Ferienmitbringsel: Grippeimpfung?

südländisch aussehende Frau (süFra) in der Apotheke: „Bekomme ich von Ihnen die Grippeimpfung?“

Pharmama: „Sie wollen sich impfen lassen?“

süFra (abwehrend): „Nein, ich soll meiner Mutter eine in die Türkei mitnehmen.“

Pharmama: „Nun – wenn Sie mir ein Rezept dafür bringen, dann kann ich Ihnen eine abgeben.“

süFra: „Ich denke, Sie machen Grippeimpfungen?“

Pharmama: „Wir spritzen die, wir geben nicht einfach Packungen ab. Die Grippeimpfung ist sonst auch rezeptpflichtig.“

süFra: „Sie ist? Aber wie machen Sie das mit den Impfungen?“

Pharmama: „Entweder kantonale Ausnahmeregelung oder indem der Arzt in der Apotheke impft.“

süFra: „Oh.“

Pharmama: „Ausserdem … Sie sagten, das ist für in die Türkei?“

süFra: „Ja?“

Pharmama: „Das könnte noch ein Problem geben mit dem Transport. Die muss gekühlt gelagert und transportiert werden – und Spritzen sehen sie im Flugzeug auch nicht so gern.“

süFra: „Oh.“

Überraschung? Aber: Haben die dort auch Lieferprobleme, dass sie eine von hier mitbringen soll?

Die falsche Geschenkekarte

Aus der Kategorie „Auch Apotheker machen Fehler“ (gut, es war hier vielleicht die Pharmaassistentin, aber das ist Detail) hier ein ganz besonderes Fettnäpfchen:

Danke, dass ich das bringen darf, T.!

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Für diejenigen, die das „Desaster“ noch nicht erkannt haben (immerhin ist das sowohl der Angestellten, als auch der Nichte durchgerutscht), hier die Erklärung:

Eine Mitarbeiterin (PTA, 45 Jahre) hat anstelle eines unserer Gutscheinvordrucke für einen 80. Geburtstag eine Trauerkarte beschriftet und als 20€-Gutschein verkauft! Die Tante Friedel hat dies scheinbar mit Fassung getragen und die 20€ in zwei Etappen bei Einkäufen verrechnen lassen. Ich könnte im Erdboden versinken..!

Oh Gott! – Wenigstens hat es das Tantchen mit Humor genommen, so wie es aussieht.

Mehr Fettnäpfchen, Missverständnisse und (amüsante) Verwirrungen aus der Apotheke findet ihr hier zusammengestellt: Missverstanden und aneinander vorbei geredet.

Es schneit immer … irgendwo

Alle Jahre wieder …. Das ist ein neuaufgelegter Post von 2009.

Es ist noch etwas früh und … nichts mit Schnee … zumindest hier. Dabei finde ich den Schnee ja toll.

Und für alle anderen, die das auch tun, habe ich hier eine Website: Snow days. It is always snowing somewhere.

Dort kann man selbst Schneeflocken basteln (nach dem alten Scherenschnittmodell)  und auch die von anderen Leuten aus der ganzen Welt anschauen.

Ein herziger Zeitvertrieb!

das ist eine von meinen:

Dann wünsche ich viel Spass beim basteln!

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Antidote und Gegengifte

Auf speziellen Wunsch von Hermione – und weil ich das Thema selber sehr spannend finde: etwas über Gifte und Antidote. Wikipedia sagt darüber:

Das Antidot vermag

  • die Toxizität (Giftigkeit) einer Substanz zu vermindern
  • eine Substanz an sich zu binden
  • eine Substanz in weniger giftige Substanzen umzuwandeln
  • eine Substanz vom Wirkort zu verdrängen
  • die Verstoffwechselung einer Substanz zu beschleunigen
  • die Ausscheidung einer Substanz zu beschleunigen

Ein Antidot kann über eine oder mehrere dieser Fähigkeiten verfügen und so die Gefährlichkeit des Zustandes für den betroffenen Organismus verringern oder ganz beseitigen. Antidots sind größtenteils selbst toxisch und sind daher nur eingeschränkt prophylaktisch (vorbeugend) verabreichbar.

Der Ausdruck Gegengift kommt also nicht (nur) daher, da es gegen ein Gift wirkt, sondern auch daher, dass es selber ein Gift sein kann.

Klassisches Beispiel dafür wäre Alkohol. Der Ethanol, den wir in Getränken zu uns nehmen ist zwar nicht offiziell als „Gift“ eingestuft, aber ist ungesund und macht entsprechende Erscheinungen bei Einnahme: er macht die Leberzellen kaputt (Leberzirrhose und -verfettung), schädigt die Neubildung von roten Blutkörperchen, ist teratogen, hat also direkten Einfluss auf das Kind im Mutterleib mit bleibenden Schäden, und zeigt auch direkt nach Einnahme physiologische Effekte: Schwindel, Übelkeit, Orientierungsstörung, Reaktionszeitverlängerung, gesteigerte Aggressivität etc. Für ungeübte Trinker liegt die letale Dosis bei etwa 3 bis 4 Promille. Leute die viel trinken, „trainieren“ aber ihre Leberenzyme – die den Alkohol auseinanderbrechen und abbauen -so dass schon Werte bis 7 Promille gemessen wurden, ohne dass die Person gestorben ist.

