Nein zu Darmkrebs : Vorsorgekampagne in der Schweiz

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50plus: Dann direkt zur Darmkrebs-Vorsorge

Frühzeitig erkannt, ist Darmkrebs sehr gut heilbar. Nutzen Sie die Chance und ermitteln Sie gemeinsam mit Ihrem Apotheker ihr persönliches Darmkrebsrisiko.

Die Aktion findet vom 1. März bis 16. April 2016 statt. Besuchen Sie uns und machen Sie den ersten Schritt zur Darmkrebsvorsorge!

www.nein-zu-darmkrebs.ch

Darmkrebs ist ein grosses Problem und hier die dritthäufigste Krebserkrankung. Jährlich sterben in der Schweiz etwa 1700 Menschen daran … dabei wäre das ein Krebs, den man relativ einfach früh entdecken kann und -weil er sich eher langsam entwickelt- dann auch gute Heilungs- und Behandlungs-chancen bestehen.

Bei der Vorsorgekampagne arbeiten der schweizerische Apothekerverband, die Hausärzte Schweiz, die Krebsliga und noch mehr Vereine zusammen um die Problematik der Bevölkerung näher zu bringen. In 771 Apotheken schweizweit sind Beratungen und Vorsorgetests machbar. – Ja, Pharmamas Apotheke ist auch dabei!

Wenn Sie zwischen 50 und 75 Jahren alt sind, gehen Sie einfach in eine der Apotheken, die da mitmachen und lassen sich beraten. Dort wird ihr persönliches Risiko abgeklärt und entweder ein Stuhltest abgegeben, den Sie zu Hause machen können und der dann in einem renommierten Labor in Lausanne ausgewertet wird, oder Sie werden zum Hausarzt oder Gastroenterologen weiter geleitet für vertiefte Abklärungen.

Der Stuhltest ist eine einfache und sichere Methode, womit immunologisch auch nicht sichtbares Blut im Stuhl nachgewiesen wird. Dies ist oft ein Hinweis auf Polypen oder Vorstufen von Darmkrebs.

Das Ergebnis wird bei einem weiteren Termin in der Apotheke mit Ihnen besprochen und ausgewertet. Ein positiver Test bedeutet nicht zwingend Darmkrebs, aber dem sollte nachgegangen werden in Form eines Abklärungstermins beim Hausarzt oder Gastroenterologen, der eine Kolonoskopie (eine Dickdarmspiegelung) macht, die dann eine genauere Betrachtung und eventuell schon Entfernung von Krebs-Vorstufen ermöglicht.

Vor etwa 10 Jahren gab es schon einmal eine Kampagne, inzwischen wurde aber der Test verbessert und die Auswertung wird nicht mehr in der Apotheke gemacht, sondern in einem Labor – worüber ich selber froh bin … Ich war nämlich vor 10 Jahren schon dabei bei der Kampagne.
So ein Test sollte übrigens, wenn er negativ ist, nach etwa 2 Jahren wiederholt werden.

Der Preis für den Test beträgt während der Kampagne 28 Franken (10 Franken für das Material und 18 Franken für den Aufwand).

Die Krankenkasse würde das als Vorsorgeuntersuchung bezahlen, rechnet es aber an die Franchise an … und man muss es dafür beim Arzt machen, wo man zusätzlich noch für den Termin zahlt. 28 Franken ist wirklich günstig und die Apotheke ist eine einfach zugängliche Anlaufstelle (kein Termin nötig). Eine  Kolonoskopie wird von der Krankenkasse alle 10 Jahre übernommen – ist aber ein wesentlich grösserer Eingriff in den Körper und einiges teurer.

Über Pharmama

Wie bringt man die Arbeit in der Apotheke und die Familie unter eine Haube? Mit viel Humor natürlich! Ich bin Apothekerin aus der Schweiz schreibe über Interessantes und lustiges in und um die Apotheke. unter: Pharmama.ch

Veröffentlicht am 01/03/2016 in Apotheke und mit , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 19 Kommentare.

