Das will ich nicht hören!

Die Kundin holt zum wiederholten mal Schmerzpflaster –

Schmerzpflaster gibt es grob gesagt in 2, nein 3 Varianten. Die älteste Variante ist wie die ABC Pflaster. Sie enthalten hautreizende und durchblutungsfördernde (und damit wärmende) Wirkstoffe wie Capsaicin und ätherische Öle, sowie manchmal Wintergrünöl. Die andere Möglichkeit sind Pflaster mit Schmerzstillenden und Entzündungshemmenden Wirkstoffen wie auch in Voltaren und ähnlichen. Und ganz neu gibt es noch die Wärmepflaster, die selber Wärme generieren: wenn man sie öffnet, gibt es eine chemische Reaktion – die heizen während Stunden selbst.

Jedenfalls …(wo war ich?) …  die Kundin holt von der Hautreizenden Sorte und die Pharmaassistentin erzählt ihr noch ein bisschen etwas darüber– nämlich, „dass man sie – eben weil sie die Haut reizen, nicht ständig draufhaben soll. Es ist besser zwischen den Pflastern einen Tag Pause zu machen, damit die Haut sich wieder erholen kann …“

Kundin (abwehrend): „Nein, nein! Sagen sie das nicht! Ich will das nicht hören.“

Pharmaassistentin: „Äh … ok?“

Kundin: „Ich kann mir nicht leisten, dass das passiert. Die Pflaster helfen mir.“

… und solange man nichts sagt, bekommt sie auch keine Probleme?

Das ist so ein Dilemma, das wir täglich haben: Wieviel von den möglichen Nebenwirkungen sollen wir erwähnen? Worauf alles hinweisen? Manche Sachen – wie das manche Tabletten die Reaktionszeit – und damit z.B. die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen sagt man besser jedesmal. Bei manchen Kunden sagt man lieber so wenig wie Möglich oder gar nichts, weil die ganz sicher jedes mögliche Problemchen auch bekommen, wenn sie davon wissen. Und dann gibt es so die Grenzfälle …

Wieviel wüsstet ihr denn gern vom Medikament – respektive, angenommen, ihr lest die Packungsbeilage nicht … auf welche Nebenwirkungen wollt ihr unbedingt hingewiesen werden? Die häufigsten? Die „wichtigsten“? Die schlimmsten? Alle??

Oder lest ihr alle die Packungsbeilage und beschliesst dann (weil das so abschreckend ist) das Medikament gar nicht erst zu nehmen?

51 Kommentare zu „Das will ich nicht hören!

  1. Ich selbst hab gern die Zusammenfassung: die 2-5 häufigsten Nebenwirkungen mit Häufigkeitsinformation. In den Beilagen schau ich kurz über Unverträglichkeiten, aber da ich eh nur aller 3-5 Jahre in der Apotheke auftauche sind das eher Kuriositätsinformationen für mich

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  2. Also, wenn es um die Fahrtauglichkeit oder das Bedienen von irgendwelchen Maschinen geht, finde ich es schon wichtig, darüber informiert zu werden und auch ein Hinweis auf Symptome für wirklich ernste Nebenwirkungen ist wichtig, aber von jeder Kleinigkeit will ich auch nicht unbedingt erfahren.

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    1. Ja, die Fahrtüchtigkeit finde ich wichtig, bei Frauen Wechselwirkungen mit der Pille, Phototoxizität und die Warnhinweise bei manchen – also beim Auftreten von welchen Symptomen man das Mittel absetzen / mit dem Arzt reden muss …

