Immerhin etwas

„Haben Sie mir etwas gegen Kopfschmerzen?“ fragt die Frau auf Hochdeutsch. „Ich habe Migräne – in Deutschland nehme ich dafür immer ein Triptan.“

„Ja“ – sage ich, „aber hier in der Schweiz sind die alle rezeptpflichtig.“

Frau: „Oh, in Deutschland auch – aber da gibt es 3er Packungen, die man so haben kann.“

„Je nun – die gibt es in der Schweiz nicht, hier sind tatsächlich alle rezeptpflichtig.“

„Was machen Sie denn hier, wenn sie Migräne haben?“

Am liebsten hätte ich ja gesagt „einen schlechten Eindruck“, vor allem angesichts dessen, dass es die Migräne Kranit nicht mehr gibt und keinerlei freiverkäuflichen Schmerz-Zäpfchen ausser mit Paracetamol … alle Triptane rezeptpflichtig sind und die Mutterkornalkaloide auch noch ausser Handel … echt manchmal komme ich mir hier schon ein bisschen … rückständig vor, weil wir so eingeschränkt sind.

Aber: Doch, es gibt etwas.

„Versuchen Sie mal die Kombination aus Ibuprofen 400mg mit einem Motilium – das wirkt bei mir eigentlich immer. Manche nehmen auch Aspirin – einfach grad 2 x 500mg in Brausetabletten-Form – oder Paracetamol, combiniert mit Coffein – auch grad 2 x 500mg aufs Mal.

Wenn all das nichts bringt, dann sollten Sie vom Arzt sich die Triptane verschreiben lassen – das können Sie hier … sogar als Dauer-Rezept.“

Immerhin etwas.

30 Antworten auf „Immerhin etwas

  1. Und so richtig blöd wird es, wenn man dann gegen Ibuprofen, Aspirin und neuerdings auch Novalgin (auch verschreibungspflichtig, ich weiß), allergisch ist. Ich kann meine Kopfschmerzen manchmal gar nicht mehr behandeln, weil Paracetamol häufig einfach gar nicht wirkt.

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    1. Das ist der Grund, warum ich auch recht schnell etwas nehme, wenn ich merke, es kommt. Mit Motilium (ansonsten wirkt es nicht schnell genug). Einmal hatte ich kein Motilium mehr … dann habe ich aus lauter Verzweiflung ein Paracetamol Zäpfchen von Junior genommen – das hat zumindest etwas gewirkt….

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  2. Coffein (aus D) gehört bei mir auch dazu, zusammen mit Paracet, Ibu und Novalgin. Doof nur, dass Schlafen meist auch sehr gut hilft und ich dank Koffeinentzug (max. 1 Tasse pro Woche) dann aufdrehe.. Aber bin zum Glück selten betroffen (die letzte grosse Attacke endete wegen Aura-bedingten Nervenausfällen allerdings in der Notaufnahme mit Vd. Auf Gehirnblutung)

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    1. (und Paspertin, weil nach EBV-3Wochen-Übelkeit ich das Motilium nur riechen muss, damits mir noch schlechter wird)

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  3. Hier in D gibt es rezeptfreie Ibuprofen-Zäpfchen zumindest noch für Kinder. Zum Glück, weil sie überraschend wirksam bei mir sind: Oft reicht schon eins, 150 mg, eine Dosis die als Tablette nie ausreichend wäre. Spätestens nach dem zweiten ist dann Ruhe mit den Kopfschmerzen. Paracetamol wirkt bei mir so gut wie gar nicht.

    (Bei ersten Mal wohl im Spamfilter hängengeblieben.)

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      1. Im Gegensatz zum OTC-„Voltaren Schmerzgel“ & „Voltaren Schmerzgel forte“ ist das „Voltaren Emulgel“ in D (auch) immer noch verschreibungspflichtig. Die Zusammensetzung von Schmerzgel und Emulgel ist aber zumindest laut Vertreter die gleiche.

        Das Ganze hat Zulassungs- und vertriebsrechtliche Gründe. Emulgel geht z.B auf Berufsgenossenschaftsrezepte ohne Festbetrags-Aufzahlung. ;-)

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    1. @Molly L.: „Europa“ ist politisch wirklich so alles im geographischen Süd-, Mittel- und Osteuropa – mit Ausnahme der Schweiz. Die Schweiz gehört politisch nicht zu Europa.

