Damit sie nicht aussehen wie ein Mann …

Minoxidil 5% Lösung gibt es freiverkäuflich bei uns, wie die 2%ige – nur dass wir die 5%ige nur an Männer abgeben dürfen. Frauen brauchen dafür ein Rezept.

Ich höre jemanden Diskrimination schreien? Ja – ich weiss, das ist doof. Man muss das auch immer wieder den Angestellten (speziell Lehrlingen) klar machen, dass das wirklich so ist. Dass sie nachfragen sollen, für wen das Mittel ist und – falls für eine Frau die Abgabe verweigern müssen, respektive ein 2%iges abgeben.

Das gibt natürlich gelegentlich tolle Diskussionen mit den Frauen, die das wünschen. „Was? Weshalb? Aber wenn es für meinen Mann ist, dann bekomme ich das? In dem Fall ist es für meinen Mann …“

Also mal abgesehen davon, dass die 5%ige Lösung in den Tests auch nur am Anfang (die ersten Monate – man muss das ja immer nehmen, solange man die Haare behalten will) besser hilft als die 2%ige hat bei mir dieser Satz indessen die beste Wirkung gezeigt:

„Das ist vor allem, weil bei der 5%igen eine gute Chance besteht, dass Sie die Haare auch mehr dort bekommen, wo Sie sie bestimmt nicht wollen: im Gesicht.“

Das half bisher eigentlich immer…. :-)

19 Kommentare zu „Damit sie nicht aussehen wie ein Mann …

  1. Welchen Sinn soll man darin erkennen, dass die 5%ige Lösung nur an Männer abgegeben wird? Natürlich ist das Diskriminierung, die jedoch nicht den Apotheken zuzurechnen ist.
    Ich denke mal, dass „betroffene“ Frauen ähnliche Quellen finden wie z.B. minderjährige Kids, die an Alc herankommen wollen.
    Letzteres finde ich mehr als Sch***, es wird aber praktiziert.
    findet
    ajo

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    1. Der Sinn ist doch erklärt. Die 5% Zubereitung ist zu stark. Das ist keine Diskriminierung, das ist eine dosisfrage. Oder fühlst du dich auch diskriminiert wenn dein Nachbar 10mg amlodipin bekommt und du nur 5?
      Menschen sind nicht gleich und jeder bekommt die Dosis die er braucht.

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      1. aber, liebe Pharmama, so wie es „starke und schwache“ Männer gibt, gibt es doch auch solche Frauen.
        Aber ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, bin ich doch weder Arzt noch Apotheker ;-)
        Liebe Grüsse und ein schönes Wochenende!
        Hajo

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    2. Diskriminierung ist es schon. Diskriminierung ist erstmal nichts anderes als Unterscheidung.
      Fraglich ist, ob es eine UNGERECHTFERTIGTE Diskriminierung ist. Die Rechtfertigung könnte eben darin bestehen, dass es auf beide Personengruppen gerade wegen ihres jeweiligen Geschlechts unterschiedlich wirkt, und daher für Frauen (immer, gerade wegen des Frauseins und nicht wegen sozialer Zuschreibungen!) ein erhöhtes Gefahrpotential in dem Mittel liegt.
      Dann kann man überlegen, ob die Diskriminierung nur so weit geht, wie sie gehen muss. Hier wird die Abgabe nicht per se immer verweigert, ist aber erst nach der Konsultation einer Fachperson (Arzt) möglich, die besser qualifiziert ist als der Durchschnittsmensch, Vorteile und Risiko hier sachgemäß abzuwägen und der Frau für eine informierte Entscheidung verständlich zu vermitteln. Durch die Rezeptpflicht stellt man ja eine zwingende Hürde auf, den Besuch beim Arzt, der zur Prüfung des konkreten Falls und zur Beratung verpflichtet ist.
      Würde alternativ auch die Beratung durch Apotheken reichen, die ja auch die Abgabe ohne vorangegangene Beratung verweigern könnten (in der Schweiz wohl wie in Deutschland, oder?)? Naja, hier könnte man schon annehmen, dass die Rezeptpflicht eine erheblich deutlichere Warnfunktion für alle Beteiligten – Arzt, Patient/Kunde und Apotheker – hat, dass hier genau geprüft werden muss, ob das Mittel nicht mehr schadet als nützt. Insbesondere da ja auch viele Patienten/Kunden von der Fehlannahme ausgehen, dass nicht-rezeptpflichtiges per se harmlos ist (wie auch viele falsch davon ausgehen, dass pflanzliches per se ungefährlich ist).

      Im Ergebnis wird man wohl sagen müssen: Diskriminierung ja, aber eine aus guten Gründen und damit gerechtfertigt.

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      1. Eine sehr gute Erläuterung!
        Ein Beispiel, bei dem es sicherlich offensichtlicher ist, dass Diskriminierung eben doch auch seine Berechtigung haben kann: PiDaNa oder EllaOne…
        Da muss man dann die Abgabe auch verweigern, wenn ein Mann die haben möchte und vor allem, wenn dieser einem dann noch sagt, er möchte die für sich persönlich haben…

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  2. Hmm die weite Mehrheit der Frauen würde das sicher nicht wollen.
    Aber mal eine Frage: was wenn du eine der Ausnahmen vor dir hättest, die das will? Würdest du ihr das dann abgeben?
    ANsonsten würde es ja reichen, das sie in eine andere Apotheke geht und es da (angeblich) für ihren Mann oder so holt…

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    1. Das mit dem rezeptpflichtig für Frauen ist bindend. Da muss ich mich schon dran halten. Aber … wenn das jetzt jemand wirklich will (zum Beispiel der auf Twitter erwähnte Mann im Frauenkörper), dann gäbe es in der Schweiz die Variante „Abgabe eines rezeptpflichtigen Medikamentes ohne Rezept im Ausnahmefall“ … das beinhaltet dann allerdings ein ausführlicheres Abklärungsgespräch mit der Apothekerin (mir) und das wird (wie alle rezeptpflichtigen Sachen) die Abgabe im Computerdossier festgehalten. Wenn die andere Person das nicht will – zu Aufwändig, will die Daten nicht angeben etc., dann gibt es noch die Variante halt wirklich zum Arzt zu gehen dafür …

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      1. Ja! Die man immer erst bemerkt, wenn sie schon so schnellzeig lang sind und man sich panisch fragt, wie lange man schon damit rumgelaufen ist! :-D

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  3. wenns jemand wirklich will (ich kenne die Substanz nicht) – ganz einfach: Die 2% nehmen und halt 2,5 fache Dosis nehmen fertig! Ist vieleicht ein paar FrFr€€ teuerer – und…

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  4. Eine bescheidene Frage: du redest von der Lösung, die man sich in die Haare schmiert. Aber dann wachsen die Haare doch auch nur auf dem Kopf – es sei denn man reibt sich das Kinn auch damit ein ?
    Ich hoffe, diese Aussage ist nur, damit frau sich nicht über die Diskriminierung aufregt ?
    Oder gibt es tatsächlich gesundheitliche Konsequenzen ?
    (ein Mann mit Glatze wird häufig doch akzeptiert, mache Frauen finden Glatze sogar toll – eine Frau mit Glatze bzw wenig Haar wird schief angeschaut ! Ich weiß wovon ich rede)

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    1. Ein Teil wird eigentlich immer resorbiert, dann hat man das auch an den Händen und sollte sich die Hände gründlich waschen, weil man das sonst woanders hin verträgt. Und ja, das mit dem Haarausfall bei Frauen ist ein Problem – wenn es allerdings so gravierend ist, wäre ein Arztbesuch vielleicht doch angezeigt.

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