Spitalbesuch – ein Rückblick

Ich bin nicht wirklich zufrieden damit, wie das im Spital mit Kuschelbär gelaufen ist. Hier ist    geschrieben, wie das war (Lange und nur für interessierte):

Mittwoch morgen ca. 3 Uhr Nachts habe ich meinen Mann mit starken Schmerzen im linken Unterbauch ins Spital gebracht. Angefangen haben seine Probleme eigentlich Montag Morgen mit seltsamem Ziehen im Bauch – er dachte erst es sei vielleicht ein Verdauungsproblem (im Unterbauch) oder eventuell auch Muskelkater, da er am Tag vorher Junior mit dem Schlitten durch den Schnee gezogen hat (nochmals: im Unterbauch?). Viel gesagt hat er nicht, mein Mann, auch als es schlimmer wurde nicht. Wir haben versucht das mit Buscopan – einem krampflösenden Mittel zu behandeln. Nicht mit viel Erfolg. Mittwoch Nacht wurde es dann abrupt stärker und er war bleich, mit kalten Händen und schwitzend.

In dem Moment wollte ich ihm nicht einfach ein Schmerzmittel geben, da ich keine Ahnung hatte, was das sein konnte – also brachte ich ihn ins Spital.

Junior liessen wir im Bett und ich hab die Nachbarin aus dem Bett geholt, ob sie auf ihn aufpasst (Yay und ein Hoch auf gute Nachbarn!)

Im Spital haben sie ihn eine auf die Trage gelegt (ein schmales Bett im Notfall) und erst Mal ausgefragt nach der Vorgeschichte (Bruch vor etwa 25 Jahren, Nierenstein vor etwa 8 Jahren, gelegentlich Rückenprobleme …). Er wird abgetastet – eine deutlich markierte Stelle ist druckempfindlich – samt Nachlasschmerz. Mein Mann stöhnt und windet sich.

Wie denn der Schmerz sei auf einer Skala von 1 bis 10?

„10“ sagt mein Kuschelbär (und ich zucke innerlich zusammen: weiss er denn, dass das „kurz vor dem abkratzen wegen der Schmerzen“ bedeutet?). Die Assistenzärztin muss denken, er übertreibt (tut er im Normalfall nicht).

Sie geben ihm ein Schmerzmittel intravenös – ein Blick auf die Flasche zeigt, dass es Perfalgan ist … also Paracetamol. 1g – im Schuss.

Es scheint aber zu reichen, Kuschelbärs Schmezen lassen nach. „5“ gibt er danach auf Nachfrage an. Er muss eine Urinprobe abgeben, Blut wird abgenommen, er wird an einen Liter Salzlösung gehängt, danach wird er ins CT gebracht – ich warte dort vor der Türe.

Erste Besprechung mit der Assistenzärztin. Sie vermuten einen Nierenstein, der abgeht … wahrscheinlich in der Harnleiter steckt.

Das Problem damit ergibt sich kurz später: seine Urinprobe enthält keinerlei Blut … und das wäre untypisch.

Noch später die Auswertung des CT mit der Ärztin: Es ist kein Nierenstein. Das CT ist unauffällig. Sie kann nicht sagen, was genau es ist. Im Moment vermuten sie einen Infarkt des Ometum (das ist das Netz im Bauch, das über den Eingeweiden liegt). Sie fragt, ob sie ihn im Notfall lassen kann. Morgen gegen 7 Uhr kommt der Oberarzt, der sich das CT auch anschauen wird und eventuell mehr sieht. Danach wird entschieden, wie es weitergeht. Meinem Mann geht es schmerzen-mässig besser, so dass er zustimmt.

Ich gehe nach Hause und mache (nach 1 Stunde Versuch zu schlafen) Morgenessen und schaue, dass Junior in die Schule kommt, danach fahre ich wieder ins Spital mit ein paar Sachen, die mein Mann braucht: Pyji, Necessaire, Hausschlappen).

