momentan nicht hier):
„Sie haben so viel Schund an Lager, aber nie (!) das, was ich brauche. Geben sie mir das Rezept wieder, ich hole alles woanders. Hierher komme ich NIE mehr.“
Und ja, es ist genau DAS Rezept. Vom Dezember, das ich jetzt wieder in der Hand halte.
Wenigstens verzichtet sie dieses Mal auf’s Ausrufen und Beleidigen.
Frau MiF: „Von den Calcium will ich aber nur eine kleine Packung! Die hatte ich noch nie. Ich komme alles heute mittag holen.“ Und geht.
Mittags. Sie bekommt ihre Medikamente und schaut das Calcimagon seltsam lange an.
Frau MiF: „Ich bin allergisch auf Milchprodukte, deshalb brauche ich das. Ist da auch keine Lactose oder irgendwelche künstlichen Süsstoffe drin? Die vertrage ich nicht.“
Ich schaue nach. Doch, in den Kautabletten hat es Aspartam drin, ein künstlicher Süsstoff.
Pharmama: „Ich versuche Ihnen etwas zu finden, wo es nichts davon drin hat. Das dauert aber etwas.“
Frau MiF: „Ich komme morgen wieder!“ Und geht.
Nach langen Recherchen und herumtelefonieren finde ich tatsächlich etwas, das nichts davon drin hat. Nicht ganz einfach, da in der Schweiz die Hilfsstoffe nicht angegeben werden müssen. Da hilft oft nur direkt bei der Firma anzufragen. Das ist mühsam und dauert. Kalcipos ist es dann. Das sind zwar Tabletten und nicht Kautabletten, aber die Dosierung stimmt und es hat weder Süsstoff noch Lactose drin.
Frau MiF kommt am nächsten Tag, ich bringe das Produkt und erkläre es. Sie schaut es ganz genau an. Noch misstrauischer als gestern würde ich sagen.
Frau MiF: „Das steht drauf Saccharose – das ist doch auch ein künstlicher Zucker!“
Pharmama: „Nein, das ist der ganz normale Zucker. Da hat es keine Süsstoffe drin. Wir haben nachgefragt.“
Sie geht, ohne uns für die Arbeit, die ich wir uns damit gemacht haben zu danken.
Und kommt am nächsten Tag wieder. Sauer.
Frau MiF: „Ich habe eine Reklamation!“
Und da stehe ich und nehme sie entgegen.
Frau MiF: „Ich kann diese Tabletten auch nicht nehmen. Ich bin Allergikerin – das sollten Sie doch wissen!“
Pharmama: „Ich … weiss, dass sie keine Süsstoffe und keine Milchprodukte oder Lactose vertragen. Deshalb haben wir ja genau diese herausgesucht. Was stimmt denn damit nicht?“
Frau MiF: „Da steht drin, dass es Bestandteile von Soya enthält. Ich bin auch gegen Soya und Erdnüsse allergisch!!“
Pharmama: „Oh, das … das tut mir leid, aber da hatten wir wohl nicht alle Informationen. Davon haben Sie nichts gesagt.“
Frau MiF: „Sie hätten fragen können! Nehmen Sie das hier zurück – ich habe es schon geöffnet.“
Pharmama: „Ja – dann entsorge ich es.“
Aber das bleibt auf der Abrechnung.
Wir haben bei ihr schon beim ersten Rezept die Daten ins Computerdossier aufgenommen – und auch da hat sie nix gesagt von Soya und Erdnussallergie.
Und dann ist da noch das: man schaue sich mal die Packung an. Da steht tatsächlich das mit dem Soya direkt unter des Saccharose! (hier die französische Seite, auf der deutschen steht es auch -Was toll ist von der Firma!) Wenn sie das eine gesehen hat, weshalb dann das andere nicht, bis sie es geöffnet hat?
Ach ja: und dann war noch das da zum Abschied: „Zu ihnen komme ich nie mehr!“
Kenne ich schon. Momentan hoffe ich sogar sehr, dass das stimmt. Und dass sie der nächsten Apotheke eine reelle Chance und alle Informationen gibt, die sie auch brauchen.
(Nachtrag: Inzwischen hat es in den Kalcipos keine Soyabestandteile mehr drin, sie haben die Formulierung geändert und die Aufschrift entfernt.)
Aus Rom habe ich schon sehr schöne Apotheken bekommen, hier mal eine andere Seite: Schaufenster und Automat – eingeschickt von Belinda.



