Der Lückenbüsser

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Der Patient bringt eine Medikamentenpackung mit Aufkleber der Versandapotheke. _Könnten Sie mir meine Tabletten halbieren_ Meine Haushilfe macht das nicht._

Da bin ich wieder: der Lückenbüsser. Medizinische Versorgung und Massnahmen für manche nur noch als „letzte Instanz“.

Der Patient bringt eine Medikamentenpackung mit Aufkleber der Versandapotheke. „Könnten Sie mir meine Tabletten halbieren? Meine Haushilfe, die das Dosett richtet, macht das nicht.“

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20 comments on “Der Lückenbüsser

  1. Azalea sagt:

    Kann man in dem Fall nicht einfach sagen: „Tut mir leid, diesen Service bieten wir nur für bei uns bezogene Produkte an. Aber ich kann Ihnen diesen Tabletten-Teiler verkaufen damit sie es in Zukunft selber machen können.“?

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    • Pharmama sagt:

      Könnte man … allerdings finde ich das bei einem Mensch in „Not“ immer ein bisschen zwiespältig. Er kann das offenbar nicht selber machen … und seine anderen Hilfen machen das nicht (wobei mich da wirklich interessiert hätte, weshalb).
      Ich habe ihm die Tabletten für eine Woche geteilt und gesagt, dass das das erste Mal jetzt gratis ist, wir aber in Zukunft etwas dafür verlangen werden.

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  2. Pflegefachmann sagt:

    Hast die Lösung schon mehrfach im Blog genannt; Arbeit muss etwas kosten damit sie als Arbeit anerkannt wird. Höre schon die Reaktion der Kundin: „Das kostet etwas?“

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  3. Hermione sagt:

    Machst du es denn dann?
    Weist du die Kunden dann darauf hin, dass Beratung und solche Serviceleistungen es unter anderem sind, die die Apotheke gegenüber teurer machen als die billige Versandapotheke?
    Oder machst du es gleich gegen Gebühr, wie einige Elektronikhändler ihre Beratungen inzwischen durchführen, wenn kein Produkt gekauft wird?

    Ich find das traurig, ich würde mich sehr ausgenutzt fühlen bei sowas. Da steckt ja die wirtschaftliche Existenz hinter. 😐

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    • B. Cottin sagt:

      Das wusste ich noch nicht, dass einige Elektrohändler Gebühren für eine unverbindliche Beratung verlangen. Finde ich eigentlich fair.

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      • http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.einzelhandel-muenchen-fotohaendler-will-geld-fuer-beratung.74e60045-7540-4806-b509-edcf34168828.html

        Manche haben halt die Faxen dicke, sich für Null Rohgewinn denn Mund fusselig zu quatschen. Da haben es deutsche Apothekenkunden besser – schließlich ist die kostenlose Beratung in der deutschen Apotheke eine der uns auferlegten „Gemeinwohlpflichten“…

        Aber ganz ehrlich – Leute, die ihre Arzneimittel auf tchechischen Flohmärkten oder polnischen Grabbeltischen oder in türkischen Urlauberapotheken (prinzipiell auf Vorrat) kaufen, Weil es da ja nur einen Bruchteil des deutschen Preises kostet! , und mich dann fragen, wie das anzuweden sei und was man beachten müsse, Also eine umfassende Beratung wäre schon nett, weil ich die (originalsprachige) Packungsbeilage ja nicht verstehe. – bekamen von mir auch schon zu hören: Tut mir leid, ich kann kein polnisch / tchechisch / türkisch. Da müssten Sie jemanden fragen, der die Packungsangaben LESEN und übersetzen kann… Das waren bisher gewöhnlich auch Menschen, die ich nie vorher und nie wieder nachher gesehen habe…

        Ich frage mich dann auch immer, in welche Haftungspflicht ich mich begebe, wenn ich zu einem Produkt, welches ich zum Teil gar nicht kenne und auch nur zu 90% sicher identifizieren kann, bei der Beratung Fehler mache…

        Und ich muss mich dann schon immer dolle zurückhalten, dass ich nicht antworte: Und wenn Sie Ihr Mehl im Supermarkt gekauft haben, fragen Sie anschließend auch den Bäcker, ob er Ihnen kostenlos Brötchen daraus macht?

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      • Hermione sagt:

        Ja, finde ich auch. Sich im
        Fachhandel beraten lassen (auf deren kosten – Arbeitszeit!) und dann billig im Internet kaufen, ist wirklich unfair.
        Und wenn man dann im Fachhandel kauft, wird die Beratungsgebühr angerechnet.

