Theorie und Praxis

Theorie: Zeig den Kunden, wie sie auf OTC Produkte (die freiverkäuflichen Sachen) sparen können, wenn sie Generika nehmen.

Realität: Verkauf den Kunden nach was sie gefragt haben oder sie diskutieren 5 Minuten lang mit dir und kaufen dann trotzdem das Original.

(Heute bin ich frustriert. Sorry).

30 Kommentare zu „Theorie und Praxis

  1. Noch ein Unterschied zwischen Deutschland und der Schweiz.. „Waas? SO teuer ist das? Gibts da nicht was Günstigeres?“ „Warum muss ich denn 15 Euro bezahlen, es heißt doch REZEPTgebühr?“ „Letztes Mal musste ich gar nichts zahlen!“ „Übernimmt die Krankenkasse das nicht?“
    *seufz* auch nicht besser.. ;)

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    1. Nein, auch nicht besser.
      In der Schweiz sind sie oft nicht so laut, was das angeht, da muss man schon auf ein leichtes verziehen der Mundwinkel als Reaktion auf den Preis reagieren … *dann* hat man eine Chance, wenn man Generika anbietet. Aber im Normalfall ist es wirklich noch meist so: „Warum wollen sie mir was anderes geben? Geben sie mir das, nach was ich verlangt habe!“

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  2. Mal so aus Interesse: Sieht die Pharmawerbung in CH anders aus als Deutschland? Hier scheint mir jedenfalls das „Gibts da nichts von Ratiopharm?“ sehr präsent zu sein.

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    1. Erst in den letzten 6-9 Monaten ist Mepha auf die Plakatwände gedrängt und hat sich explizit als Generika-Anbieter beworben. Mepha gibt es aber auch schon seit langem…

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      1. Nee, neee – Werbung für Generika hat es von verschiedenen Firmen schon vorher gegeben. Nur fällt die den meisten Leuten nicht wirklich auf. Grundsätzlich ist sie auch todlangweilig … irgendeine (generische) Packung, die alles sein könnte und das Wort „günstiger“ irgendwo sonst auf dem Plakat.
        Zieht nicht wirklich – auch wenn mepha das Volumen (also die Menge Plakate) im letzten Monat sehr erhöht hat.
        WO bleibt die innovative Werbung für Generika??

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  3. Laut einer Studie soll ein Kunde umso zufriedener sein, je mehr Produkte er in seiner Tüte aus der Apotheke trägt…
    Egal was es gekostet hat.
    Reklamieren können sie ja trotzdem wegen dem Preis! :-D

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  4. Und wenn man den nächsten Kunden nicht auf eine preisgünstige Alternative hinweist, fängt der an zu maulen, weil man ihm so viel Geld aus der Tasche ziehen will…Wie man es macht, macht man es verkehrt.
    Nicht ärgern, liebe Pharmama, der Tag ist noch so lang. Ich schicke dir ein wenig gute Laune aus Deutschland!

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  5. Ich kann meine deutschen Gene nicht verleugnen – ich frage immer nach dem „billigsten Paracetamol, das Sie haben“.
    Aber ich bin momentan stinkig auf den Arzt meines Mannes – ich bin ab-so-lut kein Fan der Selbstdispensation. Vielleicht raffe ich mich auf und schicke dir ein Mail, kannst du evtl. für ein Blogpost brauchen.

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      1. Selbst auf Nachfrage zum grossen Teil nicht vorhanden.
        Und wir reden nicht von Exotischen Tabletten,sondern von Sachen wie Generica von Proxen.

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  6. Hier in Deutschland hat mich die Apothekerin meines Vertrauens sogar mal nach DM weitergeleitet. Mit dem Kommentar, dass deren Mineralstoffe (Migräne, Magnesiummangel, blah…) nicht anders sind als die teureren in der Apotheke ;)

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      1. Wenn ich mir einen Artikel wünschen dürfte, dann wäre das einer über Vitamine und Mineralien im NEM Bereich. Alle Wetl sprudelt sich mit Vitamin C und Magnesium durch die selbst diagnostizierte Mangelzustände. Wenn man wirklich einen hat, dann ist der Markt unübersichtlich: von der Brausetablette aus dem Supermarkt zu 1,99 Euro für 20 Stück zu Edelmarken im Direktvertrieb, die die reinste Kapitalanlage sind.

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        1. Ich machs mal kurz: Die meisten Vitamine sind überflüssig, wir haben in den drei deutschsprachigen Ländern kaum eine Vitaminmangelversorgung.
          Es gibt aber ein paar Krankheiten, bei denen eine gezielte Vitaminzufuhr sinnvoll ist.
          Zwei Beispiele:
          1.) Bei gewissen Anämieformen (Blutarmut) kann eine gezielte Zufuhr von Vitamin B12 sinnvoll sein. Das wurde dann aber eh mit einem Arzt abgeklärt.
          2.) Bei gewissen Formen der Nachtblindheit ist eine Zufuhr von Vitamin A sinnvoll, da das an einem Mangel an Vitamin A liegen kann. Das kann man mal in der Selbstmedikation probieren, sollte es aber besser auch mal mit seinem Doc vorher besprechen.

