Wenn der Computer „versagt“ und das Kompendium nicht die ganze Info hat …

Der Arzt hat der Patientin Cosaar 12.5 verschrieben

In unserem (teuren) Computersystem – das fast täglich upgedatet wird und das eigentlich so ziemlich alle im Handel befindlichen Produkte (jedenfalls der in Apotheken und Drogerien erhältlichen) anzeigt, findet man trotz laaaangem Suchen nichts.

Das Mittel Cosaar natürlich schon, aber nur mit 50 und 25 mg. Nichts mit 12.5mg

Auch keine Generika in der Dosierung 12.5 mg

Und die Patientin besteht darauf, dass sie genau das will. Sie habe es auch schon gehabt. Nein, keine halben Tabletten – GANZE!

Man ruft den Arzt an. Der reagiert etwas erbost. „Ich habe das im Kompendium aber gefunden! Da ist es drin. Und sowieso: ich wollte das der Patientin gar nicht verschreiben, aber sie hat das im Spital bekommen und will unbedingt nur das weiterhin nehmen!“

Nun – wenn er so überzeugt ist … dann suchen wir halt weiter. Wir rufen beim Hersteller von Cosaar an.

„Ja, das haben wir. Es ist allerdings nur eine Initial-Packung, also zum Einstieg und zum aufdosieren. 7 Tabletten sind drin. Wenn sie mehr als eine Packung beziehen möchten, brauchen wir direkt vom Arzt ein Fax.“

Na der wird sich freuen.

Nachtrag: inzwischen nimmt sie Cosaar 25, die sie mit einem Tablettenteiler halbiert. Auch nicht ideal, aber ein Kompromiss, mit dem alle leben können.

8 Kommentare zu „Wenn der Computer „versagt“ und das Kompendium nicht die ganze Info hat …

      1. Ganz genau! Das Kompendium von Documed ist ohnehin schon lange nicht mehr (seit AIPS der Swissmedic) komplett noch umfassend noch aktuell. Sag Deinem Systemhaus (ProPharma, CSE oder Pharmatic) es soll auf die Public Domain Daten umstellen via oddb2xml oder aips2xml. Herr Studer von ProPharma ist bereits informiert. Herr Rusconi von Pharmatic ist ebenfalls informiert. Bei CSE sind wir noch am informieren. ;)

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  1. Ein Blick in meine „Internationale ABDA-Datenbank“ zeigt mir den positiven Zulassungsstatus (und die prinzipielle Existenz) von „Cosaar 12,5“ sowohl in Österreich als auch in der Schweiz (jeweils als Filmtabletten, aber ohne Packungsgrößenangabe). In Deutschland gibt es derzeit „Losartan-Kalium 12,5mg Filmatbletten“ von 15 Firmen; zu Packungen á 21St. bzw. á 28St. Verfügbar sind derzeit 11 Hersteller. Unabhängig davon sind rein preistechnisch „7x28St. á 12,5mg bei 1×1“ (preiswertester lieferbarer Herstellern 18,74€ x7) natürlich exorbitant teurer als „1x98St. á 25mg bei 1x 1/2“ (preiswertester lieferbarer Hersteller 24,07€), was natürlich auch am deutsches Fixaufschlag-System liegt.

    In Deutschland gibt es übrigens verschiedene Reimporte von „Lorzaar“ unter dem Namen „Cozaar“. 12,5mg´er sind aber keine dabei…

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  2. Ihr habt ein teures Computersystem, dass ständig geupdated wird, und es hat nicht mal ne anständige (und, wenn ich mich an einen früheren Post erinnere, auch sehr langsame) Suchfunktion? Was denken die sich dabei, solche Software zu verkaufen?

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    1. Ohne Pharmamas Software genauer zu kennen, findet sich in den Datenbanken nur der Datenbestand, den die Herstellerfirmen zur Verfügung stellt. Wenn der Hersteller die 12,5mg-Stärke in der 7er Packung nicht in die Datenbank – und sei es als Spitalpackung – einpflegt, kann die Apotheke sich in der Software dumm und dämlich suchen. Und der Softwareanbieter kann sich dumm und dämlich programmieren mit dem selben Effekt.

      Das Problem findet sich auch immer wieder bei Markt-Neueinführungen, wenn das Management eine zeitliche Koordination der unterschiedlichen Bereiche nicht hinbekommt. Entweder die Präparate stehen schon in der Datenbank, sind aber von Herstellerseite noch nicht lieferbar. Oder die Pharmavertreter verkünden bei den Ärzten die Verfügbarkeit, aber das Produkt ist noch nicht in der Datenbank gelistet (und damit nach dem deutschen System so auch nicht abrechenbar). Im Endeffekt ist die Apotheke immer der Dumme, denn im ersten Fall kann sie nicht liefern (woran NUR die Apotheke schuld ist), und im zweiten Fall ist sie ja offensichtlich zu dumm, das Rezept zu bearbeiten. Hier sucht man die Schuld leider häufig an der falschen Stelle.

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    2. Die Suchfunktion ist zwar langsam, aber sie geht. Das Mittel ist wirklich nicht drin im Artikelstamm. Wahrscheinlich eben *weil* das Mittel nicht offiziell erhältlich ist. Also … schon, aber nicht über die Medikamentengrossisten, nur beim Lieferant direkt.
      Und was gedankenknick über die Zeitlichen Differenzen bei der Einführung von neuen Mitteln sagt, stimmt auch.

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