Inzwischen haben sie meinen Mann in ein Zimmer verlegt. Schmerzen hat er immer noch – dafür bekommt er jetzt (das muss ich natürlich anschauen) Dafalgan (Paracetamol) 1g und Voltaren 50mg (Diclofenac) und Pantoprazol als Magenschutz. Er hängt immer noch an der Salzlösung (warum eigentlich?).  Es passiert nichts weiter. Sie haben ihm gesagt, sie müssen nochmals ein genaueres CT machen – auf dem von heute Nacht sieht man leider nichts.

Ich fahre wieder nach Hause, Mittagessen machen, Junior kommt von der Schule zurück und wir Essen. Am Nachmittag besuchen wir Papa zusammen.

Zustand unverändert, auch noch nichts neues, von wegen Abklärungen, was er genau hat. „Morgen Früh“ heisst es. Essen darf er normal.

Abends nach dem Abendessen zuhause bekomme ich von ihm einen leicht verzweifelten Anruf: „Ich hatte einen neuen Assistenzarzt heute abend – und der hat genau auf die schmerzende Stelle gedrückt … so stark … es macht wieder weh wie die Sau, aber ich habe vorher erst das Dafalgan und Voltaren gehabt. Soll ich das letzte Dafalgan für heute jetzt schon nehmen?“

„Wieviel hattest Du denn heute schon?“

„Zum Morgenessen, zum Mittag jetzt zum Abendessen … eine habe ich noch für die Nacht“

„Nimm die nicht!“ Sage ich – Mit dem Perfalgan heute morgen sind wir jetzt bei 4 g Paracetamol innerhalb von 16 Stunden … das ist Grenzwert. 5g wären zuviel. „Ruf eine Schwester und frag nach einem anderen Schmerzmittel, nach Möglichkeit nichts mit Paracetamol.“

Das hat er dann – und er hat eine Spritze bekommen … keine Ahnung was. Damit hat er es dann ausgehalten bis am nächsten Morgen.

Donnerstag muss ich arbeiten, darum kann ich erst am Mittag zu ihm, zusammen mit Junior … aber es hat sich auch so nichts getan. Schmerzen: unverändert, Abklärungen? Nichts.

Kleines neueres Problem allerdings: Meinem Mann macht die Backe weh. Nerv oder Zahn? Jedenfalls: schmerzt trotz den ganzen Schmerzmitteln und im Spital haben sie keinen Zahnarzt, der das anschauen könnte.

In der Visite (die ich verpasse, weil ich Junior zum Schwimmkurs begleite) bekommt mein Mann gesagt: dass „wir das mit dem Bauch morgen abklären wollen und eventuell ein CT machen. Bis wir wissen, was sie haben gehen Sie jedenfalls nicht nach Hause.“

Nun gut – in der Zwischenzeit habe ich umorganisiert, damit Junior heute Freitag nach der Schule und Morgen, Samstag wo ich arbeite, gut versorgt ist.

Bei der Arbeit am Nachmittag bekomme ich alle paar Stunden ein Telefon von meinem Kuschelbär. Sein Problem: der Zahn macht immer mehr weh (wie sich nachher herausstellt hat er ein kleines Stück abgebrochen, das auf den Nerv drückt). Er hat mit seinem Zahnarzt telefoniert. Ich soll ihm ein Antibiotikum mitbringen. Okay, mache ich heute abend gleich nach dem Spital.

Nur soweit komme ich gar nicht. Nach der Mittagsbesprechung im Spital sieht alles ganz anders aus und mein Mann telefoniert mit: „Die schicken mich heute schon nach Hause.“

Was? Wissen die denn jetzt, was es ist?“

„Er hat etwas gesagt von Entzündung am Darm.“

Ich: „Divertikel oder so?“

„Weiss ich nicht, irgendetwas von durchbluteten Anhängseln aussen, die sich gelegentlich entzünden.“

(Manchmal wünschte ich, ich könnte an 2 Orten gleichzeitig sein. Mein Mann ist medizinisch Laie … und er versteht manchmal nicht alles gleich so.)

