Aus, fertig, Schluss.

Der Mitt-Sechziger in der Apotheke soll Migräne Kranit mitbringen.

Pharmama: „Ja – die gibt es nicht mehr, die wurden zurückgezogen.“

Mann: „Oh – kommen die wieder?“

Pharmama: „Sieht nicht so aus. Darf ich ihnen Ersatz anbieten?“

Mann: „Moment –ich muss fragen.“

Er zückt sein Natel (auch ältere Personen besitzen heute so etwas) und telefoniert.

Ich komme nicht umhin einen Teil mitzubekommen.

„Ja, hallo – ich bins. Die Migräne Kranit, die gibt es nicht mehr …

…Nein, sie werden nicht mehr hergestellt …

… Ja, sie wurden zurückgezogen, sie haben keine mehr ….

… sie sind ausser Handel. Nein, nicht mehr auf dem Markt … es gibt sie nicht mehr …

… Nein, sie machen sie nicht mehr …

… auch später nicht, nein. Was soll ich …?“

Er kommt zurück, zuckt die Schultern und sagt: „Sie meint, ich soll es noch woanders versuchen.“

Sie können, aber ich glaube, viel Erfolg haben werden sie nicht.

9 Kommentare zu „Aus, fertig, Schluss.

  1. Immerhin musstest du das Gespräch mit dem Telefonpartner nicht führen, denn mir scheint, dass der Kunde deutlich leichter verstanden hat, dass es definitiv nicht mehr da ist. ;)

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  2. Wenn ich Migräne habe bin ich rationalen Argumenten oder auch Gesprächen im allgemeinen ungefähr so zugetan, wie einem Boxkampf mit Mike Tyson mit Ketchup auf dem Ohr.

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    1. Deswegen hätte ich an seiner Stelle auch nicht zuhause angerufen, sondern nach einer Alternative gefragt und fertig. Mecker gibt’s eh und man spart sich den Weg woanders hin

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  3. Grad diese Nacht noch eine angebrauchte Packung im Kühlschrank des Stationsbüros entdeckt….. Ob die wohl jemand so in Sicherheit bringen wollte ?

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  4. Wenn ich mir überlege, was ich von einer Freundin für Lack bekommen habe, als ich ihr ganz spezielle Migränetabletten aus der Apotheke holen sollte, die natürlich gerade nicht da waren, und ich ihr „Was ähnliches“ mitgebracht habe… Wenn ich mir dann überlege, was mein Mann manchmal für Lack bekommt, wenn er auch nur die falsche Schokolade mitbringt, wenn ich PMSe…

    Nein. Es woanders zu versuchen ist je nach Gesprächspartner definitiv die richtige Idee!

    Andererseits hätte mein Mann bei falscher Hormonlage auch Lack bekommen, wenn er angerufen hätte. Oder zu lange weg gewesen wäre ohne anzurufen. Also ähm… ja.

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      1. Kommt immer etwas drauf an. In meiner alten Firma mussten wir ein Produkt zurückrufen, weil der enthaltene Wirkstoff die Zulassung verloren hatte. Da waren nicht nur wir von betroffen, da wurden dann gleichzeitig die Produkte mehrerer Firmen zurück geholt.
        Wir hatten noch bis zu einem Jahr später vereinzelt Apotheken, die das bei uns bestellen wollten und auch vollkommen überrascht waren, dass der Wirkstoff nicht mehr zugelassen war („Ach, das erklärt, warum der Großhandel weder das, noch die Alternativen liefern kann“). Gibt halt leider auch da den ein oder anderen, der da aus dem Mußtopf kommt.
        Ich weiß ja nicht, inwiefern das Kassensystem in solchen Fällen schreit, wenn zwar das Lager noch nicht bereinigt wurde, die AV-Meldung bzw. der Rückruf aber irgendwo hinterlegt ist. Ansonsten hat der Kunde eventuell tatsächlich die Möglichkeit, in einer anderen Apotheke doch noch die ominöse „letzte Schachtel“ zu erhaschen.
        Kommt aber vermutlich auch immer darauf an, weshalb zurück gerufen wurde und wie lang das schon her ist…
        Ansonsten: Ja, AV-Meldungen sind für alle Beteiligten wenig spaßig.

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    1. Irgendwas mitbringen und bei einem Käffchen mental schon mal auf das Gemotze vorbereiten und die Schutzschilde aktivieren und hinterher behaupten in noch drei Apotheken gewesen zu sein. Fertig.

      Wenn du deinen Mann ankackst, weil er dir bei etwas so vorhersehbarem wie PMS nur die falsche Schoki mitbringt, die du problemlos (auch schon Wochen vorher zur Not) selbst besorgen könntest, hoffe ich sehr für ihn, dass du dir am Schniblo-Tag so richtig was einfallen lässt für ihn oder er alternativ irgendwann seine Familienjuwelen zurück kriegt und dich zum Teufel jagt. Das geht in meinen Augen absolut nicht. Überhaupt dieses ganze Angemaule in ner Beziehung. Man ist doch mit einem Partner zusammen, nicht mit einem Prellbock für die eigene Unzufriedenheit oder was auch immer.

      Wenn mein Mann mir die falsche Süßigkeit mitbringt, bin ich höchstens sauer auf mich selbst, weil ich mich unverständlich ausgedrückt habe und bedanke mich trotzdem. Das hat auch was mit Respekt zu tun

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  5. Aus Patientensicht kann ich den Leidensdruck schon ein wenig nachvollziehen.
    Viele Migräne-Betroffene haben lange nach einer Lösung gesucht, welche hilft und gut verträglich ist. Die sind dann sehr froh, wenn sie so ein Präparat gefunden haben, unabhängig von der pharmazeutischen Bewertung. Migräne scheint doch immer noch eine sehr komplexe Krankheit zu sein, die nicht 100%ig verstanden ist. Der Placebo-Effekt unterstützt durch die Benennung im Fall von Migräne-Kranit spielt sicher auch eine Rolle. Die Tabletten bei Zahnschmerz wirken ja auch besser, wenn auf der Packung ein Zahn abgebildet ist oder das Präparat „Zahnschmerztabletten Zahn Pharma“ heisst.
    Wenn nun das langjährig genommene Präparat wegfällt, das „Einzige was wirklich hilft“, dann braucht es schon sehr grosse pharmazeutische Überzeugungs- oder besser Überredungskunst.

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