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  3. Es gibt Medikamente, die ich regelmässig hole, bei denen sage ich dann freundlich „Danke, ich kenne das Medikament und wie man es einnehmen soll, ich weiss, worauf wir achten müssen“. Das ist zB. beim Nasenspray immer wieder nötig, weil wir (und das finde ich gut) jedes Mal darauf hingewiesen werden, dass es nicht länger als 7 Tage hintereinander angewendet werden sollte. Ich erkläre dann auch immer geduldig, weshalb wir das anders handhaben und wie wir trotzdem das Risiko der „Sucht“ minimieren.
    Müdigkeit/Fahruntüchtigkeit, Schwindel – halt allles, was den Patienten selber oder sein Umfeld akut in Gefahr bringen könnte, halte ich für wichtig, auch wenn der Patient abwehrt. Da könntet ihr höflich gegenhalten, dass ihr ihm das mitteilen MÜSST.
    Den Rest lese ich selber nach. Ich bin selber schuld, wenn ich zum wiederholten Mal vergesse vorher nachzufragen, ob ein Medi sich mit meiner Schilddrüsenüberfunktion nicht verträgt – wobei ich vom Endokrinologen das Okay für einiges trotzdem bekommen habe. In der Apotheke, in der ich mein Neo-Mercazol hole, würde man mir das aber von selber sagen.
    Fazit: Lebensbedrohliches und Wechselwirkungen bitte gern, Rest je nach eurer Einschätzung der Kundin.

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    1. Das mit dem Nasenspray sage ich auch jedes Mal – genau wie bei den reizenden Abführmitteln, dass die nicht für Dauergebrauch gedacht sind. Ja.

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      1. Ich habe bestimmt schon in 4 oder 5 verschiedenen Apotheken Nasenspray gekauft, aber gesagt, dass ich es nicht länger als eine gewisse Zeit am Stück nutzen sollte, wurde es mir noch nie.

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  4. Nachtrag zum Capsaicin: ich habe kürzlich Chilis in Essig eingelegt und billige Handschuhe getragen beim Kleinschnippeln. Seither weiss ich 3 Dinge:
    1. Capsaicin dringt durch billige Handschuhe durch
    2. Es brennt trotz Abreiben mit Öl und mehrfachem gründlichem Händewaschen noch viele, viele Stunden höllisch auf den Fingerkuppen
    3. Wenn man nachts aufwacht, sollte man vermeiden, mit solchen Fingern im Auge zu reiben

    Die Dame könnte sich auch einfach ein paar Chilis über die schmerzende Stelle reiben *g*

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    1. Sowas überlasse ich immer meinem Herzblatt, bin Kontaktlinsenträgerin… ;)
      Nee, im Ernst: Wenn ich Chillies schnippele, kann ich anschließend 3 Tage die Linsen nicht einsetzen. Blöd ist auch, wenn ´die drin sind und nach dem Schnippeln rausgeholt werden müssen…

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        1. … und/oder wasche Deine Hände erstmal mit Olivenöl (oder einem anderen Öl aus Deiner Küche) und anschließend nochmal kräftig mit Seife aus dem Spender. Capsaicin ist fettlöslich.

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    2. Wir haben einen Chili-Baum, und ich trockne die Ernte und verarbeite sie immer zu Pulver. Nach den ersten unangenehmen Versuchen (ganz ohne oder mit normalen Gummihandschuhen) habe ich welche gekauft, die laut Verpackung auch gegen Chili helfen sollen. Da ich da mißtrauisch bin, wasche ich mir die Hände trotzdem danach und vermeide den Kontakt mit Augen etc., aber die scheinen tatsächlich zu funktionieren!

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    3. Und was das männl. Geschlecht betrifft: Es sei auch geboten, gewisse Körperteile nach dem Behandeln von Chili in billigen Handschuhen NICHT zu berühren.
      (Es testete für sie: Mein Geehelichter.) Gott, was lach ich jedes Jahr jetzt bei der Chiliernte. Die findet praktisch im ABC – Anzug statt.

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  5. Das ist eine sehr gute Frage, was man an Nebenwirkungen wissen möchte. Als ich das erste Mal Flosa bekommen habe (war eine Dose ohne irgendwelche grossartigen Informationen drauf), hätte es mir geholfen zu wissen, dass man davon Blähungen bekommen kann. Ein Blick ins Internet hat mir diese Info dann gegeben.

