Ich finde es enorm bedenklich, wenn 16 jährige (oder jünger) mit einem Rezept in die Apotheke kommen für etwas, was eigentlich nur eine Herpes genitalis –Behandlung sein kann. Fast noch schlimmer finde ich es aber, wenn sie ihre Mütter vorschicken. Offensichtlich waren sie ja alt (reif?) genug für Sex – aber nicht für die Konsequenzen?
Da denkt man in der heutigen Zeit wird aufgeklärt. Naja, vielleicht stimmt das auch – auf jeden Fall scheinen die jungen Leute heute schon zu wissen wie „es“ funktioniert. Etwas schwieriger ist es offenbar mit dem Verhüten – trotz fast unzählbarer Varianten. Und fast unmöglich scheint es inzwischen zu sein, was die Aufklärung betreffend STDs also sexuell übertragener Krankheiten betrifft.
Und die sind schwer wieder am kommen. Sei es AIDS (fragt mal jemanden, ob HIV heilbar sei – „na, da gibt es ja Medikamente, oder?“) oder Herpes – noch etwas, was einen dann für den Rest des Lebens begleitet. Oder Chlamydien – weshalb tausende Frauen später ungewollt kinderlos bleiben, oder Syphillis oder Hepatitis B oder…
Das Problem ist, dass in der Bevölkerung der Glaube herrscht, dass die Sexuell Übertragenen Krankheiten am Aussterben und fast nicht mehr vorhanden sind. Dem ist aber nicht so, im Gegenteil!
Verhütung ist das eine. Aber die kleine Pille (oder das Pflaster, der Ring, das Implantat …) schützen einen NICHT vor Geschlechtskrankheiten. Kondome sollte man darum trotzdem benutzen. Oder einen Bluttest verlangen – wobei man dabei beachten muss: HIV gibt erst nach ein paar Monaten an. Treue ist eine gute Vorbeugung: nur, wie sicher kann man bei seinem (neuen) Partner sein?
Wie auch immer: mehr Vorsicht, bitte!
… Sonst sind peinliche Momente in der Apotheke vorprogrammiert.
Kreative Kondomwerbung- darunter steht: „Denken Sie an Sex?“


… Leider setzt bei vielen der Verstand aus, wo die Lust anfängt….
Mehr Prävention würde da vll. helfen? Und mal weniger Alkohol?
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Nichtsdestotrotz sollte es aber dein Job sein, mit solchen peinlichen Momenten so diskret und nicht-vorwurfsvoll wie möglich umzugehen
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Absolut … aber ich kann mich noch so professionell verhalten -und inzwischen kann ich das, ohne das Gesicht zu verziehen oder den Ton zu ändern – trotzdem dürfte das für die rezepteinlösende Person nicht einfach sein.
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Das Thema ist einfach kaum noch im öffentlichen Bewusstsein. Wer in den Achtzigern aufgewachsen ist, ist mit der großen AIDS-Panikwelle und der entsprechenden Medienberichterstattung, Aufklärungskampagnen, undundund aufgewachsen. Und ist dadurch ganz automatisch vorsichtig im sexuellen Umgang geworden. Manchmal habe ich ein wenig den Eindruck, das genau das den Kiddies von heute irgendwie fehlt.
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Wenn man aus Kinofilmen und TV-Serien die Sexszenen aneinanderschneidet kann man sich tagelang ununterbrochen damit zuschütten ohne jemals etwas von Verhütung zu hören.
Ich denke, das hat einen großen Anteil daran.
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Ich glaube ihr habt beide recht.
Und wenn man etwas in den Medien hört, ist es oft im Sinne von: „Neues Medikament gefunden für …“ oder „die neuesten Erkenntnisse in der HIV-Behandlung“ .. und das tönt alles (vorsichtig) optimistisch. Vielleicht ZU optimistisch?
Ich bin auch mit der AIDS Aufklärungskampagne aufgewachsen und entsprechend vorsichtig… darum habe ich bei meinen Partnern auch „vorher“ einen Test verlangt – und ich hatte das Glück, dass ich auch wirklich treue Partner hatte.
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Ich vermute, dass es auf ein Grund ist, dass alle so tun als wären sie super toll aufgeklärt und wissen alles, dass, wenn man Fragen hat, sich gar nicht traut sie zu stellen, da dann alle so tun als wäre man selber der blöde und normal wisse man ja alles. So kommt es mir oft vor. Man kann nicht wirklich einschätzen, wie viel die Leute wissen und wie viel sie vorgeben zu wissen.