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    • Pharmama sagt:

      Das gibt’s in der Schweiz übrigens inzwischen auch: http://www.20min.ch/finance/news/story/Sportladen-verlangt-von-Kunden-Geld-fuer-Beratung-23664429 . Da bezahlt man für die Beratung in einem Sportartikelgeschäft beim Chef 75 Franken in der Stunde, den Lehrling „bekommt“ man schon für 24 Franken in der Stunde … allerdings bekommt man dann, wenn man etwas kauft auch 20% Rabatt. Das finde ich noch ein interessantes Konzept.

      • Und man sieht auch die Preise: 75 Franken für das Wissen um Sportartikel (und Bekleidungsgegenstände) … und ich bin jemand, mit Spezialwissen über die Gesundheit … alles über Medikamente und ihre Anwendung und einiges über die dazugehörenden körperlichen Zustände.

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      • Caron sagt:

        Also ich weiß nicht, wie das in der Schweiz aussieht, aber in Deutschland hat der Einzelhandel bei mir derart viel Vertrauen verspielt, dass mir deren Beratung höchst selten überhaupt etwas wert ist. Ich weiß nie, ob der die Verkäufter mir zufälligen Unsinn erzählen (Mediamarkt, Saturn) oder ihre überteuerten Vorvorjahresmodelle loswerden wollen (spezialisierter Fachhandel).
        Da suche ich mir lieber ein paar Testberichte im Internet und x Rezensionen bei Amazon.

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  4. cara sagt:

    Ich finde das unfassbar dreist. Wie kommt man nur auf so eine Idee? Ok, wenn sie Stammkundin ist und nur dieses eine Medikament mal woanders bezogen hat… Aber sonst?

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  5. Kathy sagt:

    Tablettenteiler anbieten oder Arbeit bezahlen lassen, da wäre ich strickt.
    Aber einziger „Pluspunkt“: es gibt ja viele Tabletten, die nicht geteilt werden dürfen (und Ärzte dies veegessen/nicht wissen, Stichwort „Schmuckrille“) und somit wurde es doch noch kontrolliert – und der Patient vor möglichem Schaden bewahrt.

    Ansonsten: Apotheke ist neben Arzt eben die Anlaufstelle für Medis und manche Menschen geraten eher in Panik, wenn es um Medis geht, als über sich Dreistigkeit Gedanken zu machen. Zum Arzt (und v.a. Ins KH) spazieren bringt mittlerweile ja nicht mal mehr ne Rechnung mit sich (oder manchmal erst Monate später).. Und dann vetfallen sie in Panik, weil die Reaktion nicht Hilfe, sondern Bezahlungserwartung ist.. Ist beim Handy oder Auto anders, da ist man sich den aKosten eher noch bewusst..

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  6. Andi sagt:

    „Ich sage der Versandapotheke Bescheid, dass sie jemand zu Ihnen nach Hause schicken sollen…“

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  7. McCloud sagt:

    Freundlich folgenden Satz als Antwort geben: „Bitte wenden sie sich mit ihrem Anliegen an die Apotheke, bei der sie die Ware bezogen haben.“

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  8. Melilotus sagt:

    Hallo, das finde ich jetzt aber seltsam. Ich dachte, Tabletten soll man zeitnah vor der Einnahme teilen (Oxidation, Feuchtigkeit, Licht usw.). Wie soll das denn dann funktionieren? Kommt er jede Woche vorbei zum (kostenlosen) Tablettenteilen? Wenn ein Dosett vorhanden ist, scheint die Einnahme ja schon auf Dauer angelegt zu sein.

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    • Pharmama sagt:

      Das mit dem zeitnah wäre optimal. Speziel bei empflindlichen Tabletten (nicht alle sind das – und einige sollte man gar nicht teilen, aber das ist ein anderes Thema).
      Das mit dem wöchentlichen vorbeikommen: das wäre dann die Idee, aber kostenlos mache ich das sicher nicht. Entweder er bezahlt für die Dienstleistung, oder er lässt das Dosett über mich richten, dann ist das inklusive.

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  10. Steffen sagt:

    Also ich finde das Verhalten des Kunden extremst dreist. Mir wäre das an seiner Stelle unendlich peinlich gewesen. Aber es gibt ja den Spruch: „Manchen ist nichts peinlich.“

    Ich als Apothekenkunde kaufe sowohl im Versand als auch vor Ort. Vor Ort habe ich meine Stammapotheke. Wenn ich Beratung benötige, gehe ich vor Ort. Dann kaufe ich die Medikamente Ort natürlich auch. Sie sind dort zwar teurer, dafür habe ich aber eine Beratung erhalten. Dasselbe bei schnell benötigten Medikamenten. Der höhere Preis ist dann der Expresszuschlag.

    Wenn ich Medikamente weder schnell brauche noch eine persönliche Beratung wünsche, kaufe ich im Versand.

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