    Nicht mehr Auto fahren dürfen oder Maschinen betätigen ist für mich eine wichtige Info. Auch ein Hinweis auf die häufigsten Nebenwirkungen wäre nicht schlecht. Oder die Info, in welchem Zeitraum man ein Medikament benutzen kann / soll und wann nicht. (z.B. bei Protestogel hab ich eine entsprechende Info bekommen.)

    Ein Medikament nicht verwendet wegen Nebenwirkungen hatte ich bisher nicht. Ganz ohne Grund bekommt man sie in der Regel seltenst verschrieben

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  6. Ich habe da neulich einen interessanten Artikel gelesen:

    http://www.badische-zeitung.de/gesundheit-ernaehrung/nocebo-wenn-man-durch-diagnose-krank-wird–49629506.html

    Ich könnte mir vorstellen, dass es bei Personen, die dafür anfällig sind genauso ist. Je mehr sie über die Nebenwirkungen aufgeklärt werden, desto eher bekommen sie sie auch.

    Ich persönlich lese immer die Packungsbeilage und auch alle möglichen Nebenwirkungen. Mir geht es da in erster Linie um die Magenverträglichkeit, da ich da etwas empfindlich bin. Danach frage ich aber meistens auch schon gleich in der Apotheke und verlange das „magenfreundlichste“.
    Außerdem muss man natürlich wissen, wie sich das Medikament auf die Reaktionsfähigkeit auswirkt, wenn man im Straßenverkehr unterwegs ist (m.E. egal ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto).

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    1. Das ist so: es gibt Leute, denen darf man die möglichen Nebenwirkungen fast nicht mitteilen, weil sie sie sonst entweder bekommen oder das Mittel einfach nicht nehmen.
      Auf der anderen Seite gibt es Leute, bei denen ist die Compliance einfach besser *wenn* man ihnen die wichtigsten Nebenwirkungen vorher sagt -bevor sie die Packungsbeilage studieren…
      Es ist ein Dilemma.

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      1. Vielleicht sollte man dann die „wichtigsten“ (sind das die häufigsten oder die schwerwiegensten?) schon erwähnen, aber gerade bei dafür anfälligen Patienten die Sachen weg lassen, die man sich leicht einbilden kann.
        Auch ein ordentlicher Hypochonder wird sich nicht einbilden an seinem Medikament erblindet zu sein, oder auch den ganzen Tag nur auf der Toilette zu verbringen aber Nebenwirkungen wie „leichte Übelkeit“, „Kopfschmerzen“ etc. kann man sich ja schon einfacher einbilden.

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  7. Ich lese die Packungsbeilage immer und vollständig. Es ist auch schon mal vorgekommen, dass ich ein Medikament dann nicht genommen habe, weil es mir im Zusammenhang mit den Beschwerden unverhältnismäßig vorkam. In den allermeisten Fällen nehme ich das Medikament, das ich verschrieben bekommen habe, natürlich trotzdem.

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  8. Ich schließe mich stjama an, selbstverständlich lese ich grundsätzlich den Zettel. Selbst bei Medikamenten (und sogar bei Tampons) die ich regelmäßig nehme, schließlich kann sich über die Jahre mal was verändern. Ich mag mich nicht so gerne auf den Arzt/Apotheker verlassen, zu oft haben die mir verschwiegen was ich für wichtig hielt. Und im Zweifel nehm ichs erstmal nicht und frage nochmal nach.

