You shall not Pass(port)?

Die Pässe sind zurück!

*Erleichtert aufseufz*

Selten war ich so froh, diese roten Heftchen wieder zu sehen.

Warum waren sie überhaupt weg? Weil wir für unsere Sommerferien ein Visum brauchten.

Das ist unglaublich aufwändig, braucht es doch für jeden von uns je ein ausgefülltes 2 Seitiges Formular, neueres Passfoto, Beleg für die Flüge, Beleg für die Bezahlung der Visas (Ja, im Voraus), Pass: noch länger als 6 Monate gültig und mit mindestens 3 freien Seiten – und dann muss das ganze geschickt werden. Eingeschrieben. Und ein Rückantwort-Couvert beigelegt. Auch frankiert für eingeschrieben.

Aber ich habe all das gemacht. Und dann gewartet.

Dann war nach einer Woche der gelbe Zettel im Briefkasten, dass wir offenbar die Auslieferung des eingeschriebenen Briefes verpasst haben und ihn auf der Post abholen dürfen.

Wer denkt, das sei jetzt alles, irrt.

Denn am Mittag bekomme ich ein Telefon. In englisch. Von der Botschaft.

„Hallo, Frau Pharmama?“

„Ja?“

„Sie haben uns ihre Pässe geschickt wegen den Visa.“

„Ja?“

„Es ist etwas passiert. „

„Oh?!“

„Ich habe ihre Pässe hier vor mir …“

„Aber ich habe ein Päckchen …“

„Ja, deswegen rufe ich an. Im Päckchen sind nicht ihre Pässe, sondern die von jemandem anderen.“

„Oh – nein.“

„Ja, und wir wären froh, wenn sie uns die wieder zurückschicken könnten.“

„Oh – natürlich.“

„Danke vielmals. Auf Wiedersehen!“

Darauf habe ich mir überlegt, was ich am besten mache, denn: wenn ich das Päckchen annehme, dann zahle ich für’s zurückschicken wieder die 7 Franken – und ehrlich, ich finde ich sollte für deren Fehler nicht auch noch zahlen müssen. Also habe ich das Problem in der Post erklärt und dass ich das Päckchen refüsiere. Dann müssen sie es zurückschicken (Absender Botschaft war drauf, davon habe ich mich überzeugt).

Und dann habe ich ein paar Tage gebibbert, ob sie es mir jetzt wirklich zurückschicken … oder darauf warten, dass ich ihnen noch ein frankiertes Couvert dafür schicke …

 

Towel day 2013

Soo … heute habe ich mein Handtuch dabei.

Es ist Towel day (wer nicht weiss, was das ist, schaue hier *klick*)

Diesmal muss ich nicht einmal arbeiten, so wie letztes Jahr.

Mal sehen, ob ich noch andere Douglas Adams Fans finde – und wie gesagt, wenn ihr Fotos habt: her damit!

Übrigens: Da gibt es tatsächlich ein Zitat von Douglas über … Apotheken:

Space is big. You just won’t believe how vastly, hugely, mind- bogglingly big it is. I mean, you may think it’s a long way down the road to the chemist’s, but that’s just peanuts to space.

Douglas Adams

„Der Weltraum ist gross. Du wirst kaum glauben wie weit, riesig, verblüffend gross es ist. Ich meine, Du denkst vielleicht es ist ein weiter Weg die Strasse runter bis zur Apotheke, aber das ist nur Erdnüsse im Vergleich zum Weltraum.“

Jaaa – im Original hört es sich 100x besser an – ein Grund, warum ich Douglas gerne in Englisch lese, er hat einfach eine unglaublich clevere Handhabung der Sprache. Aber … offenbar war der (weite) Weg bis zur Apotheke auch schon bei ihm ein Thema :

Ist Trauer eine Krankheit? – und: Warum französische Kinder kaum ADHS haben …

Es gibt ja keine gesunden Menschen – nur solche die bisher zu wenig untersucht wurden

Manfred Lütz

Nach einem Blogpost in Pharmagossip – eigentlich ein Thema, über das psychiatrietogo schreiben könnte, aber ich fand es so spannend …

Trauerst Du weil ein guter Freund gestorben ist? Hast Du Probleme altes loszulassen? Du bist ein Kind und widerspenstig und neigst zu Trotzanfällen? – Dann bist Du vielleicht krank.

Demnächst fällt all das zumindest in Amerika unter „Mental Disorder“ also … psychische Störung und wird offiziell diagnostizierbar.

Die American Psychiatric Association hat am 17. Mai ihr neues Diagnose- Handbuch herausgegeben: Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM) .

Das neue DSM hat verschiedenste Ergänzungen: darunter „Oppositional Defiant Disorder“ – (ich traue mich gar nicht das zu übersetzen): wenn ein Kind wiederholt „Nein.“ sagt und sich abwehrend verhält.

„Major Depressive Disorder“ – faktisch nichts anderes als „Trauer“ – und zwar schon pathologisch ab den ersten paar Wochen Dauer.

„Disruptive Mood Dysregulation“ – Tobsuchtanfälle

„Compulsive hoarding“ – da fallen Leute drunter, die wir umgangssprachlich als Messi bezeichnen: Leute, die altes nicht wegwerfen können und ihre Wohnung mit der Zeit zumüllen.

Indem man derartiges in ein Diagnose-Mittel für mentale Krankheiten aufnimmt, „macht“ man es faktisch zu einer Krankheit und damit zu etwas, was mit Medikamenten behandelt werden kann / soll. Und das finde ich teilweise fraglich: Soll man Trauer wirklich pathologisieren und mit Medikamenten behandeln? Ist mein Kind im Trotzalter „krank“?

Zusammengestellt wird das DSM von einem Gremium Experten der Psychiatrie. Viele von diesen sind aber bezahlte Sprecher (und Befürworter) für die Pharmaindustrie und/oder involviert in Forschung, die von der Pharmaindustrie bezahlt wird.

Nicht alle sind mit dem neuen DSM einverstanden: Es erhebt sich ein Protest unter den Psychiatern und Psychologen – über 10'000 haben einen Brief gegen das Einsetzen dieses neuen Handbuchs und Standards unterschrieben.

Obwohl das DSM für Amerika entwickelt ist, hat das weltweiten Einfluss: auch Ärzte in der Schweiz benutzen das als Diagnosegrundlage.

Und in dem Zusammenhang auch ein Artikel aus dem Psychology Today

Warum Französische Kinder kein ADHS haben.

In Amerika ist fast jedes 10. Kind (9%) mit ADHS diagnostiziert, also dem Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom. In Frankreich weniger als 0.5%. Wieso?

Das hat durchaus mit der Diagnosestellung zu tun. Aber nicht nur.

In Amerika wird ADHS als biologische Krankheit angesehen mit biologischen Ursachen: einer chemischen Ungleichgewicht im Gehirn des Kindes. Behandelt wird diese Krankheit mit Psychostimulazien wie Ritalin oder Adderall.

In Frankreich dagegen sieht man es als medizinisches Problem an mit psychologischen und Umwelt/Situations-Einflüssem- Französische Ärzte neigen deshalb dazu die Probleme des Kindes was Aufmerksamkeit und ihr Verhalten betrifft nicht mit Medikamenten zu behandeln, sondern die zugrundeliegenden Probleme, die das Verhalten des Kindes beeinflussen anzugehen. Also neigen sie dazu sich die soziale Umwelt mehr anzuschauen. Behandelt wird zuerst mit Familienberatung und Psychotherapie.

Französische Kinder-Psychiater benützen nicht das gleiche Klassifikationssystem wie ihre amerikanischen Kollegen. Sie benutzen nicht das DSM (siehe oben). Sie haben alternativ (und aus Widerstand gegen das DSM) ein eigenes System entwickelt: CFTMEA (Classification Francaise des Troubles Menteaux de l’Enfant et de L’Adolescent) – auch 2000 zuletzt überarbeitet.

Ihre Definition von ADHS ist auch nicht so „breit“ wie das der Amerikaner – das auch manches „pathologisiert“ was unter normales Kinder-Verhalten fällt.

In Amerika bekommen also via das DSM viel mehr Kindern die Diagnose ADHD – ohne auf die Ursachen einzugehen. Statt dessen ermutigt man die Psychiater aktiv dazu das mit Medikamenten zu behandeln.

Und das „funktioniert“ – jedenfalls, was die Pharmaindustrie angeht.

Disclaimer: Ich schreibe hier nicht, dass ADHD nicht existiert oder dass das nur eine erfundene Krankheit ist. Das ist es nicht. Auch Frankreich mit seinen ganz anderen / engeren / strengeren Leitlinien hat Kinder, die das offensichtlich haben. Allerdings soll der Artikel zeigen, wie stark eine Diagnose (und dann die Behandlung) von den Diagnoseleitlinien anhängig ist. Je breiter man die Leitsymptome anlegt – desto mehr fallen da drunter. Und werden behandelt – mit Medikamenten vorzugsweise (für die Pharmaindustrie).

Und wenn man jetzt dasselbe macht indem man neue Diagnosen … erfindet aufnimmt … dann kann man auch mit einem höheren Medikamentenabsatz rechnen.

Die Pharmaindustrie ist nicht durchgehend schlecht : wir haben ihr auch viele wirksame Behandlungen zu verdanken! – aber man sollte wissen, dass die derartige Entwicklungen natürlich pushen. Es ist ja definitiv zu ihrem Vorteil.

sehr erfreuliche Entwicklung

Junior kommt ja im Sommer in die Schule – voraussichtlich in eine Kleinklasse, da er noch etwas Unterstützung benötigt. Offenbar aber reicht die Empfehlung der Kindergärtnerinnen und des Vor-Heilschul-Pädagogischen Dienstes dazu nicht aus, so dass wir das "Vergnügen" eines Besuchs beim Schulpsychologen hatten.

Ich sag nur: das ist auch eine Art Arbeitsbeschaffung :-)

Jedenfalls haben wir nach dem gemeinsamen Gespräch jetzt auch von ihm den Antrag für die Kleinklasse. Aber – amüsant fand ich die Bemerkung:

Junior ist ein bewegungsfreudiger, altersgemäss entwickelter Bub, der dank des Einsatzes der Eltern, der Lehrpersonen, des VHPDs, Physio- und Psychomotoriktherapie und Logopädie eine sehr erfreuliche Entwicklung hin zum heutigen Stand gemacht hat. Er braucht aber noch eine engere Begleitung im Schulalltag, als dies durch die Regelklasse gewährleistet werden kann, um seine etwas kurze Konzentrationsspanne auszugleichen und ihn bei der Sache zu behalten, weswegen es für ihn optimal wäre, zunächst in einer Kleinklasse eingeschult zu werden.

2 Sätze – 

aber ich finde, er hat noch die Grosseltern und das Tagesheim vergessen – wenn er schon so ziemlich alle erwähnen muss :-) Ganz offensichtlich braucht es heute noch ein Dorf um ein Kind aufzuziehen … oder die gleiche Menge an heilpädagogisch ausgebildeten Leuten …

Tschüss, Papa!

Mein armer Kuschelbär hat am Hals einen Pickel bekommen – ein eingewachsenes Barthaar, so wie’s aussieht. Und da das schmerzt und er selber nicht ran kommt, hat er seine Haus-Apothekerin (mich) gebeten, ihm das aufzustechen.

Disclaimer: Das ist nicht empfohlen zu machen, speziell bei Pickeln im Gesicht / Hals, aber da ich ein bisschen Erfahrung damit habe / das nicht an einer sehr schlimmen Stelle war und ich auch das Material habe … und eigentlich, zumindest bei meinem Kuschelbär noch gerne an Bibeli herumdrücke …

… Jedenfalls, ich habe mein Werkzeug gesammelt: Alkoholisches Desinfektionsmittel, sterile Nadel, Gazetupfer, Pflaster … da kommt Junior und beäugt meine Vorbereitungen.

„Was machst Du da?“ Fragt er

„Ich muss bei Papa ein Pickel aufstechen.“

„WO? Wie? Kann ich zusehen?“– dabei hängt er schon fast auf mir.