„Aber: wissen die das mit Sicherheit? Haben die das nochmals abgeklärt?“

„Nein.“

Wie kommst Du nach Hause? Geht das mit den Schmerzen?“

„Ich glaub ich nehme ein Taxi. Im Moment sind die Schmerzen auszuhalten. Könntest Du mir noch was mitbringen? Ich habe ein Rezept bekommen für Dafalgan, Pantoprazol und Voltaren.“

im Endeffekt hat er den Bus genommen – und ich habe deswegen mit ihm geschumpfen.

Auf den Entlassungspapieren steht im Übrigen die Diagnose: „Appendicitis periploica“.

Die Situation finde ich unideal, am Samstag arbeite ich den ganzen Tag und kann überhaupt nicht auf ihn schauen. Wenigsten ist Junior bei seiner Omi bis ich zurückkomme.

Mit Schmerzmitteln ist es auszuhalten, ich habe ihm verboten zu arbeiten – also geht er Montag zu seinem Hausarzt.

Der ist einigermassen entsetzt. Nach den Papieren hier können die nicht genau sagen, was er hat, auch wenn da eine Diagnose drauf steht. Der Arzt besorgt sich vom Spital das am Mittwoch morgen gemachte CT.

Kein Wunder war das nicht deutlich: das CT ist nur von der Nierengegend – dort, wo er Schmerzen hat (weiter unten) wurde gar nicht geschaut. Die waren wohl so sicher, dass es ein Nierenstein ist, dass sie das nicht ausgeweitet haben. Und ein neues haben sie auch nicht gemacht.

Der Arzt war ziemlich … ausgesprochen … auch gegenüber dem Arzt im Spital, mit dem er telefoniert hat. Seiner Meinung nach könnten es im übrigen auch Divertikel oder anderes sein … dafür soll mein Mann dann mal eine Darmspiegelung machen lassen. Im Moment hat er ihm Blut abgenommen. Entzündungswerte sind besser, die Leberwerte sind (neu) schlecht … wundert mich nur bedingt nach den paar Tagen mit 4g Paracetamol …

Mein Mann bekommt ein neues Antibiotikum und er soll die Schmerzmittel langsam abbauen.

Am Mittag geht er noch zum Zahnarzt, der dann das mit dem abgebrochenen Zahnstück findet und repariert.

Da sind wir jetzt also.

Vom Spital bin ich nicht begeistert. Gut ist natürlich, dass man einen Platz hat, wo einem im Notfall geholfen wird. Aber: Mangelnde Informationspolitik, ständig wechselndes Personal, Abklärungen, die einfach nicht gemacht wurden (ich schätz mal, weil es nicht akut lebenbedrohlich war und mit Schmerzmitteln ja „in den Griff zu bekommen“?) und wie er am Freitag abend praktisch rausgeworfen wurde … lässt mich denken, dass da wohl seine Fallpauschale die Grenze erreicht hat.

Man hat ihm auch (beruhigend) gesagt: „Wenn etwas ist, können sie auch jederzeit wieder herkommen!“

Hoffentlich nicht so bald.

43 Kommentare zu „Spitalbesuch – ein Rückblick

  1. Jetzt ist ja die (übliche) Akutphase bei Appendagitis epiploica rum – hat er denn noch irgendwelche Schmerzen? Ist der Spuk wieder vorbei?

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    1. Er hat noch gelegentlich etwas Schmerzen, aber es ist auszuhalten auch ohne Schmerzmittel. Er arbeitet auch wieder. Das geht. Ich hoffe einfach das hält. Wir wollen noch in die Ferien demnächst.

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  2. Pankreatitis epiploicae? Das hab ich ja noch nie gehört… Hast du nicht in einem Post mal was von Appendicitis epiploicae geschrieben?

    Was dein Erlebnis mit dem ganzen Notfall-Spital-Personalzeugs angeht, bist du jedenfalls nicht allein. Das bringt eben das Gesundheitssystem mit, das wir aktuell haben: Geld-, Zeit- und Personalmangel. Und wenn ich dir jetzt entschuldigend sage, dass es für das Personal ähnlich unbefriedigend ist, wie es für dich und den armen Kuschelbär war, hilft das wohl auch nicht viel… Hoffen wir, dass du nicht so schnell wieder in den „Genuss“ eines solchen Erlebnisses kommst!

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    1. Hmmpf. Wo hatte ich da meinen Kopf. Appendizitis stimmt, zum Glück ist es nicht eine Pankreasentzündung.

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  3. Übel! Aber in etwa Deckungsgleich mit meinen Erfahrungen. Wenn man nicht gerade im Sterben liegt oder den Diensthabenden Ärzten die Diagnose geben kann interessierts die nicht resp. die getrauen sich nicht eine nur mögliche Diagnose für weitere Abklärung zu treffen.
    Die Arbeiten genau nach Schema mit Scheuklappen um ja nicht links oder rechts etwas zu sehen. Das würde ja die Fallpauschale übersteigen :/

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    1. Ich bin sicher, dass das auch für die Ärzte im Spital nicht befriedigend ist, so zu arbeiten. Zumindest der Assistenzärztin, die wir in der ersten Nacht hatten, war es gar nicht recht.

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  4. Ich habe mit Spitälern und Ärzten ähnliche Erfahrungen gemacht.
    Zu wichtigen Untersuchungen gehen wir nur noch zu zweit, damit der Gesunde für den angeschlagenen Mithören und kämpfen kann.
    Es ist aber immer ein Spagat! Und es gibt auch tolle Ärzte!

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    1. Ehrlich: auf genau die Schlussfolgerung mit der zusätzlich anwesenden Person bin ich inzwischen auch gekommen. Nur dass das fast nicht machbar ist.

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  5. Finde ich ziemlich haarsträubend. Mir ist bei meinen zwei Spitalaufenthalten Ähnliches passiert. Und es waren nicht die gleichen Betriebe. Unser Kleiner musste aufgrund einer falschen Wahl / Überdosierung und eines Narkosemittels bei einem ansich simplen Eingriff danach mit der Rega ins kispi zürich, wo wir 2 Tage bangen mussten.

    Viele haben es nicht wirklich im Griff, hab ich so den Eindruck. Und wenn man dann nachfragt, etwas in Frage stellt und Vorschläge zu medis macht, werden einige Pflegerinnen sehr zickig und verweisen an den Arzt (der in meinem Fall noch weniger Sachverstand hatte).

    Ich frage mich oft, was da Patienten mit wenig medizinischen oder pharmakologischen Kenntnissen machen. Einfach blind vertrauen? Krass!

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    1. Meine Frau (Krankenschwester) meinte zu dem Punkt im letzten Absatz mal, dass die Ärzte im Krankenhaus das so sehen, dass der Patient in der Pflicht stehe, sich über Wirkungen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen usw. selber schlau zu machen.

      Nein, ich hab das auch nicht glauben wollen …

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      1. Wow.
        Umso wichtiger, dass wir in der Apotheke nachher richtig schauen, das/was abgegeben wird auch verstanden wird.

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      2. Hallo?????? Wie soll ich das denn machen, als Patient im Kh???? Wenns mir richtig schlecht geht, bekomm ich ja nicht mal mit, was die mir geben, geschweige denn dass ich n Beipackzettel bekomme. Das liegt doch wohl in Verantwortung der Ärzte!

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  6. Gute Besserung an den Leidenden!

