Meinungsumschwung

Kundin mit Rezept.

Pharmama: „Sie waren noch nie bei uns – haben Sie mir die Versicherungskarte?“

Frau: „Nein. Fragen sie halt an.“

Pharmama: „Würde ich gerne, aber erstens ist es nach 5 Uhr – und die schliessen meist pünktlich und zweitens ist das eine der Versicherungen, die sich hinter dem Patientengeheimnis versteckt – in dem Sinne, dass sie uns keine Angaben machen und nur mehr sagen: die Patienten müssen die Karte dabei haben – als Beweis.“

Frau: „Aber … was mache ich dann?“

Pharmama: „Nun, Sie können es auch zahlen und der Kasse selber einschicken. So wie früher. Das funktioniert auch heute noch …“

… und einige Kassen besinnen sich grundsätzlich wieder auf dieses System, weil es ihnen weniger Arbeit macht … ich bin ziemlich sicher, sie spekulieren teilweise auch darauf, dass der Kunde die Rechnung gar nicht einschickt. Aber das muss ich der Frau hier ja nicht sagen.

Ich suche ihre Medikamente raus.

Wie es leider häufig ist, hat der Arzt das Original aufgeschrieben. Bei allen 3 Sachen.

Pharmama: „Darf ich Ihnen von den Medikamenten die Generika geben? – die sind gleich wirksam und günstiger vom Preis.“

Die Antwort „Nein, ich will das, was der Arzt aufgeschrieben hat“ habe ich schon fast erwartet.

Also alles eingegeben, angeschrieben.

Ich sage ihr den Preis – da ist sie doch sehr brüskiert.

Frau: „Soo teuer?!“

.. und auf einmal ist das Generikum doch gut genug.

Aber bitte. Gar kein Problem.

24 Kommentare zu „Meinungsumschwung

    1. Entweder das, oder sie gehört zu denen, die denken, der Arzt ist ein Gott in Weiss … und wenn er etwas anderes gewollt hätte, hätte er was anderes aufgeschrieben. Oder …

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      1. …manchen Leuten wirst Du nie beibringen können, dass in der gelben Packung „Idiotex“ der genau gleiche Wirkstoff drin ist wie in der roten Packung „StupidiumSeductor 99 mg“

        gibs auf ! :-(

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  1. Und da sieht man den zweiten Grund, warum Kassen die Kunden erstmal vorlegen lassen. Klar, wenn es GAR KEINEN Unterschied für mich macht, ja ich es nicht mal merke, würde ich auch das Original nehmen.
    Sollte dringend auch in Deutschland eingeführt werden. Bei der Gelegenheit kann man die Rechnung gleich in Kassen- und Privatleistung splitten, die Grundversicherung für alle verpflichtend machen und den Versicherungskonzernen das Geschäft mit Zusatzversicherungen überlassen, die die Grundleistung auf heutiges Privatpatientenniveau aufstocken.

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    1. Du weißt aber schon, dass es in der Zwischenzeit Privatversicherungen gibt, die wesentlich schlechtere Versorgung gewährleisten als die GKV? Z.B. bezahlen sie die Ärzte so schlecht, dass viele Ärzte eine Behandlung eines solchen Versicherten ablehnen. (In diesen Versicherungsvertrag fällt man [fast] automatisch hinein, wenn man sich seine bisherige private Versicherung nicht mehr leisten kann…)

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  2. Tja, da sieht man, dass man über die Geldbörse jeden kriegt ;-)

    Übrigens: Toller Blog, habe ich erst kürzlich gefunden! Zu den Apotheken der Welt werde ich bis Jahresende was beisteuern können – ich plane eine Reise „where (fast) no man has gone before..“ Eine Apotheke gibt’s da!“

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  3. Ist aber bei der Pille in D nix anderes – solange die GKV die bezahlüt (bis zum 20. Geburtstag) will frau doch bitte schön das Original – Reimporte und/oder Generika (mit Rabattvertrag der Kasse) werden sich verbeten! Aber sowie die dann auf Privatrezept landet wird bei Nennung des Preises mit völlig entrüstetem Blick gefragt: „Gibt es da denn nichts billigeres?“

    Same procedure as every year… I will do my very best!

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    1. manche Originale der Pille sind über den Festbeträgen – da muss man auch unter 20 die Börse zücken… In Brandenburg zahlt das Land übrigens ALLEN die Pille!

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      1. Hö? Das wäre mir aber neu. Wie gut kennt sich der BAYERN-Chris im Land des Roten Adlers, welches aus der göttlichen Streusandbüchse hervorgegangen ist, denn aus? Die Wunschkindpille gibt es analog zu allen anderen Bundesländern auch in Brandenburg gemäß §24a SGB V bis zum vollendeten 20. Lebensjahrs (sprich dem 20. Geburtstag) zu Lasten der GKV. Unter 18 zuzahlungsbefreit – zwischen 18 und 20 mit Zuzahlung, so man nicht befreit ist.

        Ansonsten kann frau nur über 2 Wege die (komplette) Selbstbezahlung vermeiden:
        1) Es liegt eine medizinische Indikation zur Anwendung vor.
        2) Man ist mittellos, und das Sozialamt übernimmt die Kosten.
        Beides auch analog zu den meisten anderen Bundesländern.