In der Schule wurde einmal eine Umfrage zu Aids/HIV gemacht, oft kam als Antwort „das weiß doch jeder“ aber genaue Übertragungswege ect. wusste von denen keiner….. Schade eigentlich.
Im heutigen Zeitalter, wo Information immer und überall (zumindest fast) verfügbar ist, sollte man das auch nutzen, es ist ja schließlich die eigene Gesundheit bzw. Leben
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ein gesellschaftliches problem ?
ja natürlich. menschen haben immer nähe gesucht. nur vor ein paar jahrzehnten war das gar kein thema. man wurde entweder schwanger oder nicht.
in der heutigen gesellchaft findet eine sexualisierung in breitem umfeld statt.
es bedarf gar keiner TV sendungen/ werbesendungen oder kino, nahezu jedes klamottenwerbeplakat, wirbt für ein „neues körpergefühl“ und dieses neue körpergfühl wird dann als sexualiät gedeutet, so wie sie ist.
menschliche nähe ?
fehlanzeige !
und genauso ist es dann ja auch mit den schon erwähnten TV sendungen.
es wird ein bischen lustvoll rumger**melt und das war´s.
was gibt unserer gesellschaft denn heute noch an nähe und vertrauen her ? schaut man schon in sein eigenes nahe umfeld. etliche familien kämpfen um´s überleben im schautten von der arbeitslosigkeit. die eltern rackern sich ab mit teilweise zwei jobs,
die kindern gelangen, wenn sie glück haben in einigermaße guten lernfabriken, wo es schon mühe gibt die unterschiedlichsten interessenkonflikte zu lösen und das lehrpersonal, oft gerade erst selbst der pupertät entflogen und/ oder kinderlos, hilflos ausgeliefert.
unter dem strich kann man schon fast sagen, es ist sogar ein glück, wenn diese lütten in eine aphotheke wandern um ihr problem zu lösen. denn dort sollten sie auf eine fachlich geschulte kraft treffen, die auch mal geschickt brisanteres gut handhabt.
alteativ könnten sie sich auch tipps von bekanten aus dem internet holen oder mittelchen bestellen.
und dann ?
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Ich bin Mitte der 80er geboren und habe daher die Aids-Kampagnenwelle nicht bewusst wahrnehmen können. Trotzdem ist mir die Problematik bewusst – inklusive der Verantwortung anderen und auch mir selbst gegenüber. Ich habe jedoch keine Kondome, nicht im Nachttisch und erst recht nicht im Portmonee. Dort sind sie denkbar ungeeignet „aufgehoben“, da bei den Temperaturen die Porosität steigt und somit die reale Haltbarkeit kaum an den Aufdruck heranreicht.
Falls ich irgendwann mal eine Freundin haben sollte, werde ich mich kurzfristig damit eindecken. Denn bis dahin würden die hier wohl eh nur verrotten. Ich hatte mir nur vor ein paar Jahren mal welche zur Anprobe geholt, ich denke, so schnell verlerne ich das nicht. Bzw. ich hoffe es – wer weiß, wann nach der Theorie mal die Praxis kommt.
Momentan fällt mir das Warten aber nicht so schwer. Viel mehr sehne ich mich nach der Zweisamkeit an sich. Mit Vertrauen, Verbundenheit und Nähe – seelisch wie auch körperlich, wobei es jedoch nicht immer auf Sex hinauslaufen muss. Es gibt doch so viel mehr, was eine Beziehung ausmacht. Gerade in den letzten Tagen ist diese Sehnsucht leider wieder stärker geworden :( Gar nicht so einfach, mich dann noch so halbwegs um die alltäglichen Pflichten daheim zu kümmern.
Zwar habe ich dadurch, dass ich häufig als „Kumpeltyp“ gesehen werde, auch die Freundschaft zu Frauen kennen – und auch schätzen – gelernt, leider war dies jedoch nicht von längerer Dauer. Mittlerweile denke ich, dass diesbezüglich die Chancen noch geringer sind, der Problematik der verständnisleeren (ist das das Gegenteil von „verständnisvoll“? *g*) Partner sein dank.
