Bekomme ich ein bisschen Unterstützung für die Apotheken?

Jammern auf hohem Niveau – so bezeichnet es der Blick. Es geht um eine letzthin gemachte Umfrage der Pharmasuisse (das ist der Schweizer Apothekerverband) unter den Apotheken.

Dabei ist herausgekommen, dass jede 5. Apotheke grössere Probleme hat. Die Ursachen sind unterschiedlich – eine davon sind aber sicher auch die Medikamentenpreise … und zwar die gesetzlich geregelten für die rezeptpflichtigen Sachen, die stetig sinken.

Dafür möchte ich hier ein aktuelles Beispiel bringen. Für eine Packung Tabletten mit Paracetamol 20 Stück dürfen wir nur noch 2.55 Franken verlangen. Wir sehen häufig (!) Rezepte auf denen nichts anderes drauf steht. Der Patient ist dafür zum Arzt gegangen. Der Arzt hat das Rezept ausgestellt (und: ja, er bekommt etwas für’s Ausstellen des Rezeptes, egal, was da drauf steht) und ich als Apotheke darf das dann abgeben und der Krankenkasse einsenden für die Rückerstattung. Man kann sich vorstellen, dass bei nicht mal 3 Franken nichts mehr für die Apotheke hängenbleibt. Allein der Bürokram um das ganze frisst das schon auf und dabei ist unsere wirkliche  Arbeit (das ganze Hintendran mit Lagerhaltung, Wechselwirkungs- und Dosierungskontrolle und Pipapo) noch nicht mal drin. Natürlich haben wir noch anderes auf Rezept – aber dank der stetig sinkenden Preise und unserer sowieso schon Mini-Marge …  ich will es kurz sagen: Es wird immer schwieriger, damit eine Apotheke rentiert.

Die LOA … also, dass wir per Pauschalen abgegolten werden konnte eventuell da noch etwas auffangen und herauszögern. ABER – die Zahlen zeigen auch deutlich, dass unser Einkommen maximal stabil geblieben ist. Dagegen nehmen die Ausgaben rapide zu: Lohnkosten, Mieten, Einkauf, Anschaffungen … alles steigend. Zusammengenommen nimmt der Umsatz ab und wer wirklich Gewinn macht, kann sich glücklich schätzen.

Aber ich jammere ja „auf hohem Niveau“.

Die Frage, die der Blick jetzt stellt (und nein, der Blick ist keine Zeitung, die für unvoreingenommenen Journalismus steht) ist:

Fänden Sie ein Apotheken-Sterben schlimm?

Ich schon – denn (das ist sicher): die Apotheken, die da sterben werden, das sind zuerst die Apotheken in der Peripherie … in den Dörfern, auf dem Land. Dann die kleinen Quartierapotheken. Die grossen Ketten, die erwischt das nicht. Die ausgesprochene Strategie der Galenika (faktisch die grosse Kette mit mehrere Unterteilungen: Amavita, Sunstore und Coop Vitality) ist denn auch: „Wir kaufen Apotheken um sie zu schliessen.“ Ja, die auf dem Land. Dafür machen sie in den Ballungszentren wieder neue auf. Und Apotheken kaufen können die auch nur, wenn sie vom Besitzer verkauft werden … dann, wenn sie nicht mehr rentieren. Und diese Apotheken sind wichtig für unser Gesundheitssystem – als erste Anlaufstelle bei Gesundheitsfragen: niederschwellig, erreichbar und die (professionelle) Beratung ist gratis.

Also bitte ich um Eure Mithilfe und um Eure Zeit, an der Abstimmung teilzunehmen  -und den typischen Blick-Lesern, die so ähnlich motiviert sind, wie die Bild-Leser in Deutschland etwas entgegenzusetzen.

Also: gegen (nur) Essigsocken und Apothekensterben!

Hier abstimmenhttp://www.blick.ch/news/wirtschaft/wegen-sinkender-medikamenten-preisen-jede-5-apotheke-ist-in-gefahr-id3016938.html

Pharmama sagt Danke. Auch für mich.

