Thailändische Pillen

„Was ist das?“ fragt mich der jüngere Mann und legt mir diese zwei Plastikbeutelchen auf den Tisch.

thaipills

 

„Ich habe das in Thailand bekommen. Ich glaube das eine ist zum schlafen, das andere weiss ich nicht mehr.“

Ja – so bekommt man in Thailand seine Tabletten. Wenn man Glück hat ist noch ein Blister drum, ansonsten: lose im Plastiktütchen. Packungsbeilage? Fehlanzeige. Das Maximum ist noch, dass man mit Kugelschreiber drauf geschrieben hat, wie es heisst und angekreuzt, wann man es zu nehmen hat.

Internet (speziell pharmavista.net) sei Dank habe ich es dann herausgefunden:

Das links ist Lorazepam (Temesta) – das erwähnte Schlafmittel. Hierzulande fällt das unter das Betäubungsmittelgesetz.

Das rechts ist Dichlotride (Hydrochlorthiazide) – das nimmt man gegen Ödeme und Bluthochdruck. Rezeptpflichtig.

Keine Ahnung, ob der junge Mann dafür drüben beim Arzt war – jedenfalls hat er darauf verzichtet, die Medikamente wieder mitzunehmen. Er geht lieber hier zum Arzt.

10 Kommentare zu „Thailändische Pillen

  1. Ich war selber über einen längeren Zeitraum in Thailand und muss sagen, dass man nicht nur mit Glück einen Blister dazu bekommt. Man muss einbisschen achten wohin man zum Arzt geht (auch Krankenkassen anerkannt, falls das die nächste Frage ist!). Ich denke Thailand ist ein medizinisch eher sicheres Land als andere Länder, die auch nicht soweit entwickelt sind. Aber das System hier ist natürlich immer noch um Meilen besser! Und dies wird leider nicht immer geschätzt.

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    1. Oh, Thailand hat ganz ordentliche Apotheken und Ärzte. Das Antibiotikum für die Blasenentzündung habe ich auch so im Säcklein bekommen. Für mich ist das okay, da ich weiss, was das ist und wann / wie es angewendet wird. Für manch anderen fände ich das … bedenklich.

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  2. In Botswana (nördlich von Südafrika) und Hongkong gab’s Tabletten bisher auch immer nur so… Dann kann wenigstens keine Panikmache entstehen, weil einer den Beipackzettel tatsächlich von vorne bis hinten liest ;)

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  3. Echt? Steht Lorazepam bei Euch unter Betäubungsmittelgesetz? Das wäre hier auch sinnvoll… Hier ist es nur normal verschreibungspflichtig. Als vor etwa zwei Jahren Flunitrazepam hier neu unters BtM fiel, verschwand es praktisch vom Schwarzmarkt. Den führt jetzt Rivotril an, gefolgt von Diazepam, dann Lorazepam…

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    1. Rein formalistisch gesehen sind auch in Deutschland alle Benzodiazepine Betäubungsmittel. Die meisten der Benzodiazepine und Codein haben aber in der Anlage III zum Betäubungsmittelgesetz „ausgenommene Zubereitungen“, die man ohne BtM-Rezept bekommt. Das gilt dann meist unter einem bestimmten Prozentanteil oder x mg pro Einzeldosis (Tablette/Kapsel).
      Flunitrazepam hatte auch „ausgenommene“ Zubereitungen, die sind aber weggefallen, weil zuviel Schindluder damit getrieben wurde.

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  4. Offenbar hat der Kunde die Tütchen nicht in der Apotheke, sondern direkt von einem echten Schweizer Arzt erhalten mit Ausbildung an der Uni Genf: http://www.dr-olivier-clinic.com/about/ bzw. in dessen eigener Apotheke. Er versendet Medikamente auch weltweit in seiner Online-Apotheke, aber mit magerer Auswahl in Richtung Anti-Aging. O_o

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