Man zeigt, was man hat … und offenbar gelten für Kosmetika nicht die gleichen Aufbewahrungsregeln wie für Medikamente (oder weshalb stehen die sonst in der Sonne im Fenster …)
Gyno Canesten: Nur die Creme alleine enthält 20mg Clotrimazol. Im Kombipack ist aber die Creme mit 10mg Clotrimazol drin (also geringer dosiert) … die entspricht der normalen Canesten Creme, die man auch für die Haut anwendet.
Also ist es nicht ganz dasselbe, wenn man ein Kombipack abgibt oder die Vaginalcreme und die Vaginaltabletten separat.
Ausserdem: die werden nur via Zusatzversicherung bezahlt. Wer will dass es über die Krankenkasse geht (liebe Ärzte?) verschreibt (oder gibt ab) eines der Generika: Corisol oder Fungotox.
Gegen Fieberkrämpfe gibt man Diazepam in Rectaltubes (beides Rezeptpflichtig. Flüssig für in den After). Das gibt es in der Schweiz von 2 Firmen: Diazepam Desitin Rectal Tube und Stesolid Rectal Microclisma. Das Stesolid ist NLP – nur via Zusatzversicherung. Das Desitin ist SL – via Grundversicherung. Keine Ahnung weshalb.
Canesten Nagelset gibt es auch in der Schweiz. Das ist aber anders als das, was es zum Beispiel in Deutschland gibt. Dort hat es wirklich ein Mittel gegen den Nagelpilz drin. Bei uns ist es (nur) eine hochdosierte Urea Creme, die den betroffenen Teil des Nagels ablöst. Das ist nur ein Teil der Behandlung. Man muss zwingend empfehlen danach mit einem Pilzmittel zum Beispiel der Canesten Creme o.ä. weiterzubehandeln. Bei uns ist das nur als Medizinprodukt zugelassen und nicht als Medikament von der swissmedic … aber genau deshalb darf bei uns dann keine Salbe drin sein, die Liste C ist. Ich finde das enorm ungeschickt gelöst.
Solmucol und Solmucalm Sirup (Mittel gegen Husten) haben vor einiges Zeit die Flaschen gewechselt … und jetzt muss man zur Zubereitung nicht mehr drücken auf den Deckel oben, sondern ihn herunterschrauben. Das ist wichtig zu sagen, weil sonst diejenigen, die das kannten jetzt die Flasche kaputtmachen …
Brufen ret 800mg und Irfen retard 800 mg sind zwar im Computer als Generika drin, aber als „unterschiedliche galenische Formulierung“ was man in dem Fall unbedingt beachten sollte, denn sie haben auch unterschiedliche Aufnahme im Körper und demnach andere Dosierungsintervalle!
Die Absorption von Ibuprofen aus Brufen Retard erfolgt fortlaufend über 24 Stunden. Dosierung: 2 Tabl. abends nach dem Essen, evtl. zusätzlich morgens 200-600 mg in nicht-retardierter Form.
Irfen ret: Dosierung Unabhängig der Mahlzeiten, evtl. in Wasser suspendieren. >12 J.: in 2 Gaben, max. 2400 mg tgl / Die mittlere Verweildauer der Substanz im Plasma beträgt 9-10 Stunden für die Retardtablette.
Dagegen entspricht das Ibuprofen retard sandoz dem Brufen.
Dasselbe Problem hat man übrigens bei Tramal retard und Tramadol retard (2x/Tag) und Tramactil uno (1x pro Tag).
Grand Frère: Bei manchen Medikamenten ist die kleine Packung SL (also Grundversicherung übernommen) und die grosse NLP (also von der Zusatzversicherung übernommen). Wenn (Falls) die grosse Packung vom Preis her günstiger ist als die entsprechende Menge in kleinen Packungen gilt die Grosspackung als Grand Frere und wird (automatisch) zu SL also auch von der Grundversicherung übernommen, wenn man das eingibt. Falls nicht (weil der Preis höher ist) bleibt es nicht nur NLP, sondern die Kasse bezahlt auch nur einen Teil. Davon haben wir inzwischen einige … und man muss extrem aufpassen, weil wenn der Patient auch eine Zusatzversicherung hat, der Computer nicht reklamiert … der Patient zahlt so einfach „zu viel“. Achtung bei Aerius 50 Stück (10er und 30er ok), Leponex 500ern, etcetera … Andererseits gibt es Ialugen plus, wo die kleine Packung feriverkäuflich und NLP ist und die grosse rezeptpflichtig und SL … und der Unterschied ist nur 5g.