    Der ehemalige Hausarzt meines Mannes verschrieb ihm ständig irgendwelchen Unsinn, mein Mann rannte gutgläubig in die Apotheke und kaufte gleich alles – bis ich ihn davon überzeugen konnte, erstmal ein bisschen zu recherchieren und dann zu entscheiden was gekauft wird und was lieber nicht. Inzwischen haben wir zum Glück einen Arzt, der sein Handwerk versteht. :)

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    1. Ein guter Arzt ist wichtig – immerhin wissen wir in der Apotheke in den meisten Fällen ja nicht, warum ein Medikament verschrieben wurde und müssen uns (bis zu einem gewissen Grad) auch darauf verlassen können, dass der Arzt einen guten Grund dafür hatte.

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  9. Ich würde gerne über die offensichtlich den Alltag beeinflussenden Nebenwirkungen informiert werden: Fahrtüchtigkeit, Wechselwirkungen mit hormonellen Verhütungsmitteln, Probleme mit Sonnenlicht, Wechselwirkungen mit gänigen Lebensmitteln und Nebenwirkungen die ernst sind *und* häufig auftreten.
    Ob einer von 100.000 Patienten von dem Medikament grüne Ohrläppchen bekommt, interessiert mich erst, wenn ich dieser Patient bin… :-)

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  10. Ich würde es davon abhängig machen, was es für ein Medikament ist.
    Brauche ich davon nur eine oder zwei Anwendungen, nur die wahrscheinlichsten (bis zu 1%) und gefährlichsten.
    Bei Medis, die öfter genommen werden sollten, und bei denen so die Möglichkeit von Nebenwirkungen steigt, auch die weniger wahrscheinlichen und zumindest beunruhigenden.
    Auch wichtig finde ich zu erwähnen, was bei Überdosierung und zu häufiger Anwendung passiert und in Kombination mit Alkohol und anderen häufigen Wechselwirkern. (Dass Paracetamol auf Dauer die Leber kaputt macht, lässt vermutlich viele 2x überlegen, ob sie ihren Kater so bekämpfen wollen.)

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      1. Beides. Wegen der Abschreckung. Ich war echt verblüfft, als ich gelesen habe, was bei (viel) Kopfschmerztabeletten passieren kann.

        Evt. ist es psychologisch ganz klug, bei Medis, die her missbraucht werden, auch bei den Nebenwirkungen „dick aufzutragen“, ohne zu lügen natürlich.

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  11. Wenn ich ein neues Medikament bekomme, lese ich tatsächlich den kompletten Beipackzettel mit allen Informationen. Bei den Nebenwirkungen etc. mache ich mir dann auch keine Sorgen , bzw. ich bilde mir nicht ein dass ich die bekomme.

    Was den Hinweis in der Apotheke angeht fände ich Hinweise auf Fahrtüchtigkeit, Wechselwirkungen mit anderen (häufig verwendeten!) Medikamenten und allgemeine Anwendungshinweise wichtig.
    Das ganze Kleingedruckte kann sich jeder selbst durchlesen, oder eben auch nicht. Ich finde es SOLLTE jeder lesen, aber das muss man dann selbst entscheiden – wenn man sicht leicht Beschwerden einbildet kann ich nachvollziehen warum man es nicht macht.

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  12. Ich habe regelmäßig gewissen Leuten (nein, keine Senioren) den Beipackzettel übersetzen müssen, weil sie damit nicht klarkamen. Da ist so ein Hinweis in der Apotheke Gold wert, vor allem, weil man dann auch Nachfragen kann, wenn man etwas nicht versteht, und sich nicht auf einen Laien mit Internetanschluss verlassen muss ;)

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  13. Ich lese immer sehr aufmerksam den Beipackzettel, seit mir folgendes passiert ist:

    Ich wollte diesen Januar aufhören zu rauchen (was mir auch gelungen ist, ich bin nach wie vor rauchfrei :-) ), wusste aber von einem früheren, gescheiterten Versuch, dass ich große Probleme beim Ein- und Durchschlafen haben würde. Da ich auf Schlafentzug sehr empfindlich reagiere (löst i.d.R. Migräne aus) bin ich zu meinem Hausarzt gegangen, um mir etwas für ein paar Nächte verschreiben zu lassen.
    Ich muss dazu sagen: ich bin bewusst bei einem Hausarzt, der auf die Schulmedizin schwört und von Homöopathie und ähnlichem gar nichts hält, so wie ich. Aber das hatte ich nicht erwartet.

