Dann bekomme ich das hier nicht?

Der junge Mann mit Basketballmütze in der Apotheke verlangt Makatussin Sirup.

Jetzt … weil das bei uns in der Gegend leider stark missbraucht wird, sind wir dazu übergegangen den Sirup nur noch auf Rezept an jüngere abzugeben, (Altersgrenze ca. 25 Jahre) den Rest verweisen wir auf die (zahlreichen) Alternativen ohne Codein.

Bei dem hier bin ich etwas unschlüssig – Alter … an der Grenze zu dem, wo wir es wieder abgeben. Trotzdem. Ich erkläre ihm, was Sache ist und die Alternativen.

Er: „Nein, ich will den Makatussin Sirup. Dann bekomme ich das hier nicht?“

Pharmama: „Nein.“

Er: „Na – ich weiss, wo ich das herbekomme.“

Sagt’s, bleibt noch einen Moment stehen, als ob ich es mir jetzt vielleicht anders überlege und geht, als ich keine derartigen Anstalten mache.

Gut – mir ist dann auch klar, dass das die richtige Entscheidung bei ihm war. Sowas ist unangenehm, aber ich denke, wenn wir das nicht machen (und wir sind bei weitem nicht die einzige Apotheke in der Gegend, die das so handhabt), werden die Codeinhaltigen Sirupe bei uns irgendwann auch alle rezeptpflichtig … und das wäre doof für diejenigen Patienten, die das wirklich brauchen können.

Interessant ist, dass die Jungen hier das mit dem Makatussin anscheinend mitbekommen haben – jetzt versuchen sie dasselbe einfach mit dem Benylin. Und es ist immer dieselbe Geschichte, die wir dann hören: „Ich hatte Kontakt mit dem Arzt und er meinte, ich soll den XXX Sirup nehmen.“ – Seltsamerweise wollen sie aber nicht, dass wir dann den Arzt anrufen um das zu bestätigen …

Auswahlrezept

Rezept für Stützstrümpfe. Klar. Aber: welche sollen es denn sein?

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Patientin kommt damit vom Frauenarzt und sie ist schwanger. Trotzdem weiss ich bei dem Rezept nicht, was es denn sein soll: Unterschenkelstrümpfe, Strumpfhose, Maternity Strumpfhose oder Oberschenkelstrümpfe mit Hüftbefestigung? 2 Paar? Oder 2 Stück?

… sieht so aus, als hätten wir die Auswahl. Immerhin sicher: Kompressionsklasse 2. Und mehr als 1 Stück.

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Abrechnungen sind sonst nicht lustig und ich bin froh, nimmt unsere Abrechnungsstelle uns da einen grossen Teil Büroarbeit ab … allerdings fand ich das lustig: (Wer findet den Fehler?)

betrifft

(Nein, es ist nicht der Rabatt / die Abgabe an die Krankenkasse) …

ich denke, da war jemand müde … auf jedenfall rief das Bett :-)

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Apotheken aus aller Welt, 710: Bern, Schweiz

Danke an Leser lyfjafræðingur für diese Apotheke mit wirklich spezieller Inneneinrichtung. So wie es aussieht ist das die Dr. Noyer Apotheke. Gefällt mir sehr, nur: ist das immer so dunkel?

Anbei schicke ich Dir Bilder einer Apotheke in Bern – soweit ich gesehen habe, hast Du diese noch nicht in Deiner Sammlung. Ich mag normalerweise lieber etwas ältere Apotheken, aber diese neue, moderne Apotheke ist so schön, dass sie einen Platz in Deiner Sammlung verdient hat!

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Das ist mir zu kompliziert.

Telefon. Unser Lehrling (Le) nimmt ab. Sie ist noch nicht allzu lange dabei, also möge man ihr die nicht ganz optimale Gesprächsführung verzeihen.

Ein Mann (EiMa): „Guten Tag, könnten Sie mir ein Bronchovaxom bestellen?“

(Kleiner Einschub: das war noch bevor das hier rezeptfrei wurde. Ein Mittel um das Immunsystem auf ein paar gängige Erkältungsbakterien vorzubereiten. Es enthält Bakterienbestandteile – praktisch eine Schluckimpfung)

Le: „Ja– brauchen Sie eine kleine oder eine grosse Packung?“

EiMa: „Keine Ahnung, meine Freundin hat mir das empfohlen. Ich möchte eine Kur machen.“

Le: „Ich schaue mal nach, wie … oh. Das braucht ein Rezept.“

EiMa: „Ich habe keines … aber ich habe mit dem Arzt telefoniert. Er sagt, ich kann das nehmen und ich soll das in der Apotheke holen.“

Le: „Moment, ich muss rasch die Apothekerin fragen.“

Sie schildert mir das und ich erkläre ihr, dass ich bereit bin das ohne Rezept abzugeben, ich muss es einfach eingeben und eventuell beim abholen noch ein paar Sachen fragen. Ich erkläre ihr auch, wie man das nehmen muss, was sie an ihn weitergibt.

Le: „Sie sagt, ich kann ihnen das Bestellen. Also … normalerweise nimmt man das 3 Monate lang, jeweils an 10 Tagen im Monat, also wäre das für eine Kur 30 Kapseln – eine grosse Packung.“

EiMa: „Oh, sehr gut, die nehme ich.“

Le: „Ich bestelle es gerne für sie. Wie ist ihr Name genau?“

EiMa sagt es ihr.

Le: „Okay. Ich finde sie noch nicht im Computer. Wenn wir es abgeben, müssen wir das, weil es rezeptpflichtig ist unter ihrem Namen eingeben, die Apothekerin fragt sie dann noch ein paar Sachen. Bringen sie doch bitte die KK Karte mit.“

EiMa: „Aber ich zahle es bar!“

Le: „Ja, aber es ist einfacher so zum eingeben.“

EiMa: „Das ist mir zu kompliziert. Lassen wir das.“

Und hängt auf.

Bald danach wurde das Mittel übrigens rezeptfrei. Aber das war zu spät für diesen Herrn.