  1. Ich lag nach meiner Rücken OP neben einer ca 65 jährigen Frau mit spät erkanntem Darmkrebs, die und ihr Ehemann taten mir extrem leid. Ich werde in einem Jahr 50 und melde mich dann über den Hausarzt zur Darmspiegelung an. Und meinen Mann ziehe ich auch an den Ohren dahin.

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  2. Das gilt fast 1 zu 1 für Deutschland:
    Aber 50 Jahren werden in Deutschland die Darmkrebsvorsorgen übernommen, Test auf okkulten Stuhl (=Hemofec) gibt es beim Arzt und Koloskopie wird ab 55 Jahren alle 10 Jahre übernommen.

    Dies wird von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen! Ja, bei uns auch die Stuhlbriefchen😉

    Ist das Darmkrebsrisiko (z.B. familiäres Risiko oder durch andere, chronische Darmerkrankungen) aus verschiedenen Gründen erhöht, geht es teilweise auch früher! Hier im besten Fall mit den Hausarzt reden, was möglich ist.

    PS:
    Neben den Standardhemofec gibt es noch einen weiteren Stuhltest, der nur auf menschliches Blut im Stuhl reagiert. Das ist insoweit wichtig, weil der Hemofec gerne mal falschpositiv ist, weil man das falsch gegessen hat (z.B. Blutwurst :D) – dieser wird aber ausdrücklich NICHT von der Kasse übernommen und wahrscheinlich auch nicht von jeden Arzt angeboten. (leider) – Kosten können schwanken, pi mal Daumen sollte es etwas um die 18€ sein.

    PPS:

    Wer aber eh immer brav zu seinen Vorsorgen geht (Gesundheitscheck, Krebsvorsorge Mann, wie es beim Gyn aussieht, kann ich nicht sagen), wird wahrscheinlich eh vom Hausarzt drauf angesprochen, wenn es so weit ist.

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    • Wir haben den neuen Test, den, der nur auf menschliches Blut angibt. Klar, das kann immer noch von den Hämorrhoiden kommen (oder vom Mens-Blut, was ab 50 aber eher unwahrscheinlich ist) … Oder wenn Du Kanibale bist ….

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      • Hrm… Kannibalen sind immer so nette Menschen.😀

        Und ja, das dachte ich mir schon bei der Beschreibung – da in D-Land aber nunmal der Hemofec der Standard ist, hab ichs lieber nochmal extra erwähnt hust

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  3. In Deutschland gab es mal so eine Werbeaktion: „Wer seinen Partner liebt, schickt ihn zur Darmkrebsvorsorge.“

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  4. Leider wird oft vergessen, daß die Vorbereitungen für die Darmkrebsvorsorge für einige ältere Menschen sehr belastend sein können: abführende Mittel, zu wenig Flüssigkeit, 24 h vorher nichts essen, ständig auf Toilette, Durchfall. Für Menschen mit Herz-Kreislaufen-Problemen ist das sehr belastend. Der Eingriff ist auch nicht harmlos, wie oft berichtet wird: viele Menschen wünschen sich ein Beruhigungsmittel bzw. eine Art Narkose. Die Risiken sind auch nicht zu vernachlässigen. Und ältere Menschen haben oft Polypen im Darm. Daraus entwickelt sich nicht immer Krebs. Die Schweiz empfiehlt die Vorsorge seit 2004 nicht mehr, weil das Risiko den Nutzen überwiegt. Ausnahme: wenn man ein erhöhtes Darmkrebsrisiko hat. Also, wer sein Partner, der schickt ihn nicht, sondern überläßt ihm selbst die Entscheidung