        Wenn es anders wäre, würden sich sicherlich einige Gynäkolog(inn)en über eine Information freuen, wie man das ohne Regress gegen die Praxis hinbekommt… Ansonsten mal hier schauen: http://www.sozialgesetzbuch.de/gesetze/05/index.php?norm_ID=0502401

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      2. Des weiteren verrät mir ein schneller Blick in die Lauer-Taxe, dass zur Zeit keine „Wunschkindpille“ über einem Festbetrag liegt – nicht mal „Qlaira 26+2“, das derzeit teuerste Modell.

        Kein Produkt der IMS-Warenfgruppe 05 03 1 (Hormonelle Antikontizienpia systemisch) und Indikation 31 I (Hormonelle Kontrazeptiva) werden derzeit von einem Festbetrag erfasst. Etwas anderes ist natürlich die IMS-Warengruppe 05 03 3 – die fallen aber in die Indikation 31 H (Sexualhormone ohne hormonelle Kontrazeptiva).

        Ich bitte um Gegenbeispiele. :-P

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        1. is schon ein paar Tage her – als meine bessere Hälfte unter 20 war, war sie auf Minulet von Wyeth eingestellt und DAS WAR über dem Festbetrag, obwohl es nicht mal ein Generikum gab.

          Aber ich glaube dem Experten natürlich die aktuelle Situation. Sehr ausführlich erklärt! Danke :-)

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  4. …kann sein, dass die das irgedwann abgeschafft haben (mussten…) – bin da nicht mehr so up to date.

    Aber Brandenburg hat bis mindestens Ende der 90er die alte DDR Regelung weitergeführt

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    1. Bis Ende der 90ger ist definitiv unrichtig. Ich hab grad mal an passender Stelle angefragt. Eine Kollegin dort, die 1999 im Beruf anfing, kann sich nicht an eine solche Ausnahme erinnern. Ein älterer Kollege will es nicht beschwören, ist sich aber halbwegs sicher, dass diese Sonderregel immer weiter eingeschränkt wurde und gegen 1996 auslief. Wir wollen mal nicht vergessen, dass das jetzt ca. 16 Jahre her ist.

      Vielleicht sollten wir dieses Beispiel zu den Akten legen, um brandenburger Kollegen vor wütenden mitlesenden brandenburger Frauen zu beschützen, die ab sofort ihre Pille umsonst – und natürlich das bezahlte Geld der letzten 10 Jahre erstattet und verzinst – haben wollen…

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      1. o.k. – aber ich erinnere mich gut, wie das damals in BB als leuchtendes Beispiel der Landesregierung gefeiert wurde – schade dass das dann so sang- und klanglos eingeschlafen ist, dass nicht mal ich was mitgekriegt habe :-(

        BRANDENBURGERINNEN: Es gibt die Pille nicht mehr frei – bitte keine Apotheker nerven. ;-)

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        1. Jaja, Frau Hildebrandt seis gedankt – der brandenburgischen SPD-Gesundheits-Patientenrechts-Partisanin. Ich erinnere mich an ihre Politik mit sehr gemischten Gefühlen, denn neben den durchaus positiven Leistungen sie hat auch einiges als Nonplusultra-Errungenschaft verkauft, was sich unter Anwendung von Fachwissen und Weitsicht schon damals als Ladehemmung oder gar Rohrkrepierer abzeichnete…

          Ich habe mich zu jener Zeit in der Nähe dieser Ecke Deutschlands befunden…

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    1. Ich zitier mich mal selber: Man ist mittellos, und das Sozialamt übernimmt die Kosten. …analog zu den meisten anderen Bundesländern. Anderes Bundesland, anderes Amt, abweichendes Prozedere. Effekt der selbe. ;-)

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      1. nun ja – hier sind immerhin Studentinnen eingeschlossen, die sonst bei fast allen Sozialleistungen außer Bafög draußen bleiben müssen.

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  5. Ja trauriger Apothekenalltag…
    Solange die Krankenkasse voraus zahlt, scheren sich die wenigsten darum wie viel jetzt ihre Medis kosten. :( Man bezaht schliesslich viele Krankenkassen-Prämien, dann will man gefälligst auch davon profitieren und nur das teuerste ist gut genug. Bei solchen Kunden muss ich mich echt zusammenreissen und meine Aggressionen

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    1. Tief durchatmen. 3 Reihen von Pharmama´s Anti-Stress-Folie bearbeiten. Wenn das alles nicht hilft, zum Schubfach gehen und ein Psycholeptikum der eigenen Wahl einem Test auf Wirksamkeit und Verträglichkeit unterziehen…*duck´n´cover*

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        1. Alternativ bietet sich naürlich Klostermanns Melissenghost an. Einfach mal einen großen Schluck…
          …zum gurgeln… ;-)
          *doch mal anfang mit dem Schützenloch – zum in Deckung gehen*

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    2. Oops… Ich war doch noch gar nicht fertig… war wohl die Wut und unverständnis gegenüber solchen Menschen…

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