Limitationen. Erstaunlicherweise werden in der Schweiz teils Körperlotionen sofern eine medizinische Indikation dafür besteht bezahlt. Zum Beispiel Antidry oder Excipial Bodylotion oder Linola fett. Aber: Manche davon werden praktisch unbegrenzt bezahlt von der KK (die Excipial), andere unterstehen einer Mengen-Limitation (Antidry).
Kennt ihr noch mehr so „spezielle“ Sachen? Teilt sie in den Kommentaren!
Vor ein paar Monaten hatten wir eine Patientin mit einem Rezept für Orlistat in der Apotheke. Zur Erinnerung: Das Medikament zum Abnehmen wird nur von der Krankenkasse übernommen, wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind – dann stellen sie eine Kostengutsprache aus.
Die Patientin hat es dann doch noch geschafft uns die Kostengutsprache – respektive den Brief dafür von der Krankenkasse zu bringen.
In dem Brief steht in etwa Folgendes drin: Die Bedingungen für die Übernahme des Medikamentes durch die … Krankenkasse wurden vom Vertrauensarzt überprüft und für gegeben befunden. Deshalb wird Orlistat übernommen – für die Dauer von 6 Monaten – danach findet eine Neubeurteilung statt (es wird weiter übernommen, wenn es Wirkung zeigt und die Patientin auch X% abgenommen hat).
Daraufhin hat sie das Medikament bezogen – Ich habe sie über die Einnahme und die Nebenwirkungen aufgeklärt – gerade bei diesem (Orlistat) wichtig.
Sie kam dann später noch eine zweite Packung beziehen, wobei ich da noch nicht viel an Wirkung gesehen habe … aber das kann täuschen.
Dann wollte sie am Samstag nach längerer Pause wieder eine Packung … aber da musste ich sie enttäuschen: „Das Rezept ist noch gültig, aber die Kostengutsprache der Krankenkasse ist inzwischen abgelaufen. Sie können es noch beziehen, aber Sie müssen es selber bezahlen.“
Darauf springt sie mir fast ins Gesicht vor Ärger: „Das kann nicht sein! Das waren noch keine 6 Monate!“
Also suche ich das Formular, von dem wir extra eine Kopie für solche Fälle aufbewahrt haben und zeige es ihr: „Hier steht es drauf. Das wurde am … ausgestellt, das bedeutet, es ist gültig bis am …, das war vor 3 Wochen.“
Frau: „Aber ich habe erst am (3 Wochen nach Ausstellungsdatum) die erste Packung bezogen!“
Pharmama: „Das stimmt, aber das zählt nicht ab Bezugsdatum sondern ab Ausstellungsdatum. Das ist wie bei den Rezepten.“
Frau: „Ich zahle das sicher nicht! Besorgen Sie mir von der Krankenkasse halt die neue Forderungsabtretung dafür.“
Das hatten wir doch schon mal?
Pharmama: „Das kann ich nicht, das müssen Sie machen – genau wie beim ersten Mal.“
Darauf rauscht sie empört ab.
Was sind wir auch für eine schlechte Apotheke und so was von nicht hilfsbereit. Und alles muss man selber machen (sogar das Abnehmen).
Ich bezweifle, dass die Krankenkasse noch einmal eine Kostengutsprache dafür ausstellt – dafür fehlt der Erfolg bei ihr … und ich habe kein Interesse daran, nachher bei ihr dem Geld dafür nachzulaufen.
Update zum Originalpost (vom 28.4.2011) von Bettina:
ich habe ein Foto von der Talliner Ratsapotheke für dich. Da super viele Touristen unterwegs waren war es nicht möglich ein Foto von weiter weg zu machen ohne eine Touri-Gruppe mit auf dem Bild zu haben…
Hier mehr Info zu der Apotheke: http://de.wikipedia.org/wiki/Tallinner_Ratsapotheke.
Von Leserin Paulina:
bei einem Besuch der wunderschönen Stadt Tallinn sind wir während einer Stadtführung an dieser Apotheke vorbei gekommen. Laut Aussage der Stadtführerin ist es die älteste Apotheke Europas, die immer noch in Betrieb ist. Im Inneren gibt es zwei Räume, wobei ich leider nur ein Foto vom Tresen geschossen haben. Aber der Nebenraum ist wie ein Museum eingerichtet und man kann einige Kuriositäten anschauen.
Die Holztür der Apotheke ist toll: man beachte die Verzierungen!
Interessant: Tallinn ist dieses Jahr (2011) auch Kulturhauptstadt Europas.
Und NEU (2016) von Birgit noch ein paar Fotos von dieser hübschen Apotheke:



