Indiskutabel

Hör zu: ein Epipen ist dafür da, Dein Leben zu retten. Wenn er abgelaufen ist, diskutiere nicht mir Deiner Apothekerin, ob Du ihn noch brauchen kannst.

Hol. Dir. Einen. Neuen!

Über manche Ablaufdaten kann man diskutieren, aber bei Medikamenten wie Antibiotika oder Notfallmedikamenten, bei denen es ums Leben geht, wenn man sie anwendet – so wie dem Adrenalin-Injektor bei heftigsten allergischen Reaktionen wie anaphylaktischem Schok – da nicht!

Übrigens …  entwickelt wurden diese Spritzen ursprünglich für die Armee für die Verabreichung von Gegengiften gegen chemische Waffen – in der Schweiz dürfte zum  Beispiel der Combo-pen so ziemlich jedem Mann bekannt sein. (Ob der in einem Einsatz aber wirklich wirkt …. das würde ich nicht probieren wollen).

Apotheken aus aller Welt, 251: Brüssel, Belgien

Besten Dank an die anonym bleiben wollende Quelle für die Bilder aus Brüssel und Leven (die kommen noch)

ich war auf Streifzug und habe dir ein paar Bilder mitgebracht. In Brüssel hat es mehr als genug Apotheken, auch wenn bei weitem nicht alle fotografierenswert sind.

Das sieht nach … Ausgang des Krankenhauses aus -ist aber wohl die Zinneken Parade :-)

sehr … generisch :-)

Oh, die Dinge, die man so lernt …

Bei der Blutdruckmessung am Oberarm an einem … offenbar… alten Seemann fällt mir sein Tattoo auf dem Arm auf. Wir kommen ins reden und er erklärt mir den Grund warum man sich leichtbekeidete Damen auf die Arme tätowiert hat.

Ich versuche es mal so vorsichtig wie möglich auszudrücken … auf See gibt es keine Frauen (oder vielleicht besser: gab keine). Lange nicht. Fotos, Hefte und derartiges können nass werden oder verloren gehen …

(Fällt der Groschen?)

English: Studio portrait photo of Betty Grable...
(Photo credit: Wikipedia)

Beipackzettel – Anschauungsbeispiel

In einem der letzten Blogposts kam die Frage auf, ob in der Schweiz die Beipackzettel tatsächlich 3-sprachig seien.

Ja. Sind sie.

Das sieht dann zum Beispiel so aus:

Das ginge ja noch, aber das Bild zeigt ja auch nicht den ganzen Zettel.

Das hier schon:

… und das ist nur die Vorderseite. Die Hinterseite ist genauso bedruckt. Von ganz oben bis ganz unten.

Nebendran habe ich als Grössenvergleich die dazugehörige Medikamentenschachtel und der Beipackzettel in gefaltetem Zustand. Das ist vor dem Öffnen. Nach dem Öffnen bekomme auch ich ihn nicht mehr in die vorherige kompakte Form. Das ist wie Origami in der Hölle :-(

akustische Signale

Auf dem Rezept für die Stammkundin: ein Pulmicort Turbuhaler.

Ich sehe, dass sie das bisher noch nie gehabt hat bei uns, also bringe ich zum Original gleich noch das Demogerät mit … das neue Spielzeug. Das „Spielzeug“ ist ein vereinfachter Turbuhaler zum üben, der innen etwas hat, damit es pfeift, wenn man damit richtig inhaliert. Damit hat man eine akustische Kontrolle.

Ich gebe ihr also den Turbuhaler und frage sie: „Wissen Sie schon, wie man das anwendet?“

Kundin: „Ja das hatte ich vor ein paar Jahren schon einmal.“

Pharmama: „Oh, das ist gut. Darf ich es Ihnen trotzdem noch zeigen? Wie haben hier so tolles Demomaterial bekommen, wo man auch hören kann, wenn man richtig inhaliert. Das tönt dann wie eine Pfeife.“

Kundin: „Ja, sicher.“

Pharmama: „Also, Sie nehmen das Gerät in die Hand, drehen den Deckel auf und nehmen ihn ab. So.“

„Dann sieht das aus wie ihr Übungsgerät“ (ich gebe ihr das Spielzeug).

„Jetzt drehen Sie den Ring unten erst in die eine, dann in die andere Richtung, bis es *klick* macht.“

Kundin *klickt*

„Dann atmen Sie ganz aus, nehmen das Gerät in den Mund und atmen da durch tief ein. Wenn wir ein Pfeifen hören, machen Sie es richtig.“

Sie nimmt das Gerät an den Mund und …. nichts. Das heisst, nicht ganz. Ich höre, dass ziemlich Luft durch geht, aber kein Pfeifen.

Sie und ich schauen etwas irritiert auf das Demogerät.

Pharmama: „Äh, haben Sie jetzt dadurch eingeatmet oder da durch geblasen?“

Kundin: „Oh, ich habe geblasen! Ich dachte, wenn es wie eine Pfeife ….“

:-)

Aber: Ja, ja … ich weiss wie’s geht!

(unbedingt auch die hier lesen: Die Anwendung von Inhalatorien und Pffft)

chronische Schmerzen

Leute reagieren sehr unterschiedlich auf Schmerzen. Und Leute reagieren sehr unterschiedlich wenn sie Schmerzen haben im Gegensatz zu wenn sie keine Schmerzen haben. Das kann sein, als hätte man mit 2 verschiedenen Personen zu tun.

Ich habe das Phänomen schon ein paar Mal beobachtet in der Apotheke – wir haben ja auch diverse chronische Schmerz Patienten, aber es überrascht mich immer wieder.

Praktisch immer Schmerzen zu haben ist enorm anstrengend, auslaugend … ich glaube auch, dass man sich das kaum vorstellen kann, wenn man das nicht hat. Auch nur ab und zu Schmerzen zu haben – auch wenn die dann heftig sind, ist nicht wirklich vergleichbar. Man muss ja trotzdem weiter-funktionieren. Jeden Tag. Trotz ständigen Schmerzen … und da kann es durchaus sein, dass man manchmal einfach … ein bisschen durchdreht.

Zum Beispiel die Frau, die ich gestern am Telefon hatte. Ich musste ihr anrufen, um ein Problem mit der Versicherung zu lösen und sie … hat mich unglaublich fertig gemacht am Telefon. Sie war herablassend, sie war … richtig gemein. Sie hat mir Sachen angehängt … die ich nicht mal Ansatzweise wiederholen möchte – und am Schluss hat sie mir noch das Telefon aufgehängt ohne sich zu verabschieden. Dabei wollte ich ihr eigentlich nur helfen.

Item. Sowas macht einen fertig … und das für den Rest des Tages. Und es nimmt einem so ziemlich jede Motivation, ihr danach noch zu helfen.

Und heute … ruft sie an.

Ich habe sie am Telefon – und kaum höre ich ihre Stimme, steht mir die gestrige Situation wieder vor Augen (oder Ohren).

Sie fragt, ob ich gestern am Telefon war.

Und. Entschuldigt. Sich.

!

Sie habe gestern einen ganz schlechten Tag gehabt, viele Schmerzen, dann kam noch dieses und jenes dazu … und als ich angerufen habe, war das einfach … zu viel.

Ich war so sauer gestern, so verletzt, so überzeugt, dass ich mit ihr nichts mehr zu tun haben will.

Aber jetzt? Ich verstehe das.

Und für das nächste Mal auch.