Die Tablette ist zu klein!

Ja, das war die Reklamation der älteren Dame gestern: „Die Tablette ist zu klein!“

Also ich persönlich bin ja froh, wenn die Tablette nicht allzu gross ist. Meistens sind sie dann einfacher zu schlucken.

Aber ich habe die Frau auch verstanden, nachdem sie mir erklärt hat, warum sie gerne grössere Tabletten haben will:

Sie hat ganz furchtbare Arthritis und Probleme damit, die kleinen Tabletten aus der Packung zu bekommen und dann vom Tisch aufzunehmen.

Zum Glück hat sie momentan nur eine kleine Packung. Ich habe ihr versprochen für das nächste Mal Tabletten zu suchen, die grösser sind.

Trotzdem eine amüsante Reklamation.

 

Was ich auch schon hatte: „Gibt es die Tabletten nicht in grösser? Dann könnte ich sie besser hälfteln (oder vierteln – oder in einem Fall: achteln)“.

Da haben wir dann einfach das Problem, dass das auch noch reichlich ungenau ist. Man teilt die Tabletten, ja – aber ob das dann wirklich die Hälfte der Dosis oder ein Viertel oder gar ein Achtel der Dosis ist??

Und der beste:

„Je grösser die Pille, desto besser die Wirkung – also so kleine Pillen können gar nicht gut wirken!“

Die Wirkung ist vom Wirkstoff abhängig – und von manchen braucht man mehr, von anderen weniger. Zum Beispiel Paracetamol 500mg und Ibuprofen 200mg. Das gibt dann halt auch verschieden grosse Tabletten … denn auch die Pharmaindustrie will die Tabletten nicht grösser haben als unbedingt nötig.

Von daher: Mal schauen, ob ich für die Dame grössere Tabletten mit dem gleichen Wirkstoff finde. Ansonsten müssen wir uns etwas anderes überlegen.

13 Kommentare zu „Die Tablette ist zu klein!

  1. Tabletten zu teilen ist insbesondere interessant bei Menschen, die Antidepressiva oder andere Psychopharmaka absetzen und mit großen Absetzerscheinungen zu kämpfen haben. Wenn es kein Äquivalent in flüssiger Form gibt (oder es nicht gerade Retardkapseln mit Kügelchen sind, die man abzählen kann), muss man im Zweifelsfall die am niedrigsten dosierte Dosis, die es auf dem Markt gibt, teilen. Insbesondere dabei wäre es wichtig, die Dosis genau zu bestimmen, ist aber zuhause beim Teilen eher schwierig.

    Je größer die Tablette, desto besser die Wirkung <- kann ich mir sogar vorstellen. Also nicht dass es so ist, sondern dass alleine der Gedanke den Placeboeffekt begünstigt. Deshalb helfen wahrscheinlich auch Spritzen subjektiv besser als Tabletten. :)

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  2. Je nach Wirkstoff ist ja eventuell eine Verkapselung mit Füllstoff möglich!?
    Kommt drauf an, wies mit der Bioverfügbarkeit, der Freisetzungskinetik und der therapeutischen Breite aussieht.

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    1. Das wäre eine Möglichkeit. Wir packen die Tablette einfach in eine Kapselhülle. Es braucht ja nicht mal unbedingt Füllstoff – und die Gelatine löst sich im Magen rasch auf … die Eigenschaften der Ursprungstablette (wenn wir sie ganz in die Kapsel bekommen) bleiben erhalten.

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  3. wir bekamen mehrfach schriftliche reklamationen wegen der stärke der alufolie der blister. „panzerplattenähnlich“ blieb mir besonders gut im gedächtnis. auf meine mehrfachen anfragen, ob man nicht eine dünnere folie verwenden könne, bekam ich leider nie eine zufriedenstellende antwort – und ich kann sehr hartnäckig sein.

    tatsächlich ist es in der zwischenzeit auch für mich wegen der polyarthritis „anstrengend“, manche tabletten aus dem blister zu bekommen: drückt man nur ganz leicht oben drauf, passiert gar nichts, drückt man fester, schiesst das dingens aus der folie und den katzen odem hund an den kopf, oder irgendwohin wo man es nicht mehr findet. und ab einem gewissen stadium der arthritis ist es gar nicht mehr so einfach, ganz genauen und wohldosierten druck auszuüben.