40 Kommentare zu „Bekomme ich ein bisschen Unterstützung für die Apotheken?

  1. Ich hätte gern dass die Apotheken im nicht so städtischen Bereich mindestens auf dem aktuellen Niveau bleiben, ich aber nicht in städtischeren Bereichen von fast jedem Standpunkt aus gleich mehrere Apotheken sehen kann. Wie oft es „2 Apotheken schräg gegenüber voneinander“ gibt, finde ich ausgesprochen unnötig. Nur habe ich auch keine Patent-Idee wie das gehen soll.

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  2. „Mir reichen Tee und Essigsocken.“

    Meine Güte. Dann fehlt nur noch ein Leitartikel darüber, dass Apotheken ja sowieso nur Läden sind, wo man für seine Gesundheit Zeugs einkaufen kann…

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  3. Ich denke da wie Daniel Kuhn. In der Stadt wird man von Apotheken fast erschlagen.
    Und so wie du mit deinen Kunden umgehst, das erlebt man wirklich nur noch in Dorf- bzw. kleinstadtapotheken. Ich hole meine Medis immer in der selben Apo und trotzdem haben die keine Ahnung wer ich bin ;)

    Und wenn ich sehe, dass in der Apo das billigste Generikum von Pantoprazol ca. 10 Euro kostet, während man es bei einer Onlineapo für unter 3 Euro bekommt…
    Jeder ist sich selbst der nächste.
    Allerdings hab ich berufsbedingt auch Ahnung von Medikamenten.

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    1. Dann weisst Du sicher auch, dass gerade Deutschland momentan grössere Probleme hat, weil immer mehr gefälschte Medikamente in der Handelskette auftauchen / eingeschleust werden? Ich denke das passiert häufig via die Importe … und die werden ja hauptsächlich darum gepuscht, weil die Medikamente im Ausland ja soviel günstiger sind …

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      1. Da magst du Recht haben, aber woher weiß ich dass die Apo bei mir um die Ecke nicht das gleiche macht? Auch über Internetapotheken kann man sich informieren.

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  4. ich hab sofort abgestimmt…ist doch das mindeste!
    ich lebe auf dem land und moechte meine dorfapotheke
    auf keinen fall missen. man sieht, dass im moment vieles
    schieflaeuft…sowas nennt man dann „strukturwandel“.
    allein, wenn ich das wort schon hoere kriege ich pickel!
    soll wohl so eine art generalentschuldigung fuer alle
    moeglichen sauereien sein. grrrrr…

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  5. Wenn städtische wohlfühl Apotheken mit Hokuspokusangebot schliessen stört mich das nicht, da es meiner Meinung nach sowiso zuviele solche gibt. Schliessungen von ländlichen, wissenschftlich orientierten und solchen die auch nicht medizinische Chemikalien verkaufen fände ich jedoch sehr schade.
    Eine Gesprächspauschale (wie bei Ärzten), vorallem auch für Beratungen ohne Verkauf, währe meiner Meinung nach eine Lösung. Stattdessen könnte zB. die Marge bei teuren Medikamenten weiter gesenkt werden.

    PS: Im vierten Abschnitt hast du vermutlich Einkommen und Umsatz vertauscht.

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    1. Ja – nur ist es heute so: die Leute wollen nicht (extra) zahlen für die Beratung. Wenn ich daran denke, was das (auch nach fast 10 Jahren Einführung der LOA bei uns) Diskussionen gibt von wegen: „Ich will aber die Beratungstaxe nicht zahlen!“ – das ist keine Taxe (hat nichts mit Steuern zu tun) und das zahlen sie auch nicht (nur) für die Beratung, sondern für unsere ganze Arbeit pauschal.
      Riesen-Fehler das am Anfang so zu nennen … und wird von Gegnern in marketing-kampagnen immer noch so genannt.. :-(

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      1. In meiner Utopie währe die Basis Gesundheitsversorgung (ohne Lifestyle, ohne Hokuspokus) staatlich bezahlt, ähnlich wie Grundschule, Polizei und Feuerwehr. So, dass sich Kunden sich nicht um Beratungskosten kümmern müssen.

        PS: Ich bin überigens auch sonst der Meinung, dass Margen dazu führen, dass eher zu teures Empfohlen wird. Deshalb frage ich Handwerker meist ob sie einverstanden sind, wenn ich zusätzlich für Beratung und Planung bezahle aber keine Marge.

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        1. Nur, wenn das pauschale eh-da-Kosten sind, woher holen dann die Apotheken-Mitarbeiter die Motivation für qualitativ gute Arbeit?

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  6. So hab abgestimmt, im Moment liegen die Verfechter für Apotheken vorne ;-)
    Auch wenn ich mich in unserer Apotheke schon genervt habe, beziehe ich meine Medikamente lieber dort und per Rezept. Die Öffnungszeiten sind für Arbeitnehmer ideal.

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  7. Ich weiß, es ist unerwünscht, wenn ich hier schreibe, aber findest du nicht, dass es ein Schlag in die Magengrube ist für die jenigen, die wirklich arm sind, wenn du behauptest, dass Apotheker voll die armen Socken sind? Ich hab jetzt mal das, was laut mehreren Internetquellen das Durchschnittsgehalt Schweizer Apotheker sein soll, durch einen Schweizer Lohnrechner gejagt und kam bei mittelalt, verheiratet, zwei Kinder auf rund 7500 netto. Ab rund 4500 gilt man in der familiären Situation nicht mehr als arm(ebenfalls nach Internetrecherche). Wer bei dem 1,67-fachen der Armutsgrenze jammert, dass er arm sei, der jammert auf hohem Niveau. Und die finanzielle Situation der Familie verschlechtert sich durch ein zweites Gehalt in der Familie garantiert auch nicht…

    Dafür braucht man nichtmal Boulevardjournalist sein, um das peinlich zu finden.

    Jaaa, ich weiß, das böse böse Studium soll sich bitte finanziell lohnen. Ist ein dämlicher Vergleich, weil man den Beruf halt nicht über eine duale Ausbildung lernen darf, sondern das Studium nunmal Pflicht ist. Studium ist heutzutage auch nur noch eine Art Berufsausbildung mit halt oft sehr schlechter Vorbereitung aufs reale Leben. Studieren ist schon lange kein Selbstzweck mehr und auch keine Therapie gegen Langeweile für reiche Kids… Wer auf’s Studium keinen Bock hat, muss sich halt einen anderen Besuch aussuchen. Oh, warte, aber dann würde man ja viel weniger verdienen und wäre somit ganz real ärmer dran, als man sich sonst fühlen würde… Das ist natürlich blöd…

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    1. Dein Argument zerpflücke ich gerne.

      Zunächst einmal soll der Lohn die gesellschaftliche Position der Person ausdrücken. Wenn Pharmama ein vier Rezepte von drei Ärzten erhalten hat, und dann nicht die Wechselwirkungen prüft und dann die Patientin mit Nierenversagen im Krakenhaus landet – dann läuft etwas seeeehr schief.

      Natürlich könnte auch jemand mit simpler Berufslehre sehr sorgfältig arbeiten. Aber in einer Berufsausbildung ist es schwierig, Medikamenteninteraktionen, Wirkmechanismen und dergleichen beizubringen. Um diese zu verstehen braucht man eine schöne Ladung Chemie. Für Chemie mehr oder weniger Physik. Dazu auch Mathe.

      Um dies zu lernen braucht es einen gewissen Typ Mensch – ein Mensch, der bereit ist, ganze Nachmittage Lehrbücher zu wälzen! 90% von Apo-Kunden benötigen diese Fachberatung aber nicht. Das ist ein Problem. Aber in jeder Apo steht jemand, der sich für seine Ausbildung eine echte Mühe gegeben hat.

      Und wenn du meinst, das 1.67-fache der Armutsgrenze sei gut – wie sieht es dann mit Bauarbeitern aus? Mit Gärtnern? Haben auch Familie und zwei Kinder. Ihr Essen ist oft nicht billiger.