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Verantwortungsvoller Umgang mit Sex (und das schließt zumindest für mich die Punkte „Treue“ bzw. „gedämpfte Promiskuität“ ein) ist nicht „in“.
Und wenn man anklingen lässt dass man auch beim Sex das Gehirn zu benutzen gedenkt, wird man aber sowas von runtergeputzt, das könnt ihr euch kaum vorstellen.
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Sprichst du aus Erfahrung, Benedicta? Das klingt erschreckend. Aber wenn ich die heutige Situation sehe und überlege, wohin die Entwicklung gehen könnte, wird mir schon bang. Mein großer Respekt gebührt daher allen verantwortungsbewussten Eltern, die mit dieser Thematik wenigstens halbwegs umzugehen wissen (und dies auch tun).
Diejenigen, die beim Sex von Gehirn auf „Autopilot“ umstellen, bewirken damit wohl einen großen Rückschritt des ach so modernen Menschen. Denn womit viele Jugendliche und Kinder heute vor dem ersten Kuss in Kontakt kommen (okay, ich kann mich davon auch nicht freisprechen, aber ich war da kein Kind mehr und bins heute noch weniger) sind Pornos dank des quasi überall verfügbaren Internets. Auf dem Schulhof brüstet man sich mit den extremsten Filmchen auf dem Handy (zumindest berichten darüber manche TV-Sendungen, inwiefern das mit dem Alltag übereinstimmt, kann ich nicht sagen).
Gut, in den letzten Jahren sind die (echten oder zumindest so wirkenden) „Amateurfilme“ beliebt geworden, trotzdem wird der „klassische“ Pornofilm nicht aussterben. Diese leben von Spannung und nicht von einer harmonischen Entspannung. Und dazu gehört (abgesehen von manchen Fetischfilmen) auch die Unterwürfigkeit der Frau, die alles mitmacht, was der männliche Protagonist will. Denn die Zielgruppe solcher Filme waren und sind in erster Linie Männer und das wird wohl auch erstmal so bleiben. Dass diese Willigkeit nicht der (natürlichen) Realität entspricht, können viele mangels Erfahrung gar nicht wissen. Da wird noch einiges auf Alice Schwarzer – und ggf. ihre Nachfolgerin(nen) – zukommen.
Hinzu kommt, dass auch gerade wegen dieser Zielgruppenberücksichtigung der Schönheitswahn bei Frauen wohl noch größer wird. Denn abgesehen von den weichgespülten Werbefotos in den normalen Medien, werden dank neuer Technologien wie z.B. nun die Blu-ray-Disc gerade bei den Viel-Haut-Filmen kleinste „Makel“ sichtbar, die natürlich „korrigiert“ werden müssen, um dem 08/15-„Schönheitsideal“ zu entsprechen.
Halleluja, schöne neue Welt …
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ich habe gerade einen interessanten Kurzfilm entdeckt: „Mädchen und Kondome“
Dabei fällt mir ein, dass es ja noch ein weiteres gesellschaftliches Problem gibt: Dass Jungs mit vielen Erfahrungen als „cool“ gelten, Mädchen dagegen schnell als „Schlampe“. Dieses Extrem-Denken halte ich für sehr bedenklich. So wie in vielen Bereichen liegt auch hier die „Wahrheit“ irgendwo in der Mitte.
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Herpes genitalis ist sehr ansteckend.
Selbst bei Gebrauch von Kondomen ist es nur eine Frage der Zeit, bis man sich infiziert hat.
Und heilbar ist diese Krankheit nicht.
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Herpes genitalis kann auch anders übertragen werden, ohne GV irgendeiner Art. ;)
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So ich weiss, ist eine Übertragung mit „kontaminierten Gegenständen“ zwar theoretisch möglich, kommt in der Praxis aber praktisch nie vor. Von wegen Toilettensitz und so … da müsste man quer direkt auf den Sitzrand sitzen mit seinen Genitalien und selbst dann …
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Hmm… meine FA sagte mir damals dass das sehr gut anders übertragen werden kann, weil ich nämlich aus allen Wolken gefallen bin, als ich das hatte. Nur deswegen weiß ich überhaupt, dass man es auch anders bekommen kann. Und ich schwöre hoch und heilig, dass ich nicht quer auf den Sitzrand gesessen habe oder solche Dinge. ;)
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