Mini-Forschungsarbeit

Ich mag ja ein bisschen Detektivarbeit in der Apotheke ganz gerne – also wenn ich zum Beispiel für einen Patienten abklären soll, ob es etwas gibt und wie man da ran kommt. Das ist immer die Gelegenheit auch etwas neues zu lernen. Aber letzthin hatte ich eine, da fand ich das einfach nur noch … anstrengend.

Sie hat (erklärte sie mir) nach einer Antibiotikatherapie Halsschmerzen, die nicht weggingen. Das habe sie vor 15 Jahren (!) schon einmal gehabt und damals habe sie es mit Hilfe einer Ärztin damit wegbekommen … und dann streckt sie mir ihr Tagebuch von damals entgegen, wo die Mittel eingetragen sind. Nein, etwas anderes will sie nicht.

Gute Buchführung – nur … erstens 15 Jahre her (da ändert sich im Gesundheitsmarkt so einiges) … und zweitens ganz offensichtlich homöopathische Mittel (von denen ich noch nie was gehört habe, richtig interessantes Zeug) und drittens nicht mal in der Schweiz verschrieben.

Das gab dann wirklich viel Forschungsarbeit.

Aber da sie das wirklich geschätzt hat und ich ihr die Sachen dann auch bestellen und verkaufen durfte … war das okay.

6 Kommentare zu „Mini-Forschungsarbeit

  1. Aaaaalso, Pharmama – du kannst ein homöopathisches Mittel von damals nicht auftreiben?

    Dabei ist es bloss ein Fall für deinen Etikettendrucker, und das „Heilmittel“ ist sofort verfügbar…

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    1. GENAU das dachte eich auch :D
      Im Zweifelsfall garniert mit „Ich habe die Zusammensetzung herausgefunden und es entsprechend hergestellt“. Das wäre dann nicht mal gelogen.

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      1. Ja, eben. Auch vom Gesetz her würde Pharmama völlig legal handeln:

        § 71, Zivilgesetzbuch:

        Bestimmung nach der Gattung

        1 Ist die geschuldete Sache nur der Gattung nach bestimmt, so steht dem Schuldner die Auswahl zu, insofern sich aus dem Rechtsverhältnis nicht etwas anderes ergibt.

        2 Er darf jedoch nicht eine Sache unter mittlerer Qualität anbieten.

        Wenn der Kunde also Loxodonta C200 verlangt, kann auch der beste unabhängige Fachmann keinen Unterschied zu Testudo C200 erkennen. Also verkauft der Apotheker, was er an Zückerchen auf Lager hat. Und man müsste sich schon ziemlich anstrengen, um diese Dinger „unter mittlerer Qualität“ anzubieten.

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    2. @turtle: doch, kann ich auftreiben … ich muss nur herausfinden, ob das noch jemand als fertig-Produkt herstellt, ansonsten gibt es Apotheken und Firman, die das auch mischen. Ich versuche Kundenwünsche zu erfüllen … sie so zu (sorry) bescheissen, wie du vorschlägst gehört da nicht dazu.

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      1. das lässt Du dann lieber den Hersteller oder Kollegen machen… ;-)

        In meiner Kinderzeit schwörte meine Familie auf Ambazon (Iversal®) bei Halsschmerzen – wirkte prima und schmeckte toll nach Kaffee/Kako – die Packungen wurden bei mir meist nicht besonders alt… :-)

        Weiß man, warum das schon lange vom Markt genommen ist?

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        1. Laut Wikipedia sind Metaboliten (=Abbauprodukte) des Wirkstoffes Ambazon möglicherweise mutagen. Ausserdem ist der Wirkstoff stark basisch, und da er nach nicht schmeck/riecht, könnte es zu versehentlichem Schlucken (z.B. bei Kindern) kommen.
          Ich denke, dass es heute einfach besser desinfizierende Substanzen mit weniger Risiko-Potential gibt.

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