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    2. Insgesamt muss ich dir Recht geben. Natürlich ist Apotheker kein unwichtiger Beruf, aber das sind Krankenschwestern auch nicht. Ich weiß zwar nicht was die in der Schweiz netto verdienen, aber in Deutschland sind es zwischen 1500-2000 Euro.

      Und das für erheblich mehr Abstriche was Freizeit, Familie und Gesundheit betrifft.

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    3. Hach, der „die Apotheker verdienen mehr als genug“ Ansatz. Gähn. Entschuldigung.
      Ich schreibe auch nirgends, dass ich arm bin. Mein Einkommen und das meines Mannes reicht für den Familienunterhalt. Aber es geht hier nicht (nur) um meinen Lohn – am Apotheker hängt das Überleben der Apotheke – … und in (und um) die Apotheke arbeiten noch andere Berufsgruppen, werden Lehrlinge ausgebildet etc. Und die Apotheke erfüllt wichtige Aufgaben – deshalb mein Aufruf. Das auf meinen Lohn zu reduzieren ist einfach nur trollen.
      Ansonsten: siehe was turtle geschrieben hat.

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      1. Wo schrieb ich von deinem Lohn? Wo schrieb ich, dass ich mich auf alle Aspekte des Artikels beziehe? Und sorry, aber auch anderen Berufsgruppen brechen die Aufträge weg. Klar sind Apotheker wichtig, aber mehr dann halt auch nicht. Wenn die Auftragslage es nicht hergibt, dass acht Tischler auf dem Quadratkilometer hocken, dann müssen welche schließen, damit die anderen überleben. Warum sollte das bei Apotheken anders sein? Und wenn das andersrum das dreihundert-Seelen-Dorf am Popo der Welt trifft, dann ziehen da auch durch Jammern nicht mehr schwerkranke Leute hin. Das Gesundheitssystem ist nunmal nicht kommunistisch, dann würde die Lohnfrage auch egal sein btw, sondern kapitalistisch. Also muss sich der ganze Kram lohnen, damit man weitermachen kann. That’s life! Manche verkaufen dann Red Bull und Bonbons, andere blistern für Heime Tabletten, wieder andere gehen pleite. Na und? Bleiben mehr Aufträge für die anderen Apotheken. Klar, Nachtdienst gibt es dann bei den anderen häufiger und die Patienten müssen nachts weiter fahren. Aber der bringt ja angeblich eh nur Verluste, vielleicht könnte man da ja einen Kompromiss finden, dass das von den Krankenhäusern mitübernommen wird, da ist ja eh jemand vor Ort.

        Beim Tischler arbeiten übrigens auch Azubis und Kaufleute und der muss auch leben. Aber der muss ja nicht so viel Geld kriegen wie ein Apotheker, er ist schließlich gesellschaftlich nicht so hoch angesehen… Da möchte man doch echt brechen!

        @turtle:
        Das Studium ist also keine Berufsausbildung? Wenn auch eine sehr umfangreiche und selbst bezahlte? Was denn dann? Hobby für schlaue Leute? Warum arbeiten dann hinterher fast alle mit dem, was sie gelernt haben und machen danach dann keine Ausbildung bei der Stadtreinigung und arbeiten als Müllmann oder gehen ins Büro in Ausbildung?

        Und ja, ich finde für einen Alleinverdiener zwei Drittel mehr zu haben als fünfzig Prozent der anderen Familien mit zwei Kindern(bei Alleinerziehenden ist es sogar das Dreifache), egal ob da beide arbeiten, schon ziemlich gut. Vielleicht bin ich aber auch einfach nicht geldgeil genug.