„Okay, aber Du musst Abstand halten.“

Und damit er das auch sicher macht: „Weißt Du, wenn ich mit der Nadel abrutsche und Papa da in den Hals steche, dass es blutet, das ist ganz schlecht.“

Mein Kuschelbär – der wohl ganz sicher gehen will: „Ja. Da könnte ich verbluten!“

Junior: „Und dann?“

Kuschelbär: „Und dann stirbt man?“

Oh mein lieber Mann.

Nun gut. Junior hält jetzt Abstand und ich mache mich an die Arbeit.

Desinfizieren. Ich piekse in den hellen Teil vom Pickel. Eiter kommt raus – und dahinter etwas Blut.

Junior: „Oh. Nein.“

Und dann mit weinerlicher Stimme: „Tschüss Papa!“

So, jetzt wissen wir auch, wie wir mal verabschiedet werden, bevor wir sterben: „Tschüss!“

Ich konnte ihn dann wieder beruhigen, dass das bisschen Blut nicht so schlimm ist und Papa etwas übertrieben hat vorher.

Zauberer auf Abruf

In den Sommerferien sind wir in Afrika unterwegs und da ist … einiges anders. Es ist nicht das erste Mal, dass wir in Afrika sind … und einiges habe ich auch vorher schon gelernt oder erfahren. Zum Beispiel, dass alles ein bisschen langsamer geht. Dass der Bus, der zu rechten Zeit an der Station ankommt höchstwahrscheinlich nicht der richtige ist – der kommt erst einiges später. Von daher überrascht mich auch das Malheur mit unseren Pässen nicht wirklich. Das gehört ein bisschen mit dazu.

Wenn ich da hin gehe – auch in den Ferien – dann erwarte ich nicht denselben Lebensstandard wie hier. Darauf bereite ich mich auch vor – entsprechend gut sortiert wird die Reiseapotheke sein. Ich möchte nicht unbedingt darauf hoffen müssen, dass die Tabletten, die ich gerade gekauft habe auch wirklich das enthalten was draufsteht. Ich möchte das wissen. Was sicher auch mitkommt sind ein paar Spritzen und Nadeln. Spritzen weiter zu verwenden (teils ohne Desinfektion zwischendurch) ist wegen Mangel noch immer gang und gäbe auch in einigen Spitälern.

Und dann gibt es da noch den Aberglauben. Damit habe ich bisher noch kaum persönlichen Kontakt gehabt, aber auf der Gästebuchseite der Botschaft von dem Land in das wir reisen … das liest sich wie eine Anzeigenseite für Geisterheiler, Hexer, Zauberer, Medizinmänner … oder wie immer die sich dort nennen mögen. Erstaunlich.

Auszug gefällig? (Das geht über mehrere Seiten so – tägliche Einträge)

Hello, A good spell caster that help me bring back my husband !!! My name is Mrs Jessica Butler am from USA,my husband left home for 3 and a half years to Dubai for a vacation,he meant a young lady and he was enchanted by this lady, my husband refuse to come back home again with the 2 kids he left behind i cried all day seeking for help. I was reading a magazine when I stumble on a page titled spell caster by PROPHET BOLIVAR the spell caster.. I contacted him to help me get back my husband to me and he ask me not to worry about it that his gods will fight for me.. he told me by mid-night when all the spirits is awake he will cast the spell to reunite me and my husband together and he did it, in less than 4 days which i use to contact this prophet my husband came back to me and started shedding tears of reuniting that i should forgive him, i,m so happy for what this great spell caster did for me and my husband..You can count PROPHET BOLIVAR on any problem u can think of, like bringing back your EX,PENIS OR BREAST ENLARGEMENT,LOSING YOUR WEIGHT,GET SIX PACKS even WIN VISA LOTTERY so many people have witness his wonders..He is very nice and great, contact him anywhere in the globe on …@GMAIL.COM•He is the best spell caster in the whole.

Also: Wenn Dein Ehemann abgehauen ist, Du eine Penis- oder Brust-vergrösserung brauchst, Gewicht verlieren willst oder die Lotterie gewinnen – dafür sind diese „Sprellcaster“ da. Und offenbar inserieren die in Zeitungen :-) ?

Wie viel verlangt der wohl für eine Reiseversicherung?