    … und ich dachte, solche Horrorgeschichten gäbe es nur in deutschen Kliniken …

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  7. Ich sage es mal so: Über Jahre hinweg hatte ich immer Probleme im Unterbauch (zwischen meinem 15 und meine 18 Lebensjahr), in nicht regelmäßigen Abständen, unterschiedlich stark, immer krampfhaft.
    Das Problem war: Selbst auf CTs, Röntgenaufnahmen und bei Blutabnahmen war kein Indikator dafür zu finden, was genau ich eigentlich hatte. Ich bin von Arzt zu Arzt gelaufen und mir konnte keiner helfen. Auch die üblichen Mittel haben nicht geholfen.
    Irgendwann habe ich eine Überweisung ins Krankenhaus bekommen – von der Gynäkologin. Die sagte mir, dass theoretisch da auf dem Röntgenbild Flüssigkeit zu sehen sein könnte, aber sie wisse es nicht sicher und glaube eigentlich auch nicht daran. Aber das war die Möglichkeit, eine Lapraskopie machen zu können. Die ist gemacht worden und es stellte sich heraus: Das was ich hatte (genauen medizinischen Titel kenne ich nicht, es waren „entzündliche Schnüre zwischen Darmschlingen“) wäre ohne Lapraskopie gar nicht zu sehen gewesen.
    Nur: Ich mache keinem – weder einem Arzt noch dem Krankenhaus, in dem ich auch zweimal war, einen Vorwurf. Ganz einfach weil ich dahin (Arzt und Krankenhaus) kam und im Grunde genommen bis auf meine Schmerzen nichts hatte und sich auch nichts nachweisen ließ.
    Meine Mutter war zwar auch unglücklich [sie ist Krankenschwester] über einiges, was so gelaufen war, aber im Nachhinein sage ich mir als Patient vier Dinge:

    1. Ärzte sind nur Menschen.
    2. Das Gesundheitssystem ist nicht darauf angelegt, immer die teuren Maßnahmen zu machen, wenn sich dafür keine Indikation ergibt
    3. Manche Dinge sind auch einfach nicht so leicht sichtbar/erkennbar.
    4. Manche Dinge lassen sich erst über die Zeit feststellen.

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    1. Eines wollte ich noch hinzufügen:
      Ich wünsche deinem Gatten natürlich super schnelle Besserung und hoffe, dass die Schmerzen nicht so bald wiederkommen ;) Und beim nächsten Mal vielleicht ein weniger chaotischen Aufenthalt.

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    2. Das ist alles richtig. Und ich bin mir ja auch bewusst, dass das ein „First World Problem“ ist. Immerhin haben wir ein Gesundheitssystem das funktioniert und auch gute und fähige Ärzte.

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  8. Deinem Schatz gute Besserung und die besten Wünsche.

    Es ist bei Euch sicher nicht wirklich zufriedenstellend gelaufen, aber nach der gründlichen Lektüre fällt mir nur eines ein:

    Seid froh, daß Ihr nichts Neurologisches habt. Ich kann da Sachen erzählen…
    Von völliger Inkompetenz bis bewußter Lüge war so ziemlich alles schon dabei. Selbstverständlich inklusive entsprechender Folgen bei der Behandlung. Das würde aber hier den Rahmen sprengen.

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      1. Danke.

        Wobei: „Andere sind noch schlimmer“ ist eigentlich keine valide Ausrede. Will heißen: Nur weil andere noch schlimmer sind heißt das nicht, daß dort, wo Ihr wart, nicht vieles besser gemacht werden müßte.

        Ich habe auch die Erfahrung gemacht, daß es im selben Krankenhaus von Station zu Station schon sehr heftige Unterschiede gibt.

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  9. Hui, da kann ich verstehen, dass du nicht zufrieden bist. Aber das ist halt die Folge von der Rationierung im Gesundheitswesen…. Allerdings bin ich immer vorsichtig mit Kritik, wenn ich selbst nicht anwesend war. Mein erster Gedanke war übrigens eine Sigmadivertikulitis.

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    1. Ja, war auch mein Verdacht (nach einer Weile), unpassend nur: kein Fieber und kein Durchfall/Verstopfung. Aber darum macht er ja dann eine Darmspiegelung.

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  10. Ich wünsche Gute Besserung.

    Ich bin selbst medizinischer Laie, aber bei den geschilderten Dosen an Paracetamol klingen bei mir schon einige Alarme an. Starke akute Schmerzen sind auch ohne sonstige Symptome doch etwas, dessen Ursache wenn möglich gefunden werden sollte. Nachdem sich der Verdacht auf Nierensteine nicht bewahrheitet hat, verstehe ich nicht ganz, warum nicht weitergesucht wurde.

    Meine Frage dazu noch: War die Schmerztherapie gut? Aufgrund Empfehlungen meiner Ärzte in Wien hätte ich eher eine Kombination von Metamizol mit Diclofenac als Schmerztherapie vermutet. Wobei hier wohl Paracetamol derzeit sehr kritisch gesehen wird. Möglicherweise ist die Einnahme von Metamizol bei vermuteten Nierensteinen eher nicht angezeigt. Was sind die Alternativen?

    Noch eine Frage: Das Antibiotikum wird als Prophylaxe gegeben?

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    1. Ja, dass so gar nicht weitergesucht wurde – das ist mir auch unverständlich.
      Paracetamol wird hin der Schweiz häufig und auch recht hoch dosiert verschrieben. Fast erstaunlich. Metamizol (Novalgin hier) auch wieder häufiger – wobei … wenn man da schon Leber- oder Nierenprobleme hat … umm.
      Ja, das AB war als Prophylaxe – das erste vom Zahnarzt, bis er zum Zahnarzt gehen konnte und das Zweite vom Hausarzt … wohl weil der auch eine Darmentzündung oder so vermutet.

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  11. Ich wünsche Deinem Mann alles Gute und eine schnelle Heilung – egal ob spontan oder mit ärztlicher Hilfe, Hauptsache schnell und komplett!
    Ich habe vor ein paar Wochen hier in D ähnliche Erfahrungen gemacht zwar mit Kopf statt Bauch, aber inklusive der komischen Medikamentengaben.
    Donnerstags Hausärztin, Krankenhauseinweisung. Die führt bei uns automatisch immer in die Notaufnahme.
    Notaufnahme Krankenhaus 1, Schmerzmittel, CT, Lumbalpunktion, Schmerzmittel (Novalgin i.v., Paracetamol i.V.), wieder heimgeschickt – trotz meines eindringlichen Hinweises daß ich dableiben will weil ich alleine lebe und danach auch noch trotz meines Hinweises daß ich mit dem Auto da bin und selbst heim fahre.
    Samstag wieder Notaufnahme Krankenhaus 1, zu dem Zeitpunkt konnte ich keine 10 Minuten aufrecht stehen oder sitzen weil sich zu den Ursprungsschmerzen zusätzlich noch ein lumbales Unterdrucksyndruom gesellt hatte. Schmerzmittel (Novalgin, als das nicht half Dipidolor (Wirkstoff Piritramid)), heimgeschickt mit ner Handvoll Novalgintabletten und der Empfehlung Koffeintabletten zu nehmen, die es im Kh nicht gab und die ich mir dann selbst in der Notfallapotheke holen durfte – ohne Rezept, das Kh kann ja nicht ausstellen und die Kasse zahht das eh nicht. Ich kam mir SEHR blöd dabei vor, samstagsabends nen Apotheker aus dem Notdienst zu klingeln mit der Bitte um Koffeintabletten – zum Glück sah ich elend genug aus daß er mir glaubte daß ich damit nicht zur nächsten Party starte…
    Montag bin ich dann bei meiner Hausärztin zusammengebrochen und von da aus dann direkt ins KH gekommen…
    Nach den Erfahrungen mit Krankenhaus 1 bin ich diesmal in Krankenhaus 2 gegangen. Da gabs dann Novalgin und Dipidolor in reichlicher Menge, ein erneutes MRT, eine Allgemeinärztin die mich entlassen wollte wiel „da ist ja nix“ und ein Neurologe der das völlig anders sah. Donnerstags wurde ich mangels eigener Fachabteilung wieder verlegt in Krankenhaus 1 – sitzend. Konnte ich inzwischen auch wieder so leidlich, hatte aber zur Folge daß ich wirklich nur hingebracht wurde und im nächsten Kh an der Aufnahme abgeladen wurde, die ganze Aufnahmeprozedur alleine gemacht habe, dann auf eine Station geschickt wurde die a) nicht wußte daß ich komme und b) grad gar kein Bett für mich hatte. Als ich dann da nach gut zwei Stunden im Flur nochmal zusammengeklappt bin wurde eine offenbar nachts verstorbene Patientin endlich abgeholt und es gab ein freies Zimmer. Zwischenzeitlich habe ich bereits zweimal Ibuprofen mit Hinweis auf bekannte Allergie (die fett im Übergabebogen vermerkt war) abgelehnt.
    Medikation dann Tilidin und Paracetamol (4 x tgl. 1 g + 2 x tgl. 1 g bei Bedarf) – ich habe darauf hingewiesen daß das meiner Ansicht nach zuviel ist und wurde mit „nene, das geht schon“ abgespeist. Ab Tag 2 gabs dann auch Koffein, das im Krankenhaus immer noch nicht vorhanden war und offenbar aufwändig bestellt werden musste. Es gab dann auch ne Diagnose, die aber nach Ansicht der Ärzte nichts mit den Beschwerden zu tun haben konnte, montags bin ich gegangen.
    Morgen werde ich Krankenhaus 3 testen, diesmal ne Spezialklinik und ich hoffe daß da mal jemand den Eindruck vermittelt er wüßte was er tut… Trotzdem erstmal nur die Ambulanz, stationär will ich so schnell bitte nicht wieder.

    Die Schmerzzskala finde ich immer schwierig. Ich wirke auch bei „kurz vor 10“ (wobei ich 10 mit wimmernd im Bett liegen und gar nichts mehr können gleichsetze) noch relativ fit und werde dadurch nicht ernstgenommen. Die Schmerzen hab ich aber trotzdem und sie sind dann auch wirklich so extrem. Sieht man dann immerhin am Blutdruck, aber das nimmt auch nicht jeder Arzt für voll…

    Ich habe für mich eigentlich beschlossen, mich nur noch in ein Krankenhauzs zu begeben wenn ich weiß was ich habe und was gemacht werden muss – leider hat man das aber ja nicht immer so in der Hand :-D

    LG
    Judi

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  12. Oh man das ist schon irgendwie gruselig, vor allem da ich immer dachte in der Schweiz läuft es besser als hier in Deutschland. Da hat dein Kuschelbär ja noch Glück das du besser Bescheid weißt als die meisten.
    Erst mal gute Besserung für ihn, unbekannter weise.
    Es kann in Krankenhäusern aber auch anders laufen, bei meinem letzten Aufenthalt fühlte ich mich richtig gut auf gehoben.
    Was ich auch noch sagen muss, ist das diese Schmerzskala wirklich schwierig zu beantworten ist. Bei mir ist es so, dass wenn ich weiß das mir geholfen wird ich mich automatisch besser fühle, auch wenn es nicht wirklich so ist.

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    1. Auch mein eventuell mehr Wissen hilft nicht viel, wenn ich nicht fast ständig dort sein kann. Ich verpasse Visiten und Informationen und habe danach kaum noch Möglichkeit was dazu zu sagen.

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  13. So etwas Blödes… wenn sie so auf Nierensteine fixiert waren, war es am Ende auch noch ein CT ohne Kontrastmittel? Ich kann das nicht ganz nachvollziehen… normalerweise schreibt man auf den Anforderungsschein „Schmerzen li/re Ub, V.a. Nierenstein“, und der Radiologe im Dienst, der das Ganze schließlich absegnen muß, kann dann vor Ort bei der Übersichtsaufnahme (wenn kein Stein sichtbar ist) auch entscheiden, ein KM CT vom Abdomen/Becken zu fahren… natürlich muß dafür in der Aufklärung darauf hingewiesen werden und der Pat. muß zustimmen. Es klingt, as wären da zu viele unerfahrene Assistenzärzte am Werk gewesen…Man möchte doch eigenlich gerne sehen, daß eben keine versteckte kleinere Perforation/Entzündung/Torsion etc. da ist! Gerade wenn kein Blut im Urin war und die Steintheorie nicht schlüssig ist (hatte er denn wenigstens Buscopan bekommen, was bei V.a. Gallen-/Nierensteine i.d.R. gegeben wird?). Ich hoffe, es geht ihm auch so trotz Spitalversagens besser.

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    1. Absolut korrekt, Es war ein CT ohne Kontrastmittel.
      Und nein: er hat diesmal auch kein Buscopan bekommen (fällt mir auch grad erst auf).
      Er hat immer noch gelegentlich Schmerzen – ganz weg ist es nicht. Ich bete, dass das nicht in den Ferien schlimmer wird.