        @irgendeine:
        Eben, andere machen AUCH wichtige Jobs, die direkt die Gesundheit beeinflussen und Leben zum Teil DEUTLICH unter der Armutsgrenze. Ist deren Job weniger wertvoll, weil es „gesellschaftlich nicht so anerkannt ist“ kranke Leute zu waschen und zu pflegen und ihnen die verordnete Medizin zu verabreichen oder warum ist es okay, wenn eine Schwester einen Bruchteil dessen erhält, was die wertvollen Apotheker bekommen? Weil sie nicht jahrelang studiert hat? Egal, ob sie sich das schlicht nicht leisten konnte, den Grips dazu nicht hat oder es vielleicht auch einfach nicht wollte. Ich möchte nicht in einer Welt ohne Apotheker wohnen, aber noch viel ungerner in einer Welt ohne Krankenschwestern…

        @Lea:
        Es ist dein Geld, ändere es zumindest für ein paar Leute und spende dein Geld. Die damit bedachte Schwester oder der damit bedachte Pfleger wird sicher nicht Nein sagen… Ach so war das dann doch nicht gemeint? Mh…

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        1. Eben das meine ich. Ich mache meine 3 jährige Ausbildung zur Krankenschwester. Diese Ausbildung ist alles andere als leicht, in den 3 Jahren wird uns Unmengen an Materie in den Kopf gepustet. Sicher, nicht alles so im Detail wie z.B. einem Arzt oder Apotheker. Aber nicht minder umfangreich und schwierig.

          Und was ist der Lohn dafür, dass wir bis zu 19(!) Tage am Stück arbeiten, manchmal mehrere Früh-Spät-Wechsel hintereinander haben, die meisten massenhaft Überstunden (die man als Schüler noch nicht mal bezahlt bekommt!) sammeln und wir uns dann auch teilweise noch von (Privat)patienten und Ärzten erniedrigen lassen müssen?

          Ein Gehalt von 1500 bis ca 2000 Euro. Und trotz dieser Zustände wird es nicht besser, sondern schlechter.

          (Ja ich weiß dass ich mir diesen Beruf selbst ausgesucht habe. Und zwar weil ich ihn gerne und gut mache. Nur ist das „gut machen“ leider nur all zu oft nicht möglich.)

          Trotzdem finde ich nicht dass dieses Gehalt wenig ist. Es ist nur dem Arbeitsaufwand nicht angemessen.

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        2. „@Lea:
          Es ist dein Geld, ändere es zumindest für ein paar Leute und spende dein Geld. Die damit bedachte Schwester oder der damit bedachte Pfleger wird sicher nicht Nein sagen… Ach so war das dann doch nicht gemeint? Mh…“

          Weisst du, was ich zum kotzen finde?

          Wenn Menschen sagen: „Wenn du etwas ja so schlimm findest, warum tust DU denn nichts dagegen?“

          Aus Leas Meinung, dass etwas nicht fair ist, kann man keine Pflicht ableiten. Und vor allem keine Pflicht, Geld zu spenden, wenn vielleicht Lea einen besseren Draht zur Politik hat, und dort ihre Kräfte besser einsetzen kann.

          Zum Kotzen. Entsorrygung, aber das musste raus.

          Jeder Mensch kämpft an seiner Stelle seinen ganz persönlichen Kampf.

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          1. Sollen lieber die anderen ihr Geld abgeben, damit sich an dem bemängelten Zustand etwas ändert? Wäre das nicht geriiiingfügjg egoistisch?

            Wenn es mir nicht schmeckt, dass andere weniger Geld haben als ich, dann hab ich genau drei Möglichkeiten: 1. jammern. Ändert aber nichts. 2. Deren Geld erhöhen. Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen? 3. Mein Geld verringern, bis die anderen mehr haben als ich. Womit man dann auch gleich Geld für zweitens hat.