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    1. Das ist übel – kann ich mir auch bei einigen gut vorstellen. Ich habe beim vorbereiten der Dosette ähnliche Probleme und ich denke, ich *kann* eigentlich noch den wohldosierten Druck ausüben.
      Letztens hatte ich Tabletten, da musste ich den Blister auf der Seite aufknübeln … also nicht durchdrücken, sondern die Folie abziehen. Und das waren keine lingual Tabletten, die rasch kaputtgehen. Das dürfte auch nicht einfach sein.
      Ich glaube, das ist so ziemlich der einzige Fall, wo ich Tabletten in der Dose besser finden würde.

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  4. „Die Tabletten sind zu klein“ hatte ich letztens auch bei einem Nahrungsergänzungsmittel gedacht, als ich die Dose aufmachte: Die Tabletten füllten gerade mal ein Drittel der Dose. Wäre nicht noch das Aluminiumsiegel auf der Dose gewesen hätte ich gedacht, die wären fehlerhaft abgepackt.

    Gibt’s eigentlich viele solcher Mogelpackungen im Tablettenbereich? Normalerweise sind die Hersteller doch so schlau derart zu „mogeln“, in dem sie wenig Wirkstoff auf möglichst viele Tabletten verteilen, so dass der Kunde denkt, er bekäme viel für sein Geld, oder…?

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    1. Das ist wahrscheinlich wie bei den Chipspackungen: Die Füllhöhe kann fülltechnisch bedingt variieren ..,
      Ich bin sicher, Anzahl Tabletten (und hoffentlich auch Inhaltsstoffe) stimmen, von daher weiss ich nicht, ob man da wirklich von „Mogelpackung“ sprechen kann?

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  5. Die Blister bzw die Folie kann man mit einem Kartoffelschälmesser oä prima aufritzen, dann gehen gerade kleine Tabletten viel leichter aus dem Blister und hauen nicht so ab. Und wenn man sie in eine (trockene!) Tasse drückt, kann man die Tablette quasi trinken und umgeht das greifen. Außerdem springt sie nicht so schnell weg, weil die Seiten durch die Tasse und der „Deckel“ durch den Blister begrenzt werden. Das hab ich mit meiner Oma wegen ähnlicher Problemstellung „erarbeitet“ und es klappt super.

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    1. Das kommt auf den Blister drauf an! „Kindersichere Blister“ lassen sich auch mit einem Messer nicht so ohne weiteres aufritzen. Die Gefahr, die Arzneiform, sich selber oder auch beides der Integrität zu gefährden ist dabei nicht unerheblich. Hier habe ich mal einen Satz dazu verfasst: http://knicksfussnoten.wordpre

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      1. Dann nimmt man eben diesen Piekser im Kugelschreiberformat aus dem Medizintechnikbedarf und sticht damit die Packung auf. Ist aber wesentlich unkomfortabler, als nur das Material zu schwächen, damit das in die Tasse drücken leichter geht. Und wenn man schon im MT-Handel ist, kann man auch gleich einen Pillenpopper mit Hebel und Auffangbehälter mitnehmen. Es ist ja nicht so, dass es da nicht für wenige Euro mechanische Hilfsmittel gibt. Teilweise sogar in Kombination mit einem Tablettenteiler

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  6. Meine Großmutter, fast blind und mit Athritisgekrümmten Fingern, ritzt die Folie unten immer mit dem Daumennagel ein. Sie sagt sie kann das ja fühlen und die Tablette dann auch gleich in die Hand drücken, sodaß sie nicht verloren geht.
    Selbst bei den kleinen Prednisolontabletten schafft sie das problemlos.
    Ich mache es inzwischen auch so und seitdem ist mir auch keine Tablette mehr entwischt.

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