    Ich habe mir das Medikament also geholt. In der Apotheke wurde mir nicht über mögliche Nebenwirkungen erklärt. Davon das es mein Reaktionsvermögen beeinträchtigen würde, bin ich natürlich ausgegangen, immerhin war es ja ein Schlafmittel, so dachte ich.

    Lange Rede, kurzer Sinn:ich war doch sehr „glücklich“ nach der Einnahme, konnte auch super schlafen, aber es war mir nicht ganz geheuer.

    Ich las also die Packungsbeilage und war erstmal schockiert. Der Arzt hatte mir Opipramol verschrieben. Opipramol zählt chemisch zur Klasse der Dibenzazepine und ist ein Arzneistoff mit tranquilizierenden und antidepressiven Eigenschaften.
    Die Liste der Nebenwirkungen ist seeeehr lang:

    http://medikamente.onmeda.de/Wirkstoffe/Opipramol/nebenwirkungen-medikament-10.html

    Am „schönsten“ fand ich noch immer: Herzrythmusstörungen (bei sehr häufig!!), aber auch Minderung des Geschlechtstriebs, Verwirrung und Halluzinationen.

    Tja, hätte ich mal vorher die Packungsbeilage gelesen!

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    1. Vielleicht hat er es verschrieben, weil du angekündigt hast, es ohnehin nur ganz kurz zu verwenden?

      Glückwunsch zum erfolgreichen Entzug! :)

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    2. So schlimm ist aber Opipramol jetzt wirklich nicht. Es handelt sich halt um ein dämpfendes Mittel. Die Minderung des Geschlechtstriebs und die Verwirrung wird direkt durch die Dämpfung verursacht. Am ehesten kann man das mit einem anderen dämpfenden Arzneimittel vergleichen: Alkohol.
      Das ist nach ein paar Bier auch nichts mehr mit Bettgeschichten und die Verwirrtheit tritt auch dort auf, Halluzinationen sind insbesondere bei Süchtigen auch nicht unüblich.

      Auch alle anderen Schlafmittel haben vergleichbare Packungsbeilagen. Hätte Alkohol eine Packungsbeilage, dann wäre die noch länger. Der Beipackzettel von Zigaretten hätte eh zwei Bände.

      Glückwunsch übrigens, dass das mit dem Aufhören geklappt hat.

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    3. Naja, „schlimm“ ist halt so eine Sache. Ich fand es einfach etwas übertrieben. Ich bin am nächsten Tag in die Apotheke und habe mir etwas milderes mit weniger Nebenwirkungen (http://de.wikipedia.org/wiki/Diphenhydramin) geholt. Das hat es auch getan. Wobei ich es sehr lustig fand. Das gleiche Medikament habe ich in Amerika ein paar mal gegen Allergien genommen, allerdings nur abends weil meine Gastmutter meinte das würde so müde machen… in Deutschland wird es fast gar nicht mehr gegen Allergien eingesetzt, sondern wie gesagt als Schlafmittel.

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      1. Der Beipackzettel ist halt eine rechtliche Absicherung des Herstellers. Hier muss alles rein, was irgendwann mal aufgetreten ist oder sein könnte. Wenn Du irgendeine Nebenwirkung findest, die im Beipackzettel nicht drin steht, kannst Du den Hersteller erfolgreich verklagen, insbesondere in den USA.

        Diephenhydramin und Doxylamin sind Antiallergika der ersten Generation und hatten die unangenehme Nebenwirkung, müde zu machen. Die neueren Antiallergika wie Cetirizin oder Loratadin haben diese Nebenwirkung nicht mehr. Mittlerweile nutzt man aber diese dämpfende Wirkung der Antiallergika zum Einschlafen. In Antibrechmiteln oder Reisekaugummis ist dasselbe drin.