            Aber kann man halt so ganz schlecht von der Steuer absetzen, versteh ich schon…

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        3. Geldspenden an SchweizerInnen die sich nicht in einer akuten extremen Notsituation (Hochwasser) befinden schaden meist dem selbstwert der EmpfängerInnen enorm. Nach dem Motto, deine Arbeit ist zwar fast nichts Wert, aber du armer Pfleger tust mir leid.
          Ausgenommen davon ist das Gastgewerbe, wo Trinkgelder üblich sind aber sehr tiefe Löhne bezahlt werden, was dazu führt, dass junge attraktive Servicefachfrauen mehr bekommen als erfahrenere Kolleginnen. Was ich im Gesundheitsbereich verheerend fände.
          Zudem bin ich der Meinung, dass Selbstverantwortung vorallem im kleinen Funktioniert, wenn die Folgen einer (fehl) Handlung direkt erkannt werden kann. Bei grösseren, unüberschaubareren Problemen (Umverteilung des Vermögens, Frauenlöhne, Klima…) sieht sich sowieso niemand als verantwortlich, weshalb Gesetze erwirken, die für alle gelten wirkungsvoller ist als vorbildliches Handeln einzelner.

          Deshalb bin ich dafür, dass Pharmafirmen für ihre Medikamente nicht viel mehr verlangen dürfen als im Ausland. Dass sehr hohe Vermögen und Einkommen stärker als tiefe besteuert werden. Dass Kapitalgewinne, Erbschaften und Energie stärker besteuert werden.
          Aber auch, dass im halbstaatlichen Gesundheits und Sozialbereich arbeitende fair entlöhnt werden, auch für Beratungen und zuhöhren.

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    4. So wie ich den Artikel verstehe geht es um ApothekerInnen die eine Apotheke führen und besitzen nicht um Angestellte. Und da ist es, wie bei jeder Firma möglich, dass die Ausgaben grösser sind als die Einnahmen und die Inhaber schlussendlich weniger bekommen als die Angestellten oder in Extremfällen sogar draufzahlen.
      Beim Lohn finde ich es überigens absurd, dass solche die Menschen helfen (Gesundheit und Bildung) und wo Dienst nach Vorschrift fatale auswirkungen hat, schlechter entlöhnt werden als ich.

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          1. Menschenleben hängen daran. Und ganze Regionen.

            Arolla ist ein Dorf auf 2000 m Höhe. Echt schöne Umgebung, gut mit dem Postauto von Sion erreichbar. Sehr reizende Umgebung zum Wandern.

            Die nächste Apotheke ist in Evolène, 15.3 km mit dem Auto entfernt. Die nächsten Ärzte sind auch dort.

            So vergammeln ganze Regionen. Es reicht schon, wenn junge Menschen irgendwo studieren, und dann nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren. Die jungen Menschen können dann auch nicht mit dem Auto in Evolène das Medikament für die Mutter holen, wenn sie in Bern oder Lausanne arbeiten. Die Mutter wohnt dann in einem Altenheim in Sion unten.

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          2. Es gibt einen grundlegenden Unterschied zwischen einem Zimmermann, einem Kundenmaurer, oder eine Apotheke. ;-)

            Und es ist im Interesse der gesamten Gesellschaft, wenn bestimmte Dienstleistungen weniger stark dem Kapitalismus bzw. der Marktwirtschaft ausgesetzt sind als andere.

            Näheres dazu in meinem Pharmama-Gastbeitrag, den ich dann irgendwann schreibe.

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          3. Dann muss die alte Oma eben umziehen, wenn sie mit ihrer schmalen Rente die Apotheke nicht am laufen halten kann. Versuch mal eine Verstaatlichung oder Verkrankenkassisierung der Apotheken der Lobby zu erklären. Dann sind die Gehälter der Apotheker nämlich schlagartig bedeutend kleiner und mal gucken wer den Job dann noch machen will. Ich glaube nämlich nicht, dass man das Studium mit allem drum und dran auf sich nimmt, weil man so gerne den Menschen helfen möchte. Da ist man mit der oft zitierten Krankenschwester nämlich schneller und einfacher am Ziel…

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  8. ich habe schon seit ein paar Tagen ein Thema auf der Brust, wo ich schon öfter an diesen Blog gedacht habe. Nun steht dieser Blog für mich für Kompetenz im Pharma Bereich und ich bin dummerweise davon ausgegangen, dass dies auf Apotheken allgemein zutrifft. Nun hatte ich in der letzten Zeit etwas meht mit Ärzten zu tun Kinder waren Krank und ich ebenfalls. Ich war erschrocken ob der „gefühlten“ Inkompetenz der Angestellten. Die konnten nicht nur keine Aussagen machen zu Dosierung/Nebenwirkung etc. Abgesehen davon das sie mir direkt die Packungsbeilage vorlesen wollten (Das kann ich selber danke!). Nein die waren bei vielen Fragen so unsicher, dass sie mich jedesmal auf den Arzt verwiesen.