In schlecht hergestellten Alkoholika kann Methanol enthalten sein – teilweise wurde es auch schon zum „strecken“ absichtlich zugefügt. Methanol ist chemisch ähnlich wie Ethanol, selbst nicht giftiger, ABER wird im Körper in der Leber durch ein Enzym (ADH = Alkoholdehydrogenase) in Formaldehyd und Ameisensäure abgebaut.  Die Ameisensäure führt dann zu einer akuten Übersäuerung, einer metabolischen Azidose, wodurch Nerven geschädigt werden (zuvorderst der Sehnerv, deshalb die häufigen Meldungen von Erblindungen) und kann durch Atemlähmung zum Tod führen.

Gegengift: Um also diesen Abbau zu verhindern, „beschäftigt“ man das Enzym ADH mit normalem Ethanol, bis der Methanol unabgebaut aus dem Körper verschwunden ist. Dafür muss aber während einigen Tagen ein ziemlich hoher Alkoholspiegel aufrechterhalten werden. Heute benutzt man deshalb öfter 4-Methylpyrazol (Fomepizol), das das Enzym ebenfalls hemmt und nicht so „giftig“ ist wie Ethanol, dafür teurer und sicher weniger lustig für die Betroffenen.

Paracetamol, nicht gerade, was man als „Gift“ bezeichnen würde: ein bekanntes, vielgebrauchtes Schmerz- und Fiebermittel auch in Schwangerschaft und bei Kindern einsetzbar – aber es macht bei Überdosierung (egal ob versehentlich oder in suizidaler Absicht) schwere Beeinträchtigung der Leberfunktion. (Nur) 10g eingenommen innert 24 Stunden können beim Erwachsenen zu einer irreversiblen Leberschädigung oder Leberversagen führen, bei Alkoholikern und anderen mit Leberschäden reicht schon weniger. Die Leber ist ein lebenswichtiges Organ, ohne sie können wir nicht leben. Auch hier ist das Problem, dass der Körper Paracetamol zur Ausscheidung in der Leber umbaut – dabei entsteht auch N-Acetyl-p-benzochinomin, das dann toxisch wirkt.

Gegenmittel ist hier N-Acetylcystein, das dies abfängt, indem es damit Konjugate (Verbindungen) eingeht, die dann ungiftig sind. Amüsanterweise ist das dasselbe N-Acetylcystein (ACC), das sehr häufig bei Husten als Schleimlöser verwendet wird. Wenn man das rechtzeitig und hochdosiert verabreicht) kann man damit verhindern, dass die Leber zu Grunde geht. Ansonsten bleibt nur noch eine (hoffentlich rechtzeitige) Lebertransplantation. Im Gegensatz zur Niere hat man hier noch keine Möglichkeit die komplexen Funktionen der Leber zu simulieren.

Aktivkohle ist speziell behandelte Kohle aus verschiedenen Substanzen, sie besteht überwiegend aus Kohlenstoff (meist > 90 %) mit hochporöser Struktur: sehr Schwammartig. Die innere Oberfläche beträgt zwischen 300 und 2000 m²/g Kohle, damit entspricht die innere Oberfläche von vier Gramm Aktivkohle ungefähr der Fläche eines Fußballfeldes. Dadurch ist sie in der Lage verschiedene Substanzen an sich zu binden. Das geht nicht mit allen, grundsätzlich steigt die Adsorbierbarkeit einer Verbindung mit steigendem Molekülgewicht, steigender Anzahl funktioneller Gruppen wie Doppelbindungen oder Halogenliganden und steigender Polarisierbarkeit des Moleküls. Alkohol bindet es nicht (zu klein), aber etwas wie Paracetamol schon und auch Bakterien.

In der Medizin wird Aktivkohle vor allem dafür benutzt, Giftstoffe aus dem Magen-Darm-Trakt zu entfernen. Bei harmlosen Durchfallerkrankungen, z. B. Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis), werden üblicherweise Kohlekompretten benutzt. Bei Vergiftungsnotfällen wird Aktivkohle in größerer Menge benutzt, um oral aufgenommene Gifte, die sich im Verdauungstrakt befinden oder einem enterohepatischen Kreislauf unterliegen, aus dem Organismus zu entfernen. Die Dosierung ist in solchen Fällen 0,5 bis 1 g Kohle pro Kilogramm Körpergewicht bei einem erwachsenen Menschen.

Zum Beispiel bei Paracetamol: Unmittelbar bis etwa eine Stunde nach Einnahme einer Überdosis Paracetamol kann Aktivkohle angewendet werden.ei Zu spät aber und ohne Acetylcystein kommt es zu einem fortgeschrittenen Leberversagen nachdem die Lebertransplantation die einzige verbleibende Therapieoption ist, welche dem Patienten noch eine Überlebenschance eröffnet.

Es gibt noch mehr so interessante „Kombination:“

Opiate – Gegengift: Naloxon

Flusssäure – Gegengift: Calciumgluconat

Cumarinderivate – Gegengift: Vitamin K

hier findet sich eine Liste und Erläuterungen: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Intoxikationen_und_Antidota