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    4. PS: Danke, ich bin auch sehr stolz, dass ich es geschafft habe. Ich hatte aber auch einen guten Ansporn. Ich will nächstes Jahr schwanger werden und wollte rechtzeitig vorher aufhören, damit bis dahin hoffentlich alle Giftstoffe draußen sind und ich dann nicht so gestresst bin, sondern mit entspannt freuen kann! :-)

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  14. Da die Beipackzettel oft sehr ausschweifend sind und viele Hinweise offenbar aus versicherungstechnischen Gründen dabei sind, finde ich die mehr sachdienlichen Hinweise des Apothekers viel nützlicher, vor allem da die Apotheker auch Erfahrung haben. Sie kennen auch manche „komischen“ Nebenwirkungen, die vielleicht gar nicht gefährlich sind – aber das muss man erstmal wissen.
    Danke also für jede Beratung.
    B.Cottin

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  15. Ich freue mich, wenn man mich fragt, ob ich mit dem Produkt vertraut bin oder der Arzt mir eine Dosierungsempfehlung gegeben hat. Ansonsten lese ich bei verordneten Medikamenten die ich nicht kenne meist die Packungsbeilage, lasse mich aber nicht von den Nebenwirkungen abschrecken. Es ist aber trotzdem gut zu wissen, was evtl. passieren kann damit man im Zweifelsfall weiß, woran es liegt.

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  16. Eigentlich ist es Aufgabe desjenigen, der mir das Medikament verschreibt/empfiehlt, Nebenwirkungen abzuwägen.
    Ich lese aber später immer die Packungsbeilage und habe damit eigentlich nur gute Erfahrungen gemacht, insbesondere werden die Nebenwirkungen immer mit klaren Ansagen „1:100000“ o.Ä. versehen, sodass ich gleich weiß „Okay, das passiert fast nie, also keine Panik.“

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  17. Als alte Häsin, was die Begenung mit Ärzten und Medikamenten angeht, gehöre ich auch zu denen, die den Beipackzettel lesen. Insbesondere auch die Beipackzettel meines Sonnensängers und so habe ich schon mal Nebenwirkungen wiedererkannt. Trotz allem nehme ich die Medikamente im Allgemeinen dann ein, schließlich gehe ich nur zum Arzt, wenn es mir tatsächlich schlecht geht und ich Medikamente brauche; gleichzeitig habe ich mir meine Ärzte aber auch soweit „erzogen“, dass sie mir nicht irgendwelchen Schmonzes versuchen zu verkaufen oder zu verschreiben.
    Und ich finde es enorm wichtig, dass auch noch mal in der Apotheke auf die wichtigen Risiken und Nebenwirkungen hingewiesen wird.

    Gerade in Bezug auf Schmerzmittel bin ich allerdings, aus langer Krankengeschichte mit Schmerzen, sehr eigen. Ich recherchiere sehr sorgfältig, was die einzelnen Präparate so machen und welche Nebenwirkungen sie haben und weiss mittlerweile ganz gut, welche ich nehme, wenn es denn mal sein muss (und bei mir muss der Leidensdruck schon vorhanden sein, bevor ich etwas nehme, was nicht Abc-Pflaster, heisse Schokolade mit Zimt, Bewegung oder Atemübungen sind) Und das Zeug, dass sie mir im Krankenhaus nach der Myom-Entfernung mit nach Hause gegeben haben (2 lose Tabletten in so einem Einweg-Dosette, kein Beipackzettel o. ä.) für den nächsten Abend und Morgen habe ich dann nach etwas Recherche nicht genommen.

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  18. Mich wollte neulich jemand – zum ersten Mal in meinem 41jährigen Leben – in der Apotheke über die Einnahme von Paracetamol aufklären.
    Ich hatte eine 10er Packung mit 500ern gekauft (dürft Ihr in CH auch keine größeren Packungen mehr verkaufen?).

    Ist ja ganz liebenswürdig, dass sich die junge PTA so ernsthaft drum gekümmert hat, aber mit 41 hätte ich vorher schon genügend Gelegenheiten gehabt, mir aus Unwissenheit und Überdosierungen die Leber zu ruinieren, wenn ich nicht von Anfang an selbsttätig recherchieren gelernt hätte.

    Ich finde es schade, dass ich mit 41 zum ersten Mal drauf angesprochen wurde…

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  19. Ach ja, es war dieselbe Apotheke, wo man mir 2 Monate nach der Entbindung nicht den halben Liter Rizinusöl verkaufen wollte, weil man befürchtete, ich wollte mir daraus einen dieser fragwürdigen riskanten Wehencocktails mixen.

    Erstens hätte dazu ein Zehntel gereicht, zweitens ist das saugefährlich für jedes ungeborene Baby, drittens war mein Baby längst geboren und stand in der Babyschale im Einkaufswagen (auch wenn mein Bauch aussah, als hätte die Hebamme eins drin vergessen) und viertens hatte ich doch klipp und klar gesagt, ich wolle damit Seife sieden!

    Es ist ja wirklich schön, wenn in der Apotheke so gut auf einen aufgepasst wird und die ihren Job wirklich sehr ernst nehmen, aber warum fühle ich mich bei dieser einen Apotheke jedesmal wie ein unmündiger Idiot?

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    1. Na ja – die Frau, die damit Wehencocktail hätte mixen wollen (vielleicht auch, um § 218 zu umgehen…), die hätte doch sicher auch gesagt, sie wollte Seife sieden – und nicht, daß sie sich Bauchkrämpfe verpassen wollte… ;)

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      1. Der Wehencocktail wirkt erst dann als solcher (wenn denn überhaupt), wenn die Schwangerschaft ohnehin schon am Entbindungstermin ist. In diesem Fall hofft man, durch die angeregte Darmperistaltik auch die Wehentätigkeit anzustoßen. Dazu muss man aber wirklich schon am Entbindungstermin sein und auch der Muttermund sollte entsprechend reif sein.

        Ist der Befund noch nicht „reif“ für eine Geburt, bekommt eine Schwangere bei Missbrauch von Rizinus im besten Fall nur gewaltige Bauchkrämpfe und „flotten Otto“ bis zum Gehtnichtmehr.

        Im schlimmsten Fall bekommt man, wenn man damit herumexperimentiert, eine vorzeitige Plazentalösung und bringt das Baby damit um.

        Und mal so nebenbei – eine Frau, die sich damit einen Wehencocktail mixen will, aus welchem Grund auch immer, wird kein Neugeborenes in der Babyschale dabeihaben. Ganz so schnell mit dem Wiederschwangerwerden geht es dann doch nicht!

        Und zwischen einer normalgewichtigen Frau, die vor 4 Wochen entbunden hat, und einer Frau kurz vor Entbindungstermin gibts dann doch einigermaßen erkennbare Figurunterschiede.

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  20. Das mit den Hinweisen ist eine diffizile Sache: Von „Ich habe keinen Bock mich von Euch voll quatschen zu lassen“ bis zu “ Das hat mir noch nie jemand so erklärt – vielen lieben Dank“ habe ich schon alles gehört – wichtig ist: Sicherstellen, dass der Patient weiss, weswegen er etwas bekommt und wie es angewendet wird – und weitere Infos anbieten….
    Bei Stammkunden weiss man ja irgendwann wie die „drauf“ sind – Beipackzettel am liebsten vor Ort lesen und mit mir ausdiskutieren oder in blindem Vertrauen, dass der Arzt und ich schon recht haben…. beide Extreme sind irgendwie ungesund!