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  14. Ojeh. Würde mich nicht wundern, wenn besagtes Krankenhaus vor nicht allzu langer Zeit ein neues Logo erhalten und vor kurzem den CEO entlassen hat…

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  15. Das mit dem NaCl kenne ich bis jetzt nur aus der Schweiz. Mit der Begründung, dass man dauernd was durchlaufen lassen will um den i.v. Zugang zu spülen, damit nichts verstopft oder sich entzündet.

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    1. Ach, darum. Ich fand das irgendwie überflüssiges Beruhigungsverhalten oder so (da wird etwas gemacht.).

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  16. Ach, wie kommt mir so etwas bekannt vor…

    Im unglaublichen hohen Alter von 12 hatte ich plötzlich starke Unterbauchschmerzen und plötzliches Erbrechen. Da Feiertag war, ging es zum Notdiensthabenden Arzt, der hat dann festgestellt das der Mc Burney Druckpunkt anspricht, also Verdacht auf akute Blinddarmentzündung.

    Also direkt von da ins Krankenhaus. Dort sichtlich genervtes Personal, Bauch abgetastet, „aha Bauch hart, Druckpunkt spricht an, Erbrechen aha aha aha. Geben wir mal Schmerzmittel und dann OP.“
    Gesagt getan, die nach der OP folgenden Tage im Krankenhaus waren gut, Alles soweit problemlos, Chefarzt (hat auch operiert) erzählt viel von deutlich vergrößert und lageverändert etc. „Allerhöchste Eisenbahn blablabla“.
    Nach ein paar Tagen gings dann nach Hause und alles soweit problemlos.

    2 weitere Tage später dann exakt die selbe Schmerzsymptomatik, in Schüben durchlaufende Schmerzen, harter Unterbauch, Erbrechen etc.
    Direkt zum Hausarzt, Symptome geschildert:
    Arzt:“Mmh klingt nach Blinddarm“
    Wir: „Äh, der ist grade erst raus wegen exakt der Symptomatik.“
    Arzt: „Oh, dann wohl nicht. Haben die vorher genauer untersucht?“
    Wir: „Nein!“
    Arzt: „Na dann schallen wir doch mal“. Und siehe da, Nierensteine, nicht wenige und immer wieder die Abflüsse blockierend. „Seltsam für nen 12jährigen, aber kommt vor bei zuviel Calciumaufnahme“.

    Ab zum Urologen, Stoßwellentherapie und gut wars. Seitdem nie wieder Probleme…

    Kleines Schmankerl zum Schluss: Über gute Kontakte den pathologischen Befund meines Blinddarms bekommen. Völlig unauffällig, nicht vergrößert, entzündet oder sonstwas…

    Chefarzt seitdem aus dem Bekanntenkreis der Familie verbannt, Krankenhaus nicht wieder freiwillig betreten.

    Sorry für den langen Text, was ich eigentlich nur sagen wollte:

    Vertraue nie einer Einlieferungsdiagnose, Fallpauschalen sind Mist, denn sie engen den Blick ein und vor allem Gute Besserung!

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      1. Ja, ich weiß auch das 12 eigentlich absolut nicht das Alter ist in dem man mit so etwas rechnet.
        Aber manchmal wäre eine kurze US Untersuchung sicherlich sinnvoller als sich auf Tasten und Hörensagen zu verlassen….

        Bin nen Milch- und Käsekind :)

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    1. Das blatante Gelüge vom Chefarzt ist hierdran das Schlimmste. Es ist ja in dem Alter durchaus verständlich, an eine Appendizitis zu denken, daher finde ich den Irrtum zwar vermeidbar aber nicht extrem schlimm (v.a. wenn man den Blinddarm sonografisch bei komischer nach hinten gedrehter Lage nicht gut sehen kann), aber wenn man dann einen unauffälligen Blinddarm hat (und das hätte der erfahrene Chirurg auch ohne den Pathologen schon vermuten können!), sollte man das auch ansprechen und noch ein wenig Ausschlußdiagnose nebenbei betreiben. Heutzutage wird eigentlich immer erst geschallt und dann geschnippelt… außer, man kann nicht schallen… >_>

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