Bauchgefühl

„Buscopan, Algifor Sirup“

Ein krampflösendes Mittel und ein Schmerz-/Fiebersirup. Das stand auf dem Rezept des 5 jährigen Kindes, das ich vorher zum Arzt geschickt hatte.

Ich habe das Kind geschickt, weil mir Bauchschmerzen bei Kindern immer etwas … unangenehm sind. Vor allem, wenn die Eltern es schon mit Paracetamol – einem Schmerzmittel und Fencheltee zum Krämpfe lösen versucht haben und die Beschwerden damit nicht wirklich weggehen.

Bauchschmerzen können alles Mögliche sein. Bei Kindern muss man speziell im Hinterkopf halten, dass das auch vom Blinddarm aus kommen kann … die Symptome sind oft sehr unspezifisch.

„Gut“, dachte ich, als ich das Rezept sah- „dann war es diesmal nichts.“ Hat mich mein „Bauchgefühl“ getäuscht.

Aber: ein paar Tage darauf steht die Mutter wieder in der Apotheke mit einem Rezept für Antibiotika. Vom Spital.

„Oh!“ sage ich – „Was hat er denn?“

Mutter: „Einen Blinddarmdurchbruch.“

Oy.

Mutter: „Bis sie operieren können, müssen wir jetzt warten, bis die schlimmste Entzündung und Infektion weg ist.“

Ich dachte immer, das machen sie gleich? Jedenfalls: im selben Fall würde ich das Kind wieder schicken. Es ist nicht zu erwarten, dass das nochmal passiert (nein, dem Arzt auch nicht).

12 Kommentare zu „Bauchgefühl

  1. Weiter so, Pharmama :-)

    So etwas ist mir auch schon einmal passiert, nur hatte ich Glück. Appendizitis vom Arzt nicht erkannt und von einer Apothekerin mitten in der Nacht ins Krankenhaus geschickt. Wurde gleich operiert, kurz vor dem Durchbruch. Habe ich schon mal erzählt, oder?
    Egal, kann gar nicht oft genug „Danke“ sagen.

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  2. Wie, nicht gleich auf den Tisch?
    Eine perforierte Appendizitis ist doch eine Indikation für einen Notfalleingriff!?
    Und so eine Vier-Quadranten-Peritonitis ist auch nicht besonders schön.

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    1. Nein, die Medikamente, die man während des Spital-Aufenthaltes braucht, bekommt man dort… Diese werden dann neu auch durch Fallpauschalen abgerechnet.
      Dies scheint allerdings ein „Austritts-Rezept“ zu sein, damit der Patient nach Entlassung Medikamente hat…

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  3. Ich musste wegen eines Blinddarmdurchbruchs notoperiert werden, weil sich bei mir daraus eine Bauchfellentzündung entwickelt hat. Die Ärzte sagten, dass ich das nicht überlebt hätte, wenn ich eine Stunde später im Krankenhaus erschienen wäre.
    Meine Mutter hat die Situation damals zum Glück richtig eingeschätzt.

    Ich finde es toll, dass du so engagiert bist. Das gibt es leider nicht oft….

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  4. Vielleicht hat die Mutter da etwas falsch verstanden. Ein Kind mit Blinddarmdurchbruch werden die sicher nicht für ein paar Tage nach Hause schicken und Mama ein Rezept mitgeben.

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  5. Mein kleiner Bruder (inzwischen auch 19) hatte 3 Jahre hinternander immer so 2-3 Tage vor Weihnachten irgend „Weh-Wechen“ das er die Feiertage immer im KH verbracht hat. Erst wars ein Blinddarmdurchbruch mit Not-OP, im Jahr drauf wars ne Bauchfell und Lungenentzündung auch mit 2 OPs und im dritten Jahr wars ne AugenOP welche nötig war weil er sich aus Versehen n Zaundraht einmal quer über die Linse gezogen hat. Ob jetzt die Bauchfell und Lungenentzündung mit dem Blinddarmdurchbruch was zu tun hatten weiss ich leider nicht. Und irgendwie macht man sich da so seine Gedanken, komischerweise auch so sarkastische wie zu überlegen was als nächstes kommt und an welchem Tag vor Weihnachten der Anruf kommt das er wieder im KH ist. Dieses Jahr war dann netterweise nichts los und daher konnten er und meine Eltern nach Schweden fahren und dort ihren Weihnachtsurlaub verbringen welcher eben seit 3 Jahren geplannt war.

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  6. Im Zweifelsfall lieber ins Krankenhaus – die Sanitöter hatten mich Nachts um 2 vor die Wahl gestellt bis zum Morgen zu warten und dann zum Hausarzt oder im Pflasterlaster in die Notaufnahme. Ich hatte keine Schmerzen, nur ein blödes, drückendes Gefühl im Leib und eine schlechte Vorahnung.
    Ca. 20h später sind mein Appendix und ich getrennte Wege gegangen…

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  7. Hm also bei Blinddarmdurchbruch ist ja eigentlich Holland in Not. Der entzündete Blinddarm entlädt sich in den freien Bauchraum. Es kann/wird zu einer großflächigen Entzündung und dadurch auch schon mal zum Tod führen. So etwas wird als Notfall sofort operiert. Da wartet man eigentlich keine 10 Tage um zu sehen welches Antibiotika nicht anschlägt… – vielleicht hatte die Mutter etwas falsch verstanden?

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  8. Ich denke auch, dass die Mutter da vielleicht etwas falsch verstanden hat und die Antibiotika sind zur Nachbehandlung gedacht.
    Vielleicht hat man ihr auch erklärt, weil es ein Durchbruch war geht es länger, bis alles wieder in Ordnung ist und er muss nach X Tagen und Antibiotika nochmals zur Kontrolle?

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  9. Der absolute Horror für mich als Muttertier. Ich hätte im Spital drauf bestanden, dass die bei meinem Kind den CRP-Wert checken und ggf. einen Ultraschall vom Bauch machen. Bei Kindern kann eine Appendizitis nämlich überall am Bauch Beschwerden machen.
    Und auch wenn viele Kinder pauschal „Bauch, aua“ zeigen, auch wenn es woanders wehtut – mit sowas muss man losgehen zum (Not)arzt ins Spital. Lieber einmal zuviel als einmal zu spät.

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