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    • Man muss deutlich differenzieren: die Darmkrebsvorsorge, die wir Apotheken anbieten ist der Stuhltest. Der ist nicht-invasiv (also kein Eingriff in den Körper), braucht keine Diät oder besondere Vorbereitung und ist so einfach, dass man ihn selber zu Hause machen kann.
      Dafür ist er nicht bei allen geeignet, weshalb das in der Apotheke auch abgeklärt wird: Er macht Sinn zwischen 50 und 75 Jahren (darunter ist das Risiko für Darmkrebs zu niedrig, darüber ist das Risiko dass der Test falsch positiv anzeigt zu hoch. Risikopatienten werden ebenfalls aus-sortiert: diese sollen die Darmspiegelung machen.
      Das ist die Darmkrebsvorsorge, auf die Du ansprichst. Dafür muss man vorher eine spezielle „Diät“ einhalten und die Abführmittel nehmen. Das ist einiges mühsamer, aber machbar. Mein Papa hat das gerade hinter sich und das war nicht wirklich ein Problem. Dabei wird hierzulande übrigens fast immer mit Beruhigungsmittel gearbeitet – man kann das auch mit Narkose machen: dafür gibt es eine Vorbesprechung, wo man auch Wünsche anbringen darf.
      Klar ist die Darmspiegelung wie jeder „Eingriff“ eine Belastung für den Körper. Dafür hat man damit einen bessere Einsicht und sieht nicht nur Krebsvorstufen, man kann auch gleich kleinere Dinge wie Polypen entfernen oder Proben nehmen, das ist dann wirkliche Vorsorge, nicht nur ein Test.
      Im übrigen wird die Darmspiegelung alle 10 Jahre von der Krankenkasse übernommen. Die Stuhlprobe sollte man alle 2 Jahre machen.
      Darmkrebs entwickelt sich langsam – und man kann, wenn man ihn früh genug erkennt noch einiges machen. Je länger man wartet, je weiter er bei Entdeckung fortgeschritten ist, desto schlechter sind die Aussichten.
      Deshalb ja: Wenn man seinen Partner liebt (und sich selber achtet), dann geht man zur Darmkrebsvorsorge.

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  5. lol.
    Gerade gefunden und direkt an Pharmama gedacht.

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  6. So, mein Mann hat sich am Samstag seinen Test besorgt und gestern ging der schon zur Post, ich war gestern in der Apotheke.
    Das dauerte aber ganz schön lang, die Beratung… ich habe das Gefühl, die werden dort nicht gerade überrannt😉
    Und sehr nett der Punkt „wie sind Sie auf den Test aufmerksam geworden?“ – offenbar fehlt bei der Auswahl „über den Blog einer Apothekerin“ g.

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    • Den Punkt „Über Internet“ müsste es aber gegeben haben – ansonsten wäre der Bogen ja so etwas von 1995!😀

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      • Ich glaube, sie musste überlegen, was „Blog“ ist g (sie war aber mindestens 20 Jahre jünger als ich)

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      • Was heisst hier „Bogen“? Wir machen das modern direkt am Computer.

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        • Aber es ist doch egal, ob der Bogen händisch oder virtuell ausgefüllt wird – für mich bleibt das ein (Frage|Test)Bogen. ;D

          Schriftstück ist dagegen rein altmodisch, Textdatei virtuell, Papier real, etc. pp. Bei Irene wird ja nun nicht erwähnt, ob es am PC oder oldschool ausgefüllt wurde.

          Uuuuuuund: Auch eine Datei, die am 09.03.2016 (morgen) erstellt wird, kann 1995 sein, wenn man da gewisse Sachen nicht ausführt. So! zunge rausstreck
          Schielt
          sich den Colatropfen von der Nase leck

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    • Die haben sich die Zeit genommen (nicht: die haben ja nichts zu tun …): Schön!
      Das mit dem drauf aufmerksam geworden könnte man eingeben unter „über die Medien“ … darunter falle ich offenbar:-)

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      • Oh, das war keine Kritik wegen der Beratungszeit. Und ich merke grade, „nicht überrannt“ kann man missverstehen, ich meinte bezüglich Darmkrebstest. Ansonsten bimmelte permanent die Türglocke…

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  7. Darmkrebs ist ein wichtiges Thema, dem in letzter Zeit zum Glück immer mehr Aufmerksamkeit, z.B. durch Medienkampagnen und TV-Werbung, geschenkt wurde. Beratungsgespräche beim Hausarzt oder Vorsorgeuntersuchungen bei einem Arzt mit Spezialisierung in diesem Bereich sind immer eine gute Empfehlung, denn je früher der Krebs erkannt wird, desto höher sind die Heilungschancen.

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