          Bei diesen Mangelerkrankungen tun es nicht mehr die Vitamine aus dem Supermarkt, die sind hoffnungslos unterdosiert (daher auch billiger). Da braucht es dann das hochdosierte Präparat aus der Apotheke.

          Allgemein: Bei den fettlöslichen Vitaminen (A,D,E,K) können leicht Hypervitaminosen (zu viel Vitamin im Körper) auftreten. Die sollte man eher vorsichtig handhaben. Bei Vitamin A ist auch nachgewiesen, dass es Krebs auslösen kann, gerade bei Rauchern.
          Die wasserlöslichen Vitamine (gerade Vitamin C) braucht man normalerweise nicht extra zuführen.

          Multivitamintabletten, also eine Mischung aus allen Vitaminen, sind (egal ob aus der Apotheke oder dem Supermarkt) Mumpitz. Weil eh unterdosiert. Besser mal einen Apfel oder anderes Obst.

          Was Mineralstoffe angeht, sieht es da so aus:
          Es gibt Erkrankungen, bei denen eine zusätzliche Zufuhr sinnvoll ist.
          1.) Es liegt bei einer Frau Osteoporose in der Familie: Die Gabe von etwa 1000 mg Calcium in Kombination mit Vitamin D ist ab dem Alter von 16 Jahren empfehlenswert, damit es bei einem selbst gar nicht erst zu einem Knochenschwund im Alter kommt.
          2.) Öfters Muskelkrämpfe: Kann an einem Magnesiummangel liegen, das kann man mal über 3-4 Wochen mit Magnesium 300 mg probieren. Die Krämpfe können dann weggehen. Nicht bei Nierenerkrankungen anwenden, da kontraindiziert.
          3.) Eisenmangel (z.B. in der Schwangerschaft). Eigentlich auch nur auf ärztlichen Rat, wenn das Blutbild eine bestimmte Form einer Anämie aufweist. Die Dinger schlagen auch auf den Magen, daher auf jeden Fall zum Essen nehmen.

          Was den Supermarkt betrifft: Die Teile sind billiger, was daran liegt, dass sie hoffnungslos unterdosiert sind. Bei Magnesiumpräparaten bezieht sich die Dosierung (300 mg) auch noch oft auf den gesamten Stoff (Magnesiumoxid oder Magnesiumcitrat) und nicht alleine auf das Magnesium.
          Supermarktpräparate enthalten eigentlich immer Magnesiumoxid, weil billiger als Magnesiumcitrat. Das löst sich in Wasser gar nicht. Das kommt unten raus wie es oben reinkam und wird nicht aufgenommen. Sinnvoller ist Magnesiumcitrat, das löst sich in Wasser und wird auch in den Körper aufgenommen.

          Vergleichbare Präparate kosten in Supermarkt und der Apotheke grob etwa gleich viel.

          Auch hier gilt: Multimineralstoffpräparate sind wie Multivitaminpräparate unnötig, das ist echt nur was für das schlechte Gewissen (egal ob Supermarkt oder Apotheke).

          Die oben aufgeführten Beispiele sind nicht vollständig. Wer ein gesundheitliches Problem hat, spreche bitte mit seinem Arzt oder Apotheker; das Internet (auch dieser Post von mir!) ist immer eine sehr unsichere Quelle, um sich über Arzneimittel zu informieren.

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    1. Oh, da kann ich auch etwas zu beitragen :)
      Ein „kleiner Junge“ (ca. 10-12 Jahre alt) wollte sich einen Labello in der Apotheke kaufen.
      Die Apothekerin nahm ihn an die Hand und sagte,dass sie ihm im Supermarkt gegenüber zeigen würde, wo er die Labellos findet (sie wollte eh grad noch eine Kleinigkeit einkaufen).
      Sie gab ganz offen zu, dass Labellos in der Apotheke teurer verkauft werden würden und ermutigte den Jungen, sein Taschengeld besser an anderer Stelle auszugeben, anstatt teure Apothekenpreise zu zahlen.
      Fand ich klasse!

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  7. Gute Laune aus Deutschland? Wenn ich mir das Wetter hier im Rheinland anschaue, kann ich da leider momentan nichts beitragen :-(

    Warum nicht die Beratung erweitern und mit den Hinweis auf günstigere Produkte im Sinne eines Cross-Sellings weitere prophylaktische und/oder therapie-unterstützende Produkte anbieten?

    Jürgen Osterberg
    PlanetApo-Team

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  8. Das gilt aber grundsätzlich in jeder Branche so – bloß keine Alternativen vorschlagen, an denen man nichts verdient.
    Und: Kunden schätzen das, wofür sie mehr bezahlt haben, immer am meisten. Je hochpreisiger ein Produkt wird, desto weniger Reklamationen gibt es auch.

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