      Die Schweiz ist ein Land, welches weiterhin politisch neutral ist und das auch so möchte. Sie ist völlig abgekoppelt von „europäischen“ Entscheidungsprozessen. Im Arzneimittelsektor werden beispielsweise europäische Arzneimittel über die EMA in London zugelassen. Die Schweiz hat dafür die SwissMedic.

      Man kann das positiv oder negativ sehen. Aber es ist so…

      Das ist völlig ohne Wertung von meiner Seite aus formuliert.

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      1. Na, schon klar, ich wollte halt nicht „zivilisierte Welt“ schreiben, das klingt immer so eurozentristisch! :-D
        Und da gehört die Schweiz für mich eben zu. Außerdem – mein kleines Köpfchen hat öfters so sonderbare Einfälle! – denke ich immer bei sowas, dass es doch gute Gründe gibt, ob ein Medikament rezeptfrei erhältlich ist oder nicht und dass eben diese Gründe überall die gleichen sind.
        Ach ja, ist schon eine heile Welt da drin in meinem Kopf, voler rosa Wölkchen, Frieden und Einigkeit! :-D :-D :-D

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    1. Na, was ich praktisch nur von den Deutschen höre wäre etwas wie: „Ich bekomme ein Aspirin (!)“ … und das finde ich als Schweizerin dagegen sehr seltsam ausgedrückt.
      (Sind Sie da so sicher?)

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      1. Ach, das geht noch besser in hochdeutsch: „Geben Sie mir meine Schachtel Aspirin!“ Der Satz funktioniert nicht nur mit käuflich zu erwerbenden Dingen, sondern besonders gut gerade bei Geschenkzugaben.

        Ich empfinde das als extrem unhöflich, insbesondere wenn dann auch noch Bitte und Danke unter den Tisch fallen…

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        1. also ohne bitte und danke geht ja mal gar nicht 😳
          „ich bekomme ein“ sagen wohl die bayern (von „i griagad (bitte)“ = ich würde bitte… bekommen = ich bekomme), naja das mit „meine“ finde ich auch seltsam, fsagen aber (meiner Erfahrung nach) häufiger die älteren Herrschaften (und die formulieren oft deutlich ungewöhnlicher…) mein Standartspruch (Apotheke/Restaurant…) wäre wohl: haben sie zufällig (wenn ich mir nicht sicher bin ob etwas vorrätig ist) bzw. ich bräuchte/möchte bitte (wenns Standart ist) kommt das hier auch jemandem seltsam vor oder ist das universal für deutschland & schweiz?

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          1. Nö, ich bin weit weg von Bayern. Und meiner Erfahrung nach lässt sich das noch weiter steigern zu „Ich will meine Irgendwas!“, wo ich mich dann schon immer schwer zurückhalten muss zu fragen, was in diesen Laden bitteschön bereits „Ihres“ sei. Vom Zauberwort mit Doppel-T ganz abgesehen („Flott!“).

            Tatsächlich sind es eher ältere Menschen, was die Sache jedoch auch nicht besser macht. Aber vielleicht fehlt den Älteren ja die Zeit für Höflichkeit; die Uhr tickt wohl lauter mit den Jahren…

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  4. Bei mir sind mittlerweile (zum Glück auch sehr selten für Migräne) die Aura und die Übelkeit schlimmer als die Kopfschmerzen. Da hilft leider echt nur schlafen. Zumindest ne halbe Stunde hinlegen und Augen zu. Besonders schön sind die Attacken beim Auto fahren. Ich bin schon plötzlich auf nen Feldweg abgebogen, und hab mich hinterm nächsten Baum übergeben. :( Zum Glück konnte mein Freund das Steuer übernehmen.

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  5. Ich würde (leider) nie, nie, nie ohne ausreichend Triptane im Gepäck weg fahren. :-(
    Bei mir hilft am Besten ein Triptan in Kombi mit Ibuprofen (niedrig dosiert ist ausreichend) und einem koffeinhaltigen Getränk. Und etwas Ruhe nach der Einnahme. Da meine Anfälle allerdings meist mehrtägig sind, muss ich halt immer einen etwas größeren Vorrat mitschleppen… .
    Für mich waren Triptane damals die Rettung. Mutterkornpräparate habe ich nämlich nicht vertragen.

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