    Ich kenne mich in der Branche natürlich nicht aus aber dafür bräuchte ich keine Apotheke. So wie du deine Arbeit berichtest , wäre ich sofort dabei aber bei dem was ich in den letzten drei Apotheken erlebt habe…. Ne brauche ich nicht.

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    1. kawie: erst Mal: gute Besserung Dir und den Kindern!
      Dann: ich weiss ja nicht, um was für Medikamente es da ging … oder wen Du genau erwischt hast (es arbeiten ja nicht nur Apotheker dort und manchmal weiss es die Pharmaassistentin / PTA bei den rezeptpflichtigen Sachen wirklich nicht). Ha … auch ich brauche heute häufiger den Computer (die Packungsbeilage falte ich nicht auseinander, die bekomme ich nie wieder zusammen) – bei der vielen Info kann man einfach nicht alles wissen. Dann gibt es tatsächlich Dinge, wo die Dosierung nicht so klar ist – da würde ich auch an den Arzt verweisen. Aber wie gesagt: ich weiss ja nicht, worum es bei Euch ging, also kann ich das auch kaum entschuldigen :-/

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  9. Apotheken sind Wirtschaftsunternehmen, die sich am Markt behaupten müssen – man mag das bedauern, aber es ist einfach Fakt.
    Ich bin froh, wenn in meinem Ort (nahe der Grossstadt) EINE Apotheke mit der Apothekerin meines Vertrauens existiert, ebenfalls Fakt.
    Aber – wie hier in Frankfurt am Main – alle (gefühlte) 500 m eine Apotheke ist Luxus.
    Übrigens: Internet-Apotheken sind (leider nur) für mich keine Alternative, denn da fehlt z.B. die Beratung und Überprüfung von Inkompatibilität mittels sinnvoller (und aktueller) Software.

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  10. Als Apotheker, der nach dem Studium auch überlegt hat, sich vielleicht selbstständig zu machen, wäre ich aus Eigennutz auch für mehr Apotheken und mehr Geld. Mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so ganz sicher.

    Ich tendiere da (vielleicht: leider!) auch eher zu der Meinung von Hajo, Daniel Kuhn und Irgendeine. In größeren Städten gibt es eher zu viele Apotheken, auf dem Land aber zu wenige. Man müsste gesundheitspolitisch eher so ansetzen, dass Landapotheken besser entlohnt werden, was gerne zu Lasten von Stadtapotheken gehen darf. Das gilt so explizit für Deutschland.
    In der Schweiz sieht es vielleicht etwas anders aus, da Städte dort deutlich kleiner sind als hierzulande.

    Was den „Blick“-Artikel und die Abstimmung angeht, bin ich der Meinung, dass man durch gezieltes Voten durch Apotheker zwar das Ergebniss etwas „hübschen“ kann. Ob man sich mit dem dadurch erkauften Ergebnis aber glücklich schätzen sollte, weiß ich nicht.

    Man muss sich ehrlich und selbstkritisch fragen, warum viele Menschen der Meinung sind, dass es weniger Apotheken bedarf und der in D zugelassene Versandhandel für viele Leute eine ernstzunehmende Option ist.
    Will sagen: Ich kenne ein paar Apotheken, die wirklich eine erstklassige Beratung abliefern. Pharmamas Apotheke gehört hier sicherlich dazu. Es gibt aber auch viele Kollegen gerade in Großstädten, bei denen mich es schaudert, wenn ich in die Apotheke komme (kurz: Schütten; neongelbe Preisauszeichnungen mit Rabattangeboten, 1 Euro Rabatt auf jedes.Rezept, keine Beratung). Und das sind leider nicht nur die „Easy“-Apotheken.