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  21. Arzt zur Patientin nach Suizidversuch mit Baldrian (o.ä., weiß ich nimmer genau):
    „Na seien Sie froh, dass sie nicht die Menge Paracetamol genommen haben, sonst wären Sie jetzt wirklich tot!“
    Und ich dachte mir nur- gut, dass sie es für das nächste Mal weiß… :-/

    Nein, ich finde es auch interessant, dass es Medikamente gibt, über deren Nebenwirkungen wir, auch wenn sie selten sind, in der Klinik ausführlich aufklären (Amiodaron, gerinnungshemmende Substanzen) und viele viele mehr zu denen man eher nix sagt, wenn man nicht ausdrücklich gefragt wird.

    Eine klassische Nebenwirkung wie die (seltene) Impotenz auf Betablocker ist auch so ne Sache- ein Mann, der da Probleme erwartet, wird wahrscheinlich auch eher welche haben…

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  22. Ich möchte alle verfügbaren Informationen.

    Wenn neben den Fachinformationen die Apotheke nützliches beisteuern kann, weil dort z.B rote Hand Briefe oder Rückrufe, etc.bekannt sind ist hier eine Information sehr erwünscht.

    Sollte ich darüber bereits Bescheid wissen, kann man das Gespräch ja abkürzen.

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  23. Letztens hätte ich die Nebenwirkungen gerne vorher gewusst. Statt dessen gab es eine sehr lange, aber inhaltlich unvollständige „Aufklärung“ um die Unterschrift für Off-Label-Use zu bekommen. Als ich angedeutet habe, auf Grund der tatsächlich aufgetretenen schweren Nebenwirkungen das Einverständnis zurückzuziehen, kam der Oberarzt dazwischen. Tenor des einstündigen Gespräches: Wenn der Patient das Gefühl hat, es könnte vielleicht helfen, sind Nebenwirkungen und Langzeitschäden egal.

    Die Hausärztin hat uns dringend empfohlen, sofort die Klinik zu wechseln, als sie von der Medikation erfahren hat – da war es aber schon zu spät. Ich vermeide Dr. Google, aber hier wäre es sinnvoll gewesen, weil die Medikation sogar direkt der nationalen Leitlinie und den allermeisten Studienergebnissen widerspricht.

    PS: Etwas am Thema vorbei, weil Kliniken in Deutschland selbst verschreiben und ausgeben. Ein Kontakt zwischen Apotheke und Patient findet dabei nicht statt – erst nach der Entlassung.

    PS2: Schreibst Du auch noch neue Beiträge oder wärmst nur noch die alten wieder auf? 😉

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  24. Ich finde vor allem Kontraindikationen extrem wichtig. Beispiel: Ich habe Asthma. Ich habe einmal in der Apotheke nach einem Hustensaft gefragt und einen empfohlen bekommen, weil ich das so gut wie nie nehme. Zu Hause (zum Glueck) die Packungsbeilage gelesen und festgestellt dass man den nicht nehmen soll wenn man Asthma hat. Zurueck in die Apotheke und netterweise konnte ich ihn umtauschen, aber bekam ein entruestetes „das haben Sie aber nicht gesagt…“ – ja, stimmt, aber, ich kenne mich ja auch nicht aus und weiss nicht was vielleicht in welcher Kombination nicht geht…? 😅

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  25. Ich lese fast immer die Packungsbeilage. Erst einmal habe ich mich dabei so gegruselt, dass ich das Mittel nicht genommen habe (war ein starkes Schmerzmittel nach einer Zahn-OP). MEist gehe ich davon aus, dass ich die Nebenwirkungen schon nicht bekommen werden, klappt fast immer. Wichtig finde ich es, dass mir in der Apotheke gesagt wird, wenn sich ein Medikament nicht mit bestimmten Lebensmitteln oder anderen Medikamenten verträgt. Wenn ich den Verdacht habe, ich könnte etwas gar nicht vertragen, dann frage ich schon den Arzt, der das Mittel verschreiben will.

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