    Letztlich würde ich bei dem Blick-Voting zur Gelassenheit raten. Es handelt sich um eine nichtrepräsentative Umfrage. Normalerweise voten dort eher die Leute, die unzufrieden sind.

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    1. Nah – in der Schweiz haben wir genau dasselbe Problem. Und für den, der dafür eine praktikable Lösung findet, wären eine Menge Leute Dankbar (ich auch).
      Ich denke nicht, dass man das Ergebnis nach einem Aufruf wie meinem als „geschönt“ anschauen sollte. Ich finde es wichtig, dass sich auch andere Leute darüber Gedanken machen und abstimmen können (nur möglich, wenn man es auch findet) als diejenigen, die den Wirtschaftsteil des Blick lesen. Denn das sind häufig genau die, die nur die wirtschaftlichen Aspekte im Auge haben und so abstimmen.
      Ich glaube bei den Apotheken geht es um mehr. Darum ist es mir auch wichtig, dass man da ein paar Leute mobil machen kann.
      Das fehlt den Apotheken (auch in Deutschland) doch sehr: die Öffentlichkeit Aufmerksam machen auf ihre Arbeit und ihre Leistung
      (auch wenn nicht jede so berät, wie sie sollte).

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      1. Was das Problem der fehlenden Landapotheken angeht: Es fällt schon auf, dass in Deutschland in den Innengebieten von Großstädten mehrere Apotheken fußläufig sehr gut zu erreichen sind. Da spaziert man schon innerhalb weniger Minuten an drei bis vier Apotheken vorbei ohne diese großartig suchen zu müssen. Ich nehme mal an, dass dort auch ganz gut verdient wird. Es wäre eventuell wirklich eine ganz gute Idee, die Einnahmen durch gesetzlichen Eingriff etwas auf die Landapotheken umzuverteilen. Ich denke, dass diese Innenstadt-Apotheken auch mit geringerem Gewinn noch durchaus rentabel sind (vielleicht muss auch die ein oder andere schließen). Ich sehe hier aber schon den Protest von jedem Apotheker, der eine Apotheke in einer Innenstadt besitzt (verständlich!).

        Wenn die „Blick“ mit der „Bild“ vergleichbar ist, denke ich nicht, dass es sich bei dem Klientel, das diese Zeitschrift liest, um das Klientel handelt, welches den Wirtschaftsteil einer Zeitschrift liest.Es dürfte sich dabei eher um den Geringverdiener mit eher rudimentärer Bildung handeln. Normalerweise ist der „Bild“-Leser auch eher sauer auf „die da Oben“ eingestellt. Diesen Lesertyp wird man als Apotheker nicht erreichen. Selbst in Deutschland, wo angestellte Apotheker netto die Hälfte eines schweizer Apothekers verdienen, verdient ein Apotheker immer noch deutlich mehr als ein Maurer oder eine Friseuse. Ich glaube, dass man da kein Verständnis für geringere Einnahmen einer Apotheke erwarten sollte und kann.

        Was die fehlende Öffentlichkeitsarbeit der Apotheken angeht, gebe ich Dir Recht. Aber ein Patentrezept weiß ich hier auch nicht.

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  11. kann es sein, dass sich hier ein paar zyniker und
    phrasendrescher eingefunden haben?! diese
    aber-anderen-geht-es-noch-schlechter-gerede fuehrt
    zu keinerlei verbesserungen fuer irgendjemanden, sondern
    langfristig zu loehnen wie in bangladesch.

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  12. Ich wohne zwar in der Stadt, aber als ich das letzte Mal in der Apotheke war hab ich auch nicht schlecht gestaunt: Eine Packung Klammerpflaster wo doppelt so viel drin war wie draufstand und ordentliches Desinfektionsmittel für zusammen weniger als 5€…
    Die Apotheke ist gleich auf meiner Gemerkt-Liste gelandet – falls ich in Studienstadt jemals ein Rezept haben werde oder sonst noch etwas brauche

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